Cycling und Recycling der SARS-CoV-PCR

Der Test, der die Basis für COVID-19 und alle dar­aus ent­ste­hen­den Konsequenzen bil­det, ist die Polymerase-Kettenreaktion. Erfunden hat die­se Methode der US-Amerikaner Kary Mullis, der sei­ne Geschichte so erzähl­te:

„Es war ein Geistesblitz — bei Nacht, unter­wegs auf einer mond­be­schie­ne­nen Bergstraße, an einem Freitag im April 1983. Ich fuhr gemäch­lich mit mei­nem Wagen zu den Mammutbaumwäldern im Norden Kaliforniens, als aus einem unglaub­li­chen Zusammentreffen von Zufällen, Naivität und glück­li­chen Irrtümern plötz­lich die Eingebung kam: zu jenem Genkopierverfahren, das heu­te als Polymerase-Kettenreaktion (eng­lisch poly­me­ra­se chain reac­tion oder kurz PCR) bekannt ist.
Ausgehend von einem ein­zi­gen Molekül der Erbsubstanz DNA kann man damit an einem Nachmittag 100 Milliarden Kopien des gewünsch­ten Abschnitts erzeu­gen — und alles ohne gro­ßen Aufwand: Man braucht nur ein Reagenzglas, ein paar Zutaten und eine Wärmequelle. Die zu kopie­ren­de DNA muss nicht ein­mal in gerei­nig­ter Form vor­lie­gen; ein Quentchen davon in einem hoch­kom­pli­zier­ten Gemisch bio­lo­gi­scher Substanzen genügt. Sie kann aus der Gewebeprobe eines Kranken stam­men, aber auch aus einem ein­zi­gen mensch­li­chen Haar, einem ein­ge­trock­ne­ten Blutstropfen am Ort einer Gewalttat, einem mumi­fi­zier­ten Gehirn oder einem 40000 Jahre alten Mammut, das im Dauerfrostboden leid­lich kon­ser­viert wor­den ist.“ [1]

In einem Satz die­ser Erzählung sind wesent­li­che Eigenschaften der PCR genannt: Es reicht ein Minimum an Ausgangsmaterial und die Methode ist eine gewal­ti­ge Vervielfältigungsmaschine. Kurz gesagt lässt sich damit die sprich­wört­li­che Stecknadel im Heuhaufen fin­den, kon­kret ein ein­zi­ges Molekül in einer Probe. In eini­gen Stunden lässt es sich um den Faktor 100.000.000.000 ver­viel­fäl­ti­gen – genau genom­men ist es ein Abschnitt davon, von dem aus auf die Anwesenheit des gan­zen Moleküls rück­ge­schlos­sen wird. Kary Mullis erhielt für sei­nen Geniestreich 1993 den Nobelpreis.

Die PCR und die Bedeutung der Zyklen

Die Erbsubstanz DNA liegt in den Zellkernen von Tieren, Pflanzen und Pilzen als spi­ra­lig gedreh­ter Doppelstrang vor. Diese Doppelhelix, deren Entdeckung eben­falls mit dem Nobelpreis aus­ge­zeich­net wur­de, ist sche­ma­tisch in der Abbildung zu sehen [2]. Sie ist die mate­ri­el­le Grundlage der Gene und ent­hält alle Informationen über einen Organismus. DNA ist die Abkürzung von deoxy­ri­bonucleic acid, auf deutsch Desoxyribonukleinsäure, das ist eine „Kernsäure“ (von nucleus = Kern) mit dem Zucker Desoxyribose.

Entscheidend ist dabei die Anordnung von vier Bausteinen, den Nukleotiden (in der Abbildung mit Blauanteil waa­ge­recht zwi­schen den bei­den Rückgratsträngen). Sie sind neben­ein­an­der am Rückgratstrang auf­ge­reiht und jedes Nukleotid ver­bin­det sich mit einem ande­ren Nukleotid am gegen­über­lie­gen­den Strang. Dabei ist als Verbindung nur mög­lich: Adenin mit Thymin, Guanin mit Cytosin.Strukturmodell einer DNA-Helix in B-Konformation (Animation). Die Stickstoff (blau) enthaltenden Nukleinbasen liegen waagrecht zwischen zwei Rückgratsträngen, welche sehr reich an Sauerstoff (rot) sind. Kohlenstoffatome sind grün dargestellt. Wasserstoff: weiß, Phosphor: orange

Die Nukleotide mit den Abkürzungen A, T, G, C sind in zusam­men gehö­ren­den Abschnitten – den Genen – orga­ni­siert und defi­nie­ren, wel­cher Proteine schließ­lich dar­aus ent­ste­hen: bei­spiels­wei­se Enzyme für den Stoffwechsel, Antikörper für die Immunantwort, Strukturproteine wie Collagen für Bindegewebe oder Haare. Übrigens syn­the­ti­sie­ren Sie gera­de diver­se Proteine, wäh­rend Sie die­sen Text lesen.

(Bei der PCR, die für die Suche nach SARS-CoV‑2 ange­wandt wird, ist ein zusätz­li­cher Vorbereitungsschritt nötig. Die Erbsubstanz des Virus besteht nicht aus DNA, son­dern aus einer ähn­li­chen Substanz, der RNA = Ribonukleinsäure. Da die Polymerase aber nur mit DNA funk­tio­niert, muss die Virus-RNA erst in DNA „umge­schrie­ben“ wer­den, dann kann die PCR star­ten.)

Zur Zellvermehrung durch Teilung – auch Ihre Zellen tei­len sich gera­de wäh­rend des Lesens – öff­net sich der DNA-Doppelstrang und wird durch das Enzym Polymerase ver­dop­pelt, indem an die Nukleotide jedes Stranges die dazu­ge­hö­ren­den Pendants ange­baut wer­den: C an G, G an C, A an T, T an A. So ent­ste­hen zwei iden­ti­sche Doppelstränge, von denen je einer in die bei­den neu ent­stan­de­nen Zellen wan­dert.

Die Polymerase ver­dop­pelt die DNA auch bei Durchführung der PCR, sie ermög­licht die Polymerase-Kettenreaktion, die in Zyklen (cycles, C) abläuft. Die Doppelstrang-DNA wird dabei zunächst durch Erhitzen auf über 90°C in zwei Einzelstränge getrennt. Wenn dann die Polymerase und die vier Nukleotide als Baumaterial in aus­rei­chen­der Menge vor­han­den sind, ver­bin­den sich bei Absenkung der Temperatur auf unter 60°C die Basenpaare C‑G und A‑T, das Ergebnis ist die Verdoppelung des Ausgangsmaterials.

Da man aber nicht ein gan­zes Gen, son­dern nur einen Abschnitt eines Gens mit der PCR ver­viel­fäl­ti­gen kann, sucht man sich einen inter­es­sie­ren­den Abschnitt dar­auf aus. Um die Polymerase an genau die­sem Abschnitt begin­nen zu las­sen, defi­niert man den Startpunkt durch den „Primer“und führt die Reaktion im Thermocycler durch: Erhitzen, Abkühlen, Erhitzen, Abkühlen … Die ent­stan­de­ne DNA sieht man nicht direkt, son­dern über einen Fluoreszenz-Farbstoff, des­sen Intensität gemes­sen wird.

