corodok-Treffen: neuer Ort

Angesichts der unkla­ren Lage um Demos und Gegenmaßnahmen erscheint es, wie ange­kün­digt, sinn­vol­ler, den Ort des Treffens in ruhi­ge­re Gefilde zu ver­le­gen. Er ist den­noch gut erreich­bar (U‑Bahn U7, Haltestelle Richard-Wagner-Platz, ein­mal umstei­gen aus Richtung Hbf.). Es han­delt sich eben­falls um einen Biergarten, und zwar an der Uferpromenade "Am Spreebord/Ecke Sömmeringstraße" in Charlottenburg. Update: Es geht los um 14 Uhr am 28.8..

Die Parkmöglichkeiten sind deut­lich bes­ser als am Tiergarten, auch für Dauerparkende. Mit dem Auto ist der Ort gut zu errei­chen über die Abfahrt "Spandauer Damm" der A 100. Fußläufig erreich­bar sind meh­re­re gro­ße Supermärkte, in die man sich bei Regen ret­ten und aus denen man sich ggf. selbst ver­sor­gen kann. Es gibt aber auch Sonnenschirme. Der Biergarten geht über in eine Promenade, auf der man sich auch ohne Verzehrzwang nie­der­las­sen kann.

Der Namensgeber des Biergartens Leo von Caprivi

Das Etablissement bezieht sei­nen Namen von der Caprivibrücke, an die er ang­rezt. Zu Caprivi eini­ge von mir nicht über­prüf­te Angaben aus Wikipedia:

»Georg Leo von Caprivi de Caprera de Montecuccoli, ab 1891 Graf von Caprivi de Caprera de Montecuccoli (* 24. Februar 1831 in Charlottenburg; † 6. Februar 1899 auf Gut Skyren bei MessowLandkreis Crossen/OderProvinz Brandenburg), war ein preu­ßi­scher Offizier und von 1890 bis 1894 Nachfolger Otto von Bismarcks als deut­scher Reichskanzler. Seine Amtszeit war außen­po­li­tisch von einer Annäherung an Großbritannien und einer offen­si­ven Handelspolitik geprägt…

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Historiker Robert K. Massie beschreibt ihn zum Zeitpunkt des Regierungsantritts:

„Caprivi, neun­und­fünf­zig, war das Musterbeispiel eines preu­ßi­schen Offiziers. Er führ­te ein spar­ta­ni­sches Leben, hat­te nie gehei­ra­tet, rauch­te nicht, hat­te wenig enge Freunde und weni­ge Feinde. Er las Geschichte und sprach flie­ßend Englisch und Französisch. Seine Bewegungen waren ruhig, sein Benehmen offen und freund­lich, sei­ne Ausdrucksweise verständig.“

… In ver­schie­de­nen Bereichen, etwa in der Sozialpolitik, [wur­den] Reformen ange­kün­digt… Allerdings hat­te die Politik des Ausgleichs kla­re Grenzen; die mon­ar­chi­sche und staat­li­che Autorität soll­te nicht ein­ge­schränkt wer­den. Staatliche Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten etwa im Rahmen des Vereinsrechts wur­den nicht besei­tigt, das Disziplinarrecht gegen­über Beamten wur­de teil­wei­se ver­schärft und mit Blick auf poli­ti­sche Prozesse bewusst kon­ser­va­ti­ve Richter ernannt…

Durch den Verzicht auf eine Erneuerung des Sozialistengesetzes sowie der Ankündigung von Reformen beim preu­ßi­schen Dreiklassenwahlrecht kam er der SPD ent­ge­gen. Allerdings hat­te dies enge Grenzen: Verwaltung, Polizei und Justiz bekämpf­ten auch ohne beson­de­res Gesetz die Sozialdemokraten…

Sturz

Caprivis Stellung war 1893 aus ver­schie­de­nen Gründen geschwächt. Im Reichstag gab es kei­ne sta­bi­le Mehrheit, Preußen war zu einem eigen­stän­di­gen Machtzentrum gewor­den, in der Öffentlichkeit heiz­ten vor allem die Kritiker von Rechts die Stimmung gegen den Kanzler immer mehr an und auch der Kaiser rück­te von sei­nem Kanzler ab.

