Christian Drosten bestätigt "Corona-Leugner" und merkt es nicht

Der letz­te Podcast von Christian Drosten (15.9.) hat es in sich. Drosten bestä­tigt mal eben, was mona­te­lang und bis heu­te dut­zen­de "Fakten-Checker" als unwis­sen­schaft­lich und ver­schwö­rungs­theo­re­tisch ent­larvt hat­ten:

»Es ist ja jetzt gera­de so ein Papier erschie­nen von einem Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, und da wer­den eben Argumente wie­der her­vor­ge­holt, von denen ich eigent­lich dach­te, daß die in Deutschland schon dis­ku­tiert wor­den wären im spä­ten Frühjahr, und zwar so die­se Dinge, daß die RT-Zahl schon unter 1 gesun­ken war, bevor Mitte März jetzt die all­ge­mei­nen Kontaktbegrenzungsmaßnahmen, also der Lockdown, beschlos­sen wur­de, also die Reproduktionszahl.

Das ist doch eigent­lich schon dis­ku­tiert wor­den, daß da Mobilitätsdaten dem gegen­über­ste­hen, die zei­gen, daß die Mobilität in der Bevölkerung sich schon erheb­lich ein­ge­schränkt hat in der ers­ten März-Hälfte, also bevor über­haupt die Großveranstaltungen gestoppt wur­den

Wie so oft bei ihm wird dann die Vereinfachung hoch­kom­plex:

»Daß dann natür­lich die­ser Stop der Großveranstaltungen auch noch vor dem Absinken von RT kam, und daß RT ja nicht alles ist, also es ist ja nur, das stimmt mathe­ma­tisch nicht ganz, aber jetzt mal so ver­ein­facht dar­ge­stellt, ist RT ja nur die ers­te Ableitung vom Geschehen, also das ist der Trend. Aber wenn man etwas den­ken will, dann muß ja der Trend sich vor­her umkeh­ren, das ist ja genau der Punkt. Also die­se gan­ze Argumentation ist wirk­lich ein Neglect von wis­sen­schaft­li­chen Prinzipien und das kommt jetzt in einer Stellungnahme, die beti­telt ist mit Evidenzbasierter Medizien, da habe ich mich schon ganz schön drü­ber gewun­dert.«

Die negle­gier­te Studie ist hier nach­zu­le­sen.


»Als Neglect (von latei­nisch: negle­ge­re = nicht wis­sen, ver­nach­läs­si­gen) wird in der Neurologie eine Störung der Aufmerksamkeit bezeich­net, die durch eine Schädigung im Gehirn (Hirnläsion) her­vor­ge­ru­fen wird und die dadurch cha­rak­te­ri­siert ist, dass der Betroffene die der Hirnläsion gegen­über­lie­gen­de Seite sei­ner Umgebung bzw. des eige­nen Körpers nicht oder nur schlecht wahr­nimmt bzw. miss­ach­tet. Häufig ein­her geht damit ein pri­mär feh­len­des Krankheitsbewusstsein. Der Neglect zeigt sich anhand meh­re­rer Symptome, die unter­schied­lich stark aus­ge­prägt sein kön­nen und nicht alle gemein­sam auf­tre­ten müs­sen.« Wikipedia

7 Antworten auf „Christian Drosten bestätigt "Corona-Leugner" und merkt es nicht“

    1. Vielleicht ist gera­de der Drosten nicht ganz gesund. Die Physiognomie und dazu die wir­re Haarpracht! War mir eigent­lich von Anfang an suspekt.

    2. @Marc: Um nur mal die der Dauer-Irrenden von correctiv.org zu neh­men: Am 9.9.: "Angeblich las­se sich dar­an erken­nen, dass die Reproduktionszahl des Virus schon vor dem 23. März (dem Tag, an dem das Kontaktverbot ein­ge­führt wur­de) unter 1 gefal­len sei. Diese Behauptung ist jedoch irre­füh­rend, wie CORRECTIV bereits in einem Faktencheck recher­chiert hat." In dem ver­link­ten "Beweis" steht schier gar nichts zur Reproduktionszahl.
      Oder am 22.4. Dort wird zwar zuge­stan­den "Mit die­sem Teil der Behauptung hat Homburg – zumin­dest mit Blick auf die Ergebnisse die­ser Auswertung des RKI – Recht." Aber das sei "irre­füh­rend".
      Denn es soll­te an der Regierungsposition fest­ge­hal­ten wer­den, die inzwi­schen mit "Verdopplungszeiten" nicht mehr argu­men­tie­ren konn­te. Deshalb galt nun: "Die Kanzlerin rech­ne­te Beispiele vor: 'Schon wenn wir dar­auf kom­men, dass jeder Infizierte 1,1 Menschen ansteckt, dann sind wir im Oktober wie­der an der Leistungsfähigkeit unse­res Gesundheitssystems mit den ange­nom­me­nen Intensivbetten.' Steigt der Faktor auf 1,2, wür­de dies bedeu­ten, dass von fünf Menschen einer zwei ansteckt und vier einen. Folge: 'Dann wären wir im Juli an der Belastungsgrenze', so Merkel. Bei einem Faktor 1,3 wäre die Zahl der Intensivbetten nach die­ser Rechnung bereits im Juni erreicht." Quelle

