Aktuelles aus den Tollhäusern (12.3.)

Diesmal aus dem "Corona-Liveblog" von rp-online.de.

»Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Aussetzung von Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in eini­gen Ländern kri­ti­siert. Der CDU-Politiker ver­wies am Freitag in Berlin auf die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Diese habe nach Beratung der Experten erklärt, dass es kei­ne auf­fäl­li­ge Häufung von Thrombosen im zeit­li­chen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Das für Deutschland zustän­di­ge Paul-Ehrlich-Institut kom­me zu der­sel­ben Einschätzung.

Trotz schnell stei­gen­der Corona-Zahlen ist in Bulgarien am Freitag ein vor­über­ge­hen­der Impfstopp für Dosen von Astrazeneca ange­ord­net wor­den. Der Chef der Arzneimittelagentur in Sofia, Bogdan Kirilow, ver­füg­te, dass die dem Lande bereits gelie­fer­ten Mengen des Impfstoffs von Astrazeneca blo­ckiert wer­den, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.


Operationen soll­ten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erst min­des­tens sie­ben Wochen nach dem Nachweis statt­fin­den. Das ist das Ergebnis einer inter­na­tio­na­len Studie, an dem auch die Universitätsmedizin Halle betei­ligt war. Wie die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Freitag berich­te­te konn­te dar­in nach­ge­wie­sen wer­den, dass Operationen inner­halb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer Sars-CoV-2-Infektion mit einer erhöh­ten Sterblichkeit einhergehen.


Dank der geän­der­ten und am Montag in Kraft getre­te­nen Impfverordnung sind Wahlhelfer in die Impfgruppe mit erhöh­ter Priorität (Gruppe 3) auf­ge­stie­gen. Sie haben damit frü­her als bis­her Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus. „Ich begrü­ße die Regelung sehr“, teil­te Bundeswahlleiter Georg Thiel am Freitag in Wiesbaden mit. „Der Schutz von Wahlhelferinnen und Wahlhelfern ist von gro­ßer Wichtigkeit.“


Der bri­tisch-schwe­di­sche Impfstoffanbieter Astrazeneca kürzt erneut sei­ne Lieferungen an die Europäische Union. Einem Dokument vom 10. März zufol­ge, das Reuters vor­liegt und das auch an EU-Vertreter ging, sol­len bis Ende März 30 Millionen Dosen zur Impfung gegen das Coronavirus aus­ge­lie­fert wer­den. Das wären zehn Millionen weni­ger als im Februar ange­kün­digt und ledig­lich ein Drittel der ursprüng­li­chen Zusage…


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut zur Vorsicht bei den Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gemahnt… Die Regierung sei mit den Öffnungsschritten „bis an den Rand des­sen gegan­gen, was aus Gesundheitsschutzaspekten ver­ant­wort­lich ist“, sag­te Spahn weiter…


Hintergrund des spä­ten Lieferstarts für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Europa sind neue Zweifel, ob die USA die Ausfuhr dort abge­füll­ter Impfstoffe gestat­ten. Deshalb habe das Unternehmen nach eige­nen Angaben die Lieferkette umge­stellt, um die USA zu umge­hen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus EU-Kreisen. Die Abfüllung sol­le nun an einem ande­ren Ort statt­fin­den, und die Änderung brau­che etwas Zeit. 


Die Gesundheitsämter in Mecklenburg sind am Freitag an das System der Luca-App ange­schlos­sen wer­den, um die Kontakte von Corona-Infizierten schnel­ler ermit­teln zu kön­nen… Das Land nimmt für die Lizenzierung des Systems und die tech­ni­sche Anbindung an die Gesundheitsämter 440 000 Euro in die Hand.


Die Europäische Arzneimittelbehörde hat sich meh­re­re Millionen Datensätze von Astrazeneca-Impfungen ange­schaut. Ein erhöh­tes Risiko für Thrombosen bestehe nicht. Eine ande­re Nebenwirkung soll­te aber in die Produktinformation auf­ge­nom­men wer­den. Offenbar gibt es eini­ge weni­ge Fälle von ana­phy­lak­ti­schen Schocks, die auf die Gabe des Impfstoffs zurück­zu­füh­ren sind.


Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung und CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß hat Vorwürfe zurück­ge­wie­sen, er habe Druck auf ein Unternehmen aus­ge­übt im Zusammenhang mit Lieferungen von Beatmungsgeräten an Aserbaidschan. „Ich habe kei­ner­lei Druck aus­ge­übt“, sag­te er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Er habe sich ledig­lich bei dem Unternehmen nach der Lieferung für die Regierung von Aserbaidschan erkun­digt. „Das war eine huma­ni­tä­re Hilfestellung“, sag­te Bareiß.


