Lügen in Bayern: Weniger beatmete PatientInnen

Wer am lau­tes­ten schreit in Sachen Corona, erzählt meist auch die größ­ten Lügen. Diesmal geht es nicht um Berlins Regierenden Müller, son­dern um Bayerns Söder. br.de berich­tet am 2.11.:

»Zahlen der Staatsregierung sor­gen für Verwirrung: Nach BR-Recherchen wer­den nur halb so vie­le Corona-Patienten beatmet, wie offi­zi­ell ange­ge­ben. Die Ursache hier­für liegt in unter­schied­li­chen Statistiken und einer feh­ler­haf­ten Interpretation.

Schon häu­fi­ger gab es wäh­rend der Corona-Pandemie ein Durcheinander oder gar wider­sprüch­li­che Zahlen. So vari­ier­ten bei­spiels­wei­se die Inzidenzwerte stark – je nach Quelle. Jetzt sor­gen Zahlen zu den beatme­ten Covid-19-Patienten für Irritationen. Die baye­ri­sche Staatsregierung hat­te in der ver­gan­ge­nen Woche mehr­fach von fast dop­pelt so vie­len beatme­ten Patientinnen und Patienten gespro­chen, als es sie tat­säch­lich gab in Bayern.

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Österreich: Gesundheitsagentur mit Richtlinie "Staatsfeindliche Bewegungen"

Das Datum läßt aufhorchen:

»Beiliegend über­mitt­le ich Ihnen die NÖ LGA Richtlinie "Staatsfeindliche Bewegungen", wel­che mit 01.11.2020 in Kraft tritt zur geschätz­ten Kenntnisnahme und der Bitte um Kommunikation.
Diese Richtlinie ist ver­bind­lich einzuhalten…

Mit freund­li­chen Grüßen
Leitung
Abteilung Recht & Compliance, Vorstandsbereich

NÖ Landesgesundheitsagentur
Gesund und gepflegt. Ein Leben lang.«

Vordergründig scheint es bei die­ser Richtlinie um ein Spektrum zu gehen, daß hier­zu­lan­de als "Reichsbürger" und "Prepper" bezeich­net wird. Aktuell han­delt es sich jedoch darum:

»Anhänger staats­feind­li­cher Bewegungen erken­nen – ver­ein­facht gesagt – den Staat Österreich sowie des­sen Institutionen nicht an, leh­nen behörd­li­che Maßnahmen (Bescheide, Urteile, etc.) ab und/oder ver­su­chen den Vollzug von Maßnahmen zu ver­hin­dern, wobei in eini­gen Fällen bereits mit Drohungen, Nötigungen oder Gewalt gegen staat­li­che Organe vor­ge­gan­gen sowie unbe­rech­tig­te Geldforderungen in hor­ren­der Höhe erho­ben wurden.«

Die Richtlinie kann hier gele­sen werden.

Charité-Epidemiologe: Lockdown ist überzogen

Das berich­tet die Berliner Zeitung am 29.10.:

»Der von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten beschlos­se­ne Lockdown ist nach Ansicht von Stefan Willich, Direktor am Charité Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, "in sei­ner Allgemeinheit über­zo­gen". Willich sag­te der Berliner Zeitung, es sei nicht sinn­voll, "auf dra­ma­ti­sche Breitbandrestriktionen" zu set­zen: "Es gibt sehr gute und wir­kungs­vol­le Hygienekonzepte in ein­zel­nen Branchen, etwa in der Kultur. Es gibt zudem erheb­li­che regio­na­le Unterschiede bei der Infektionsbelastung. Es ist nicht sinn­voll, alles über einen Kamm zu sche­ren." Es wäre bes­ser, "adap­ti­ve Maßnahmen" zu ergrei­fen. Willich: "Ein Lockdown soll­te eine Maßnahme nur im abso­lu­ten Notfall blei­ben." Es habe sich gezeigt, dass damit die bes­te Wirkung im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus erzielt wer­den kön­ne. Die aktu­el­le Lage auf den Intensivstationen ist, so die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, der­zeit nicht in einem kri­ti­schen Bereich. Bundesweit sind etwa fünf Prozent aller Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. In Berlin sind es knapp zehn Prozent und erst bei 25 Prozent springt die ent­spre­chen­de Corona-Ampel auf Rot.

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Heinsberger Landrat zweifelt an Lockdown (ein bisschen)

»Das ent­spricht nicht der Realität bei uns im Kreis« ist heu­te eine Artikel auf rp-online.de überschrieben.

»Die zwei­te Corona-Welle rollt mit vol­ler Wucht über das Land. Von der Dynamik ist auch Stephan Pusch über­rascht. Dennoch bleibt der Heinsberger Landrat gelas­sen. Die neu­en Maßnahmen sieht er aller­dings kritisch.