      1. @AA: Danke für die Aufklärung. Ich ver­fol­ge Correctiv nicht regel­mä­ßig. Ich habe ein paar Auftritte von Meyer-Hermann und Brockmann im Gedächtnis, in denen so ziem­lich das­sel­be stand wie im oben zitier­ten Podcast-Ausschnitt. Mai Thi Nguyen-Kim hat­te auch mind. zwei der­ar­ti­ge Talkshow-Auftritte; ich glau­be, es gibt auch ein MaiLab-Video, in dem sie das the­ma­ti­sier­te. Von Drosten sel­ber gibt es län­ge­re Ausführungen dazu in Folge 35 des Podcasts (24 April), Seite 1 f. https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript184.pdf

        Ich kann da lei­der wie­der mal kei­ne spek­ta­ku­lä­ren Kehrtwenden erken­nen.

  1. War es nicht Merkel selbst, die als Ziel eine Senkung die­ses "Ich-mach-mir-mein-R-wie-ich-will"-Wertes ("also es ist ja nur, das stimmt mathe­ma­tisch nicht ganz, aber jetzt mal so ver­ein­facht dar­ge­stellt, ist RT ja nur die ers­te Ableitung vom Geschehen,") ver­kün­det hat – nach­dem "spä­ten Frühjahr, und zwar so die­se Dinge, daß die RT-Zahl schon unter 1 gesun­ken war"?

    Also hat Merkel als Ziel "R‑Wertes unter 1" aus­ge­ge­ben als es , laut Drosten heu­te, schon längst der der Fall war?

    Macht Hr. Drosten nicht Merkel damit zum Gespött: eine Kanzlerin, die nicht immer auf der Höhe der Zeit ist?

    Aber das kenn­zeich­net ja die­se gan­ze Misere: dass Hohldreher völ­lig frei­f­lie­gend völ­lig idio­ti­sches ver­kün­den dür­fen und dies zig­fach ver­brei­tet und mul­ti­pli­ziert wird – wäh­rend Vernunft und Logik als "Leugnung" und "Verschwörungstheorie" ver­leum­det wird.

    Was frü­her der "Feindsender" war, sind heu­te Alternativmedien. Genau so, wie frü­her das Hören von "Feindsendern" tabui­siert und dann sogar bestraft wur­de, wird heu­te das beach­ten von Alternativmedien tabui­siert und viel­leicht auch bald bestraft.

  2. Bestätigt hat Drosten m.E. das: "… daß die Mobilität in der Bevölkerung sich schon erheb­lich ein­ge­schränkt hat in der ers­ten März-Hälfte, also bevor über­haupt die Großveranstaltungen gestoppt wur­den. …" Bestätigt wird: Der Trend dreh­te sich schon vor Beschluss über Lockdown , dass hat er/man erkannt. Bestätigt wird auch: Lockdownmaßnahmen wur­den trotz erkann­ter Trendwende beschlos­sen. Und nun nur noch mal stu­die­ren, was er damals dar­über öffent­lich so kom­mu­ni­ziert hat. Am schöns­ten ist ja, dass man all­ge­mein davon aus­geht, dass jemand dann viel Ahnung von Materie hat, wenn er die Materie ein­fach und nach­voll­zieh­bar erklä­ren kann.

    1. "… daß die Mobilität in der Bevölkerung sich schon erheb­lich ein­ge­schränkt hat in der ers­ten März-Hälfte"

      Das ist auch eine pure Behauptung, auch wenn man die Behauptung mit dem Attribut "bestä­tigt" belegt. Welche Bestätigung soll es dafür geben? Waren die Autobahnen leer, die Straßen ver­waist, die Rolläden über­all her­un­ter­ge­las­sen, Besuche unter­las­sen, jeder in sei­nem Heim ver­bar­ri­ka­diert? Ich habe in der ers­ten März-Hälfte nichts der­glei­chen wahr­ge­nom­men, ich war beim Optiker wie geplant, hat­te Meetings, sah Straßen vol­ler Menschen, besetz­te Cafe-Bestuhlungen, habe Leute mit Handschlag begrüßt, völ­lig nor­ma­le Einkaufsgänge getä­tigt in völ­lig nor­mal besuch­ten Einkaufsläden, …

      Sucht man da ver­zwei­felt nach Begründungen für Effekte, die ein­fach der ganz nor­ma­len Erkältungsviren-Dynamik geschul­det sind?

Schreibe einen Kommentar zu Stefan Schembara Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.