Weitere 48.000 Schutzkittel aus Laschet-Deal aussortiert

zeit.de berich­tet heute:

»Auch Uni-Klinik Köln mus­tert Corona-Schutzkittel aus

Nach der Universitätsklinik Essen hat auch die Uni-Klinik Köln einem Zeitungsbericht zufol­ge etwa 48 000 Corona-Schutzkittel der Modefirma van Laack aus­sor­tiert. Das berich­tet der «Kölner Stadt-Anzeiger» (Dienstag). Die Zeitung zitiert Kliniksprecher Timo Mügge mit den Worten: «Nach einem kur­zen initia­len Einsatz wur­den die­se nicht wei­ter­ver­wandt, da bestimm­te Chargen unse­ren Qualitätsanforderungen in der Krankenversorgung nicht gerecht wurden.»

Bereits in der ver­gan­ge­nen Woche hat­te die Uni-Klinik Essen mit­ge­teilt, sie habe rund 40 000 Kittel aus­ge­mus­tert, weil die «beim Anziehen schnell rei­ßen». Die «Kittel-Affäre» beschäf­tigt auch den Düsseldorfer Landtag. Die SPD-Opposition hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) rechts­wid­ri­ges Vorgehen bei Aufträgen an van Laack vor­ge­wor­fen. Laschets Sohn Johannes hat­te den Kontakt zu der Firma her­ge­stellt, für die der Mode-Blogger als Werbepartner tätig ist…«

Die SPD soll­te sich bedeckt hal­ten (s. Schnelltest statt Schutzausrüstung). Siehe auch Laschet-Deal: Schutzkittel ohne Schutz?.

EU hält Impfstoffpreise geheim. Was man dennoch weiß, auch über Zuschüsse

Auf businessinsider.de liest man dazu am 21.12:

»Wie teu­er die Impfstoffe in der EU sein wer­den, ist dabei nicht offi­zi­ell bekannt. Dass sich die Preise jedoch deut­lich unter­schei­den wer­den, zei­gen Zahlen aus den USA und ein ver­se­hent­lich ver­öf­fent­lich­tes Dokument der EU-Kommission.

Eine bel­gi­sche Abgeordnete ver­öf­fent­lich­te zuletzt auf Twitter eine gehei­me Preisliste der Impfstoffe. Darauf ist erkenn­bar, dass sich die Preise der Arzneimittel teil­wei­se stark unter­schei­den. Die bel­gi­sche Zeitung „Het Laatste Nieuws“ zeigt in einem Screenshot den bereits wie­der gelösch­ten Tweet.«

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Trump ist nicht an allem schuld

So lau­te­te am 17.12. die Überschrift der Druckausgabe der FAZ, etwas anders auf faz.net (Bezahlschranke). Es ist zu erfahren:

»Die Katastrophe, die das Virus in Amerika anrich­tet, geht nicht allein auf das Konto der Trump-Regierung.

Im Land grei­fen vie­le Krisen und Systemdefekte inein­an­der, die die Pandemie-Bekämpfung beson­ders schwer machen…

Lückenhaftes Gesundheitssystem

In der Krise sind Menschen ohne Krankenversicherung beson­ders schutz­los, denn sie gehen oft zu spät zum Arzt und bekom­men nicht die Versorgung, die sie brau­chen. Fast 29 Millionen Amerikaner waren 2019 nicht ver­si­chert. Die Policen sind für vie­le Menschen uner­schwing­lich – auch mit „Obamacare“, das wei­ter über pri­va­te Versicherungskonzerne orga­ni­siert ist. 

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Wie war das noch… mit dem Contergan-Skandal?

Die Erinnerung dar­an könn­te auch für die gegen­wär­ti­ge Impfstoffdiskussion von Bedeutung sein.

