Entwicklungshilfe für Test-Hersteller

Zum ers­ten Lockdown erschie­nen meh­re­re Homestories über den Berliner Olfert Landt und sei­ne Biotechnologie-Firma TIB-MOLBIOL. Präsentiert wur­de dem Publikum ein wacke­res Familienunternehmen, bei dem alle mit anpa­cken, wenn wie­der eine Epidemie umgeht, und das vor allem kos­ten­güns­ti­ge Produkte her­stel­len will, aktu­ell PCR-Testkits auf COVID-19. Immer wie­der wurde betont, es ginge nicht ums Geld, und wenn das so auf­fal­lend häu­fig geschieht, lohnt sich ein zwei­ter Blick. Dies soll hier anlässlich des zwei­ten Lockdowns gesche­hen und gefragt wer­den: Wie ist es Firma und Eigentümer inzwi­schen ergangen? 

20 Uhr. Landt tele­fo­niert noch mit der UN-Weltgesundheitsorganisation WHO. Ein DHL Bote war­tet, bis Dr. Constanze Landt, sei­ne Frau, die letz­ten Kartons ver­schlos­sen hat. Darin sind Corona-Test-Kits für Indien, Dubai und die USA. […]
Ein Rollwagen mit Test-Kits für Manila steht bereit. […]
Im Februar ver­drei­fach­te sich sein Umsatz von sonst 1,5 auf 4,5 Millionen Euro. „Aber das Geld wäre kei­ne Motivation. Finanziell haben wir aus­ge­sorgt, da wir die letz­ten 30 Jahre immer schwar­ze Zahlen geschrie­ben habe. Aber wir sehen uns in der Verantwortung. Und es macht wahn­sin­nig viel Spaß“, erzählt der Biochemiker. „Kundenlob ist eine rie­sen­gro­ße Motivation.“ Finanzschwache Länder bekom­men die Tests auch mal kos­ten­los, die WHO zum hal­ben Preis.“ [1]

Auch jetzt ste­hen Landt und sei­ne Kollegen in stän­di­gem Kontakt zum Robert-Koch-Institut (RKI) und vie­len ande­ren Institutionen, die er bei der Durchführung der dia­gnos­ti­schen Tests berät und für die er Fehlerquellen auf­deckt. ‚Auch für die WHO haben wir einen gro­ßen Auftrag erle­digt – und die­se Kits wur­den jeweils regio­nal ver­teilt, zum Beispiel von Manila oder Neu-Delhi aus‘, sagt Landt. Denn sein Test war der welt­weit ers­te, der erhält­lich war. Landt berich­tet aber auch von Einschränkungen: ‚SARS-assoziierteViren ste­hen auf der Biowaffen-Liste, und Nachweissysteme dafür sind export­be­grenzt. Das bedeu­tet, dass wir eini­ge Länder wie Iran oder Pakistan über­haupt nicht belie­fern dür­fen.‘ Es sei des­halb nicht immer ein­fach, alle Länder zu errei­chen. ‚In ande­ren Ländern gibt es unwahr­schein­lich viel Papierkram, um Importgenehmigungen zu erhal­ten.‘ Auch hier half die prag­ma­ti­sche Herangehensweise des TIB-MOLBIOL-Geschäftsführers. Über ange­bo­te­ne Workshops in eini­gen afri­ka­ni­schen Ländern, gemein­sam orga­ni­siert mit The Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC), konn­ten die­se Teilnehmer mit Kits ver­sorgt wer­den. ‚So haben wir wenigs­tens etwa 35 Länder in Afrika erreicht und mit einer Kit-Grundausstattung ver­sor­gen kön­nen‘, erzählt Landt.‘“ [2]

