Bundesverdienstkreuz für Drosten – was ist das eigentlich?

Bekanntlich wird Christian Drosten von Herrn Steinmeier das Bundesverdienstkreuz erhal­ten. Worum han­delt es sich da eigent­lich?

Auf Wikipedia erfährt man, daß es 1951 vom dama­li­gen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestif­tet wur­de. (Heuss ist der, der 1933 mit vier ande­ren Abgeordneten der Deutschen Staatspartei dem Ermächtigungsgesetz der Nazis zuge­stimmt hat­te. Lediglich die SPD stimm­te dage­gen, die Abgeordneten der KPD waren bereits ver­haf­tet. Nicht nur Heuss, son­dern auch alle ande­ren Vertreter der Deutschen Staatspartei mach­ten in der BRD Karriere.)

»Ende 2010 wur­de bekannt, dass seit Mitte der 1990er Jahre eine nicht öffent­lich gemach­te Abmachung zwi­schen den Bundestagsfraktionen besteht, nach der pro Legislaturperiode 30 Orden unab­hän­gig von tat­säch­li­chen Verdiensten für Abgeordnete des Bundestages ent­spre­chend den Fraktionsstärken reser­viert sind. Der Verfassungsrechtler Herbert von Arnim bezeich­ne­te dies als "abso­lu­te Anmaßung" und "ganz neue Form der Selbstbedienung"…

Jedes Jahr wer­den auf Vorschlag mehr als Tausend Menschen aus­ge­zeich­net. Bis zum 18. Juli 2019 wur­de die Auszeichnung ins­ge­samt 258.515 Mal ver­lie­hen…

Bei eini­gen Beamten, Soldaten und Richtern erfolg­te inzwi­schen eine auto­ma­ti­sche Verleihung bestimm­ter Ordensstufen, sobald die­se aus ihrem Amt aus­schei­den. Das war so bei der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes an den jewei­li­gen Generalinspekteur der Bundeswehr oder bei der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband nach dem Ende der Amtszeit als Richter des Bundesverfassungsgerichts.

Diplomaten, die nach län­ge­rem Aufenthalt ihr Gastland ver­las­sen, erhal­ten ent­spre­chend inter­na­tio­na­ler Gepflogenheit das Bundesverdienstkreuz: So wer­den Botschafter und man­che Militärattachés ohne das sonst bei Ordensverleihungen übli­che Prüfungsverfahren aus­ge­zeich­net. Auch der argen­ti­ni­sche Oberst Juan José Masi, Militärattaché an der argen­ti­ni­schen Botschaft in Bonn von 1977 bis 1980, dem schwe­re Menschenrechtsverletzungen vor­ge­wor­fen wer­den, erhielt auf die­se Weise im März 1981 das Große Bundesverdienstkreuz.

Das Procedere der öffent­li­chen Verleihung ist meist fest­lich gehal­ten, die höchs­ten Auszeichnungsstufen nimmt der amtie­ren­de Bundespräsident per­sön­lich vor. Jede geehr­te Person wird mit eini­gen Angaben über ihr Leben und Wirken vor­ge­stellt.«

Lange Reihe von Verbrechern

Christian Drosten wird in einer Reihe ste­hen mit Ordensträgern wie dem Schah von Persien und sei­nen Frauen, dem nica­ra­gua­ni­schen Diktator Somoza, dem KZ-Baumeister Heinrich Lübke, dem Nazi-Finanzier und Arisierer der Deutschen Bank Hermann Josef Abs, dem Nazi-Richter Hans Filbinger, dem "Blutschande"-Juristen der Nazis Hans Globke, dem NSDAP-Propagandisten Kurt-Georg Kiesinger, um nur eini­ge der beson­ders wider­wär­ti­gen Figuren zu nen­nen.

5 Antworten auf „Bundesverdienstkreuz für Drosten – was ist das eigentlich?“

  1. Danke für die­se Hintergrundinformationen. Dem Schlafbürger wird natür­lich in tages­schau und heu­te­mit­wet­ter­kar­te ver­mit­telt, dass das Bundesverdienstkreuz ein­zig nur hono­ri­ge, höchst­ver­dien­te, intel­li­gen­te, mora­lisch hoch­ste­hen­de Persönlichkeiten aus­zei­chen kön­ne.
    Das Bundesverdienstkreuz wür­de prak­tisch sich in einen stin­ki­gen Furz auf­lö­sen, wenn es der Brust einer unver­dien­ten Person auch nur nahe käme, so wird das Ammenmärchen ver­mit­telt.

    Insbesondere wäre natür­lich auch der Bundesverdienstkreuz-Anhefter nichts als als eine höchst­ver­dien­te hono­ri­ge Person – die deut­sche Staatsbürger in Guantano schmach­ten lies oder Verträge unter­schrieb, die am nächs­ten Tag von der eige­nen Seite schmäh­lich durch einen gewalt­sa­men Putsch gebro­chen wur­den .…

  2. Danke für die Info. Zunächst hat­te ich mich ja noch dar­über auf­ge­regt, dass unser Starvirologe immer noch mehr Hype erfährt, nun sogar von unserm Staat sel­ber. Dank der "Langen Reihe von Verbrechern" macht das Ganze dann doch wie­der Sinn. Und es bleibt mir eigent­lich nur, dem guten Drosten zu gra­tu­lie­ren.

  3. Mit SARS-Coronaviren hat Drosten schein­bar ein Abo auf die­se Auszeichnung.
    Schon 2005 erhielt er sein ers­tes, damals für sei­nen "hohen per­sön­li­chen Einsatz" zur Identifizierung des neu­en SARS-Virus gemein­sam mit Dr. Stefan Günther.

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