Die DNA in der Probe wird in jedem Arbeitsschritt ver­dop­pelt, der Anstieg ist expo­nen­ti­ell. Wenn man von einem ein­zi­gen Genabschnitt aus­geht, hat man nach einem Zyklus schon zwei davon und da in jedem Zyklus wei­ter ver­dop­pelt wird, hat man nach:

10 Zyklen = 1.024 = ca. 1 Tausend
20 Zyklen = 1.048.576 = ca. 1 Million
30 Zyklen = 1.073.741.824 = ca. 1 Milliarde
35 Zyklen = 34.359.738.368
40 Zyklen = 1.099.511.627.776 = ca. 1 Billion
45 Zyklen = 35.184.372.088.832
50 Zyklen = 1.125.899.906.842.624 = ca. 1 Billiarde

Die ent­schei­den­de Frage ist: wann hört man auf? Die PCR lie­fert kei­ne abge­grenz­ten Ergebnisse in JA oder NEIN, son­dern es gibt erst einen Bereich ohne Reaktion, in dem noch kein Farbstoff gemes­sen wird, dann gibt es einen Zwischenbereich, in denen mehr oder weni­ger der Anstieg des Farbstoffs zu beob­ach­ten ist, bis die Kurve frü­her oder spä­ter ein Plateau erreicht.

Es muss begrün­det wer­den, bei wel­cher Anzahl von Zyklen man ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Ergebnis bekommt, das nicht in den Messbereich fällt, in dem es aus tech­ni­schen Gründen Störsignale und unspe­zi­fi­sche Reaktionen gibt, also imma­nent falsch-posi­ti­ve Ergebnisse. Außerdem muss es einen Bezug zur kli­ni­schen Relevanz geben, und da kann es nicht um das bedeu­tungs­lo­se Auffinden der „Nadel im Heuhaufen“ gehen. Eine rei­ne Festlegung reicht nicht aus, das muss nach­voll­zieh­bar bestimmt wer­den, die Begründung für die Obergrenze muss also ver­nünf­tig und ver­bind­lich sein. Der Kanadier David Crowe brach­te das Problem so auf den Punkt:

„Also, wenn man bei 20 auf­hö­ren wür­de, wäre jeder nega­tiv. Würde man bei 50 auf­hö­ren, könn­te jeder posi­tiv sein.” [3]

45 Zyklen: Drosten und die Weltgesundheitsorganisation

Die maxi­ma­le Obergrenze von 45 Zyklen ist bei den Berlinern Christian Drosten (Charité) und Olfert Landt (TIB Molbiol) zu fin­den. Das ist von beson­de­rer Bedeutung, da sie den Test ent­wi­ckelt haben und durch­füh­ren bzw. pro­du­zie­ren, vor allem aber, da sie zusam­men mit eini­gen ande­ren Autoren die PCR-Anleitungen ver­fasst haben, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO über­nom­men wur­den.

Von ihnen stammt also der „Workflow“ als Vorlage für die gan­ze Welt, den sie mit einer rasan­ten Geschwindigkeit zusam­men­ge­stellt haben, was durch die Virologie ohne Virus und sogar ohne Gensequenz ermög­licht wur­de:

„In der ers­ten Januarwoche tauch­ten Berichte auf, dass eine mys­te­riö­se neue Lungenentzündung Dutzende Menschen in China befal­len hat. […]
Tausende Meilen davon ent­fernt, in Berlin, war der deut­sche Wissenschaftler Olfert Landt schon im Alarmzustand. Seit 30 Jahren arbei­te­te er an der Diagnose neu ent­stan­de­ner Krankheiten ein­schließ­lich des Schweren aku­ten respi­ra­to­ri­schen Syndroms (SARS). Er woll­te ein Testkit machen, um Ärzten bei der Diagnose der Krankheit zu hel­fen – und er woll­te es schnell machen. Normalerweise war­ten Virologen, bis das gene­ti­sche Material eines Virus sequen­ziert ist, um mit der Arbeit am Tests zu begin­nen. Dieses Mal began­nen Landt und sei­ne 30 Mitglieder star­ke Firma TIB Molbiol früh. Bis zum 9. Januar hat­ten sie ihr ers­tes Testkit fer­tig, wobei sie SARS und ande­re Coronaviren als Referenz ver­wen­det haben. Zusammen mit Wissenschaftlern eines Universitätskrankenhauses vor Ort ent­warf er drei Kits. Das bedeu­te­te, daß sie dann das am bes­ten funk­tio­nie­ren­de her­aus­su­chen könn­ten, sobald die Sequenz ver­öf­fent­licht wür­de.
Am 11. Januar schick­te Landt sein Kit an Taiwans Centers for Disease Control und die Diagnostika-Firma Roche in Hongkong. Er wuss­te nicht sicher, daß es funk­tio­nie­ren wür­de und hat­te noch nicht ein­mal Instruktionen vor­be­rei­tet.
Während des Wochenendes arbei­te­te er eine Anleitung aus und schick­te sie per Email. ‚Wir sag­ten, hört zu, ihr habt sechs Röhrchen ohne Instruktionen,‘ erin­nert er sich. ‚Gebt sie dem Testlabor, Ihr könnt Patienten damit tes­ten.‘
Am Ende war der Test, den er hin­ge­schickt hat­te, per­fekt. Am 17. Januar publi­zier­te die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Landts Protokoll online und mach­te es zum ers­ten Test, der von der Organisation geteilt wur­de.“ [4]

Die WHO und Offizielle aus China ver­kün­de­ten am 9. Januar, die Ursache für die Erkrankungen sei ein neu­es Coronavirus, da war das Testkit schon fer­tig. Während des Wochenendes am 11./12. Januar, als Landts Päckchen nach Asien unter­wegs war, wur­de die RNA-Sequenz des Virus von chi­ne­si­schen Gesundheitsbehörden bekannt­ge­ge­ben. [5] Zu die­sem Zeitpunkt gab es aller­dings kei­ne Patienten in Taiwan und Hongkong, die mit dem Drosten/Landt-Test hät­ten getes­tet wer­den kön­nen, denn die ers­ten wur­den erst am 21. bzw. 22. Januar gemel­det. [6,7]

Da die Schnelligkeit in dem Bericht so her­vor­ge­ho­ben wird, ist noch selt­sa­mer, dass die ers­te Version des Drosten/Landt-Protokolls über die PCR zum dia­gnos­ti­schen Nachweis „des Wuhan Coronavirus 2019“ uner­wähnt blieb, die von der WHO am 13. Januar online gestellt wur­de. Darin gab es die Anleitung für Genabschnitte aus dem E‑Gen sowie dem RdRp- und dem N‑Gen. [8] Am 17. Januar folg­te eine modi­fi­zier­te Version zum dia­gnos­ti­schen Nachweis „von 2019-nCoV“ dies­mal mit dem E‑Gen und zwei Abschnitten des RdRp-Gens. Und immer sind für jeden Schritt 45 Zyklen vor­ge­se­hen [9].

