Unterfranken: Erneute Einverständniserklärungen sorgten für Kritik

Wer da was kri­ti­siert, geht aus der Meldung von br.de von heu­te nicht hervor.

»Für die Mitarbeiter in den Pflegeheimen in Unterfranken waren die ver­gan­ge­nen drei Tage nach Angaben des Würzburger Landrats Thomas Eberth sehr arbeits­in­ten­siv. Wie er dem BR sag­te, hat­te das Bayerische Gesundheitsministerium an Heiligabend neue for­ma­le Regelungen für die Einverständniserklärung zur Impfung erlas­sen. Das bedeu­te­te, dass kurz­fris­tig noch Betreuer oder Angehörige erreicht wer­den muss­ten, die erneut für Menschen unter Betreuung ihr Einverständnis für die Impfung geben mussten.

Für das "Seniorenzentrum Bergtheim" sei das gelun­gen. Der Leiter des Pflegeheims "Haus der Familie" in Windheim im Landkreis Bad Kissingen, Peter Martin, sag­te, dass sich der Impfstart in sei­nem Haus mit 52 Bewohnern wohl ver­zö­gern wer­de. Schließlich sei­en Berufsbetreuer zum Teil erst wie­der im neu­en Jahr nach ihrem Urlaub erreich­bar.«

Es wird hof­fent­lich kein Unmut dar­über sein, daß offen­bar Einverständniserklärungen ohne die Zustimmung der BetreuerInnen aus­ge­stellt wur­den. Siehe dazu Kriminelles Vorgehen mit Impf-Einwilligungen in Pflegeheimen„Dieses Formular hat jemand auf­ge­setzt, der sich nicht aus­kennt“ und Betreuender Anwalt: Musterschreiben zu Impfungen in Pflegeheimen.

Seniorin läßt sich für die Jungen impfen

War das so gedacht? "Nur so krie­gen wir die Sache in den Griff wie­der und kön­nen die jun­gen Menschen so leben, wie sie leben möch­ten", sagt die 92-jäh­ri­ge Gertrud Vogel. Product pla­ce­ment gehört für die ARD dazu.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-impfstart-bautzen-101.html

Interessant: Wer ein Aufklärungsgespräch will, bekommt auch eins…

Frei assoziiert: Rechter Terror und "Corona-Leugner"

"Die blu­ti­ge Spur des rech­ten Terrors" über­schreibt tagesschau.de heu­te einen Beitrag. Darin wird zutref­fend die lan­ge Serie von rechts­ra­di­ka­len Anschlägen und der feh­len­de Aufklärungswille der Behörden nach­ge­zeich­net. Völlig unver­mit­telt schlägt der Autor dann einen Bogen zu den soge­nann­ten "Corona-Leugnern":

»76 Uzis, AK47, Skorpion-Maschinenpistolen, 100.000 Schuss Munition, Handgranaten und Sprengstoff – die Bilanz der öster­rei­chi­schen Behörden nach einem Waffenfund Anfang Dezember klang eher nach einer umfang­rei­chen Lieferung in ein Kriegsgebiet. Allerdings sei­en die Waffen angeb­lich für den Aufbau einer rechts­ex­tre­men Miliz in Deutschland bestimmt gewe­sen, gibt ein Verdächtiger an.

Eine Aussage, die Befürchtungen wach­sen lässt, dass rechts­ex­tre­me Netzwerke in Deutschland wei­ter auf­rüs­ten. Immer wie­der wer­den Waffen gefun­den, zudem tau­chen mehr­fach Hinweise auf Netzwerke bei Bundeswehr und Polizei auf. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags unter­such­te mut­maß­li­che rechts­ex­tre­men Strukturen in der Bundeswehr und stieß dabei auf besorg­nis­er­re­gen­de Netzwerke und Verbindungen.

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Lauterbach empfiehlt Mutabor. "Ehe es zu spät ist"

Zur Vorgeschichte:

»Der Kalif Chasid zu Bagdad und sein Großwesir Mansor kau­fen von einem Krämer ein Pulver, mit dem sie sich in Tiere ver­wan­deln und deren Stimmen ver­ste­hen kön­nen. Allerdings ver­sto­ßen die bei­den gegen die Auflage, nicht lachen zu dür­fen. Sie müs­sen Störche blei­ben, weil sie durch das Lachen den Zauberspruch ver­ges­sen haben, der sie wie­der in Menschen zurück­ver­wan­delt hät­te: „muta­bor“ (lat. „ich wer­de mich verwandeln“).«

Zur Fortsetzung des Märchens "Kalif Storch" s.u. Nun hat Lauterbach nicht wirk­lich die­se Empfehlung aus­ge­spro­chen. Hätte er es getan, wäre es aber garan­tiert genau so unge­prüft eine Nachricht wert wie diese:

»Wir müs­sen also mög­lichst schnell imp­fen, bevor sich die Mutationen auch gegen die Impfung aus­wir­ken.« (Handelsblatt)

Grundlage ist ein Tweet von Lauterbach, in dem es heißt:

»SarsCoV- Mutationen dür­fen nicht schnel­ler gegen Impfung immun wer­den als wir impfen«

Was soll­te die Medien dar­an hin­dern, auch den offen­kun­di­gen Unsinn von Mutabor zu verbreiten?

