Afghaninnen sollen nicht den Taliban dienen, sondern in deutschen Pflegeheimen

Prof. Dr. Stefan Sell macht am 21.8. auf sei­nem Blog aktuelle-sozialpolitik.de auf einen Kommentar auf focus.de vom Vortag auf­merk­sam, der unter dem Titel steht "An Afghanistans Frauen zeigt sich nun, ob unser Asylsystem mehr als bloß unge­recht ist". Sell kom­men­tiert den Kommentar so:

»Was für ein Ansatz: Man wür­de dies­mal die Zugbrücke der Festung Europa für eini­ge von denen, die bis­lang „zu kurz“ gekom­men sind bei der Aufnahme, her­un­ter­las­sen und gleich­sam eine zwei­te Fliege erschla­gen mit die­sem Streich: Den mani­fes­ten Mangel an Pflegekräften vor allem in der Altenpflege, denn – auf­ge­passt lie­be Deutsche – bei uns ist es doch so, dass für den schwie­ri­gen Dienst, um den es hier geht, „offen­sicht­lich zu weni­ge deut­sche Frauen“ gefun­den wer­den, weil die sich dem entziehen.

Da bleibt einem die Spucke weg. Solche Worte spre­chen für sich und müs­sen nicht wei­ter durch eine Kommentierung auf­ge­wer­tet werden.

Aber selbst bzw. gera­de wenn der Kommentator das alles gar nicht bewusst frau­en- und pfle­ge­feind­lich gemeint hat – dann wäre das viel­leicht noch schlim­mer als ein expli­zit men­schen- und pro­fes­si­ons­zy­ni­scher Wurf von einem Schreibtisch aus, wür­den sich in sol­chen Konstruktionen die unbe­wuss­ten Bilder spie­geln, die wahr­schein­lich nicht nur ein ein­zel­ner Kommentator von Altenpflege und von denen, die das „erle­di­gen“ sol­len, hat.

Immerhin – folgt man dem Kommentator – steht die Arbeit in einem deut­schen Pflegeheim über dem Status der Dienerinnen für Taliban-Männer. Das kann man dann auch noch als „Barmherzigkeit“ zu ver­kau­fen ver­su­chen.«


Im "Focus" ist zu lesen:

»Schon län­ger suchen deut­sche Krankenhäuser Pflegekräfte. Manche haben ihre Manager auf die Philippinen flie­gen las­sen – um dort Frauen für den schwie­ri­gen Dienst anzu­wer­ben, für den sich offen­sicht­lich zu weni­ge deut­sche Frauen fin­den. Viele afgha­ni­sche Frauen wären sicher bereit, in deut­schen Pflegeheimen zu arbei­ten – statt den Taliban zu die­nen

Diese Frauen sind nicht nur die, die am meis­ten zu ver­lie­ren haben. Es sind zugleich jene, die einem Einwanderungsland viel zu bie­ten haben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich die­se jun­gen afgha­ni­schen Frauen zu Islamistinnen ent­wi­ckeln, dürf­te ver­schwin­dend gering sein.

Bislang sind aus Afghanistan vor allem jun­ge Männer nach Deutschland migriert. Viele wur­den von ihren Familien auf die gefähr­li­che Reise geschickt, weil man ihnen am ehes­ten zutrau­te, es ins gelob­te Land zu schaffen…

Es wäre gleich dop­pelt unge­recht, wenn die nächs­ten Flüchtlinge aus Afghanistan wie­der vor allem jun­ge Männer wären. Sie wären die rela­ti­ven Gewinner einer Entwicklung, deren Opfer abseh­bar in ers­ter Linie jung und weib­lich sein werden.

Befreiung aus der Gefahr des isla­mis­ti­schen Patriarchats
Deutschland soll­te es machen wie tra­di­tio­nel­le Einwanderungsländer: und ein Kontingent für die Migration von Frauen aus Afghanistan beschlie­ßen. Und sie dann in Mangelberufen wie der Pflege ausbilden.

