"Capital" erbarmt sich Drostens

Es hat etwas von Götterdämmerung. Noch am 10. November, als in der Republik Martinsumzüge ver­bo­ten waren, konn­te Christian Drosten im NDR-Podcast auf­tre­ten. Danach: Ausladung bei der CDU-Bundestagsfraktion (s. Drosten in Ungnade?), erbos­te Tweets, die Nummer mit Drosten als Räuchermännchen (s. Drosten "auch eine Art Karikatur"). Wie dünn sein Nervenkostüm ist, zei­gen wei­te­re Tweets unten. Da wird es Balsam für sei­ne Seele gewe­sen sein, daß ihm am 18.11. die Zeitschrift "Capital. Wirtschaft ist Gesellschaft" die­ses Interview widmete:

»Charité-Forscher Drosten warnt vor neu­em Pandemie-Risiko
Der Virologe Christian Drosten will nach dem Ende der aktu­el­len Corona-Pandemie am MERS-Virus for­schen. MERS sei der nächs­te Pandemie-Kandidat, sag­te Drosten im Gespräch mit Capital

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Ärzte ohne Grenzen fordert Aussetzung von Patenten während der Covid-19-Pandemie

Die Organisation teilt heu­te mit:

»Mit Blick auf die Gespräche der Welthandelsorganisation (WTO) am Freitag for­dert Ärzte ohne Grenzen die betei­lig­ten Regierungen auf, eine Initiative zum Aussetzen von geis­ti­gen Eigentumsrechten wie etwa Patenten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zu unter­stüt­zen. Die weg­wei­sen­de Initiative war von Indien und Südafrika im Oktober auf den Weg gebracht wor­den. Fast 100 Länder unter­stüt­zen sie – nicht jedoch rei­che Länder wie die USA, Japan oder auch die Staaten der Europäischen Union. 

Hiernach wäre es allen Ländern erlaubt, die Durchsetzung des Rechts auf geis­ti­ges Eigentum von Medikamenten, Impfstoffen, Diagnosemethoden und wei­te­ren Technologien, die wich­tig gegen Covid-19 sind, bis zum Erreichen einer welt­wei­ten Herdenimmunität aus­zu­set­zen. Dieser Ansatz hat bereits vor 20 Jahren vie­le Leben geret­tet, als wäh­rend der HIV- und Aids-Epidemie erschwing­li­che gene­ri­sche HIV-Medikamente auf den Markt kamen. 

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"Irreführende Behauptungen zur Dissertation von Christian Drosten im Umlauf"

Die alles ande­re als unab­hän­gi­gen Fakten-Checker von correctiv.org (s. Fakten-Checker – Wer sie finan­ziert) haben wie­der zuge­schla­gen. Sie set­zen sich mit drei Blogs und deren ver­meint­li­chen Falschaussagen aus­ein­an­der. Merkwürdigerweise wird corodok.de nicht berück­sich­tigt, obwohl hier mit Abstand die meis­ten Recherchen dazu ver­öf­fent­licht wur­den – offen­bar war hier für sie nichts zu fin­den. Quelle für die "Richtigstellungen" in einem Beitrag von heu­te ist die Goethe-Universität.

»In meh­re­ren Blog-Artikeln wird infra­ge gestellt, ob das Promotionsverfahren von Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité, ord­nungs­ge­mäß abge­lau­fen sei. Ein Aspekt steht dabei beson­ders im Mittelpunkt der Spekulationen: Die Dissertation des Virologen…

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Wird Drosten der 4. Heilige König?

Diese Frage muß­te gestellt wer­den. Und zwar heu­te in der Berliner Morgenpost. Dort gibt es einen Audio-Podcast, der so vor­ge­stellt wird:

»… Gute Nachrichten aus Neukölln: In Folge 152 ihres Mutmach-Podcasts für die Berliner Morgenpost fra­gen sich die Schumachers, wie viel Respektlosigkeiten eine Demokratie bie­ten las­sen muss, ob wir einen Neustart ver­su­chen soll­ten, war­um Neukölln auch schö­ne Ecken hat, ob Algen zum Frühstück ein guter Start in den Tag sind, wes­halb Professor Drosten unbe­dingt zum vier­ten Heiligen König ernannt wer­den soll­te, wes­halb „Schocklüften" seit Mittwoch eine völ­lig neue Bedeutung hat, wie­so Dolly Parton eine Covid-Heldin ist, wie man Kinder als Schutzschilder ein­set­zen kann, und war­um es so ein ver­dammt mäch­ti­ges Gefühl ist, ein­fach mal dage­gen zu sein. Plus: ein ziem­lich durch­ein­an­de­res Ende.«

Welcher Teufel hat die Koalition geritten?

Das fragt sich heu­te die rhei­ni­sche CDU-Postille rp-online.de.

»Die Demokratie von Weimar ist an vie­len Fehlern geschei­tert. Das fal­sche Vorgehen der Verantwortlichen gehört dazu, aber neben vie­lem ande­ren auch die Aggressivität auf den Straßen, die immer tie­fer wer­den­de Spaltung der Gesellschaft und die Provokationen von den Kräften der Extremen. Es ist zum Gruseln, vor die­sem Hintergrund die Begleitumstände der Gesetzgebung zum Infektionsschutz zu verfolgen.

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Linke und FDP: Schön, daß wir abstimmen durften

Wie berich­tet haben alle Abgeordnete von Linkspartei und FDP, die sich an der Abstimmung über das "Bevölkerungsschutzgesetz" betei­ligt haben, mit "Nein" gestimmt. So weit, so löblich.

Bei der ent­schei­den­den Abstimmung über die "Feststellung des Fortbestandes der epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Tragweite" haben nur gan­ze vier Linke und 2 FDP-Abgeordnete für "Nein" plä­diert.

Der Bundesrat hat dem Gesetz im Schnellverfahren zuge­stimmt. Die PDF-Datei mit die­sem Beschluß trägt den Zeitstempel 16:18 Uhr. War da die Debatte nicht noch zugan­ge?Das rot-rot-grü­ne Land Thüringen stimm­te frei­mü­tig zu (sie­he auch Neulich im Bundesrat).

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Pfefferspray mit Bedacht. Luftballons und Friedenstauben

"Revolutionsschauspiel im Sprühregen" über­schreibt der Spiegel sei­nen Artikel über die "Corona-Demonstration in Berlin". Gleich vier RedakteurInnen wer­den auf­ge­bo­ten, um etwa dies zu berichten:

»Eine gute hal­be Stunde ste­hen die bei­den Wasserwerfer ein­fach nur da, zwi­schen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor, zwi­schen Parlament und Demonstranten. Wie eine mäch­ti­ge Warnung: Wir kön­nen auch anders.

Gegen 12.30 Uhr am Mittag geht dann der ers­te Sprühregen auf die vor­de­ren Reihen der pro­tes­tie­ren­den Menge nie­der. Die Polizei hat eine Kette gebil­det. Weitere Beamte klet­tern über die Absperrung. Die Polizei rückt lang­sam vor. Die Menge pfeift, buht, brüllt "Widerstand". Nach fünf Minuten und drei Einsätzen der Wasserwerfer sind nur etwa zehn Meter geräumt.

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