Das unmit­tel­ba­re Ende der Reichskanzlerschaft Caprivis lös­te die Haltung zur Sozialdemokratie aus. Der Kaiser hat­te sich unter dem Einfluss von Carl Ferdinand von Stumm-Halberg längst von sei­nem anfäng­li­chen sozi­al­po­li­ti­schen Kurs ent­fernt und for­der­te ein Gesetz gegen die „Umsturzparteien“.

[Innenminister] Eulenburg kün­dig­te dar­auf­hin ein Reichsgesetz gegen „revo­lu­tio­nä­re Tendenzen“ an. Es war klar, dass der Reichstag dem Gesetz nicht zustim­men wür­de. Die Folge wären des­sen Auflösung und Neuwahlen gewe­sen. Abzusehen war fer­ner, dass auch ein neu­er Reichstag das Gesetz ableh­nen wür­de. Danach soll­te ein neu­es Wahlgesetz erlas­sen wer­den, das die gewünsch­te Mehrheit sicher­stell­te. Dies war ein Staatsstreichplan von oben. Ganz neben­bei wür­de man so auch Caprivi los­wer­den, der ein Sondergesetz ähn­lich dem Sozialistengesetz nicht mit­tra­gen wür­de. Wilhelm II. mach­te sich die Forderung nach einem Kampf gegen die "Umsturzparteien" zu Eigen. Caprivi stell­te sich dem ent­ge­gen und bot sei­nen Rücktritt an. Der Kaiser ver­such­te zunächst, ihn zu hal­ten und wand­te sich gegen Eulenburg. Dieser aber schaff­te es, Wilhelm II. zu über­zeu­gen, dass Caprivi hin­ter bestimm­ten Veröffentlichungen über Gespräche zwi­schen Kanzler und Kaiser ste­cke. Die Folge war, dass Wilhelm II. am 26. Oktober 1894 sowohl Caprivi als auch Eulenburg ent­ließ…«

36 Antworten auf „corodok-Treffen: neuer Ort

  1. war­um det Janze "into ruhi­ge­re Gefilten" verlegen ?
    DER CORONA-PROTEST DARF NICHT IN EINER RANDLAGE ERFOLGEN, DA DIE MEDIEN JA SOWIESO ALLES TOTSCHWEIGEN, SONDERN ER MUSS MITTENDRIN STATTFINDEN AM BRANDENBURG TOR ODER UNTER DEN LINDEN ODER AM 17. JUNI ODER IM BRUNZEKANZLERAMT BEI ANGIE UNTERM FENSTER.

    1. @aa: Vielleicht soll­ten wir unser Treffen dort­hin verlegen!?
      Je mehr Menschen vor-Ort sind, des­to wir­kungs­vol­ler ist der Protest. Hoffentlich ist das Wetter bes­ser als ange­kün­digt, aber zu gut darf es wider­um auch nicht sein…

      Viele Grüße,
      Der Ösi

      1. @Der Ösi: Es gibt an die­sem Wochenende vie­le Gelegenheiten für Straßenproteste. Gegebenenfalls sind sie recht schnell mit Öffis von dem Ort aus zu errei­chen. Mir ist es aller­dings wich­tig, mit Leuten von die­sem Blog ins Gespräch zu kom­men. Dafür ist der ruhi­ge­re Ort gut.

  2. lei­der, lei­der kann ich am 28.08. doch nicht nach Berlin kommen.
    Ich fän­de es toll, wenn die­ses Treffen öfter mal statt­fin­den könnte.
    z.B. vier­tel­jähr­lich. Würde euch ger­ne kennenlernen.