40 Zyklen: Der Erfinder und der Standard

Im Eingangszitat hat Kary Mullis von „100 Milliarden Kopien“ gespro­chen, die inner­halb eines Nachmittags aus „einem Molekül der Erbsubstanz DNA“ durch die PCR ent­ste­hen kön­nen – das ent­spricht etwa 37 PCR-Zyklen. Für ihn waren 40 Zyklen das Maximum:

Anzahl der Zyklen
Die opti­ma­le Anzahl der Zyklen wird haupt­säch­lich von der Anfangskonzentration der Ziel-DNA abhän­gen, wenn ande­re Parameter opti­miert wer­den. Ein häu­fi­ger Fehler ist die Durchführung zu vie­ler Zyklen. Um Kary Mullis zu zitie­ren: ‚Wenn du mehr als 40 Zyklen machen musst, um ein ein­mal vor­lie­gen­des Gen zu ver­viel­fäl­ti­gen [to ampli­fy a sin­gle copy gene] , ist etwas ernst­haft falsch mit dei­ner PCR.‘ Zu vie­le Zyklen kön­nen die Menge und Komplexität nicht spe­zi­fi­scher Hintergrundprodukte erhö­hen (s. Plateau-Effekt).“ [10]

Für die vor­schrifts­mä­ßi­ge Durchführung und Auswertung gibt es die „MIQE Guidelines“ (Minimum Information for Publication of Quantitative Real-Time PCR Experiments) von Stephen Bustin et al.:

Cq-Werte >40 [d.h. mehr als 40 Zyklen] sind wegen der gerin­gen Spezifität suspekt und soll­ten gene­rell nicht berich­tet wer­den; trotz­dem ist die Verwendung sol­cher will­kür­li­cher Cq-Obergrenzen nicht ide­al, da sie ent­we­der zu nied­rig (und vali­de Ergebnisse aus­schlie­ßen) oder zu hoch (und falsch-posi­ti­ve Ergebnisse stei­gern) sind.“ [11]

In einem Interview mit David Crowe ging Bustin sogar noch wei­ter und sag­te, „dass die Zyklen wahr­schein­lich auf 35 begrenzt wer­den soll­ten.“ [12]

Hauptsache posi­tiv?

45 Zyklen im Vergleich zur all­ge­mein gül­ti­gen – und wohl nicht ein­mal opti­ma­len – Obergrenze von 40 bedeu­tet bei einem Ausgangspunkt von einem Gen die Produktion von 35 Billionen statt 1 Billion Kopien. Selbstverständlich ken­nen die Autoren der WHO-Richtlinien vom Januar die­se Aussagen und Vorschriften, min­des­tens auf Christian Drosten und Olfert Landt trifft das sicher zu, denn das sind die Grundlagen ihrer Arbeit. Warum aber haben sie sich dazu ent­schlos­sen, sich über die Vorgaben hin­weg­zu­set­zen?

Möglicherweise woll­ten sie nicht, daß sich die Probleme von SARS 2003 – also dem direk­ten Vorläufer von COVID-19 – wie­der­ho­len, daß es zu weni­ge Positive gibt. Das führ­te damals zu öffent­lich und sogar inter­na­tio­nal geäu­ßer­ten Zweifeln:

„Sie konn­ten bis jetzt das neue Coronavirus nur in 40 Prozent aller mut­maß­li­chen SARS-Patienten fin­den. Allerdings gelang es ihnen, das Virus in eini­gen Gesunden aus der Kontrollgruppe nach­zu­wei­sen. In einer wei­te­ren Gruppe von 250 Patienten fan­den sie bei 20 Prozent der Proben einen Antikörper gegen das Koronavirus [sic]. Angesichts die­ser Ergebnisse zeig­te sich der Leiter der Kanadischen Forschergruppe Frank Plummer ‚über­rascht‘ und mel­de­te Zweifel an, ob das neue Coronavirus wirk­lich die Ursache für SARS ist.“ [13]

Frank Plummer war Direktor von Kanadas National Microbiology Laboratory in Winnipeg. Dieses Labor war eines von 11 Forschungslaboren, die zum SARS-Netzwerk der WHO gehör­ten.

„Kanada ist das west­li­che Land, das am schwers­ten von SARS betrof­fen war […]. Es hat 190 SARS-Fälle in zwei Wellen und 11 Todesfälle gese­hen. […] ‚Natürlich ist die SARS-Definition etwas locker,‘ sag­te Plummer, ‚aber vie­le der Fälle in Toronto sind epi­de­mio­lo­gisch ver­bun­den und wir fin­den her­aus, daß eini­ge der am bes­ten cha­rak­te­ri­sier­ten Fälle nega­tiv sind. Das ist also ver­wir­rend. Wie auch die Tatsache, daß die Virusmengen, wenn wir sie fin­den, sehr gering sind – nach­weis­bar nur mit einer sehr sen­si­ti­ven PCR. […] Das Coronavirus könn­te die Ursache sein – aber ich bin nicht beein­druckt,‘ sag­te er. Basierend auf den kana­di­schen Daten ‚erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, SARS zu haben mit Virus um das Doppelte – ver­gli­chen zur Virusfreiheit.‘“ [14]

Das waren schwer­wie­gen­de Gründe, vor­ge­tra­gen im April 2003 von einem direkt betei­lig­ten renom­mier­ten Wissenschaftler. Auch in Deutschland sah die Datenlage ähn­lich aus. Herbert Schmitz war 2003 Professor am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin BNI, Drostens dama­li­ger Wirkungsstätte:

„In Kanada haben die Ärzte das Virus tat­säch­lich nur in 40 Prozent der Fälle gefun­den. Jetzt fragt man sich, was bei dem Rest ist. In Hongkong gras­siert bei­spiels­wei­se der­zeit eine Influenza, die genau die­sel­ben Symptome her­vor­ruft. Das wird nicht rich­tig aus­ein­an­der gehal­ten. […] Alle Zahlen sind sehr wacke­lig und müss­ten drin­gend berei­nigt wer­den. Ein Beispiel: In Deutschland wur­den bis­her sie­ben SARS-Fälle gemel­det. Das Corona-Virus haben wir aber nur in drei von ihnen nach­wei­sen kön­nen. Da geht irgend­was nicht zusam­men. [Woran liegt das?] Vor allem dar­an, dass die SARS-Definition sehr schwam­mig ist, die Corona-Labor-Diagnostik hin­ge­gen sehr strikt.“ [15]

