Beleidigte Leber-Wurst

Sebastian Leber, der obers­te Inquisitor im "Tagesspiegel", schäumt so, wie das in den staats­tra­gen­den Medien halt ange­sagt ist. #alles­dicht­ma­chen ist so erfolg­reich, daß es für ihn nicht zum Aushalten ist. Am 23.4. ist auf tagesspiegel.de von ihm zu lesen:

»Verunglückte Netz-Kampagne
„Alles dicht machen“ ist so schä­big, dass es weh tut
Prominente deut­sche Schauspieler ver­höh­nen Corona-Maßnahmen. Gegenvorschläge haben sie kei­ne. Dabei bege­hen sie einen gefähr­li­chen Logikfehler. Ein Kommentar.

Diese Videos über­ra­schen: Mehrere dut­zend pro­mi­nen­te Schauspieler:innen wie Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und Ulrike Folkerts machen sich über die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus lus­tig. Die Statements, die am spä­ten Donnerstagabend unter dem Hashtag #alles­dicht­ma­chen ver­öf­fent­licht wur­den, strot­zen vor Hohn und Zynismus. Was sie aller­dings nicht ent­hal­ten: Vorschläge, wie man die Bevölkerung statt­des­sen vor dem Virus schüt­zen könnte.

80.000 Menschen sind allein in Deutschland an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung ver­stor­ben, vie­le wei­te­re wer­den lei­der fol­gen. Über die­se Toten, auch über die Langzeitgeschädigten, wird in den Videos kein Wort verloren…

Die Videos sind alle gleich­ge­strickt: Die betei­lig­ten Prominenten tun so, als unter­stütz­ten sie die Maßnahmen und woll­ten noch stren­ge­re, machen sich in Wahrheit dar­über lus­tig. Der Schauspieler Volker Bruch appel­liert an die Bundesregierung: „Macht uns mehr Angst.“ Ulrich Tukur for­dert, end­lich auch die Supermärkte zu schlie­ßen. Denn sobald alle Menschen ver­hun­gert sei­en, kön­ne sich das Virus nicht mehr ver­brei­ten. Haha.

Die Videos ent­hal­ten Botschaften, wie man sie von Querdenken-Demos kennt: Die Pandemie sei Panikmache, die Medien sei­en gleich­ge­schal­tet, die Bundesregierung regie­re autoritär…

Auf den ers­ten Blick wirkt es, als habe sich die gesam­te deut­sche Showprominenz an der Aktion betei­ligt. Doch das ist eine Wahrnehmungstäuschung. Tatsächlich trifft das Gegenteil zu.

Im Vorfeld der­ar­ti­ger Aktionen fra­gen Mitwirkende übli­cher­wei­se ihre Kollegen, ob die­se nicht auch teil­neh­men wol­len. Je mehr mit­ma­chen, des­to bes­ser. So gese­hen ist die Zahl der Mitwirkenden erstaun­lich klein gera­ten. Die vie­len, vie­len Schauspieler, die ange­fragt wur­den und ablehn­ten, blei­ben lei­der unsicht­bar, sind aber den­noch bedeutend.

Allein zur aktu­el­len „Tatort“-Riege gehö­ren 42 Hauptdarsteller, die gro­ße Mehrzahl ist nicht dabei. Danke, Maria Furtwängler. Danke, Fahri Yardim. Danke, Nora Tschirner. Danke, Christian Ulmen. Danke, Axel Prahl. Und so weiter…

Gefeiert wird die Aktion dage­gen von Querdenkern, Rechtsextremisten und ande­ren Verschwörungsgläubigen. Hans-Georg Maaßen ist begeis­tert. Nein, dafür kön­nen die betei­lig­ten Schauspieler:innen nichts. Aber es könn­te ihnen zu den­ken geben.

Wer die Idee zu der Kampagne hat­te, ist noch unklar. Im Impressum der zuge­hö­ri­gen Internetseite steht ein Mann, der das Coronavirus schon vor Monaten mit dem Grippevirus gleichsetzte…

Es ist ver­stö­rend, wie Meret Becker in ihrem Beitrag das Maskentragen ver­höhnt. Was möch­te sie damit sagen? Dass sie eine Durchseuchung der Bevölkerung bevor­zugt? Dass sie nicht an die Wirkung von Masken glaubt? Sie ver­rät es nicht.

Videos wie die­ses sind ein Schlag ins Gesicht aller, die gelit­ten haben, die berech­tig­te Angst haben, die soli­da­risch sein wollen. 

