Altlinker erklärt seinem Sohn die Demo und den Faschismus

Auf kai-ehlers.de ist zu lesen:

»Ach, lie­be Freunde und Freundinnen, wir leben in ver­wirr­ten Zeiten. Kürzlich rief mich mein Sohn von außer­halb Deutschlands an, wo er sich vor­über­ge­hend auf­hielt. Er müs­se mich fra­gen, war­um ich als alter Linker… jetzt an der vom Querdenker Michael Ballweg in Berlin orga­ni­sier­ten Demonstration an der Seite von "Faschisten, Antisemiten und Spinnern" teil­ge­nom­men hät­te und ob es nicht Zeit sei, mich von deren Zielsetzung zu distanzieren.

Schock, ver­steht sich! Der eige­ne Sohn! Immerhin konn­ten wir klä­ren, dass die Demonstration kei­nes­wegs haupt­säch­lich von Reichsbürgern, Antisemiten und Idioten besucht war, son­dern dass hun­dert­tau­sen­de Menschen von der Regierung die Einhaltung der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rechte des Grundgesetzes ein­for­der­ten, dass Ballweg sich öffent­lich von alten und neu­en Rechten abgren­ze, wenn auch viel­leicht nicht deut­lich genug, dass sich unter die vie­len tau­sen­de Demonstranten zwar Rechte gemischt hat­ten, die ver­such­ten die Demonstration für ihre Ziele zu nut­zen – wozu aller­dings selbst der Verfassungsschutz fest­stell­te, dass ihnen das nur sehr begrenzt gelun­gen sei.

Aber die Frage mei­nes Sohnes, die ja nur stell­ver­tre­tend für die­je­ni­gen steht, die ich aus mei­nem Umfeld höre, sind natür­lich trotz­dem berechtigt…

Mich mit mei­ner Kritik gegen den unver­hält­nis­mä­ßi­gen Charakter des staat­li­chen Corona-Regimes jetzt unver­mu­tet in Gesellschaft mit Rechten wie­der­zu­fin­den, die vom Widerstand gegen das faschis­ti­sche "Merkel-Regime" phan­ta­sie­ren, wäh­rend die "Antifa", die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN), Friedensbewegte und vie­le Linke bis hin zu Grünen uni­so­no die staat­li­che Diskriminierung der Proteste über­neh­men und ihrer­seits zum Widerstand dage­gen auf­ru­fen, ist in der Tat irritierend.

Es hat ja nicht erst bei der gro­ßen Demonstration in Berlin am 29.08., son­dern auch schon bei klei­ne­ren Protestversammlungen Szenen gege­ben, in denen Gegendemonstranten der "Antifa" und Teilnehmer/innen von "Querdenker"-Demonstrationen sich mit Parolen wie "Nazis raus", "Nie wie­der Faschismus", mit Aufrufen zum "Widerstand" und ähn­li­chen Sprüchen gegen­sei­tig trak­tier­ten, wäh­rend die Staatsmacht die Corona-Verordnungen repres­siv durchsetzte.

Das ist per­vers: "Antifa" als Hilfstruppe der Polizei? Polizei als Hüter der demo­kra­ti­schen Ordnung, indem sie deren Einschränkung durch­setzt? Hier stim­men die Kategorien von links und rechts, von Faschismus, "Widerstand" und Demokratie offen­sicht­lich nicht mehr.

Und das alles geschieht, ohne dass sich über die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ver­stän­digt wur­de, zumin­dest der Versuch gemacht wor­den wäre her­aus­zu­fin­den, ob sie ver­hält­nis­mä­ßig sind oder nicht.

Wie fin­de ich mich selbst als "alter Linker", wie fin­den wir uns als Zeitgenossen in die­ser Verwirrung zurecht? Klärung ist ange­sagt, um Vorwürfe des Faschismus nicht wei­ter­hin zu infla­tio­nie­ren und bloß als inhalts­lee­res Schimpfwort zu miss­brau­chen. Plakative Faschismus-Vorwürfe erset­zen nur die Auseinandersetzung zur Sache und haben kei­ne ande­ren Zweck mehr als Andersdenkende zu diffamieren.