Und wenn die Daten auch noch so sehr Grund für erheb­li­che Zweifel auch am Test boten, ent­schied man sich am BNI für eine ande­re Sichtweise als Plummer, viel­leicht auch, weil Drostens PCR ein Glücksfall für das Institut und die damit ver­bun­de­ne artus GmbH war. [16] Ohnehin hat­te man sich schon im März auf SARS-CoV‑1, wie jetzt die Bezeichnung lau­tet, fest­ge­legt: nicht nur Drosten und das BNI, son­dern unter ande­rem auch die US-ame­ri­ka­ni­schen Centers for Disease Control and Prevention CDC, die WHO. Außerdem war SARS im Mai 2003 vor­bei. [17]

Diese SARS-PCR war für Drosten und Landt der Beginn einer bis jetzt andau­ern­den über­aus gewinn­brin­gen­den Zusammenarbeit, die bei­den waren seit­dem an jeder Influenza-Panik (Vogelgrippe, Schweinegrippe) und an meh­re­ren klei­ne­ren Ereignissen wie MERS und Zika betei­ligt. [18] Landt konn­te sich ein mil­lio­nen­schwe­res Firmenimperium auf­bau­en, das zu einem gewich­ti­gen Teil aus Immobilien besteht. [19] Drosten erhielt für SARS diver­se Preise aus der Pharmaindustrie sowie das Bundesverdienstkreuz, wur­de ohne Habilitation und mög­li­cher­wei­se ohne Promotion [20] zum Professor. Das war aber noch gar nichts ver­gli­chen mit 2020.

PCR-Recycling

Im Januar 2020 haben Drosten und Landt ihre alten SARS-CoV-1-Daten wie­der her­vor­ge­holt, rasant und ohne Virus einen Test dar­aus gemacht und die Anleitung mit den 45 Zyklen an die WHO geschickt. Einige Tage danach wur­de das Protokoll ein wenig modi­fi­ziert, aber die­ser Test auf SARS-CoV‑2 ist so sehr SARS-CoV‑1, dass des­sen Virus-RNA sogar als Positivkontrolle ver­wen­det wer­den kann. [8,9]

Bei einer der­ma­ßen gro­ßen Übereinstimmung die­ser bei­den Viren ver­wun­dert es, daß sie sich bio­lo­gisch so unter­schied­lich ver­hal­ten sol­len, wie Jonas Schmidt-Chanasit vom BNI beschrieb:

„Sie wis­sen ja, dass das Virus sehr, sehr eng mit dem alten SARS-Virus ver­wandt ist. Das alte SARS-Virus hat aber sozu­sa­gen, was die Verbreitung betrifft, eine ganz ande­re Dynamik. Es wur­de ja nur von Kranken in Krankenhäusern letzt­end­lich über­tra­gen, das heißt eine viel ein­fa­che­re Möglichkeit der Eindämmung. Das ist eben bei dem neu­en SARS-Coronavirus anders, obwohl es ganz eng mit dem alten SARS-Virus ver­wandt ist. Das ist für mich schon sehr fas­zi­nie­rend, dass so zwei eng ver­wand­te Viren eine kom­plett ande­re Ausbreitungsdynamik haben, die prä­sym­pto­ma­ti­sche oder asym­pto­ma­ti­sche Übertragung spielt ja beim neu­en SARS-Coronavirus eine nicht uner­heb­li­che Rolle. Das ist ja der ent­schei­den­de Faktor, dass es über­haupt zu einer Pandemie gekom­men ist, eben die­se stil­le Verbreitung. Es ist eine stil­le Pandemie qua­si, ein Krebsgeschwür, was sich lang­sam aus­brei­tet, auch in Deutschland. Darum haben wir ja jetzt auch die Fälle, die in der Fläche ver­stärkt statt­fin­den, das ist genau der kri­ti­sche Punkt.“ [21]

Bevor man auf die­ser Ebene lan­ge ergeb­nis­los her­um­rät­selt, soll­te man bes­ser woan­ders suchen. Dann näm­lich stellt man fest, daß es die Definition ver­bun­den mit dem Test ist, die den Unterschied macht. 2003 gab es ein Geschehen, das sich durch die völ­lig ande­re Definition selbst begrenz­te und schließ­lich been­de­te – es wur­de eine epi­de­mio­lo­gi­sche Verbindung gefor­dert und es gab kei­ne Test-posi­ti­ven ohne Symptome, da man als Symptomloser nicht getes­tet wur­de. Für einen Test kam also nur ein sehr klei­ner Personenkreis in Frage und ohne sym­ptom­lo­se Test-posi­ti­ve kann dann auch kei­ne asym­pto­ma­ti­sche Übertragung kon­stru­iert wer­den. [22] 2020 dage­gen gibt es für die Testung kei­ne ent­spre­chen Vorbedingungen, jetzt sind also alle poten­ti­el­le PCR-Kandidaten, even­tu­ell sogar mehr­mals.

Zudem ist es jetzt allein der posi­ti­ve Test, durch den man laut Definition zum Fall wird, und zwar mit pas­sen­den, unpas­sen­den, feh­len­den, unbe­kann­ten Symptomen. [17] Jetzt ist der Test das allei­ni­ge Kriterium, wäh­rend er 2003 erst spät eine unter­ge­ord­ne­te Rolle in der Definition spiel­te. Vermutlich wäre die aktu­el­le Pandemie schon lan­ge vor­bei, wenn die WHO-Definition von 2003 mit der völ­lig ande­ren Gewichtung jetzt in Kraft wäre. Stattdessen wur­den in Deutschland mitt­ler­wei­le weit über 10 Millionen Tests durch­ge­führt, die aller­meis­ten an sym­ptom­lo­sen Menschen, also Gesunden, die allein durch eine posi­ti­ve PCR zum „Fall“ wer­den kön­nen.

Offizielle Angaben über den Anteil falsch-posi­ti­ver Ergebnisse an die­sen Tests exis­tie­ren nicht und auf ent­spre­chen­de Anfragen kommt vom Robert-Koch-Institut RKI nur eine sehr aus­wei­chen­de Antwort, das Bundesministerium für Gesundheit ant­wor­tet unter erheb­li­cher Fristüberschreitung gar nicht. [23] So kön­nen nur begrün­de­te Mutmaßungen ange­stellt wer­den: bei einer guten Spezifität von 99% wären es über 100.000. [24]

Leider muss die Frage unbe­ant­wor­tet blei­ben, was Plummer zu der jet­zi­gen Situation gesagt hät­te, denn er ist im ver­gan­ge­nen Februar gestor­ben. Eine wei­te­re Frage ist: Wie konn­te so ein nicht den Qualitätsstandards ent­spre­chen­der „Workflow“ bei der WHO akzep­tiert wer­den, wo man wis­sen muss­te, daß das die Einladung für falsch-posi­ti­ve Resultate ist?

35 oder 30 Zyklen – oder 20?