Dies sind Schilderungen aus dem März. Die Versorgung der Afrikaner hat­te schon Anfang Februar begon­nen, als Christian Drosten noch sag­te: „Ich glau­be, dass der nor­ma­le Fall gera­de bei nicht grund­er­krank­ten Personen eher ein mil­der Verlauf ist. Die Patienten, die man bis jetzt in Europa oder auch USA gese­hen hat, die waren im Vergleich dazu viel weni­ger krank. Die hat­ten mehr eine Erkältungskrankheit.“ [3] Am 6.–8. Februar fand in Senegals Hauptstadt Dakar der ver­mut­lich ers­te die­ser Workshops statt, in Zusammenarbeit mit der WHO, die Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS und TIB MOLBIOL. Labormitarbeiter aus 16 afri­ka­ni­schen Ländern erhiel­ten eine Demonstration über das Anwen­dung der PCR mit den Testkits aus Berlin, abschlie­ßend wur­den Muster zum Ausprobieren im hei­mat­li­chen Labor ver­teilt. [4,5]

Ein wei­te­rer Workshop wur­de wenig spä­ter auf dem „Roche Scientific Campus“ im süd­afri­ka­ni­schen Midrand abge­hal­ten, dies­mal mit Labormitarbeitern aus 19 afri­ka­ni­schen Ländern, womit die 35 von Landt genann­ten Länder kom­plett waren:

Roche Diagnostics ist Gastgeber eines Trainingsworkshops für die Diagnose von 2019-nCoV mit den Partnern Africa Centre for Disease Control and Prevention (Africa CDC), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), TIB Molbiol und dem süd­afri­ka­ni­schen Nationalen Institut für Infektionskrankheiten (NICD). […]
Für einen pro-akti­ve­ren Ansatz gegen­über neu auft­retenden Infektionen hat das Roche Management Centre SA eine Roche Rapid Response-Initia­ti­ve gegrün­det mit dem Ziel, Gesundheitsexperten und Partner über die bereits vor­han­de­nen Testkits zu infor­mie­ren und sie bei dem Aufbau von Kapazitäten zu unter­stüt­zen, um eine bes­se­re Bereitschaft sicher­zu­stel­len, wenn das Unerwartete geschieht. […]
Drei Tests wur­den von TIB Molbiol ent­wi­ckelt, um die Anwesenheit des Virus nach­zu­wei­sen und Roche ver­teilt sie als Teil sei­ner Rapid Response-Initia­ti­ve. […]
Unser Ziel ist, dass das Roche Rapid Response-Programm eine nach­hal­ti­ge Plattform für Lösungen bei Ausbrüchen in Afrika wird, sowohl jetzt als auch in der Zukunft, indem wir eine Gelegenheit für uns und unse­re Gesundheitsexperten schaf­fen und unse­rem Ziel erreichen: Jetzt das machen, was Patienten als nächs­tes brau­chen.‘” [6]

Auch hier wur­den die Teilnehmer nach Einweisung mit Testkits ver­sorgt, womit die wei­te­re Geschäftsbeziehung zu TIB MOLBIOL und dem aktu­ell welt­gröss­ten Pharmakonzern Roche aus der Schweiz ange­bahnt war. Die bis in das ver­gan­ge­ne Jahrhundert zurück­rei­chen­de Verbindung der bei­den Firmen hat bei ande­ren Epidemien die­ses Jahrhunderts zur bei­der­sei­ti­gen Gewinnmaximierung bei­getra­gen. Roche besitzt mit dem LightCycler das Gerät, in dem die rou­ti­ne­mä­ßig ver­wen­de­te Realtime-PCR durch­ge­führt wird und TIB MOLBIOL pro­du­ziert die pas­sen­den Testkits namens LightMix, die wie­der­um von Roche ver­trie­ben wer­den. Das erklärt, dass bei­de Firmen bei COVID-19 teil­wei­se zusam­men auf­tre­ten und wenn es um den LightMix geht, ist Roche mit von der Partie, ob nun genannt oder unge­nannt. Wer also den LightMix ver­wen­det, soll­te den LightCycler im Labor haben und dazu noch wei­te­re Roche-Reagenzien ver­wen­den.