Wo also beginnt Faschismus?

Die bis­he­ri­gen Definitionen von Faschismus rei­chen ganz offen­sicht­lich nicht mehr. Wir müs­sen klä­ren, was Faschismus war und was ein mög­li­cher zukünf­ti­ger Faschismus sein könn­te, um uns zukünf­tig, wie immer pro­ble­ma­tisch die Sachfragen auch sein mögen, bes­ser ver­stän­di­gen zu kön­nen und her­aus­zu­fin­den, wo Abgrenzungen not­wen­dig sind.

Beginnen wir ganz ein­fach: Ich den­ke, Faschismus beginnt beim Eingriff in die kör­per­li­che Unversehrtheit gegen den Willen derer, auf die über­ge­grif­fen wird. Aber es geht nicht nur um offe­ne phy­si­sche Gewalt, nicht ein­mal nur um psy­chi­sche Gewalt. Es geht auch nicht nur um Übergriffe auf den Einzelnen. Es geht um den Eingriff in die Autonomie der Persönlichkeit im Zuge der soge­nann­ten Gesundheitspolitik, wel­che die Menschen zu Körpern degra­diert, die nach Statistik behan­delt wer­den. Tendenziell führt das in die Richtung einer neu­en Eugenik, in der die Menschen nach gesund und lebens­wert oder krank und über­flüs­sig selek­tiert wer­den. Sich gegen eine sol­che Entwicklung zur Wehr zu set­zen, die schon ein­mal in offe­ner Vernichtung "unwer­ten Lebens" geen­det hat, und auf der kör­per­li­chen Unversehrtheit, der kör­per­li­chen Autonomie als Menschenrecht zu behar­ren … das ist was?

Das ist natür­lich Widerstand, ja, aber nicht in den Kategorien des his­to­ri­schen Widerstands gegen den Nazi-Faschismus. Sich jetzt als im "Widerstand" befind­lich zu erklä­ren, wie das eini­ge Organisatoren und Teilnehmer/innen der Proteste gegen die "Shut-down"-Politik mit Anklängen an den Widerstand der Weimarer Zeit tun, klingt maß­los, ist maß­los. Das ver­harm­lost sowohl den his­to­ri­schen wie auch einen mög­li­chen zukünf­ti­gen Faschismus und über­höht die eige­ne Bedeutung in unzu­läs­si­ger Weise. Aber die Gefahr einer mög­li­chen faschi­sie­ren­den Entwicklung ist nicht zu über­se­hen, sie zeigt sich im Keim. Diese Gefahr droht heu­te klas­sen­über­grei­fend. Sie betrifft nicht nur die abhän­gig arbei­ten­de Bevölkerung, nicht nur begrenz­te gesell­schaft­li­che Bereiche, sie betrifft den gesam­ten sozia­len Organismus, wenn auch in unter­schied­li­chem Maße…

Nicht zu den grund­ge­setz­lich ver­brief­ten Rechten gehö­ren, um das unmiss­ver­ständ­lich und exem­pla­risch anzu­fü­gen: die gewalt­sa­me Wiedereinführung einer alten Reichsordnung, die Abschaffung des Föderalismus, die Freihaltung des "deut­schen Volkskörpers" von "art­frem­dem Blut", Überfälle und Anschläge auf Asylsuchende und Ähnliches.

Aberwitzige Unverständnisse

Was aber heu­te in der Auseinandersetzung um Corona "Faschismus" oder "Antifaschismus" genannt wird, ist gera­de­zu aber­wit­zig. Die Mitglieder der "Antifa" ver­ste­hen ihre Verteidigung des Staates als anti­fa­schis­ti­schen Kampf. Nicht weni­ge "Querdenker" wie­der­um ver­ste­hen den Staat, allein wenn er bloß Regeln auf­stellt, schon als faschis­to­id oder sogar faschis­tisch. Das eigent­li­che Problem der Verhältnismäßigkeit der staat­li­chen Maßnahmen gerät dabei voll­kom­men in den Hintergrund…

Globale Herrschaftsstruktur

Diese Entwicklung voll­zieht sich heu­te zwar noch in Formen des ein­heit­li­chen Nationalstaats, aktua­li­siert durch die gegen­wär­ti­ge "Shutdown"-Atomisierung der Staaten, aber es han­delt sich dabei im Kern um die Entwicklung einer glo­ba­len Herrschaftsstruktur im Interesse einer immer klei­ner wer­den­den Minderheit und der von ihr in Gang gesetz­ten bio­tech­ni­schen Kontrollbürokratie, die von einer, immer grö­ße­re Bereiche der Gesellschaften ergrei­fen­den, intel­li­gen­ten Technologie gesteu­ert wird.