Im August 2020 ist ein Artikel in der New York Times erschie­nen, in dem das Problem der Zyklenzahl end­lich einer brei­ten Öffentlichkeit gegen­über wenigs­tens the­ma­ti­siert, wenn auch nicht hin­rei­chend ana­ly­siert wur­de. Es wer­den Äußerungen vor­ge­bracht wie die­se einer Virologin: „‚Jeder Test mit einer Obergrenze von mehr als 35 Zyklen ist zu emp­find­lich. […] Ich bin scho­ckiert, daß Leute den­ken, 40 könn­te ein posi­ti­ves Ergebnis geben.‘ […] Eine ver­nünf­ti­ge­re Obergrenze wäre zwi­schen 30 und 35, füg­te sie hin­zu.“ Ein Epidemiologe mein­te, „er wür­de die Zahl bei 30 oder sogar noch dar­un­ter anset­zen.“ [25]

Im Rahmen der Notfallzulassung waren in den USA meh­re­re Tests geneh­migt wor­den (der Drosten/Landt-Test ist nicht dabei). Bei den Tests mit Angabe einer Zyklen-Obergrenze ver­tei­len sich die Vorgaben so:

„Je ein Hersteller emp­fahl 30, 31, 35, 36, 37, 38 und 39 Zyklen. 40 Zyklen waren am popu­lärs­ten und wur­den von 12 Herstellern aus­ge­wählt und zwei emp­fah­len 43 und 45.“ [26]

Welche Auswirkungen das auf die Testergebnisse und die Getesteten hat, zei­gen zwei Untersuchungen, die abso­lut über­fäl­lig waren:

„Beamte im Wadsworth Center, dem Labor des Bundesstaats New York, haben Zugang zu den C.T.-Werten der Tests, die sie durch­ge­führt haben und haben ihre Zahlen nach einer Nachfrage der Times ana­ly­siert. Im Juli hat das Labor 794 posi­ti­ve Tests iden­ti­fi­ziert mit einem Schwellenwert von 40 Zyklen.
Bei einer Obergrenze von 35 wür­de etwa die Hälfte die­ser Tests nicht mehr als posi­tiv gewer­tet. Etwa 70 Prozent wür­den nicht mehr für posi­tiv erklärt wer­den, wenn die Zyklen auf 30 begrenzt wür­den. […]
In Massachusetts wären 85–90 Prozent der Personen, die im Juli mit einer Zyklen-Obergrenze von 40 ein posi­ti­ves Ergebnis bekom­men haben, nega­tiv getes­tet wor­den, wenn die Obergrenze 30 Zyklen gewe­sen wäre, sag­te [der Epidemiologe] Dr. Mina. ‚Ich wür­de sagen, daß bei kei­nem von ihnen eine Kontakt-Rückverfolgung gemacht wer­den soll­te, bei kei­nem ein­zi­gen,‘ sag­te er.“ [25]

Auch wenn jetzt so viel Verwunderung zur Schau gestellt wird: das wuss­te man alles vor­her. Man hat die Augen ver­schlos­sen und den Mund gehal­ten und die Katastrophe, die auf die­sem Test beruht, gesche­hen las­sen. Für Deutschland umge­rech­net bedeu­tet das: bei 50% wür­den von aktu­ell ca. 250.000 RKI-Fällen 125.000 übrig blei­ben und bei 90% wären es noch 25.000 – das wären dann die kumu­la­ti­ven Werte für die gesam­te Pandemie!

