"Staatsversagen", weil Zehntausende demonstrieren

Überall, wo es poli­tisch in den Kram paßt, fei­ern Medien und Politik muti­ge Menschen, die auf die Straße gehen: in Belarus gegen Lukaschenka, in Venezuela gegen eine lin­ke Regierung, in den USA, wenn Bidens Wahlsieg gefei­ert wird. Masken und Mindestabstände spie­len dabei kei­ne Rolle.

Wenn 45.000 Menschen in Leipzig die ver­fas­sungs­feind­li­chen Beschränkungen kri­ti­sie­ren, gilt das nicht. Die ganz gro­ße Koalition spricht ein­hel­lig von "Staatsversagen", weil die Polizei nicht mit aus­rei­chen­der Gewalt gegen zehn­tau­sen­de Menschen vor­ge­gan­gen ist, die sich ihr Demonstrationsrecht nicht neh­men lie­ßen, nach­dem sie es wie­der ein­mal erst ein­kla­gen muß­ten. (Gut, die Polizei zog es vor, ihr mas­si­ves Polizeiaufgebot in den "lin­ken" Stadtteil Connewitz zu ver­la­gern und dort um so wüti­ger vorzugehen.)

Der Vorgang läßt erah­nen, wie am Mittwoch im Bundestag das neue Ermächtigungsgesetz dis­ku­tiert und abge­stimmt wer­den wird (s. Gesetz zur "epi­de­mi­schen Lage" soll durch­ge­peitscht wer­den.

"Jeanne D’Arc der Corona-Warner"

In Zeiten, in denen ein Christian Drosten eine Schillerrede hal­ten kann, ver­wun­dert auch die­se Ignoranz der Geschichte gegen­über nicht: Die "Leipziger Volkszeitung" fei­ert den Mut der noto­ri­schen Selbstvermarkterin Karoline Preisler, die seit Wochen ihr FDP-Image auf­zu­päp­peln ver­sucht (s. Tagesspiegel end­gül­tig auf Bild-Niveau):

»Corona-Opfer in Leipzig allein unter Corona-Leugnern
Rund 45.000 Corona-Kritiker haben am Samstag rund um den Augustusplatz demons­triert. Mitten unter ihnen: Eine FDP-Politikerin, die selbst an Covid-19 erkrankt war und dar­über mit den Zweiflern und Leugnern ins Gespräch kom­men wollte.

Es war ein klei­nes Plakat, das mit­ten unter den Transparenten und Maskeraden der Kritiker und Leugner trotz­dem auf­fiel: „Ich hat­te Covid 19 und mache mir Sorgen um Euch.“ Dazu zwei auf­ge­mal­te Herzen und eine Trägerin, die trotz Maske tap­fer lächel­te, vie­le Skeptiker und Leugner direkt ansprach und mit ihrem roten Mantel ein biss­chen wie die Jeanne D’Arc der Corona-Warner wirkte.«

Darstellung von Jeanne d’Arc in rotem Mantel sind nicht über­lie­fert. Über die fran­zö­si­sche Nationalheldin schreibt Wikipedia:

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Geistiger Labskaus: Drosten hält Schillerrede

Das Volk der Richter und Henker – bes­ser: sei­ne frei gewähl­ten Medienkonzerne – hat es getan. Es bringt den Dichter der frü­hen bür­ger­li­chen Revolution, den Virologen der spä­ten bür­ger­li­chen Reaktion und die "Grenzen der Freiheit" zusammen.

Gäbe es nicht die Gefahr, es sich mit den Norddeutschen und SchwedInnen zu ver­scher­zen, könn­te das als geis­ti­ger Labskaus bezeich­net werden.

Die FAZ berich­tet heute:

»Der Mediziner Christian Drosten hat am Sonntagmorgen die Schillerrede 2020 gehal­ten. „Wir bestim­men selbst, ob sich die Lage ver­schlim­mert oder ver­bes­sert“, sag­te der Virologe in sei­ner Ansprache. Gerade Wissenschaftler müss­ten ver­läss­lich kom­mu­ni­zie­ren. Die Pandemie sei kein unab­wend­ba­res Schicksal.

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"Niemand ist unsterblich"

Unter die­se von ihm als alar­mie­rend ver­stan­de­ne Überschrift stellt Joachim Müller-Jung am 7.11. einen Artikel in der FAZ. Vor genau einem Monat hat­te er sich her­vor­ge­tan mit die­ser Äußerung:

»Die Aufgabe des Wissenschaftsvermittlers und ‑kri­ti­kers muss also gera­de­zu dar­in bestehen,… "ande­re Meinungen nicht zur Sprache kom­men zu las­sen."« (s. Wissenschafts-Blockwart bei der FAZ).

Heute schreibt er:

»Auf den ers­ten Blick scheint allen klar: Kinder und Jugendliche sind kei­ne Risikogruppe, jun­ge Erwachsene eingeschlossen.«

Was ihm die­sen ers­ten Blick trübt, folgt spä­ter. Zunächst aber setzt er uns die­se Lüge vor:

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