Der Mensch ist in die­ser Perspektive nur noch orga­ni­sches Ersatzteil des glo­ba­len Maschinen-Netzes. In d i e s e r Perspektive wer­den die Umrisse eines mög­li­chen zukünf­ti­gen Faschismus sicht­bar. Es ist die "Utopie" zu der in den High-Tech-Zentren heu­te in gran­dio­sem Maßstabe und sich über­bie­ten­der Konkurrenz zwi­schen den Staaten und Wissenschaftsgemeinden und unter Einsatz von Kapital in Billionenhöhe geforscht, expe­ri­men­tiert und bereits in Anlagen instal­liert wird. Nachzulesen ist dies alles in den trans­hu­ma­nis­ti­schen Visionen der bio­tech­ni­schen Chef-Denker und durch­aus auch Denkerinnen die­ser Zentren. Das muss ich hier nicht in aller Breite aus­füh­ren, man muss es aber als Realität zur Kenntnis nehmen.

In die­sen Perspektiven blei­ben die leben­di­gen Menschen als über­flüs­si­ge "Organwesen" hin­ter einer sich zur Herrschaft auf­schwin­gen­den bio­tech­ni­schen Maschinen-Intelligenz zurück. Im bes­ten Fall wer­den sie mit Methoden des noch aus der Sprache des US-Strategen Zbigniew Brzezinski stam­men­den berüch­tig­ten "Tittytainment" bei Laune gehal­ten, damit sie die polit­tech­ni­sche Maschinerie, die sie in ihrer orga­ni­schen Unfreiheit hält, nicht stürmen.

Auch wenn das heu­te noch Visionen sind, so ist doch erkenn­bar, dass die herr­schen­den Wachstum- und Fortschrittsphantasien und Entwicklungsprogramme eska­lie­rend in die­se Richtung ver­lau­fen – wenn es der Gegenbewegung der Menschen, die sich von die­ser Entwicklung nicht über­rol­len las­sen wol­len, nicht gelingt den sozio-tech­ni­schen Mechanismus, der die­ser Entwicklung zugrun­de lieg, zu transformieren…

Dieser Prozess ergreift die "oben" nicht weni­ger als die "unten", nur anders als frü­her – wenn es der Gesellschaft nicht gelingt, die Selbstverwertung und Verdichtung des Kapitals, die zugleich eine Entwertung des Menschen ist, in eine kon­trol­lier­te Nutzung der "intel­li­gen­ten" Maschinen für die Sicherung des tat­säch­li­chen Lebensbedarfes der Menschheit und des Globus zu überführen.

Anders als frü­her, das heißt: Die Klassenverhältnisse ver­schie­ben sich. Die sozia­le Auseinandersetzung nimmt dif­fu­se­re, aber zugleich exis­ten­zi­el­le­re Formen an und bezieht immer wei­te­re Kreise der Gesellschaften mit ein: Die Tatsache, dass immer mehr Menschen in die Überflüssigkeit, in die Not, mög­li­cher­wei­se in die Revolte als letz­tem Ausweg gedrückt wer­den, zwingt die "Eliten" zu immer radi­ka­le­ren Maßnahmen für die Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft zu grei­fen. Das müs­sen sie nicht zuletzt des­we­gen, weil sie nicht nur die Unzufriedenheit einer dif­fu­sen Bevölkerung zu fürch­ten haben, son­dern sich auch ihrer Spezialisten nicht hun­dert­pro­zen­tig sicher sein kön­nen. Unter sol­chen Umständen reicht das von Brzezinski sei­ner­zeit vor­ge­schla­ge­ne "Tittytainment" schon nicht mehr aus. Es wer­den tota­le­re Mittel gebraucht, mit denen ein Stillehalten der Abhängigen her­ge­stellt wer­den kann.