Die drei von Roche genann­ten LightMix-Kits, die ver­schie­de­ne Genabschnitte von SARS-CoV‑2 erken­nen sol­len (E‑, RdRP- und N‑Gen), sind bis jetzt nur für Forschungszwecke (RUO = rese­arch use only), also nicht für die Patientendiagnostik zuge­las­sen. [7]. Ein wei­te­res Testkit erhielt im Februar das CE-Siegel, womit es als in vitro-Diagnostikum ver­wen­det wer­den darf. DiesesLightMix® Modular Sarbecovirus E‑gene“ soll das E‑Gen nach­wei­sen, das als sen­si­ti­ver, aber wenig spe­zi­fi­scher Screening-Test im WHO-Protokoll ent­hal­ten ist und soll durch zwei wei­te­re Teststufen über­prüft wer­den [8] (je sen­si­ti­ver ein Test ist, des­to voll­stän­di­ger ist die Erfassung der rich­tig Positiven und je unspe­zi­fi­scher ein Test ist, des­to mehr falsch Positive wer­den erfasst). Im Manual für die­ses zuge­las­se­ne Kit auf das E‑Gen ist weder von COVID noch von SARS die Rede [9].

Das erwähn­te WHO-Protokoll für den Nachweis von SARS-CoV‑2 wur­de von Drosten und Landt im Januar so schnell ver­fasst und bei der WHO publi­ziert, dass es welt­weit das ers­te war und seit­dem als Standard gilt, wenn auch mit der dar­in ange­ge­be­nen abnorm hohen PCR-Zyklenzahl von 45 die falsch-posi­ti­ven Ergebnisse gera­de­zu her­bei getes­tet wer­den kön­nen. [10] Für die Vermarktung der LightMix-Kits wird die­ses Protokoll mit „WHO-Siegel“ gern erwähnt und sicher hilf­reich sein.

Im März ver­mel­de­te Africa CDC, dass 36.000 Tests von TIB MOLBIOL ver­teilt wür­den und man mit den Firmen Roche, Abbott und Cepeheid dar­an arbei­ten wol­le, die Testungen aus­zu­wei­ten. [11] Im glei­chen Monat gin­gen 50.000 Kits an den Inselpräsidenten von Fuerteventura und „Acosta dank­te der Firma TIB Molbiol mit Sitz in Berlin, bei der man die Test-Kits gekauft hat­te. Ebenso dank­te er dem Land Berlin, dem Flughafenbetreiber AENA und der kana­ri­schen Regierung.“ [12] Der obe­re Bildausschnitt ist aus dem Fuerteventura-Artikel, der unte­re aus einem Text über eine Lieferung nach Äthiopien.

ADDIS ABEBA, ÄTHIOPIEN, 8. Oktober 2020. Die Africa Centers for Disease Control and Prevention (Africa CDC) erhiel­ten heu­te über die Afrikanische Union die drit­te und letz­te Lieferung von 1,4 Millionen COVID-19 Testkits, die von der Regierung Deutschlands gespen­det wur­den. Die Kits im Wert von über 26 Millionen Euro unter Beteiligung von der EU, Deutschland, Österreich, Spanien und Schweden wur­den durch einen Flug der Humanitären Luftbrücke der Europäischen Union (EU) gelie­fert. […]
Die Kits wer­den wie die vor­her gespen­de­ten, die mehr als 24 afri­ka­ni­schen Ländern dabei gehol­fen haben, über 700.000 Tests durch­zu­füh­ren, eben­falls an Staaten der Afrikanischen Union ver­teilt. […]
Die Testkits wur­den von der deut­schen „Schnell ein­setz­ba­re Expertengruppe Gesundheit“ (SEEG) bereit­ge­stellt. Das SEEG wur­de 2015 von der deut­schen Bundesregierung als Antwort auf die west­afri­ka­ni­sche Ebola-Krise initi­iert. Es führt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, die Charité-Klinik, das Robert-Koch-Institut und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zusam­men. Zusätzlich zur Bereitstellung der Testkits sind Africa CDC und SEEG Partner bei der exter­nen Qualitätsbewertung der Referenzlaboratorien, indem sie die zur Verfügung gestell­ten Testkits zum Leistungsvergleich und zur Akkreditierung von Qualität und Effizienz der Testungen in Afrika ver­wen­den.“ [13]