Die Prominenten, allen vor­an Jan Josef Liefers, bege­hen zudem einen Logikfehler, den man eben­falls von der Querdenken-Fraktion kennt: Sie unter­stel­len, die Befürworter der Sicherheitsmaßnahmen sei­en regie­rungs­treu, ja unter­tä­nig. Das ist grob falsch…«

Sicher wer­den eini­ge der SchauspielerInnen in die Knie gehen. Das gehört zur Schmutzkampagne. Bleiben wird, daß hier ein Diskurs eröff­net wur­de, der lan­ge Zeit undenk­bar schien. Die Stärke der jeweils unter­schied­lich geglück­ten Auftritte ist, daß sie, ohne expli­zit poli­ti­sche Programme ver­kün­den zu wol­len, die mas­sen­haft ver­brei­te­ten Fragen und Vorbehalte öffent­lich machen. Daß sie dies über­wie­gend auf eine sati­ri­sche Weise tun, ist eine zusätz­li­che Stärke. Das Schäumen der Inquisition zeigt, daß sie genau das Richtige getan haben.

Zu Leber sie­he u.a. Verleumder des Monats.

24 Antworten auf „Beleidigte Leber-Wurst“

  1. Die hoch gelob­ten Schauspieler, die bei die­ser Aktion nicht mit­ge­macht haben, wer­den sich bald in den Hintern bei­ßen, bei die­ser tol­len Aktion nicht dabei gewe­sen zu sein. Ähnlich wird es Herrn Leber gehen. Wahrscheinlich durf­te er schon als Kind nie da mit­spie­len, wo wirk­lich was los war. Das rächt sich jetzt.

  2. Sehe ich auch so.… das ist ein Volltreffer und naja … Tagesspiegel … brauch man nicht wirk­lich. Und was ist schon das was Herr Leber schreibt Wert.… Ich den­ke .… nicht mal das Papier.

    1. @FS: Bitte, kei­ne unan­ge­mes­se­nen, abwer­ten­den Vergleiche!

      Prostitution ist, was die Ausübenden angeht, ein ehren­wer­tes Gewerbe, und dem sozia­len Frieden zuträg­lich – anders als das, was Her Leber so macht .

  3. Hiermit möch­te ich mich wegen mei­ner Corona-Gläubigkeit bei den mehr als 300 000 Herz-Kreislauf-Toten und 250 000 Krebs-Toten und den wei­te­ren an ande­ren Krankheiten und Unfällen Verstorbenen, an die bis­her offi­zi­ell kei­ner gedacht hat und von denen vie­le wegen unter­las­se­ner Hilfeleistung ster­ben muss­ten, öffent­lich um Entschuldigung bit­ten. Wegen mei­ner Fokussierung auf die vie­len Coronaopfern "will ich nie­mals das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen schmä­lern und sie womög­lich dadurch ver­let­zen. Sollte das gesche­hen sein, so bit­te ich um Verzeihung. " (Zitat Heike Makatsch)

    1. Bravo Heike!
      Seinerzeit bezeich­ne­te der SPD-Vorsitzende Herbert Wehner die Hälfte der Bundestagsabgeordneten als Dummköpfe.
      Abgemahnt vom Bundestagspräsidenten setz­te er nach und ent­schul­dig­te sich mit der Worten: "Die Hälfte der Abgeordneten sind selbst­ver­ständ­lich kei­ne Dummköpfe".

  4. Zum Thema 'Mohammed-Karikaturen' liest man bei Wikipedia:
    "In Deutschland ver­öf­fent­lich­te Die Welt alle zwölf Karikaturen,[38] Die Zeit, FAZ, Tagesspiegel, Berliner Zeitung und die taz eini­ge der Karikaturen, wäh­rend Bild und Spiegel Online[39] einen Abdruck ablehn­ten." Darin, dass der isla­mi­sche Prophet und Religionsstifter Mohammed ver­höhnt wird, sieht der Tagesspiegel offen­sicht­lich kei­nen "gefähr­li­chen Logikfehler". Das ist dann Freiheit der Kunst.

    1. Zum Thema 'Mohammed-Karikaturen' muss man auch anmer­ken, das es eigent­lich nur EINE war, die den Zorn erregte.

      Wenn man den Autor, und das initi­ie­ren­de Medium näher betrach­tet, liegt nahe, dass es genau so gewollt war.

      Über "Pardon, Jungs … Jungfrauen sind alle!" konn­ten die meis­ten Muslime herz­lich lachen.

  5. post hoc ergibt die seit Jahren ende­mi­sche Verhöhnung des
    "das wird man doch wohl noch sagen dürfen!"
    durch­aus einen Sinn. (Ich beken­ne: auch ich war dabei, als es gegen "die Bösen" ging).
    Mit etwas mehr Hang zu "Verschwörungsmythen" wür­de ich es mitt­ler­wei­le als raf­fi­nier­te Vorbereitung der fak­ti­schen Ausschaltung von Opposition bezeichnen.