Das welt­wei­te Corona-Regime, das die Menschen zur Zeit glo­bal in Angststarre ver­setzt, gibt eine Ahnung davon, wie die­se Mittel zukünf­tig aus­se­hen kön­nen: Immer neue tod­brin­gen­de Viren oder ande­re Krankheiten, vor denen es nur Rettung zu geben scheint, wenn sich die ein­zel­nen Menschen, selbst die ein­zel­nen Staaten den glo­ba­len staat­li­chen Präventionsprogrammen unter­ord­nen. Der Staat, ver­tre­ten durch sei­nen bio­tech­nisch gelei­te­ten Wissenschaftsapparat prä­sen­tiert sich, möch­te man sagen, als Erlöser vom Übel der ewi­gen müh­se­li­gen Conditio Humana. Da nimmt die Ordnungsmacht des Kontrollstaates bereits qua­si-reli­giö­se Züge an.

Gegen die Bedrohung durch die­se Entwicklung sind rück­wärts­ge­wand­te "Reichsbürger" und sons­ti­ge Nationalisten, ist gene­rell gespro­chen jeg­li­che Form des Nationalismus, der sich noch im Rahmen des ein­heit­li­chen Nationalstaates bewegt, nur noch rück­wärts­ge­wand­tes Theater – solan­ge es beim Fahnenschwenken, bei Parolen wie "Merkel muss weg" usw. bleibt. Zur Gefahr wer­den die­se Kräfte dann, wenn und wo sie sich zu Hilfsorganen des her­an­wach­sen­den Präventionsstaates machen – gleich ob natio­nal oder über­na­tio­nal. Da beginnt die Zone der not­wen­di­gen Abgrenzung – geis­tig, indem auf­ge­zeigt wird, wo die Rechten Mimikry betrei­ben, wenn sie sich in eine Bewegung, die für die Erhaltung des Verfassungsstaates und die all­ge­mei­nen Menschenrechte ein­tritt, ein­schlei­chen wol­len, um ent­ge­gen­ge­setz­te Ziele zu ver­fol­gen, phy­sisch, wo sie zu men­schen­ver­ach­ten­der Gewalt bereit sind, dazu auf­ru­fen oder selbst Gewalt und Terror praktizieren.

Ein paar Worte noch zum Antifaschismus

Worin besteht also ein wirk­li­cher, in sei­ner Tiefe ver­stan­de­ner "anti­fa­schis­ti­scher Kampf", bes­ser gesagt einer Auseinandersetzung, die die­ser sich abzeich­nen­den Realität gerecht wird, wenn blo­ße Verweigerung, die sich dem Kontrollstaat indi­vi­du­ell zu ent­zie­hen ver­sucht, nicht mehr aus­reicht? Er besteht dar­in, der Übergriffigkeit die­ser maschi­nen­ge­lei­te­ten büro­kra­ti­schen Kontrolle als Mensch zur Erhaltung der mensch­li­chen Freiheit und Emotionalität ent­ge­gen­zu­wir­ken. Das betrifft nicht nur die abhän­gig arbei­ten­de Bevölkerung, das betrifft alle, die sich die Freiheit zur Selbstentwicklung erhal­ten wollen.

Wenn auch Rechte, Reichsbürger oder Neonazis, um es noch ein­mal von einer ande­ren Seite her zu sagen, für die Verteidigung der Verfassung auf­tre­ten, und sich ihr unter­ord­nen, sind sie letzt­lich nur arme Teufel, die sich ideo­lo­gisch ver­irrt haben. Gefährlich wird, wer die Totalisierungstendenzen des Staates deckt, nutzt und sich dafür benut­zen lässt, statt dage­gen anzu­ge­hen.

