"Corona-Prämie": Vivantes und Charité erhalten dickste Batzen

Auf dem Portal "BibliomedManager. Das Portal für Entscheider im Krankenhaus" ist zu erfah­ren, wel­che Krankenhäuser von der "Corona-Prämie" der Krankenkassen pro­fi­tie­ren. Bei wem die Gelder tat­säch­lich ankom­men, ist offen.

»Der Bund hat­te die Krankenkassen mit dem Krankenhaus­zukunftsgesetz (KHZG) ver­pflich­tet, 100 Millionen Euro für eine "Corona-Prämie" bereit­zu­stel­len. Das Geld sol­len die Kliniken an aus­ge­wähl­te Mitarbeiter ver­tei­len. Welche Kliniken anspruchs­be­rech­tigt sind und wie viel Geld sie krie­gen, hat nun das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ver­öf­fent­licht. Anspruch haben Kliniken, die zwi­schen Januar und Mai 2020 bei der Behandlung von Covid-19-Patienten beson­ders viel geleis­tet haben. Die Liste und eine kur­ze Einführung in die Methodik hat das Institut zum Download gestellt.

Anspruchsberechtigt sind dem­nach 433 Kliniken. Das Prämiengeld vari­iert von knapp 50.000 bis zu über einer Million Euro pro Klinik. Maximalversorger und Unikliniken erhal­ten in der Regel zwi­schen 400.000 und 800.000 Euro. Am meis­ten Geld erhält der kom­mu­na­le Klinikkonzern Vivantes aus Berlin mit über 2,2 Million Euro, gefolgt von der Berliner Charité mit 1,3 Millionen Euro.

Nun müs­sen Kliniken das Geld bean­tra­gen und mit ihren Mitarbeitervertretern aus­han­deln, wel­che Berufsgruppen wie viel Geld bekom­men. Das dürf­te hei­kel wer­den, da das Geld nicht für alle reicht. Spannend dürf­te in dem Zusammenhang auch sein, wel­che Länder – und wel­che Träger – bereit sind, die Prämie auf­zu­sto­cken. Sollte kein zusätz­li­ches Geld kom­men, rät die Gewerkschaft Verdi den Betriebsräten zur Zurückhaltung bei der Prämienverhandlung.«

Warum sich Personalräte und Gewerkschaft nicht den Schwarzen Peter beim Verteilungsspiel mit unzu­rei­chen­den Nasenprämien zuschie­ben lassen:

»„Die Prämie ist eine knaus­ri­ge Lösung, da kann man ein­fach nur ver­lie­ren. Es ist eine extrem unan­ge­neh­me Situation, in die uns das Ministerium gebracht hat und es ist schwer, das in der Belegschaft zu ver­mit­teln“, bemerkt etwa Lena Mayr, Personalratsvorsitzende der Uniklinik Tübingen. Die Klinik hat 10.500 Mitarbeiter und etwa 3.500 Pflegekräfte. „Wir haben das Land Baden-Württemberg und die Geschäftsführung deut­lich auf­ge­for­dert, die­sen Betrag auf­zu­sto­cken, sonst wird es für uns schwie­rig, an einer Lösung mit­zu­ar­bei­ten.“«

Eine Antwort auf „"Corona-Prämie": Vivantes und Charité erhalten dickste Batzen“

  1. Die Uniklinik Tübingen soll­te aus mei­ner per­sön­li­chen Sicht fol­gen­der­ma­ßen vor­ge­hen: Sie teilt das gesam­te zur Verfügung gestell­te Geld durch die Anzahl der sämt­li­chen Mitarbeiter. D.h. für jeden Mitarbeiter wird in jedem Fall der glei­che Betrag vor­ge­se­hen. Dann schreibt sie alle Mitarbeiter mit einem per­sön­li­chen Anschreiben incl. Rückantwortbogen an und teilt dar­in den (Mindest-) Anspruch für jeden Mitarbeiter mit. Jeder Mitarbeiter kreuzt dann auf dem Antwortschreiben an, ob er das Geld in Anspruch neh­men möch­te oder nicht (plus Unterschrift). Die Antwort wird in einem ver­schlos­se­nen Umschlag in im Hause bereit­ge­stell­te "Briefkästen" ein­ge­wor­fen. Einsendeschluss ist z.B. nach drei Wochen. Dann wird aus­ge­zählt, wie vie­le Mitarbeiter frei­wil­lig ver­zich­ten wol­len. Dadurch erhöht sich der Betrag für jeden ande­ren Mitarbeiter, der das Geld tat­säch­lich haben möch­te. Dann wird von der Personalverwaltung die Auszahlung an die rück­ge­mel­de­ten Mitarbeiter mit der Gehaltsabrechnung ent­spre­chend vorgenommen.

    Diese Verteilung wäre streng demo­kra­tisch, fair und geheim. Sie wür­de aber gleich­zei­tig auto­ma­tisch die Dummheit und Undankbarkeit der Politiker offen­ba­ren, wenn damit jedem Mitarbeiter nur ein "Kleckerbetrag" von z.B. 35 € zuge­spro­chen wird. 

    Und rich­tig inter­es­sant wird das Experiment, wenn plötz­lich z.B. eine ein­zi­ge Putzfrau das gesam­te zur Verfügung ste­hen­de Geld aus­ge­zahlt bekommt, weil alle ande­ren ver­zich­tet haben 😉

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