… wenn man bei 20 auf­hö­ren wür­de, wäre jeder nega­tiv …


Hervorhebungen in blau von mir

[1] Kary B. Mullis: Eine Nachtfahrt und die Polymerase-Kettenreaktion (Spektrum der Wissenschaft Juni 1990)
https://www.spektrum.de/magazin/eine-nachtfahrt-und-die-polymerase-kettenreaktion/944869
[2] „Strukturmodell einer DNA-Helix in B‑Konformation (Animation)” von Richard Wheeler (Zephyris), licen­sed under Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DNA_orbit_animated.gif
[3] Zitat von David Crowe in Celia Farber: The Corona Simulation Machine: Why the Inventor of The “Corona Test” Would Have Warned Us Not To Use It To Detect A Virus (7.4.2020)
https://uncoverdc.com/2020/04/07/was-the-covid-19-test-meant-to-detect-a-virus/
[4] Julia Holliongsworth: A coro­na­vi­rus test can be deve­lo­ped in 24 hours. So why are some coun­tries still struggling to dia­gno­se? (CNN 25.3.2020)
https://edition.cnn.com/2020/03/24/asia/testing-coronavirus-science-intl-hnk/index.html
[5] Whole geno­me of novel coro­na­vi­rus, 2019-nCoV, sequen­ced (Insitut Pasteur 31.1.2020)
https://www.sciencedaily.com/releases/2020/01/200131114748.htm
[6] Erster Coronavirus-Fall in Taiwan bestä­tigt (Der Standard 21.1.2020)
https://www.derstandard.de/story/2000113562179/erster-coronavirus-fall-in-taiwan-bestaetigt
[7] Coronavirus: Erster Infektionsfall in Hongkong bestä­tigt (Kurier 22.1.2020)
https://kurier.at/wissen/gesundheit/corona-virus-bereits-neun-tote-440-menschen-infiziert/400732881
[8] Victor Corman et al.: Diagnostic detec­tion of Wuhan coro­na­vi­rus 2019 by real-time RT-PCR ‑Protocol and preli­mi­na­ry eva­lua­ti­on as of Jan 13, 2020-
https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/wuhan-virus-assay-v1991527e5122341d99287a1b17c111902.pdf?sfvrsn=d381fc88_2
[9] Victor Corman et al.: Diagnostic detec­tion of 2019-nCoV by real-time RT-PCR ‑Protocol and preli­mi­na­ry eva­lua­tio­nas of Jan 17, 2020-
https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/protocol-v2‑1.pdf?sfvrsn=a9ef618c_2
[10] PCR Protocols‑A Guide to Methods and Applications Edited by M A Innis et al. Academic Press, London 1990 (S.8f)
https://books.google.de/books?id=Z5jwZ2rbVe8C&pg=PA8&lpg=PA8&dq=mullis+If+you+have+to+go+more+than+40+cycles+to+amplify+a+single-copy+gene,+there+is+something+seriously+wrong+with+your+PCR&source=bl&ots=IAOUJm-S7E&sig=ACfU3U0_lUu2J2K0HPhch_nFHoYtFwVKhg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjsqoOLi47qAhXIR5oKHcCdDMMQ6AEwAHoECAYQAQ#v=onepage&q=mullis%20If%20you%20have%20to%20go%20more%20than%2040%20cycles%20to%20amplify%20a%20single-copy%20gene%2C%20there%20is%20something%20seriously%20wrong%20with%20your%20PCR&f=false
[11] Stephen A. Bustin: The MIQE Guidelines: Minimum Information for Publication of Quantitative Real-Time PCR Experiments. Clinical Chemistry 55:4 611–622 (2009)
https://www.gene-quantification.de/miqe-bustin-et-al-clin-chem-2009.pdf
[12] David Crowe: Flaws in Coronavirus Pandemic Theory (Version 8.5. vom 6.6.2020)
https://theinfectiousmyth.com/book/CoronavirusPanic.pdf
Da der Autor im Juli 2020 gestor­ben ist, könn­te die lang­fris­ti­ge Verfügbarkeit sei­ner Artikel unsi­cher sein. Bei Interesse an die­sem Text oder ande­ren sei­ner Veröffentlichungen wie sei­nem begon­ne­nen Buch über die SARS-Panik, die er 2003 in Kanada mit­er­lebt hat, ist mög­li­cher­wei­se Eile gebo­ten.
[13] Kanadische Wissenschaftler kön­nen den SARS-Erreger nicht in allen Patienten nach­wei­sen. (Deutschlandfunk 25.4.2003)
https://www.deutschlandfunk.de/meldungen-liste-forschung-aktuell.1508.de.html?drn:news_id=75613
[14] Robert Walgate: Cause od SARS dis­pu­ted (The Scientist 10.4.2003)
https://www.the-scientist.com/news-analysis/cause-of-sars-disputed-51794
[15] Haben Sie SARS unter­schätzt, Herr Schmitz? (Welt 29.4.2003)
https://www.welt.de/print-welt/article691304/Haben-Sie-SARS-unterschaetzt-Herr-Schmitz.html
[16] Studie zum SARS-asso­zi­ier­ten Coronavirus ver­öf­fent­licht – Protokoll einer Spurensuche
https://www.bnitm.de/en/news/communications/132-studie-zum-sars-assoziierten-coronavirus-veroeffentlicht/
[17] SARS, COVID-19 und die Macht der Definition
https://www.corodok.de/sars-covid-definition/
[18] Drosten-Landt-Connection: Geld schef­feln mit Pandemien (I)
https://www.corodok.de/drosten-landt-connection‑1/
Drosten-Landt-Connection: Geld schef­feln mit Pandemien (II)
https://www.corodok.de/drosten-landt-connection‑2/
Drosten-Landt-Connection: Geld schef­feln mit Pandemien (III)
https://www.corodok.de/drosten-landt-connection‑3/
[19] Millionenschweres Netzwerk des Charité-Partners Olfert Landt
https://www.corodok.de/millionenschweres-netzwerk-charite/
Landts bes­se­res Büro auf dem Kudamm – und wie­der Fragen…
https://www.corodok.de/landts-buero-kudamm/
[20] Was stimmt eigent­lich am aka­de­mi­schen Lebenslauf von C. Drosten?
https://www.corodok.de/drosten-lebenslauf-was-stimmt/
Diss & das
https://www.corodok.de/diss-das/
[21] Virologe Jonas Schmidt-Chanasit – Gesellschaftliche Sprengkraft von COVID-19-Virus ist gewal­tig (Deutschlandfunk 7.8.2020)
https://www.deutschlandfunk.de/virologe-jonas-schmidt-chanasit-gesellschaftliche.694.de.html?dram:article_id=481940
[22] Die Legende von der asym­pto­ma­ti­schen Übertragung
https://www.corodok.de/die-legende-uebertragung/
[23] https://fragdenstaat.de/anfrage/fallzahlen-r-wert-zweite-welle-durch-falsch-positve-pcr/
https://fragdenstaat.de/anfrage/bitte-um-beantwortung-von-fragen-zu-tests-auf-sars-cov‑2/
[24] PCR-Spezifität: Auswirkungen auf Fallzahlen und R‑Wert
https://www.corodok.de/pcr-spezifitaet-auswirkungen/
[25] Apoorva Mandavilli: Your Coronavirus Test Is Positive. Maybe It Shouldn’t Be. (New York Times 29.8.2020)
https://www.nytimes.com/2020/08/29/health/coronavirus-testing.html
[26] David Crowe: The Incredible and Scary Truth about COVID-19 Tests (26.4.2020 Version 2)
https://theinfectiousmyth.com/coronavirus/FDATestSummary.pdf
Bitte beach­ten Sie den Hinweis unter Literaturangabe 10.

18 Antworten auf „Cycling und Recycling der SARS-CoV-PCR“

  1. Danke sehr! Das ist ja alles noch sehr viel abge­zock­ter als man es schon schlimm befürch­tet hat. Immer mehr Menschen fra­gen sich, war­um? Warum fah­ren alle Staaten der Welt (nein, nicht alle, Danke an Schweden,.von denen plötz­lich kaum mehr ein Politiker und­schon gar kein WHO-ler spricht) ihren Staat vor die Wand? Warum sper­ren sie die alten Menschen ein­fach so ohne zu fra­gen ein und weg? Warum ermit­telt nie­mand den wah­ren Grund für die Toten im März? Warum spricht nie­mand, war­um schaut nie­mand, wie vie­le an Krankenhauskeimen gestor­ben sind, die ja bekannt­lich­n­die meis­ten Toten in den Krankenhäusern for­dern? Warum nur, Frage ich mich? Wer hat soviel Macht und viel­leicht noch mehr Gier danach, dass die gan­ze Welt in Angst und Schrecken ist und qua­si wil­len­los alles abnickt und kri­ti­sche Denker in einer sich stark und schlau füh­len­den Manier anpran­gert? Warum kann so etwas in der heu­ti­gen Zeit pas­sie­ren? Meines Erachtens nur, wenn es dafür einen mili­tä­risch akri­bisch aus­ge­ar­bei­te­ten und inten­siv getes­te­ten glo­ba­len Plan dafür gibt, den man nun als Diener der finan­zi­el­len Elite aus­zu­füh­ren hat…koste es, was es wol­le.. Aber.…warum?

  2. Vielen Dank für die­se tol­le Auflistung! Es wird jeden Tag uner­träg­li­cher. Das sind genau die Punkte, auf die "Verschwörungstheoretiker" wie Wolfgang Wodarg oder Sucharit Bhakti schon im März hin­ge­wie­sen haben. Es wür­de mich nicht wun­dern, wenn Deutschland am Ende zur Rechenschaft gezo­gen wird.

  3. Danke für die Fülle an Informationen. Vermessen also in mehr­fa­cher Hinsicht. 10 Millionen Tests bei ange­nom­men 50 Euronen pro Test macht schon mal ne hal­be Milliarde. Dann machen wir noch Kurzarbeit in Krankenhäusern wegen der Verflachung von Kurven, zah­len die 30 Silberlinge Schweigegeld für Pflegekräfte, die flugs zu Gefängnispersonal umfunk­tio­niert wur­den, und fah­ren die Produktion von Alltagsmasken hoch. Wir för­den die Erzeugung von Milliarden fik­ti­ver Impfdosen. Diese Punkte allein sind ver­mut­lich erst­mal nur ein klei­ner Zipfel vom Eisberg. In der Zwischenzeit erstel­len wir auf brei­tes­ter Front alle mög­li­chen Regeln und Verordnungen in mög­lichst vie­len Behörden und Gremien, die sich teil­wei­se wie­der­spre­chen. Damit es am Ende eher unmög­lich wird, tat­säch­li­che Verantwortung ein­zel­nen Akteuren zuord­nen zu kön­nen. Nur für den Fall, dass wir viel­leicht spä­ter mal ein paar Schuldige fin­den wol­len soll­ten. Ob das mit der Rechenschaft in Dystopia 2020 klappt?