  6. Tut end­lich etwas die­sen Leuten den Rücken zu stärken.
    Selbst wer abso­lut für den Regierungskurs ist darf nie­mals, nie­mals zu las­sen das sich die Tageschau und ande­re wie Taliban bei Charlie Hebdo benehmen.
    Ich weiß, böser Vergleich, aber Nazizeit darf man ja nicht vergleichen.…

  7. Wäre jemand in der Lage den Wasserstand mit­zu­tei­len? Wieviele haben sich bis jetzt von ihrer eige­nen Aktion distan­ziert? Denn das Spiel „bewei­sen Sie uns dass Sie nicht zu den Querdenker-Idioten gehö­ren!“ hat wohl schon begonnen.

    1. Der Focus hat einen Liveticker eingerichtet.
      https://www.focus.de/kultur/kino_tv/alle-news-im-ticker-deutsche-schauspielstars-teilen-gegen-corona-politik-aus-liefers-rudert-zurueck_id_13221963.html
      In der Überschrift wird schon Liefers genannt, er hat sich jedoch nur von Querdenken nicht von dem Video distan­ziert. Makatsch ist auch raus. 

      13.42 Uhr: Die Schauspielerin Meret Becker ("Tatort") und ihr Kollege Ken Duken ("Traumfabrik") haben sich von der Videoaktion …
      13.33 Uhr: Schauspieler Ken Duken schrieb bei Instagram, er distan­zie­re sich von rech­tem Gedankengut und rech­ten Ideologien. Die Gefahr, die von der Corona-Pandemie aus­ge­he, sei ihm mehr als bewusst. Er habe sich auch nicht über die Opfer oder ihre Angehörigen lus­tig machen wol­len. "Ich befür­wor­te sinn­vol­le Maßnahmen und eine Impfstrategie. Diese Aktion ist gründ­lich in die Hose gegan­gen. Ich ent­schul­di­ge mich für jeg­li­che Missverständnisse."
      11.38 Uhr: Der SPD-Politiker und WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin hat mit sei­ner Forderung nach schar­fen Konsequenzen für die an der Aktion #alles­dicht­ma­chen betei­lig­ten Schauspieler für Empörung gesorgt. Er hat­te von den zustän­di­gen Gremien der öffent­lich-recht­li­chen Sender ein Ende der Zusammenarbeit mit ihnen verlangt.

      Duin schrieb auf Twitter: „Jan Josef Liefers und Tukur u.a. ver­die­nen sehr viel Geld bei der ARD, sind deren Aushängeschilder. Auch in der Pandemie durf­ten sie ihrer Arbeit z.B. für den ‚Tatort‘ unter bes­tem Schutz nach­ge­hen. Durch ihre undif­fe­ren­zier­te Kritik an ‚den Medien‘ und demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Entscheidungen von Parlament und Regierung leis­ten sie denen Vorschub, die gera­de auch den öffent­lich-recht­li­chen Sendern ger­ne den Garaus machen wol­len. Sie haben sich daher als deren Repräsentanten unmög­lich gemacht.“
      Böhmermann & Schlegl geben auch ihren Senf dazu.

      Ihr Video ist gelöscht: Teilnehmerin Heike Makatsch distan­ziert sich von #alles­dicht­ma­chen

      8.34 Uhr: Heike Makatsch hat auf die schar­fe Kritik von allen Seiten auf #alles­dicht­ma­chen reagiert. Die Schauspielerin, die zunächst bei der Aktion dabei war, hat ihr Video gelöscht und ein Statement auf Instagram verfasst.

      "Ich distan­zie­re mich klar und ein­deu­tig von rech­tem Gedankengut und rech­ten Ideologien. Schon immer. Ohne Frage", schrieb die 49-Jährige. Sie erken­ne die Gefahr, die von Corona aus­geht, wol­le das Leid der Opfer nicht kleinreden.