Im Kreis Heinsberg ist der Inzidenzwert, der die Neuansteckungsrate mit dem Coronavirus beschreibt, am Freitag auf 107,6 gestie­gen. Das bedeu­tet, dass im Schnitt mehr als 107 Menschen von 100.000 in den ver­gan­ge­nen sie­ben Tagen mit dem Coronavirus infi­ziert wur­den. Tendenz stei­gend. Landrat Stephan Pusch lässt sich den­noch nicht aus der Ruhe brin­gen. Der 51-Jährige zählt auf die Solidarität der Menschen im Kreis, die zu Beginn der Corona-Krise auf eine har­te Prüfung gestellt wur­den. Nirgendwo sonst in Deutschland wur­den Schulen und Kindertagesstätten frü­her geschlos­sen. Nirgendwo sonst in Deutschland ahn­ten die Menschen frü­her, dass mög­li­cher­wei­se die größ­te Herausforderung seit Jahrzehnten auf die Gesellschaft zurollt. Von der Wucht der zwei­ten Welle zeigt sich aber auch Stephan Pusch über­rascht. Nicht alle der ab Montag gel­ten­den Maßnahmen des Teil-Lockdowns hält er für rich­tig. Keinen Zweifel geben kann es nach Ansicht des Heinsberger Landrats aller­dings an dem wich­tigs­ten Ziel, das Gesundheitssystem mög­lichst gut zu schützen…

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In der Pflege arbeiten trotz COVID-19-Infektion? Pflegekammer warnt vor Spätfolgen für Pflegepersonal

»NIEDERSACHSEN. Mit den stei­gen­den COVID-19-Infektionszahlen spitzt sich der Fachkräftemangel in der Pflege wei­ter zu: In eini­gen Bundesländern wie Bremen und Bayern ver­sor­gen nun Pflegefachpersonen, die posi­tiv auf das Coronavirus getes­tet wur­den, infi­zier­te Bewohner und Patienten. Die Pflegekammer Niedersachsen befürch­tet, dass die­ses Vorgehen auch in Risikogebieten in Niedersachsen bald Realität wird.

Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann kri­ti­siert: "Dass posi­tiv getes­te­te Pflegende wei­ter auf COVID-19-Stationen ein­ge­setzt wer­den, ist ein Skandal und abso­lut fahr­läs­sig. Der Gesundheits- und Arbeitsschutz von beruf­lich Pflegenden darf nicht mit Füßen getre­ten wer­den. Arbeitgeber und Gesundheitsbehörden sind in einer beson­de­ren Verantwortung, das medi­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Personal zu schüt­zen." Die gesund­heit­li­chen Schäden und Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung sind erst teil­wei­se erforscht. Erste Studien zei­gen aber, dass selbst bei sym­ptom­frei­en Krankheitsverläufen Langzeitschäden auf­tre­ten können.

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Helios-Kliniken machen Intensivstationen transparent

Europas größ­ter Krankenhauskonzern wird gewiß eine eige­ne wirt­schaft­li­che Agenda damit ver­fol­gen, aber hilf­reich sind die­se Informationen auf jeden Fall.

Eine Leser hat die­se Webseite von Helios gefun­den, auf der Zahlen zur aktu­el­len Auslastung der ein­zel­nen Kliniken, zur Belegung mit Covid-PatientInnen und zur vom RKI ver­öf­fent­lich­ten Zahl der Neuinfektionen in der ent­spre­chen­den Region zu fin­den sind.

Kellner noch besser als Soldaten?

Immer wenn ein Schuljahr beginnt, stel­len die Verantwortlichen über­rascht fest "Oh, so vie­le SchülerInnen haben wir und so weni­ge LehrerInnen!?". Es wer­den dann Aushilfen ein­ge­stellt, die mög­li­cher­wei­se etwas von Mathematik ver­ste­hen, von Pädagogik aber nichts, es in Crashkursen aber auch nicht ler­nen können.

Immer wenn "Pandemie" ist, stel­len die glei­chen Herrschaften eben­so erstaunt fest, es wäre schön, PflegerInnen oder Menschen in Gesundheitsämter zu haben. Sie for­dern dann – von wem eigent­lich? -, daß sich da was ändern muß. Zwischenzeitlich betrau­en sie SoldatInnen, die kei­ne Ahnung haben, mit der­ar­ti­gen Aufgaben. Die FDP in NRW ist der Meinung, das könn­ten KellnerInnen min­des­tens genau so gut. Die Partei mit einem Herz für das Hotel- und Gaststättengewerbe wird auf rp-online.de so zitiert:

»Die FDP-Landtagsfraktion regt an, Gaststättenpersonal in Gesundheits- und Ordnungsämtern ein­zu­set­zen, um die dor­ti­gen Personallücken zu fül­len. "Diese Kräfte könn­te man bei den Nachverfolgungen in den Gesundheitsämtern oder für Kontrollen der Ordnungsämter ein­set­zen", sag­te Henning Höne, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, unse­rer Redaktion. Man benö­ti­ge in der Corona-Krise prag­ma­ti­sche Lösungen.

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