Auf die­se Weise wür­de Barmherzigkeit mit deut­schen Interessen ver­bun­den. Es wäre unter allen unge­rech­ten Lösungen die gerech­tes­te…«


Auf dem Blog von Prof. Sell fin­det sich auch ein sehr lesens­wer­ter Artikel zum aktu­el­len Streik bei Charité und Vivantes: Pflegestreik? Zwischen Theorie und Praxis der star­ken Arme, die theo­re­tisch alles lahm­le­gen kön­nen, prak­tisch aber mit vie­len Hürden kon­fron­tiert werden

18 Antworten auf „Afghaninnen sollen nicht den Taliban dienen, sondern in deutschen Pflegeheimen“

    1. @Johannes Schumann: Um den Autor des Beitrags zu zitie­ren: Vielleicht ist die­ser Kommentar "gar nicht bewusst frau­en- und pfle­ge­feind­lich gemeint".

  1. Kapitalistische Verwertungslogik eines geis­tig ver­wahr­los­ten Krüppels – grau­sa­mer als jedes Taliban-Regime die­ser Welt. 

    Tod den Besatzern!

  2. Wenn sich deut­sche Barmherzigkeit mit deut­schen Interessen ver­mischt krie­ge ich direkt eine Gänsehaut, das kann ja nur zum Besten sein für die Elenden und Beladenen die­ser Welt.

  3. mit die­sem Eintrag nun hat sich der Aschmoneit end­lich end­gül­tig selbst ent­larvt: es geht hier nicht um Corona (das wird ja auch lang­sam lang­wei­lig), son­dern um
    Aschmoneit'sche Selbstdarsellung bzw. Zurschaustellung der von ihm selbst
    ange­nom­me­nen moralisch
    über­höh­ten Grunzhaltung des Aschmoneit- daher aus hei­te­rem Himmel nun auch ein Eintrag zum neu­en (zur Eigen-Profilierung fast so gut wie Corona geeig­ne­ten) Thema Afghanistan im Corona-Blog !!!!!!!

    1. @ DONALD UCK
      Jetzt hat der olle aa doch wirk­lich glatt, zwi­schen den mehr als 5000 posts zu Corona, mal etwas gebracht, was ihm wich­tig zu sein schien. Und das auf sei­nem blog. Also echt, der traut sich was 😉 .
      🙂
      "… end­lich ent­gül­tig selbst ent­larvt …" ?? Sie schei­nen viel Zeit beim Verfolgen die­ses blogs zu ver­wen­den. ENDLICH hat der aa mal was gebracht, über dass SIe sich mokie­ren kön­nen. Respekt, SIe müs­sen viel Geduld haben. Dann hät­ten Sie doch auch mal was pos­ten kön­nen. So eine klei­ne, kon­tro­ver­se, anstän­dig geführ­te Debatte hät­ten hier eini­ge sicher­lich begrüßt. Entgültig und ein für alle Mal hat der aa sich selbst und zum wie­der­hol­ten Mal dabei selbst ent­larvt, ja gera­de­zu offen­bahrt, wie er ver­such­te Ausbeutung auf­zeigt. Haben Sie denn nach der Überschrift mal weitergelesen?
      Es ist Ihre Hand an Ihrem Arm, der durch Ihren Willen gesteu­ert, die­se Seite im world­wi­de­web öff­net. Wenn Sie einen Raum suchen, in dem Sie der Mittelpunkt sind, machen Sie doch ein­fach eine eige­ne Seite auf. Aber dann könn­ten Sie sich ja viel­leicht der Kritik oder dem Unwillen ande­rer aus­set­zen. Also doch lie­ber vor einem Spiegel stel­len. Der läßt sich auch zur Not mit einem Tuch ver­hän­gen, falls Sie der ande­re da komisch anschau­en sollte.

    2. Die Gnome, Fakten- Verchecker und Donald Ducks trei­ben nun also lei­der auch hier im Blog ihr Unwesen, um den Gobalisten/Transhumanisten/ Kapitaleliten- Kritikern
      auf die Nerven zu gehen.…
      Kann man also ein­fach igno­rie­ren und abhaken!