»Der Contergan-Skandal war einer der auf­se­hen­er­re­gends­ten Arzneimittelskandale in der Bundesrepublik Deutschland und wur­de in den Jahren 1961 und 1962 aufgedeckt…

Durch die Einnahme von Contergan kam es zu einer Häufung von schwe­ren Fehlbildungen (Dysmelien) oder gar dem Fehlen (Amelie) von Gliedmaßen und Organen bei Neugeborenen. Dabei kamen welt­weit etwa 5.000–10.000 geschä­dig­te Kinder auf die Welt. Zudem kam es zu einer unbe­kann­ten Zahl von Totgeburten. Anfang 2016 gab der Bundesverband Contergangeschädigter auf sei­ner Internetseite an, dass in Deutschland noch etwa 2.400 Contergan-Geschädigte leben…«

So Wikipedia. Am 18.12. erin­ner­te faz.net unter dem Titel "Allenfalls gerin­ge Schuld" an den 50. Jahrestag der Beendigung des Strafverfahrens gegen die Verantwortlichen:

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"Politik hat System runtergespart, ich schäme mich für diese Gesellschaft"

Das sagt Bernd Combé, erfah­re­ner Pflegedienstleiter über ein Heim in Marburg. "Keine Pfleger mehr: Hilfeschrei aus Marburger Altenheim" lau­tet der Titel eines Artikels vom 17.12. auf op-marburg.de.

»Moischt
Es müs­sen Bilder des Grauens, Szenen des Elends sein, die sich gera­de im „Haus Waldblick“ abspie­len: Die Bewohner des Seniorenheims, nach OP-Informationen 42 von ihnen mit Coronavirus infi­ziert, lie­gen mit­un­ter ein­sam und hilf­los in ihren Betten. In ihren eige­nen Fäkalien, über Stunden und das seit Tagen.

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Brief an keinen Freund

So über­schreibt der ARD-Filmregisseur und Drehbuchautor Dietrich Brüggemann einen Beitrag auf sei­nem Blog. Hier eini­ge Auszüge:

»Lieber Freund,
es gibt dich nicht, und damit bist du ver­mut­lich der ein­zi­ge Mensch auf der Welt, der sich zur Zeit nicht die Haare rauft oder den Kopf gegen die Wand haut. Alle tun das. Nur die Gründe sind unterschiedlich…

Die jet­zi­ge Lage ist dilem­ma­tös. Wir sit­zen also wie­der zwecks Virusbekämpfung zuhau­se. Wir wol­len da aber immer noch Licht anschal­ten. Und duschen und hei­zen und was essen und im Internet ein­kau­fen und Fernsehen gucken. Und die Müllabfuhr soll auch kom­men. Und die Krankenhäuser müs­sen wei­ter funk­tio­nie­ren, dafür muß die Krankenschwester ihr Kind in die Kita brin­gen kön­nen, dafür muß die Erzieherin an den Arbeitsplatz kom­men, dafür muß die U‑Bahn fah­ren, und den Rettungswagen muß auch jemand betan­ken und repa­rie­ren, und der muß wie­der­um zur Arbeit kom­men und das benö­tig­te Material muß da sein und so wei­ter. Und unse­re Internetbestellungen wol­len wir ja auch aus­ge­lie­fert haben.


Vielleicht fällt uns an die­ser Stelle auf, dass all die Leute, die jetzt wei­ter zur Arbeit gehen müs­sen, eins gemein­sam haben: Sie haben größ­ten­teils nicht stu­diert. Eine Schicht von Intellektuellen und (teil­wei­se immer noch) Besserverdienenden setzt sich also in ihre Wohnungen und läßt sich von den weni­ger Privilegierten bedie­nen. Letztere tra­gen die gan­ze Infektionsgefahr. Das ist noch kein Argument für oder gegen irgend­was, aber man soll­te sich es in aller Deutlichkeit vor Augen hal­ten. Ein gewis­ses Element von reli­gi­ons­ty­pi­scher Doppelmoral steckt da schon drin, wür­de ich sagen.
Zweitens fällt auf, dass da eine gan­ze Menge an Kontakten und Aktivitäten zusam­men­kommt. Das Virus wird nach einem Lockdown also kaum aus der Welt sein. Es ist immer noch da, und dann kann alles wie­der von vorn los­ge­hen. Das ist eigent­lich banal, aber ich höre merk­wür­dig vie­le Stimmen, die das offen­bar anders sehen.