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Endlich unsterblich!

Nein, der Artikel in der Sonntags-FAZ von heu­te trägt nicht die­sen Titel, son­dern ist so über­schrie­ben: "Ende der Todesangst". Dort lesen wir:

»Wenn Menschen in einer Notlage sind, in der sie Todesangst haben müs­sen, rei­ßen sie sich oft zusam­men. Sie funk­tio­nie­ren ein­fach und spü­ren wenig. Erst wenn die Bedrohung vor­bei ist, mer­ken sie, wel­che Last ihnen genom­men wur­de, wie sehr sie unter der Situation gelit­ten haben. Sie fan­gen an, nach­zu­den­ken, was sie erlebt haben und was die­se Zeit für sie bedeu­tet hat. Dieser Moment ist nun gekom­men, jeden­falls für eini­ge zehn­tau­send Menschen in Deutschland, die zu einer Risikogruppe gehö­ren und des­halb täg­lich um ihr Leben fürch­ten müs­sen. Sie erhal­ten die ers­ten Impfungen, die sie gegen das Coronavirus immun machen und ihnen ein nor­ma­les Leben ermög­li­chen. Sie müs­sen zwar wei­ter eine Maske im Supermarkt tra­gen und Abstand hal­ten, aber sie wer­den es ohne Angst tun. Das Einzige, was ihnen droht, im Bus, beim Bäcker oder bei der Arbeit, ist eine nor­ma­le Erkältung, ein biss­chen Fieber, Husten und Schnupfen.«

Da wer­den unse­re 101-Jährigen, aber auch die Jüngeren erleich­tert auf­at­men. Endlich kön­nen sie wie­der mit Maske zum Supermarkt rol­len, ohne Angst haben zu müs­sen. Bisher war es ja so:

„Endlich unsterb­lich!“ weiterlesen

Besser rationale Angst

»Virologe Überla warnt vor irra­tio­na­len Ängsten
Der Erlangener Virologe Klaus Überla, Mitglied der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, warnt die Deutschen davor, die Nebenwirkungen des Covid-Impfstoffs falsch ein­zu­schät­zen. „Wir nei­gen dazu, bei Ereignissen, die kurz nach­ein­an­der auf­tre­ten, einen kau­sa­len Zusammenhang zu ver­mu­ten“, sag­te Überla der F.A.S.«

Nachlesbar auf faz.net (Bezahlschranke). Überla hat­te der Impfkommission einen Interessenkonflikt mel­den müs­sen, weil er 2015 an der "Beratung zu Influenza- und RSV-Impfstoffen bzw. Mitteln der spe­zi­fi­schen Prophylaxe" für den Konzern AstraZeneca betei­ligt war (sie­he Wer sitzt in der "Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut"?.) Er ist inzwi­schen mar­ke­nun­ge­bun­de­ner Experte und kann auch Biontech/Pfizer gönnen.

Unklar bleibt, war­um ihm dies irra­tio­nal vorkommt:

»Wenn es Menschen nach einer Mahlzeit schlecht geht, unter­stell­ten sie, dass es an der Speise lag. „Besser ratio­na­le Angst“ weiterlesen

Offene Worte von Heiko Maas

Es wäre über­aus naiv, die Sprüche des Außenministers ("Maske ahoi!"1) über Gerechtigkeit für bare Münze zu neh­men. Dennoch erlau­ben sie einen Einblick in sein Denken. faz.net berichtet:

»Bundesaußenminister Heiko Maas hat dazu auf­ge­ru­fen, bei den Corona-Impfungen über den natio­na­len Tellerrand hin­aus­zu­schau­en. Zwar gehe es jetzt zunächst um eine gerech­te Verteilung im eige­nen Land, sag­te der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Aber man müs­se gleich­zei­tig dar­auf ach­ten, dass nicht gan­ze Weltregionen von der Impfstoffversorgung abge­schnit­ten wer­den. „Es wird erst jeder ein­zel­ne auch von uns sicher sein, wenn wir alle sicher sind auf der Welt vor die­sem Virus“, beton­te der Minister. Ohne eine flä­chen­de­cken­de Verteilung der Impfstoffe welt­weit kön­ne es pas­sie­ren, dass das Virus zurück­kom­me. „Deswegen ist es auch eine Frage der Effektivität der Pandemiebekämpfung, dass man nicht nur für sich sel­ber sorgt, son­dern dafür sorgt, dass in allen Regionen die­ser Welt das Virus aus­ge­rot­tet wird.“