  3. Wünsche ein gelun­ge­nes, infor­ma­ti­ves und nicht zuletzt gesel­li­ges Corodok-Treffen. Leider kann ich (dies­mal) nicht dabei sein. Ich hof­fe aber – so wie wahr­schein­lich vie­le ande­re auch -, dass sol­che Treffen in Hinkunft noch öfter statt­fin­den werden.

    Grüße aus Wien!

  4. Für mich aus der schwä­bi­schen Provinz ist Berlin zu weit weg. Ich war tat­säch­lich noch nie dort.
    Ich wer­de dar­um lei­der nicht dabei sein.
    Dem Bloghausherren und alle Teilnehmern wün­sche ich ein schö­nes Treffen und ggf. fro­hes demonstrieren.

  5. Ich wür­de ger­ne kom­men, bin aber unsi­cher, weil ich so gut wie nie kommentiere…Kann ich mich trotz­dem als Teil die­ser com­mu­ni­ty betrachten?

    1. NEIN !
      Wer hier kaum etwas von sich gibt, darf höchs­tens als stil­ler Schmuck in einer Ecke dabei sit­zen (als das Mauerblümche).

  6. Ich wäre auch ger­ne zu dem Treffen gekom­men, lei­der hat mir der Senat bzgl. der Übernachtung einen Strich durch die Rechnung gemacht und auf die Schnelle habe ich nichts mehr gefunden. 🙁
    Ich wün­sche trotz­dem allen, die da sind, einen schö­nen Nachmittag.

  7. Danke für das Treffen. Ich hof­fe, ich habe alle glei­cher­ma­ßen ent­äu­schen können 😉 .
    Kommunikation ist ein­fach nicht mein Fach . sry.
    Hat mir trotz­dem Freude berei­tet und Einblicke ver­schaft. Wenn es nicht zu sehr stört, ger­ne wie­der. thx. 🙂

  8. Danke für die Initiative @aa, und dan­ke für all Euer Erscheinen!
    Auch wenn ich mit nur weni­gen sprach, so waren doch die­se Gespräche für mich genau­so ein Mutmacher wie die Tatsache, uns alle dort am Ufer der Spree leib­haf­tig zu sehen!
    Vielleicht kön­nen wir das in nicht all­zu fer­ner Zeit wiederholen. 

    Gerade fand ich die­se psy­cho­lo­gi­sche Analyse der Corona-Hörigkeit (und der Corona-Herrschaft) auf der "Achse des Guten":
    https://www.achgut.com/artikel/corona_als_massenpsychose
    (Darum, ob man "sol­che" Informationskanäle nut­zen sol­le, ging es in den Gesprächen, die ich heu­te im Caprivi füh­ren durf­te, auch. – Das muss jede/r selbst entscheiden.
    Ich plä­die­re wie immer und erst recht in unse­ren Zeiten dafür, undog­ma­tisch zu sein und den Informations- bzw. Argumentationsgehalt eines Textes [Podcasts, wha­te­ver] zu wägen.)
    Die Analyse hal­te ich für klar­sich­tig (in vie­lem frei­lich nicht neu) und – für beklem­mend, nicht nur, weil sie wenig Hoffnung übrig lässt, dass wir jemals aus die­sem Wahnsinn her­aus­kom­men wer­den, son­dern auch, weil sie anspricht, was heu­te auch im Caprivi Gesprächsthema war: Dass es offen, eher wohl zwei­fel­haft ist, ob jemals die gesell­schaft­li­chen 'Spaltungsschäden' wie­der beho­ben wer­den kön­nen, die nun ein­ge­tre­ten sind, soll­te die Menschheit doch noch aus die­sem Irrsinn herausfinden. 