Zu mei­ner eige­nen Position in die­ser Debatte: Ich fin­de vie­les, was gera­de hier­zu­lan­de geschieht, nicht gut. Ich bin in einer Welt auf­ge­wach­sen, in der Kritik an poli­ti­schem Handeln selbst­ver­ständ­lich war. Neuerdings ist man aber, wenn man Kritik äußert, anschei­nend ein Menschenfeind. Oder psy­chisch krank. Oder gar „rechts“. Ich bin ein wenig ver­wun­dert, mit was für Begriffen hier han­tiert wird. Nur kurz zu den zwei häu­figs­ten Vorwürfen, näm­lich Verharmlosung und Verschwörungstheorie: Verharmlosung ist das Gegenstück zur Panikmache. Eine Giftschlange strei­cheln ist nicht gut. Vor einer Fliege schrei­end davon­ren­nen auch nicht. Evolutionär ist letz­te­res aber erfolg­rei­cher. Wer nur ein­mal eine rea­le Gefahr ver­harm­los­te, konn­te schon gefres­sen wer­den. Wer hun­dert­mal unnö­tig Panik mach­te, kam davon. Wir dür­fen also ver­mu­ten, daß wir als Spezies eher zur unnö­ti­gen Panik ten­die­ren, weil das in unse­ren Genen liegt. Wenn nun jeder Versuch einer sinn­vol­len Einordnung als „Verharmlosung“ beschimpft wird, dann könn­te das genau an die­sem evo­lu­tio­nä­ren Panik-Bias lie­gen, und dann wäre es im Gegenzug durch­aus berech­tigt, die­ses Verhalten wie­der­um als Panikmache anzu­pran­gern, und dann soll­te man sich viel­leicht in der Mitte tref­fen. Was Verschwörungen anbe­trifft, kann ich nur von mir sel­ber reden – aber wenn ich hier eine Verschwörung dunk­ler Mächte ver­mu­ten wür­de, dann wür­de ich mir nicht ein­bil­den, ich könn­te was dage­gen aus­rich­ten. Nö, dann wür­de ich mich ins Zimmer set­zen, eine Flasche Wein auf­ma­chen und den Dingen ihren Lauf las­sen. Netflix and chill. Da ich aber an Weltverschwörungen nicht glau­be, wohl aber an Vernunft, Evidenz, Demokratie und Debatte, tue ich das nicht, son­dern mache den Mund auf. Das bringt wahr­schein­lich auch nichts, aber viel­leicht ein biß­chen was. Ich ken­ne übri­gens vie­le ande­re, die das ähn­lich sehen wie ich, aber ihren Mund nicht aufmachen…

Die Politik ist dar­an geschei­tert, eine Strategie aus­zu­ar­bei­ten, bei der die Risikogruppen, allen vor­an Senioren- und Pflegeheime, aus­rei­chend geschützt wer­den, und die von einer brei­ten Bevölkerungsmehrheit über vie­le Monate getra­gen wer­den kann. Stattdessen haben wir jetzt vol­le Intensivstationen und Lockdown. Die Politik ist übri­gens auch an der nahe­lie­gen­den Aufgabe geschei­tert, die Folgekosten und Schäden die­ser Lockdowns seri­ös zu eva­lu­ie­ren. Zumindest ist mir nichts der­ar­ti­ges bekannt. Und sie ist auch an der sehr ein­fa­chen Aufgabe geschei­tert, die von Epidemiologen in Interviews immer als zen­tral wich­tig bezeich­net wird: Herausfinden, wie weit die Krankheit sich über­haupt schon in der Bevölkerung ver­brei­tet hat. Wie groß also die Dunkelziffer ist. Schon im Frühjahr wur­den der­ar­ti­ge Studien ange­kün­digt, seit­dem habe ich nichts mehr davon gehört. Dafür haben wir eine App, die schlecht funk­tio­niert, und Appelle, die fol­gen­los blei­ben, weil Appelle sowie­so immer fol­gen­los blei­ben. Und zahl­rei­che Anekdoten von Leuten, die schon im ver­gan­ge­nen Winter Geschmacks- und Geruchsverlust und unkla­re Lungenentzündungen hat­ten, und am Ende das Gefühl, daß Corona schon viel wei­ter ver­brei­tet ist als gedacht.

Die Gesellschaft sel­ber ist auch geschei­tert, aber nicht bei der Pandemiebekämpfung, son­dern an der Aufgabe, eben­die­se Aufgabe zivi­li­siert und ohne Panik anzu­ge­hen. Stattdessen: Moralisches Posing auf Social Media, Ausgrenzungs- und Abwertungsreflexe und eine auf­ge­heiz­te Medienberichterstattung, die sich auf eine Linie fest­legt und jede abwei­chen­de Aussage durch „Faktenchecks“ weg­bü­geln will, wel­che oft kei­ner nähe­ren Betrachtung standhalten…