Und da, lie­be Freunde, sind wir wie­der am Anfang des Textes: Wenn sich bei den gegen­wär­ti­gen Demonstrationen, die sich kri­tisch gegen das Corona-Regime rich­ten, Mitglieder der "Antifa" und Demonstrationsteilnehmer/innen gegen­sei­tig mit "Nazis raus!" anschrei­en, wenn die Demonstrationsteilnehmer von den "Sicherheitskräften" ein­ge­schränkt, drang­sa­liert, ver­haf­tet, viel­leicht sogar geschla­gen wer­den, die Mitglieder der "Antifa" dage­gen im Polizeischutz agie­ren kön­nen, dann sind es nicht "die Rechten" oder "die Nazis", die aus die­ser Situation gestärkt her­vor­ge­hen, son­dern die auto­ri­tä­ren Tendenzen des Staates. Dann ist, um es unmiss­ver­ständ­lich zu sagen, Aufklärung über die Natur die­ses Staates und die Eingrenzung sei­ner unkon­trol­lier­ten Allmacht die aller­ers­te anti­fa­schis­ti­sche Aufgabe. Möglicherweise ver­ste­hen das auch die­je­ni­gen, die heu­te mei­nen, den Staat, wie er ist, das heißt, einen Staat, des­sen gegen­wär­ti­ge Funktionsträger und ‑trä­ge­rin­nen dabei sind, sei­ne ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Grundlagen bei­sei­te­zu­schie­ben, ver­tei­di­gen zu müssen…

Aber wie? Ein neu­er Faschismus kommt, wenn er kommt, von ganz woan­ders als aus der blo­ßen Rückwendung. Eine faschis­ti­sche Entwicklung, die Drohung des Faschismus und mög­li­cher­wei­se wirk­lich eine faschis­ti­sche Gesellschaftsformation kommt aus der Zukunft, kommt aus dem büro­kra­tisch-maschi­nel­len Prozess, der uns zu Knechten der Maschine zu machen droht. Der Faschismus, der von daher droht, kommt viel wei­cher daher als die his­to­ri­schen Faschismen, wei­cher als der Hitlerismus und wei­cher auch als der Stalinismus. Er kommt, wenn er kommt, als Versprechen auf ein gesun­des, glück­li­ches, lan­ges Leben in ewi­gem tech­ni­schem und sozia­lem Fortschritt. Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" lässt grü­ßen. Das ist voll­kom­men klar.

Am Ende ste­hen immer Männer mit Waffen, aber plat­te phy­si­sche Unterdrückung ist nicht das Gesicht die­ser mög­li­chen zukünf­ti­gen Herrschaftsvariante; psy­chi­sche Unterdrückung ist noch ihr not­wen­di­ger Bestandteil, aber schlim­mer ist die geis­ti­ge Knechtung durch die "intel­li­gen­te" Maschine, die auf uns zukommt und das Leben sta­tis­tisch gna­den­los nor­miert. Das ist die neue Dimension des mög­li­chen Faschismus, ganz ein­deu­tig – und zwar, ich wie­der­ho­le, in der mas­kier­ten Form der angeb­li­chen Optimierung, Verbesserung, Erleichterung, der Befreiung des Lebens von Krankheit und Mangel. Alle, die sich gegen eine sol­che Dystopie wen­den, auf wel­cher unver­stan­de­nen, spon­ta­nen, emo­tio­na­len Ebene auch immer, bis hin zu denen, die das mit intel­lek­tu­el­ler Klarheit machen, sind auf dem rich­ti­gen Weg…«

6 Antworten auf „Altlinker erklärt seinem Sohn die Demo und den Faschismus“

  1. Da sieht man das gan­ze Dilemma die­ser "Alt-Linken": aus einer ein­fa­chen Sache muss ein maß­lo­ses Geschwurbel gemacht werden.