Diese bei­den Bildausschnitte stam­men aus Berichten über die bei­den vor­he­ri­gen Lieferungen nach Afrika: oben vom 29. Juli [14] und dar­un­ter vom 1. September [15]. Jedes Mal ist die SEEG maß­geb­lich dabei. [16]

Zusätzlich zu den stän­di­gen Kooperationspartnern arbei­tet die SEEG punk­tu­ell mit der Charité zusam­men, so auch bei COVID-19. Konkret ist es der Virologe Jan Felix Drexler, der im Institut für Virologie, das Drosten als Direktor lei­tet, eine Arbeitsgruppe führt [17], Drosten ist also sein Chef. Drexler war ent­we­der selbst oder durch Mitarbeiter ver­tre­ten unter­wegs, und immer wie­der rücken die Pakete, die Testkits oder das Manual von TIB MOLBIOL ins Bild. Jeder darf die Kartons berüh­ren und mal ist der Präsident dabei (Ecuador), mal die Vizepräsidentin (Kolumbien). Dies sind Bildausschnitte aus Kolumbien [18], Ecuador [19] Peru [20] und Bolivien [21]:

Auch in Nepal sind ent­spre­chen­de Pakete auf­ge­taucht, ganz zur Begeisterung des deut­schen Botschafters in Kathmandu:

„Zweite Lieferung von deut­schen COVID-19 Tests am 6. Juni nach Nepal geliefert
Nach der ers­ten Lieferung von dia­gnos­ti­schen COVID-19-Tests nach Kathmandu Anfang Mai sind nun 22.000 COVID-Tests durch die GIZ mit Förderung durch die deut­sche Regierung (Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)) ein­ge­trof­fen. Die Bereitstellung der Tests ist Teil der bila­te­ra­len Hilfe für den Notfallreaktionsplan für Nepals Gesundheitssektor (1 Mio. Euro).
Zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus ver­teilt die GIZ ein PCR-Kit, das von der Firma Tib Molbiol her­ge­stellt wird, an ihre Partnerlabors. Das Kit wur­de in Deutschland ent­wi­ckelt und wird von der WHO emp­foh­len.“ [22]

Weitere Länder wur­den bereits bereist oder ste­hen noch auf dem Plan der SEEG:

„In Namibia gab es Anfang März noch kei­ne Möglichkeit, im natio­na­len Referenzlabor in Windhoek auf Covid-19-Erreger zu tes­ten. […] Wir haben nicht ein­fach nur Testkits mit­ge­bracht, son­dern die Laborcrew geschult.“ [23]

„Die soge­nann­te Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) war im Zuge der aktu­el­len Pandemie bereits im afri­ka­ni­schen Benin, in Kolumbien und Ecuador im Einsatz, wei­te­re Ländermissionen folgen. […]
„Zehn Labore konn­te das Team in den ver­gan­ge­nen drei Monaten bereits aus­stat­ten, drei Referenzlabore aus­bau­en und etli­che loka­le Mitarbeiter im siche­ren Umgang mit dem Erreger unter­wei­sen. Nach dem Projektstart im afri­ka­ni­schen Benin folgt die SEEG zuneh­mend dem Ruf aus Lateinamerika. Aufenthalten in Kolumbien und Ecuador schlie­ßen sich Reisen der Expertengruppe nach Peru, Costa Rica, Mexico und Honduras an. Auch Argentinien und Chile haben Interesse signa­li­siert. Die Lieferlogistik für zunächst bis zu 100.000 Nachweisreagenzien und Laborausstattung, dar­un­ter Großgeräte, unter­stützt das Epidemie-Präventionsteam der GIZ.“ [24]