Die Gruppe der füh­ren­den Wirtschaftsmächte (G20), zu der auch Deutschland zählt, hat­te sich im November zu einer gerech­ten Verteilung der Impfstoffe ver­pflich­tet. Die von der Weltgesundheitsorganisation getra­ge­ne Initiative Covax will sich dar­um küm­mern, dass arme Länder nicht benach­tei­ligt wer­den.«

1 Das ist natür­lich kein Zitat des Herrn Maas, son­dern ein Anagramm mit sei­nem Namen, das sibiller.de anbietet.

Seehofer weihnachtlich mild

»Wer gegen Corona geimpft ist, soll­te aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer kei­ne Sonderrechte bekom­men. „Eine Unterscheidung zwi­schen Geimpften und Nicht-Geimpften kommt einer Impfpflicht gleich. Ich bin aber gegen einen Impfzwang“, sag­te der CSU-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Wir alle ste­cken in die­ser Krise. Und wir soll­ten uns gemein­sam und soli­da­risch her­aus kämp­fen.“ Auch Sonderrechte pri­va­ter Unternehmen wie von Fluglinien oder Konzertveranstaltern für Geimpfte lehnt Seehofer ab. „Ich kann davor nur war­nen“, sag­te er dem Blatt. Dies spal­te die Gesellschaft. „Des einen Privileg ist die Benachteiligung des anderen.“«

Das ist zu lesen auf faz.net.

Pfizer, Pleiten, Pech und Pannen

Im heu­ti­gen Corona-Liveblog auf faz.net ist dazu man­ches zu lesen:

»Verwunderung über vor­zei­ti­gen Impfstart in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat per SMS von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (bei­de CDU) vom vor­zei­ti­gen Start der Corona-Impfungen am Samstag in sei­nem Bundesland erfah­ren… „Ich habe es per SMS vom Bundesminister erfah­ren und habe mich so wie er genau­so gewundert…

Haseloff besuch­te am gemein­sam mit Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Sonntag die Martha-Haus Seniorenresidenz GmbH mit 68 Bewohnerinnen und Bewohnern. Laut Geschäftsführer Axel Peiler woll­ten sich nur zwei Bewohner nicht imp­fen las­sen. Die Bereitschaft beim Personal sei deut­lich gerin­ger."


Einige Corona-Impfungen in Bayern wegen Kühl-Problemen verschoben
Im Landkreis Augsburg gibt es Unsicherheit, ob bei den ein­ge­trof­fe­nen Corona-Impfstoffen die Kühlkette ein­ge­hal­ten wur­de. Nun wird geprüft, ob der Stoff noch ver­wen­det wer­den kann.


In sechs Landkreisen Oberfrankens ist am Sonntag der geplan­te Start der Corona-Impfungen wegen mög­li­cher Probleme in der Kühlkette für den Impfstoff ver­scho­ben wor­den. „Beim Auslesen der Temperaturlogger, die in den zen­tral beschaff­ten Kühlboxen bei­gelegt wur­den, sind Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette für den Impfstoff auf­ge­kom­men“, heißt es in einer gemein­sa­men Erklärung der Landräte der Kreise Coburg, Lichtenfels, Kronach, Hof, Wunsiedel und Kulmbach.


Die Corona-Impfung am Samstag hat allen Bewohnern des Halberstädter Seniorenzentrums sowie den geimpf­ten Mitarbeitenden kei­ne Probleme bereitet…

„Alle, die woll­ten, sind geimpft wor­den.“ Beim Personal sei­en es zehn von rund 40 Mitarbeitenden gewe­sen, sag­te Krüger… 40 der 59 Bewohnerinnen und Bewohner hät­ten sich imp­fen lassen.


Auch in der Hauptstadt ist das breit ange­leg­te Impfen gegen das Coronavirus am Sonntagmorgen gestar­tet. Im Beisein von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bekam in einem Pflegeheim in Berlin-Steglitz eine 101 Jahre alte Seniorin eine Spritze mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des ame­ri­ka­ni­schen Pharmariesen Pfizer. Gleich danach wur­den zwei wei­te­re Seniorinnen geimpft…

Mannschaftswagen der Polizei waren vor der Einrichtung plat­ziert. Das mobi­le Impfteam war gegen 7.45 Uhr in einem Transporter vorgefahren.«

Wo haben die alle die 101-Jährigen her?

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)