      1. @ D.D.
        die­sen Troll (das ist doch jetzt mal ein Troll?) mit Ihnen (D.D. DonaldDuck?) zu ver­wech­seln, ist ausgeschlossen.
        Ich gön­ne mit nur ger­ne den Spaß mit sol­chem Gefasel, ein­fach zur Erheiterung der all­ge­mei­nen Leserschaft. 🙂 (ich hal­te sowas immer für eine Chance auf einen Smilie 😉 )
        (bischen schrei­ben üben und so. is man­ches­mal gar­nicht so leicht, auf sowas plat­tes eine ange­mes­se­ne Antwort zu fin­den, die ein wenig mehr ist als: "du bist blöd""nein, du bist blöd""nein du""nein du""nein du" …)

  4. Ich fin­de die Taliban defi­ni­tiv sexier und hip­per als das deut­sche Arbeitssklavensystem. Immerhin sind die Taliban gegen die Giftspritzen und sie haben mehr Humor als die Merkeljunta.
    Für Frauen gibt es aus Sicht von SPD-Politikern anschei­nend nur die Alternative Taliban-Mätresse oder Pflege-Sklavin.
    Ich sage nur: Lieber Taliban als Lauterbach! 

    1. @Estrella: Auch wenn die­se Alternative schwer­fällt und sich die Taliban gera­de gemä­ßigt geben, soll­te man nicht die Augen ver­schlie­ßen vor der mör­de­ri­schen und frau­en­feind­li­chen Praxis die­ser Gruppe in der Vergangenheit. Das gilt selbst dann, wenn ihre Finanziers in Saudi-Arabien best friends der deut­schen Waffenindustrie sind. Die Gegner unse­rer Gegner sind nicht unse­re Freunde. Meine jeden­falls nicht.

  5. Schönes Beispiel dafür wie der deut­sche Staat bewusst Arbeitnehmer schwächt und unter Druck setzt, um ihre Verhandlungsposition im Wesentlichen zu erschüt­tern und den Firmen es ein­fach zu machen Lohndumping zu betrei­ben. Die Ironie dabei ist, dass die deut­schen Pflegefachleute für ihre Kompetenz sehr geschätzt wer­den, so dass schon Einige in Länder abwan­dert sind, wo die Pflege höhe­re Wertschätzung geniesst. Es gibt sogar Head-Hunter, die nach aus­wan­de­rungs­wil­li­gen Pflegern gezielt suchen und ihnen Arbeitsstellen und Unterkünfte vor Ort ver­mit­teln. Was Deutschland also da macht, das machen ande­re schon lan­ge, bloss die haben oft­mals auch bes­se­re Bezahlung und Arbeitsbedingungen im Angebot.

  6. Da kommt die ange­dach­te "Impfpflicht" aus der Hexenküche Bär – Bock gera­de richtig,das wird die Frauen , die hil­fe­su­chend in die­sem Land "auf­ge­nom­men" wer­den, stark impressionieren!
    Eventuell soll­ten deut­sche Professoren sich ein­mal "pro­fes­sio­nell" Gedanken dar­über machen, wie es Menschen, die jah­re­lan­ge Belagerung , Gewalt und poli­ti­sche Übergriffe ertra­gen muß­ten, psy­chisch ergeht,bevor er sie eis­kalt für sei­ne ange­dach­ten Zwecke einplant!!

  7. Die Kapitalisten betrach­ten die gan­ze Welt als Selbstbedienungsladen. Dazu ver­brei­ten Sie das Märchen vom Fachkräftemangel um den Menschenimport zu recht­fer­ti­gen. Jedes mit der­art Menschenhandel ver­bun­de­ne Verbrechen wird zur Normalität erklärt. Das ist unge­fähr so, als wür­den wir in den nächs­ten Supermarkt ein­mar­schie­ren und vor­her noch das Haus des Nachbarn beset­zen mit der Begründung daß der sei­ne Miete sowie­so nicht mehr bezah­len kann.

    Scheiß Kapitalismus!

    1. Als Realcenterkunde kann ich mich nur wun­dern. Pflegenotstand, Philippinen, Fachkräftemangel, Wiedereingliederungshilfen, ALG2, Sonderzuzahlung, PCR-Goldstandard, Inzidenzien, —- Pinocchio, Cinderella, Schneeweisschen und Rosenrot, Hans im Glück, Das Goldmariechen, Der Rattenfänger von Hameln, Schweinchen Dick, Die Bremer Sta .… — usw. usw. usw. —- Hatten wir es jemals bes­ser in Deutschland? Wie im Märchen, will ich meinen .…

Schreibe einen Kommentar zu Benjamin Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.