Linke: Manches zutreffend analysiert

Anders als der Aufruf des Parteivorstands der Linkspartei, der Linken zum Fremdschämen gereicht, ver­sucht ein PV-Mitglied wenigs­tens eine Analyse der Pläne rech­ter Organisationen mit der "Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung". Auch wenn man den Schlußfolgerungen von Christine Buchholz nicht fol­gen mag, lohnt sich ein Blick auf die­sen Teil.

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Sturm auf den Reichstag politisch erwünscht?

Ein Artikel des Tagesspiegels macht heu­te deut­lich, daß der medi­en­ge­rech­te Sturm auf den Reichstag am Samstag anschei­nend poli­tisch erwünscht war.

Es wer­den dort zwei Videos gezeigt. Auf ihnen ist zu erken­nen, daß Polizeiführung und Innensenator kei­ne Handvoll Polizisten zum Schutz des Gebäudes abge­stellt hatten.

Nach tage­lan­gen Aufrufen der Nazi-Szene zu die­sem Event, nach den medi­al vor­ge­tra­ge­nen Bekenntnissen des Senators gegen Demonstrationen, an denen sich Rechte auch nur betei­li­gen könn­ten, kann die­ses Vorgehen nicht als Planungsfehler durch­ge­hen. Tausende BeamtInnen wur­den ein­ge­setzt, um peni­bel Abstände zwi­schen Demonstrierenden zu mes­sen. Pferdeeinheiten patrouil­lier­ten durch den Tiergarten. Mindestens ein Hubschrauber hat­te das Geschehen im Blick. Zudem haben die Nazis nicht spon­tan gehan­delt, son­dern befan­den sich über Stunden vor dem Reichstag.

(Bemerkung am Rande: Vielleicht soll­ten sich die Querdenker wenigs­tens von den in den Videos gezeig­ten Düsseldorfer "Corona-Rebellen" distanzieren…)

Siehe auch "Reichstags-Stürmer"-Video zeigt: kei­ne Polizei weit und breit

Kollegen?

Vor der Demonstration am 29.8. wur­de hier gefragt Setzt Polizei wie­der Provokateure ein?. Dieses Bild – nach einem im Video gezeig­ten ver­meint­lich bru­ta­len Polizeieinsatz – wirkt jeden­falls sehr kollegial.

RT Deutschland hat­te am Samstag stun­den­lang die Nazi-Veranstaltungen über­tra­gen. Der Kanal folgt damit einer pro­ble­ma­ti­schen Tradition in der Logik "Der Feind mei­nes Feindes ist mein Freund". Angesichts von mehr als 20 Millionen sowje­ti­scher Opfer deut­scher Faschisten wirkt das verstörend.

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Neues Deutschland braucht keine Nazis

Das Neue Deutschland braucht kei­ne Nazis, um die "Corona-Leugner", wie sie auch dort hei­ßen, zu stig­ma­ti­sie­ren. (Besser ist übri­gens nur noch die Formulierung einer Meldung des RBB über die Demo der "Corona-Gegner".)

In einem Artikel mit der Überschrift "Paranoia, Taktik und Spektakel" wird ein Kunsthistoriker auf­ge­bo­ten, um ver­meint­lich intel­lek­tu­ell auf­zu­zei­gen, um welch schlim­me Gestalten es dabei geht.

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Impfstoff: "Viele Nebenwirkungen sind gutes Zeichen"

In einem PR-Artikel der Zeit für den Impfstoffhersteller Moderna unter dem Titel "Wenn die Impfung zwölf Monate immun machen wür­de, wäre das groß­ar­tig" vom 27.8. ist zu lesen:

»Moderna tes­tet sei­nen Impfstoff in der letz­ten kli­ni­schen Phase. Der Chefmediziner erklärt, wie er wir­ken soll – und war­um vie­le Nebenwirkungen ein gutes Zeichen sind…

ZEIT ONLINE: …Sie sprit­zen den Probanden ein Stück Erbgut des neu­en Coronavirus. Mit die­sem Bauplan bau­en die Körperzellen Proteine und stel­len sie dem Immunsystem zur Schau. Die Immunzellen mer­ken, dass es sich um frem­de Proteine han­delt, und reagie­ren. Soweit zumin­dest die Theorie. Wie gut wirkt Ihr Impfstoff denn?

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Sehr viele Menschen, viele Nazis, einige Fragen

Sollte der Berliner Senat gehofft haben, sein Demonstrationsverbot wür­de die Menschen von der Reise nach Berlin abhal­ten, hat er sich gründ­lich geirrt. Vermutlich hat die juris­ti­sche Schlappe eher noch mehr TeilnehmerInnen mobilisiert.

Auf der Strecke zwi­schen Brandenburger Tor bis weit hin­ter die Siegessäule, im Tiergarten und den Nebenstraßen ver­sam­mel­ten sich deut­lich mehr DemonstrantInnen als am 1.8.

Eine nach­mit­tags erfolg­te Auflösung der Demonstration (wegen Verstoßes gegen "Hygienemaßnahmen") führ­te ledig­lich dazu, daß die TeilnehmerInnen sich auf ande­ren Wegen zum Kundgebungsplatz begaben.

Dort gaben sich die Veranstalter alle Mühe, die vor­ge­ge­be­nen Mindestabstände zu organisieren.

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Tagesschau berichtet wie gehabt

Bedrohliche Bilder von Polizeieinsätzen, die ein­zi­ge gewor­fe­ne Flasche, Nazis in Großaufnahme – die Tagesschau kommt den Erwartungen nach.

Selbstverständlich kom­men aus­führ­lich die Polizei und Geisel zu Wort, aber kei­ner der Veranstalter. Der Schwerpunkt der Berichterstattung wird auf Auseinandersetzungen der Polizei mit Rechtsradikalen (!) gelegt. Das Ganze unter der irre­füh­ren­den Überschrift Demo gegen "Coronaschutzmaßnahmen".

Ausgewählte TeilnehmerInnen wer­den vor­ge­führt, die ein Bild des Abwegigen erzeu­gen sol­len. Nicht ein Ausschnitt aus einer Rede wird gezeigt. Das abso­lut fried­li­che Verhalten auf der Kundgebung von Querdenken spielt eine unter­ge­ord­ne­te Rolle. Überflüssig zu bemer­ken, daß die par­al­le­len Demos in Paris und London nicht vorkommen.

Die Tagesschau bleibt also auf dem Kurs, den GegnerInnen von Manipulation und Meinungsmache Argumente zu liefern.

(Siehe u.a. hier.)

Ob die Bundeswehr wenigstens das kann?

Ihre Gewehre schie­ßen um die Ecke, ihre Hubschrauber flie­gen nicht, ihre U‑Boote kön­nen nicht tau­chen. Was einen alten Antimilitaristen sehr erfreut, läßt Schlimmes ahnen für den Plan, über den der Spiegel heu­te berichtet:

»Bundeswehr unter­stützt Teststationen
Die bei­den Teststationen an den Grenzen zu Österreich bekom­men am Wochenende Unterstützung durch die Bundeswehr. In Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 bei Bergen (Landkreis Traunstein) sowie Donautal-Ost an der Autobahn 3 bei Passau rech­nen die Behörden wie­der mit einem erhöh­ten Test-Aufkommen durch Reiserückkehrer. Deswegen habe sie ein Unterstützungsangebot der Bundeswehr ange­nom­men, teil­te Gesundheits­ministerin Melanie Huml (CSU) mit. So sol­len die baye­ri­schen Hilfsorganisationen ent­las­tet wer­den, die mit Ehren­amtlichen an den Teststationen gehol­fen hatten.«