Der öster­rei­chi­sche Bundeskanzler Sebastian Kurz hat eine unglei­che Verteilung von Corona-Impfstoffen in der EU ange­pran­gert. In einem EU-Gesundheitsgremium habe es mög­li­cher­wei­se Nebenabsprachen zwi­schen ein­zel­nen Mitgliedstaaten und Pharma-Firmen gege­ben, sag­te Kurz am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Der ÖVP-Politiker sprach von Hinweisen, dass es in dem Gremium einen "Basar" zu Impfstoffen gege­ben habe. Einige EU-Staaten erhal­ten dem­nach mehr Impfstoffdosen pro Einwohner als andere.…


CSU-Chef Markus Söder hat davor gewarnt, die aktu­el­le Maskenaffäre für den Wahlkampf zu miss­brau­chen. „Es darf nicht pas­sie­ren, dass da der Versuch gemacht wird, dar­aus Wahlkampf zu machen von ande­ren Stellen“, sag­te der baye­ri­sche Ministerpräsident am Freitag in Nürnberg. CDU und CSU hät­ten die not­wen­di­gen Schritte rasch und kon­se­quent auf den Weg gebracht…


In der Corona-Pandemie kippt offen­sicht­lich die Stimmung. Nachdem lan­ge eine brei­te Mehrheit den Kurs der Regierenden in Bund und Ländern unter­stütz­te, beschei­ni­gen laut einer am Freitag ver­öf­fent­lich­ten Umfrage des Instituts YouGov nur noch 35 Prozent der Befragten der Bundesregierung einen guten Umgang mit der Krise. Im ver­gan­ge­nen September waren dies noch 63 Prozent gewe­sen, im Februar immer­hin noch 43 Prozent. Ihren Höhepunkt hat­te die Zustimmung Mitte April 2020 erreicht, als 73 Prozent der Deutschen die Angabe mach­ten, die Regierung gehe gut mit der Krise um.


Die schwe­di­sche Kronprinzessin Victoria und ihr Ehemann Prinz Daniel sind posi­tiv auf das Coronavirus getes­tet wor­den. Das teil­te das schwe­di­sche Königshaus mit…


SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rech­net damit, dass die Corona-Impfungen in den Arztpraxen erst ab Mitte April lang­sam begin­nen. „Es wird aber bis Mai dau­ern, bevor das in vol­lem Umfang in allen Ländern lau­fen kann“, sag­te er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). «

5 Antworten auf „Aktuelles aus den Tollhäusern (12.3.)“

  1. "Die Regierung sei mit den Öffnungsschritten „bis an den Rand des­sen gegan­gen, was aus Gesundheitsschutzaspekten ver­ant­wort­lich ist“, sag­te Spahn weiter…"
    Ich bin immer wie­der begeis­tert, wie breit und umfas­send doch so eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei den Sparkassen ist. /s

    "CSU-Chef Markus Söder hat davor gewarnt, die aktu­el­le Maskenaffäre für den Wahlkampf zu missbrauchen. (…)"
    Hört sich so an als ob die Idee, Jens Spahn aus Datenschutzgründen die Nennung von wei­te­ren Namen zu unter­sa­gen, nicht rich­tig funk­tio­niert hat. Und danach, dass es der CDU/CSU offen­bar nicht gelun­gen ist, ähn­li­ches Fehlverhalten beim Koalitionspartner SPD zu ent­de­cken und auszunutzen.
    Da rächt sich Spahns Arroganz den Sozen gegen­über. Wäre er zugäng­li­cher gewe­sen, hät­te die Maskenaffäre jetzt hoch­wahr­schein­lich auch eini­ge Beteiligte aus der SPD.

  2. Spahn möge Corona die kal­te Schulter zei­gen, die Ärmel hoch­krem­peln und sich rasch imp­fen las­sen mit Astra Zeneca. Er steht, neben sei­ner Chefin, eigent­lich als gera­de­zu uner­setz­lich mora­lisch ganz oben auf der Liste. Das muss man doch ein­fach akzep­tie­ren. Wer soll­te uns neben sei­ner Chefin auch sonst so nett an den Verlust unse­rer Rechte täg­lich erin­nern. Die paar uner­wünsch­ten Nebenwirkungen, wenn über­haupt, steckt er doch locker weg. Er kann ja sie ja "aus­schla­fen" in sei­ner klei­nen und beschei­de­nen Wohnung.

  3. Söder ist schon ein lus­ti­ges Kerlchen. Warum soll man damit kei­nen Wahlkampf betrei­ben? Man muss! Politiker wol­len gewählt wer­den und wer­ben mit ihrer angeb­li­chen Integrität. Vorteilsnahme im Amt beschä­digt die­se Integrität und das müs­sen poli­ti­sche Gegner aus­nut­zen. Wenn Söder und Co. das nicht mögen, müs­sen sie ja nicht so einen Schwachsinn machen.

    Ich bin Abteilungsleiter in einem Sportverein und ver­mei­de tun­lichst jede Vorteilnahme, weil ich noch ein biss­chen mehr mache und einen Informationsvorsprung gegen­über ande­ren Abteilungsleitern habe.

    Und wenn in mei­ner Abteilung Scheiße gebaut wird, dann lüge ich auf kei­nen Fall den Vorstand an, denn es wäre das Ende jeg­li­cher ver­trau­ens­vol­len Zusammenarbeit. Das sind ganz ein­fa­che Regeln. Wissen die Politiker das denn nicht?

  4. "In der Corona-Pandemie kippt offen­sicht­lich die Stimmung."
    Gibt es über­haupt noch eine Meldung, die nicht mit "in der Corona-Pandemie" beginnt?
    "In der Corona-Pandemie beschloß die SPD …"
    "In der Corona-Pandemie befürch­tet die Wirtschaft …"
    "In der Corona-Pandemie wer­den kaum noch …"
    "In der Corona-Pandemie kün­dig­te die Gewerkschaft Verdi an …"
    "In der Corona-Pandemie plant die Regierung …"
    Sollen wir viel­leicht mal die Sprache einem "Great Reset" unterziehen?
    Dann hie­ße das: "Die Stimmung kippt."
    Klingt wesent­lich hoff­nungs­vol­ler, fin­de ich.

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