Dr. Stürmer und sein Geschäftsmodell

Martin Stürmer, der Virologe, der uns "flä­chen­de­ckend" zu Hause las­sen will (s. Wer braucht sol­che Freunde?), ist einer der Scharfmacher zu Corona-Maßnahmen. Im Tagesspiegel vom 26.11. erfah­ren wir über ihn:

»Der Mediziner Martin Stürmer ist Experte für Virologie und Infektionsepidemiologie. Er lei­tet ein pri­va­tes Labor für inter­dis­zi­pli­nä­re Diagnostik und ist Dozent an der Goethe-Universität Frankfurt.« Von 1995 bis 2017 war er beim dor­ti­gen Universitätsklinikums ange­stellt, seit 1999 in der Virologie. Er hat wie angeb­lich ande­re pro­mi­nen­te Zeitgenossen 2001 in Frankfurt pro­mo­viert. Stürmer ist eben­falls für die Firma Institut für Immunologie und Genetik (IIG) in Kaiserslautern tätig. Seit Monaten trom­melt er für Tests, an denen er und sein Labor fürst­lich ver­die­nen (s. Sichere Bank: IMD Labor Frankfurt tes­tet alle Schulbeschäftigten).

Konsequent wirbt er im Tagesspiegel für die Aufrechterhaltung sei­nes Geschäftsmodells:

»Die Aufweichung des Lockdown zu Weihnachten und Silvester ist kon­tra­pro­duk­tiv. Man soll­te die ver­schärf­ten Maßnahmen lie­ber kon­se­quent den gan­zen Dezember lang durch­zie­hen. Vor allem die Ankündigung, dass zu Weihnachten gelo­ckert wird, ist gefähr­lich. Das schafft ein fal­sches Sicherheitsgefühl, das dazu füh­ren könn­te, dass danach die Zahlen erst rich­tig in die Höhe schießen…

Sobald sich die Zahlen etwas ver­bes­sern, darf man nicht zu schnell und umfang­reich lockern. Und selbst wenn etwas gelo­ckert wird, soll­te sich jeder trotz­dem wei­ter zurück­neh­men. Sonst steu­ern wir direkt in eine drit­te Welle rein und es könn­te nötig wer­den, eini­ge Einschränkungen bis in den Frühsommer auf­recht zu erhalten.«

Im Januar war ihm offen­bar noch nicht klar, wie sich die Hype ent­wi­ckeln wür­de. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sag­te er:

»Ja, die Todesfallraten sind ja natür­lich für jeden Einzelfall bit­ter, aber natür­lich nicht in der Höhe, wie sie viel­leicht, sagen wir mal, Panik ver­ur­sa­chen dürf­ten. Und es muss wohl auch eine Grunderkrankung vor­lie­gen in den meis­ten Fällen, damit man an die­ser Erkrankung verster­ben wird. Ich bin nur jetzt dazu noch nicht in der Lage abzu­schät­zen, ob das dabei bleibt. Ich gehe mal davon aus, von dem, was wir bis jetzt gehört haben.«

4 Antworten auf „Dr. Stürmer und sein Geschäftsmodell“

  1. Die Medizinwirtschaft darf zur­zeit völ­lig unge­niert die Lebensleistung von Millionen plün­dern, weil die­se angeb­lich in gro­ßer Gefahr schwe­ben, von der aber nichts zu mer­ken ist, es gibt dafür gar kei­ne seriö­sen offi­zi­el­len Zahlen. Damit blei­ben alle poli­ti­schen Maßnahmen ohne grund­ge­setz­li­che Grundlage. Das CDU-Kanzleramt von Frau Merkel gibt Deutschland mit Billigung des Parlaments dem Ausverkauf preis. Aber: die aller­meis­ten BürgerInnen müs­sen sich an die eige­ne Nase fas­sen, denn sie kon­trol­lie­ren ihre Abgeordneten nicht oder wäh­len sogar noch nicht ein­mal. Sowas kommt dann auch von sowas.

    1. Und was genau wür­de Wählen ändern, wenn die gewähl­ten Abgeordneten sich weder an ihre Wahlversprechen noch an ihr Gewissen hal­ten dür­fen, son­dern, kaum dass sie gewählt sind, dem Fraktionszwang unter­wor­fen wer­den und in Folge macht­po­li­ti­sche Ränkespiele Ausschlag für poli­ti­sche Entscheidungen geben?

      Und nein, zuwar­ten auf die nächs­te Wahlperiode hilft nicht. Die Medien sor­gen schon dafür, dass das Gros des Wahlvolkes bis dahin ver­ges­sen hat, wie sehr es betro­gen wurde.

  2. @Kirsten: wir müs­sen unse­re Abgeordneten nicht nur wäh­len, son­dern kon­trol­lie­ren, so genau jetzt ner­ven. Das war gemeint. Anrufen, anschrei­ben. Sie glau­ben ja, was sie in den Medien lesen und was ihre Vorsitzenden ihnen gera­de servieren.

  3. Die Universität in Frankfurt bekommt so lang­sam ein Image-Problem. Nicht bloss das die Handlanger der Nazis Otmar von Verschuer und Joseph Mengele an die­ser Uni gear­bei­tet haben, nun ist Drosten ein Fallbeispiel. Schaut man in der Deutschen Nationalbibliothek nach so ist die ältes­te Publikation von Martin Stürmer aus dem Jahr 2007.

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