    Faschismus ist es, wenn eine Mehrheit zusam­men mit Staatsorganen sich im Recht gegen eine ver­meint­li­che Minderheit sieht, und zwar im Recht, jeg­li­che Mittel gegen die­se ver­meint­li­che Minderheit anzu­wen­den. Dass die Mittel am Anfang "mil­de" sein mögen: Beschimpfungen ("Covidioten", …), Ausgrenzung (kei­ne Platz in den MSM und ÖR), Verunglimpfung, Beleidigung, Absprechen von Vernunft, orga­ni­sier­tes Vorgehen gegen die Minderheit, Verhinderung ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Rechte zB Demonstrationsverhinderungen durch exe­ku­ti­ve Kräfte, klan­des­ti­ne Methoden, False Flag, Einsatz von Geheimdienstmittel wie V‑Leute, Einschleusen von Provokateuren, Lüge, Betrug, … (und mer­ke: wir haben schon heu­te mas­si­ve, lebens­be­droh­li­che Gewalt von die­ser Mehrheit erlebt)

    Ob die­se (ech­te oder ver­meint­li­che) Minderheit nun aus Juden, Schwarze, Glatzköpfige oder Menschen mit ande­ren poli­ti­schen oder welt­an­schau­li­chen Ansichten besteht ist natür­lich irrelevant.

    Indem die ein­ge­bil­de­te Mehrheit mit Staatsmacht sich im Besitz der abso­lut allei­ni­gen Wahrheit wähnt und Andersdenkende mit faden­schei­ni­gen Begründungen als Bedrohung sti­li­siert, wird die­ser Faschismus zur Gewalt gegen Menschen. Es ist schon Gewalt, wenn man in der Öffentlichkeit dumm ange­macht wird oder nicht bedient wird, weil man gegen will­kür­lich geschaf­fe­ne, lächer­li­che Regeln verstösst.

    Würden etwa alle Leute ab jetzt auf einem Bein her­um­hüp­fen weil das angeb­lich gegen Corona hül­fe? Ich fürch­te: ja. Wenn das gan­ze geeig­net "ver­kauft" wird und eine Bußgeld- oder Strafbewehrung ange­droht wird.

    Diese Gesellschaft ist faschis­to­id, weil sie sich dem staat­lich-media­len Komplex völ­lig aus­ge­lie­fert hat. Und gera­de wird die Ernte die­ser geis­ti­gen Totalunterwerfung eingefahren.

  2. In Spanien, einem in Teilen noch offen dem Franco-Faschismus nach­trau­ern­den Land, wur­de im Rahmen einer Fernsehunterhaltungsshow nach der Art "Vorsicht Kamera!" (Vorläufer von "Verstehen Sie Spaß?") die Polizei an einer Brücke pos­tiert, die die Passanten dazu zwan­gen, die Brücke nur tan­zend zu über­que­ren. Das fand man in der deut­schen "Vorsicht Kamera!"-Redaktion so lus­tig, dass man das auch hier­zu­lan­de sen­de­te. (Es wur­den regel­mä­ßig Clips aus Sendungen aus der gan­zen Welt gebracht, da die­ses Format über­all auf­ge­legt wur­de, und man damit natür­lich Produktionskosten spa­ren konnte.)
    Angewandter Faschismus als Unterhaltungsgag in den 70er-Jahren.

  3. Sind Jesiden,Alaviten,Drusen auch alle Faschisten?Das sind Volksreligionen und aus­ser­halb darf man nicht heiraten.Konvertieren ist auch nicht möglich.

    Was nun?

  4. Also ich fin­de die Überlegungen des Autors inter­es­sant und dis­kus­si­ons­wür­dig. Und nicht geschwur­belt. Und freue mich zu lesen, dass es sol­che Alt-Linken aus einer alten Normalität noch gibt.

  5. @Albrecht Storz
    "Würden etwa alle Leute ab jetzt auf einem Bein her­um­hüp­fen weil das angeb­lich gegen Corona hül­fe? Ich fürch­te: ja. "

    Genau das dach­te ich auch gera­de, bevor ich dei­nen Kommentar las. 😉
    Und wie gehts wei­ter? Bringt euch sel­ber um, damit ihr das Virus nicht ver­brei­tet und ande­re Leute tötet … wie­vie­le wür­den wohl mit­ma­chen? Klingt ver­rückt, aber bei dem, was hier gera­de pas­siert, gar nicht mehr so abwe­gig. Blind und blöd dem Führer fol­gen, direkt in den eige­nen Abgrund. Und dabei noch jubeln.

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