Fazit: Ich hal­te Corona ganz und gar nicht für harm­los. Daß es gefähr­lich ist, kann ja jeder sehen. Es ist für eine bestimm­te Bevölkerungsgruppe sogar so gefähr­lich, daß man die­ser Gruppe zwin­gend beson­de­ren Schutz anbie­ten muß, und wenn man den ver­säumt, dann kriegt man vol­le Krankenhäuser. Ich fin­de aber die schein­ba­re Rationalität, aus der her­aus man nach immer mehr Lockdowns ruft, eben­so gefähr­lich. Jeder gedank­li­che Schritt mag für sich fol­ge­rich­tig sein, aber das Ganze ist mehr als die Summe sei­ner Teile, und am Ende ent­steht aus lau­ter Einzelschritten ein mons­trö­ses Ganzes. Ich fin­de den Tunnelblick höchst pro­ble­ma­tisch, mit dem die gigan­ti­schen Schäden von Lockdowns aus­ge­blen­det wer­den. Durch die ungu­ten Strukturen des Diskurses spal­ten wir unse­re Gesellschaft auf Jahre hinaus…

Und vor allem: Die unaus­ge­spro­che­ne Maxime, die hin­ter allen Maßnahmen steht, lau­tet „das Virus muß weg“. Es darf nicht exis­tie­ren. Fakt ist aber: Es ist schon über­all. Wir krie­gen es nicht mehr weg. Unser Werkzeug paßt also nicht zum Problem. Wir hau­en mit dem Hammer auf eine Schraube, anstatt den Hammer weg­zu­le­gen und einen Schraubenzieher zu holen. Aus lang­jäh­ri­ger Fahrrad- und Autoschrauberei ahne ich: Das könn­te schief­ge­hen…«

Wie mich mein Apotheker heute besch…

Gut, ich habe nichts bezah­len müs­sen. Jedenfalls nicht direkt. Keine der drei geschenk­ten Masken, die mir mein Apotheker heu­te aus­hän­dig­te, ist regel­kon­form. Eine behaup­tet zwar eine CE-Kennzeichnung, ver­zich­tet aber auf die Angabe der Prüfstelle. Zwei stam­men aus China und haben gar kein CE-Zeichen. Bei kei­ner ist ein Haltbarkeitsdatum angegeben.

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Lauterbach endgültig durch den Wind

Wie immer noch bei einem Titel "Experten sind besorgt – Was bedeu­tet die Corona-Mutation für den deut­schen Lockdown?" (t‑online.de) ein Zitat von Karl Lauterbach erschei­nen kann, wird immer uner­klär­li­cher. Im glei­chen Atemzug erklärt der Mann:

»Die Wahrscheinlichkeit, dass die neue, angeb­lich deut­lich anste­cken­de­re Corona-Variante über kurz oder lang nach Deutschland kom­me, bezif­fer­te Lauterbach auf 100 Prozent.«

und for­dert zugleich in Bezug auf ein Verbot von Flugzeuglandungen aus Großbritannien:

»Wenn sich bestä­tigt, dass es so viel viru­len­ter ist, dann wür­de ich min­des­tens von Wochen, wenn nicht von Monaten ausgehen.«

Auch Spahn träumt:

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"Das größte Experten-Netzwerk für Ärzte" macht PR für Biontech

coliquio.de behaup­tet von sich: "190.000 Ärzte nut­zen coli­quio". Um die Frage zu klä­ren "Was kann der neu­ar­ti­ge Impfstoff wirk­lich?", macht es was? Na, was alle Medien machen, "Biontech im exklu­si­ven Gespräch mit coli­quio". Dabei wer­den Themen ange­spro­chen wie "Worauf basiert Ihr Erfolgsmodell?". Aber auch ande­re, bei denen die Interviewerin nicht etwa zusammenzuckt:

»Verhindert die Impfung die Infektion oder nur die Erkrankung?
Eine Infektion bedeu­tet erst ein­mal, dass Mikroorganismen in einen Organismus – in die­sem Fall der mensch­li­che Körper – ein­drin­gen, und sich dort ver­meh­ren. Diese Vermehrung der ein­ge­drun­ge­nen Mikroorganismen ruft dann eine Reaktion des Immunsystems her­vor, wes­halb man oft von Krankheitserregern und von einer Erkrankung spricht.

Die Infektion mit dem Virus an sich kann der Impfstoff nicht ver­hin­dern, wohl aber die nach­fol­gen­de Erkrankung.

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