  4. Bemerkenswerter Text. Wenn bei 30 Zyklen aus 1 Virusfragment nun 1 Milliarde wer­den fragt man sich bei wel­cher Viruslast, die man im Gedränge auf­nimmt, etwa eine Infektion pas­sie­ren kann. Gibt es dazu schon ver­nünf­ti­ge Abschätzungen?
    Nach die­sen Daten ist der Drosten-Test mit 45 Zyklen jen­seits des Seriösen. Die Frage ist nur: wie zum Teufel wird in Deutschland getes­tet und war­um wird dabei der Cq-Wert nicht ange­ge­ben? Die offen­bar absicht­lich nebel­haf­te Performanz der RKI-Leitung erscheint lang­sam aber sicher sinn­vol­ler.

    1. Aktuell weiß ich nur von zwei Abschätzungen: Die einen behaup­ten, sie wür­den über 33 Zyklen kein ver­meh­rungs­fä­hi­ges Virus mehr fin­den, die ande­ren nen­nen 24 Zyklen als Obergrenze. Ob die aber ver­nünf­tig sind? Dann gibt es noch die Frage der Dosis, wor­über ich jetzt nichts weiß, mir aber vor­stel­len könn­te, daß das ähn­lich weit aus­ein­an­der­geht.

      Die 45 Zyklen wer­den hier­zu­lan­de sicher sel­ten aus­ge­schöpft, aber dazu per WHO sozu­sa­gen ein­zu­la­den, ist ein Problem. Leider lebt Kary Mullis nicht mehr, der hät­te sich sicher dazu geäu­ßert.

  5. Kleine Ergänzung zum wis­sen­schaft­li­chen Etablierung von PCR-Tests:
    Wenn Sie mit neu­en Primern einen Abschnitt ver­viel­fäl­ti­gen, kön­nen Sie im Vorfeld die Fragmentlänge bestim­men. Diese Fragmentlänge (zum Beispiel 1000 Basenpaare) kann man sehr gut in einem Agarosegel iden­ti­fi­zie­ren. Jedoch wis­sen Sie zu die­sem Zeitpunkt nicht, ob es sich bei die­sem Fragment auch um das gewünsch­te Produkt han­delt. Daher wird die­ses Fragment her­aus­ge­schnit­ten, auf­wen­dig auf­ge­ar­bei­tet und anschlie­ßend sequen­ziert. Auf die­se Weise kön­nen Sie dann zu 100 % sagen, dass sie mit die­sen Primern bei die­sen Temperaturen und Zyklen das gewünsch­te Produkt ver­viel­fäl­ti­gen kön­nen.
    Wird nicht sequen­ziert, dann kann man irgend­ei­nen "Müll" ver­viel­fäl­tigt haben und die gan­ze Arbeit fußt auf fal­schen Resultaten.
    Wissenschaftlich kor­rekt aber auch auf­wen­dig wäre es jedes posi­ti­ve PCR Ergebnis zu sequen­zie­ren. In einer der­art heik­len Situation wäre dies ange­bracht.

    1. Ein Mensch der Praxis, wie schön – und da wür­de mich der "Müll" inter­es­sie­ren, wor­aus besteht er?
      Wenn man sinn­vol­le Ergebnisse haben will, müß­te man sequen­zie­ren und zusätz­lich über­prü­fen, ob man nicht nur Virus-Bruchstücke, son­dern ver­meh­rungs­fä­hi­ges Virus in sei­ner Probe hat. Wenn man aber vor allem hohe Zahlen haben will, läßt man das lie­ber.

      1. Genau Illa damit lie­gen Sie rich­tig.
        Um auf Ihre Frage zu beant­wor­ten, was der Müll sein könn­te, gibt es fol­gen­de Antwort.
        Wie im Text beschrie­ben besteht DNA aus den 4 Basen (kurz: A, T, C und G). Jedes Gen ist somit eine indi­vi­du­el­le Abfolge aus die­sen 4 "Buchstaben". Die Variationsmöglichkeiten sind daher recht begrenzt. Zwei Primer, die zur Vervielfältigung genutzt wer­den, flan­kie­ren das gewünsch­te Fragment im Genom. Ein Primer hat eine Länge von 18–20 Basen. Vielleicht ein paar mehr oder weni­ger, hängt von spe­zi­fi­schen Designbedingungen ab. Jetzt müs­sen Sie sich vor­stel­len, dass die­sen bei­den Primer tat­säch­lich das gewünsch­te vira­le Fragment ver­viel­fäl­ti­gen kön­nen, aber das mensch­li­che Genom besteht aus 3 Mrd. Basenpaaren. Irgendwo dar­in wer­den ähn­li­che Sequenzen vor­lie­gen. Dann haben wir noch unzäh­li­ge ver­schie­de­ne Bakterienarten im Rachen, Pilzsporen flie­gen rum und ande­re Viren, die unse­re Zellen, aber auch bak­te­ri­el­le Zellen befal­len. Bei der Extraktion von Nukleinsäuren kann man nicht spe­zi­fisch nur vira­le, huma­ne, pflanz­li­che oder bak­te­ri­el­le Nukleinsäuren extra­hie­ren. Alles wird extra­hiert. Es ist daher unglaub­lich, dass eine PCR tat­säch­lich prä­zi­se sein kann. Daher ist das A und O immer das Sequenzieren. Sonst gibt es kei­nen ein­deu­ti­gen Nachweis.

        1. Freut mich sehr!
          Dann wird aus der Ursprungsprobe also auch die DNA und nicht nur die RNA mit in die PCR geschleppt? Ich hat­te so die (nai­ve?) Vorstellung, man wür­de DNA und RNA tren­nen kön­nen, hät­te im nächs­ten Schritt die RNA sau­ber, dann wird sie in DNA umge­schrie­ben und die PCR kann los­ge­hen.
          Die Sequenzierung beschäf­tigt mich auch noch sehr. Technisch wäre das doch mög­lich, auch eine gro­ße Anzahl Proben zu sequen­zie­ren und auch nicht wirk­lich ein Kostenfaktor, den­ke ich. Mir ist es aber nur in Veröffentlichungen unter­ge­kom­men, daß das auch gemacht wird, aber bei den Routinetestungen in Deutschland wird es nicht gemacht, rich­tig?
          Ich bin gera­de dabei, noch mei­ne letz­ten Illusionen zu ver­lie­ren.