    Herzliche Grüße aus dem Witwesk von
    Corinna

  9. Viele Grüße aus dem Reich des Kaisers von China (Kommie-Dynastie), der Herr Xi, der die Affengrippeshow als Regietheater anlei­er­te und nach wie vor auf­führt und dem alle nach­ei­fern. Allerdings: nach rund 20 "Tests" nach Ankunft (in den Rachen, Nase ver­wei­gert) und 25 Tagen Wegschluss im selbst­be­zahl­ten Hotel (das nun aber die Schule zahlt), kann ich ohne Umstände ein Restaurant besu­chen und den Maulkorb (engl. muz­zle) im Supermarkt auch sofort wie­der able­gen, ohne dass ich von Hygienefaschisten ange­gan­gen wer­de. In mei­ner Schule gibt es kei­nen Maulkorb. Sollte es einen geben, bin ich sofort wie­der weg. Im Zweifel in Sibirien.
    Ich habe schon einen Vertrag in Nanjing aus eben die­sem Grund gekündigt.
    Ich erwäh­ne aber auch, dass ich auf einer Insel bin und also weg vom Schuss der Grippepsychotiker.

    Ich wün­sche einen erquick­li­chen Tag! Freude und gute Witze!

    Ich mei­ne, stel­len Sie sich doch ein­mal vor: Wie dumm muss man sein, um sich gegen eine ver­gleichs­wei­se harm­lo­se Grippe eine Flüssigkeit in den Körper drü­cken las­sen, wenn die Flüssigkeit nach­weis­lich gefähr­lich – zumal, wenn sie direkt in ein zufäl­lig getrof­fe­nes Gefäß gespritzt wird – , und nicht zuge­las­sen ist und wenn die "Wirksamkeit" (gegen den Schnupfen!) auch schon mehr als in Rede steht? Wie dumm? 10 von 10? Oder anders gefragt: Für wie dumm hal­ten die Grippeaffen die Leute?

    https://www.achgut.com/artikel/die_vertuschungs_spirale

  10. Gerne wäre ich dazu gekom­men. Es hat lei­der nicht geklappt 3 Voraussetzungen unter einen Hut zu brin­gen, um star­ten zu kön­nen. Immer hat sich eins gesperrt. So bin ich nicht mal bis Berlin gekommen.
    Nachdem ich ges­tern den Tag in frus­ti­gem Trotz ohne digi­ta­le Endgeräte ver­bracht habe, möch­te ich heu­te noch kund­tun, dass ich nicht aus Desinteresse fern geblie­ben bin. Im Gegenteil, mich hat­te gera­de die Möglichkeit des 'ana­lo­gen' Austauschs beson­ders gereizt nach B. zu kom­men. Zusätzlich zu der Tatsache, mit mei­ner Teilnahme an uner­wünsch­tem Protest ein klei­nes Sandkorn im Getriebe des Machtapparates sein zu kön­nen. Nun hat bei­des nicht geklappt und ich bin trau­rig genug darüber.
    Damit muß ich auch erst­mal mei­nen Dank an den Blogbetreiber wie­der nur digi­tal zum Ausdruck brin­gen, ob der Möglichkeit, die er geschaf­fen hat­te, der Mühe, der er sich unter­zo­gen hat, um das auf die Beine zu stellen.
    Also, vie­len Dank, lie­ber Arthur. Ich hät­te dich und die ande­ren ger­ne ken­nen gelernt und hof­fe, das wird nicht die letz­te Chance dazu gewe­sen sein.
    Und natür­lich hof­fe ich des wei­te­ren, dass alle die­ses Wochenende heil über­stan­den haben. Und damit, wie ich es aus "alter Zeit" noch ken­ne: Venceremos!

  11. Hallo Artur (@aa),
    hast Du mein eMail mit dem Betreff "Zwei Wiener, zurück in Wien", das ich Dir heu­te Vormittag geschickt hat­te, erhalten?

    Übrigens… am zwei­ten Demotag wur­de uns die gro­ße Ehre zu Theil Herrn Reitschuster per­sön­lich ken­nen zu ler­nen! Er war gera­de mit einer Live Reportage beschäf­tigt, als wir ihn anspra­chen. In dem Video davon hör­te man in Minute 3:45 wie wir uns vor­stell­ten: https://www.youtube.com/watch?v=b3FcEVY9vAY 😀

    Liebe Grüße,
    Walter aka Der Ösi

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