      Mit ihrem Video habe sie nur an einem kri­ti­schen Diskurs teil­neh­men wol­len. "Wenn ich damit rech­ten Demagogen in die Hände gespielt habe, so bereue ich das zutiefst."

      https://www.instagram.com/p/CN_tVC5nZW9/

      Nach Video zu "#alles­dicht­ma­chen": Liefers distan­ziert sich von Querdenkern

      Freitag, 23. April, 08.22 Uhr: Mit ihrer Kritik an der Corona-Politik unter dem Hashtag #alles­dicht­ma­chen haben Dutzende pro­mi­nen­te Schauspieler Zustimmung, aber auch viel Kritik erfah­ren. Als einer der Beteiligten distan­zier­te sich "Tatort"-Star Jan-Josef Liefers nun klar von Verschwörungstheorien und der Querdenker-Bewegung. "Eine da hin­ein ora­kel­te, auf­kei­men­de Nähe zu Querdenkern u.ä. wei­se ich glas­klar zurück", schrieb der 56-Jährige auf Twitter. "Es gibt im aktu­el­len Spektrum des Bundestages auch kei­ne Partei, der ich fer­ner ste­he, als der AfD. Weil wir gera­de dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte. Punkt."

  8. Entschuldigung, aber im Hinblick auf die Wirkung von Masken gibt es nichts zu glau­ben und eine durch­seuch­te Bevölkerung wäre eine immu­ne Bevölkerung, just sayin'.

  9. Ach,"lieber" Herr Leber, mein Mitleid hält sich in Grenzen. Sie haben doch das Szenario des "Trojanischen Pferdes" von dem für Ihre Zwecke außer­or­dent­lich geeig­ne­ten und Ihnen sicher­lich sehr zuge­ta­nen Herrn Florian Schröder, 8/2020 auf Ihrer Seite.…
    Und dass nicht alle Tatort Kommissare/innen mit­ma­chen wol­len, besagt doch nun mal noch lan­ge nicht, dass sie sich der Meinung Ihro Gnaden anschlie­ßen.…( müssen??!)

  10. Apropos "Leber"-Probleme… auf der see­lisch-geis­ti­gen Ebene ist das unter­drück­te Wut.

    Der Mann wird nicht nur sei­nem Namen gerecht; nun hat er eine Plattform zu "hei­len"!

    Späßle g´macht!! 🙂

  11. Da darf die jun­ge Welt natür­lich auch nicht zurück­ste­hen und haut auch gleich mit drauf: https://is.gd/xe0HUn – und das natür­lich in der bei sol­chen Anlässen übli­chen süf­fi­sant-arro­gan­ten Weise: alle doof – außer uns!

  12. Die Corona-Religion beruht auf Dogmen und bedin­gungs­lo­ser Hingabe und Glauben. Die Dogmen dür­fen nicht hin­ter­fragt wer­den (liegt ja in der Natur der Sache, sie­he Jungfrauengeburt, etc.).
    Wer es den­noch wagt, wird zum Ketzer/Ketzerin.
    Da Ketzer die Religion in Frage stel­len, sind sie eine Gefahr für die Corona-Religion. Sie müs­sen daher zum Schweigen gebracht wer­den. Das ist Aufgabe der Inquisition. Herr Leber ver­steht sich als Inquisitor. Diese Dinge gab es ja schon frü­her, beschrie­ben im "Hexenhammer" von Jakob Sprenger.

  13. Endlich tut sich was auf der Kulturebene. Jeder Schauspieler wird sich bewusst gewe­sen sein, was eine öffent­li­che Verleumdung des Corona-Kults für Folgen haben würde.

    Ich emp­feh­le hier­zu unbe­dingt die deut­sche Übersetzung von C. J. Hopkins` "The Covidian Cult, Part 2" auf 

    https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-covidianer-sekte-teil‑2–21-04–2021/

    zu lesen. Die Leber´s die­ser Welt wird man dort 1:1 wie­der finden.
    C. J. Hopkins ist ein ame­ri­ka­ni­scher Autor, der seit eini­ger Zeit in Berlin lebt.

    1. Die Art wie v.a. Makatsch und Duken ein­ge­knickt sind, ist rückg­rad­los und pein­lich. Mir zeigt das eher, dass sie sich nicht wirk­lich Gedanken gemacht haben. Bei so einer Aktion hät­te ich ein min­des­tens genau­so scharf­sin­ni­ges Statement dazu schon in der Hinterhand gehabt, statt schwam­mi­gem Zurückrudern. Wer sich bei den C‑Opfern ent­schul­digt, ohne auf das mil­lio­nen­fa­che Leid wegen der Maßnahmen bis hin zu Millionen von zusätz­li­chen Hungertoten welt­weit auf­merk­sam zu machen, hat sich schlicht nicht gut informiert.
      Schlau wäre ver­mut­lich auch gewe­sen, eini­ge Videos /Schauspieler nach dem Start der Aktion als "Solidaritätswelle" hin­ter­her zu schie­ben um ein Lauffeuer in Gang zu set­zen. Aber gut, ich fin­de die Aktion den­noch sehr gut und hof­fe, dass es vie­le berührt.

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