          1. Es gibt Kits, die einem ver­kau­fen wol­len, dass man gezielt hier­mit RNA extra­hie­ren kann. Aber wenn man die Inhalte ver­gleicht, ähneln die Kits der DNA-Extraktion. Das wirk­lich wich­ti­ge bei die­sen RNA-Kits ist, dass das mit­ge­lie­fer­te Wasser RNasen-frei ist. Sonst wird einem die RNA zer­schnip­pelt.
            Ganz grob: extra­hie­re ich gezielt RNA, dann extra­hie­re ich auch DNA. Am Ende soll­te man eine DNase hin­zu­ge­ben, um die DNA los­zu­wer­den.
            Extrahiere ich aber DNA dann wird man in den Extraktionsschritten die RNA auch los, weil das ver­wen­de­te Wasser, die Tubes (Reagenzgefäßchen) alle nicht RNasen-frei sind.
            Nach elek­tri­scher Auftrennung im Agarosegel kann man gezielt nach­wei­sen, dass man eine rei­ne RNA hat. Aber sie haben immer alle RNAs aus der Probe geholt (vira­le, huma­ne, bak­te­ri­el­le, sicher­lich auch Pilzsporen). Das Problem der 45 Zyklen bleibt bestehen. Ziel ist es die PCR dann zu stop­pen, wenn noch expo­nen­ti­ell ver­dop­pelt wird. Es wird auch immer ein zwei­tes Primerpaar ver­wen­det, um Nachweisen zu kön­nen, dass die PCR an sich geklappt hat. Das sind dann Fragmente von house­kee­ping genes.
            Ich weiß nicht wie die Routinetestungen aus­se­hen, aber mich wür­de es wun­dern, wenn posi­ti­ve Proben sequen­ziert wer­den, denn dann wäre es ja kor­rekt. Aber auf dem Kit steht ja SARS-COV2 PCR Kit drauf. Also kann ja auch nur das gemes­sen werden…so naiv wird man viel­leicht in den Laboren sein.
            Der Kostenfaktor für Sequenzieren ist mitt­ler­wei­le gering. Das sind nur ein paar Euro.

  6. Sehr guter, umfas­send infor­ma­ti­ver Text.
    Kleine Anmerkung: hier fehlt wohl ein "nicht" vor "wie­der­ho­len"

    "Möglicherweise woll­ten sie nicht, daß sich die Probleme von SARS 2003 – also dem direk­ten Vorläufer von COVID-19 – wie­der­ho­len, daß es zu weni­ge Positive gibt. "

    Und ein wich­ti­ger Fakator für die heu­ti­ge Situation ist, dass die Pandemie-Definition der WHO gene­rell und in meh­re­ren Schritten, immer wei­ter auf­ge­weicht wur­de. Insbesondere der Aspekt der GEFÄHRLICHKEIT einer glo­ba­len Epidemie fehlt. Es reicht die pure Ausbreitung, selbst eines harm­lo­sen Schnupfen-Virus, um eine Pandemie, höchs­te Stufe, aus­zu­ru­fen und damit die gan­zen ver­bind­lich hin­ter­leg­ten Prozeduren in Gang zu set­zen.

    1. Doch, das ist schon rich­tig aus­ge­drückt. Das ers­te Kochsche Postulat (von ins­ge­samt drei) for­dert als aller­ers­tes und logi­scher­wei­se, daß der poti­en­ti­el­le Erreger in jedem ein­zel­nen Fall der in Frage kom­men­den Krankheit vor­han­den sein muß. Das war offen­bar 2003 bei wei­tem nicht der Fall, was ver­nünf­ti­ger­wei­se die Frage anschließt, ob man über­haupt das rich­ti­ge Virus in Verdacht hat. Im Jahr 2020: "Möglicherweise woll­ten sie nicht, daß sich die Probleme … wie­der­ho­len, daß es zu weni­ge Positive gibt."

      Der Aspekt der Pandemie-Definiton der WHO, den Sie anspre­chen, ist eben­falls wich­tig. Man muß sehr genau hin­schau­en, wie etwas den­fi­niert wird, denn oft bleibt eine Bezeichnung, der Inhalt dahin­ter ist aber plötz­lich ein ganz ande­rer.

  7. Wenn die­se metho­den­kri­ti­schen Einwände sich als stich­hal­tig her­aus­stel­len, und das soll­ten Fachleute geschwind prü­fen kön­nen, bedeu­tet das nichts ande­res als dass das gesam­te „Faktengebäude“ des RKI zusam­men kracht. Man müss­te dem RKI sofort ver­bie­ten PCR-Ergebnisse die­ser Art zu publi­zie­ren. Auf wel­cher Basis die gegen­wär­ti­ge Corona-Politik dann noch ste­hen blei­ben kann wäre die Frage.

    1. In der KriminaIinvestigation (kann man das so sagen, wenn ein Kripobeamter und die Staatsanwaltschaft bestimm­ten Hinweisen nach­geht?), ist es doch eine ganz nor­ma­le Vorgehensweise bei der Aufklärung (schwe­rer) Verbrechen oder bei hin­rei­chen­der Indizienlage, die­sen Hinweisen akri­bisch und pene­trant hin­ter­zu­ge­hen. Wenn das soweit rich­tig ist, fra­ge ich mich, war­um nicht alle Polizei-Beamten, Rechtsanwälte, Staatsanwälte (und immer auch die *innen) bis dato ein­fach gar nichts unter­neh­men? Ich fra­ge mich, war­um das so ist. Haben die alle die Hosen voll bis zu den Zehen? Vor was haben sie die meis­te Angst? Was ist hier nur los? Warum hal­ten alle die Füsse still? Damit die Auswirkungen der Angst in Form von Magen- und Darmverstimmungsergebnissen nicht her­aus­läuft, neh­me ich an. Was ist momen­tan auf der gan­zen Welt nur los, dass sich die gro­ße Mehrheit kei­nen ein­zi­gen kri­ti­schen Gedanken mehr macht? Das ist alles so unglaub­lich offen­sicht­lich, dass sich alle oben genann­ten schä­men soll­ten, bis jetzt nichts dage­gen unter­nom­men zu haben. Wie vie­le Fakten, Indizien, Hinweise auf schwerst kri­mi­nel­le, Menschen verschten­de Handlungen braucht es denn noch, bis die Justiz die­sem Theater ein Ende berei­tet?

  8. Danke für die­sen gut ver­ständ­li­chen Artikel! Meine Schlussfolgerung: Der "Drosten-Corona-Test" wur­de gezielt zur all­ge­mei­nen Panikmache und Täuschung ent­wi­ckelt, indem dar­aus mas­sen­haft (falsch-)positive Ergebnisse resul­tie­ren und um am Ende die ver­ängs­tig­ten Weltbürger sehr lukra­tiv imp­fen zu kön­nen! Ganz im Sinne von Bill Gates, der die­ses Ziel schon lan­ge vor Augen hat! Die Tür zur "Impfokratie" ist eröff­net, die Manipulation scheint bis­her gelun­gen. Aber nicht mit mir, auch wenn ich zur "Risikogruppe" zäh­le!

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