„Pro Einsatz rei­sen ca. zwei bis sechs Experten für zwei Wochen in die ent­spre­chen­den Länder. […] Derzeit berei­te man auch einen Einsatz in Brasilien vor, wo sich die Lage täg­lich ver­schlech­tert. […] Bis jetzt sei­en schon über 240.000 Corona-Test-Kits an Partnerländer über­ge­ben wor­den. Nach eige­nen Angaben sei die ‚SEEG‘ nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der welt­weit zweit­größ­te Verteiler von Tests.“ [25]

Diese Fotos und Texte waren Zufallsfunde und stel­len sicher nur die Spitze des Eisbergs dar. Sie zei­gen, wie hohe Summen öffent­li­cher Gelder an eine Firma gehen, deren Testkits größ­ten­teils nur für den Forschungsgebrauch ver­wen­det wer­den dür­fen. Was wird da in alle Welt ver­schickt: nicht zuge­las­se­ne, wenig spe­zi­fi­sche Testkits oder bei­de? Und wis­sen die Empfänger, was sie bekommen?

Drosten hat seit Anfang die­ses Jahrhunderts mit Landt – und damit indi­rekt auch mit Roche – bei PCR-Tests auf Viren zusam­men­ar­bei­tet. [26] Den Beginn mach­te 2003 SARS, als Drosten noch am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut war. Inzwischen ist er an der Berliner Charité und es ver­blüfft, aus­ge­rech­net die­se bei­den Institutionen in einem Gremium namens SEEG zu fin­den, das Gelder an Landt ver­gibt. Dazu kommt noch das RKI mit Verbindungen sowohl zu Drosten als auch zu Landt und nicht zuletzt Drostens Charité-Institut und sei­ne Mitarbeiter, die die Testkits von TIB MOLBIOL in alle Welt beglei­ten. Wie vie­le öffent­li­che Gelder wur­den wohl schon über SEEG, GIZ und das BMZ mit wel­cher Begründung an TIB MOLBIOL ver­ge­ben? Und gibt es noch wei­te­re Kanäle?

Im Hintergrund steht immer Roche und wenn es für TIB MOLBIOL um Millionen geht, geht es bei Roche um Milliarden. Profitabel sind die PCR und sowie Antigen- und Antikörpertests, außer­dem sol­len meh­re­re Medikamente ihre Abnehmer fin­den. Bei gründ­li­cher Überprüfung der täg­lich erho­be­nen „Fallzahlen“ wür­den die von falsch-posi­ti­ven Ergebnissen berei­nig­ten Statistiken [27] ver­mut­lich nicht mehr viel vom ein­kal­ku­lier­ten Markt übrig las­sen. Dass aus die­ser Perspektive wei­ter getes­tet wer­den muss, um posi­ti­ve Testresultate – egal, ob rich­tig oder falsch – zu pro­du­zie­ren, ist für die Firmen eben­so zwin­gend wie für Charité, RKI und WHO, die sich auf die herr­schen­de Strategie fest­ge­legt haben und von ihr profitieren.

So wur­de uns ein zwei­ter Lockdown auf­er­legt und damit soll es jetzt noch ein letz­tes Mal um Landt und die ein­gangs gestell­te Frage gehen. Die aktu­ells­ten Nachrichten über ihn aus dem Oktober sind im Magazin der Berliner Weberbank Actiengesellschaft zu fin­den, die sich auf rei­che Privatkunden spe­zia­li­siert hat. Er und sei­ne eben­falls in der Firma täti­ge Frau haben die Zeit zwi­schen den Lockdowns offen­bar nicht mit Reflexionen zugebracht:

„Ein hal­bes Jahr spä­ter. […] Die Landts reden ruhig, fast ent­spannt über die ver­gan­ge­nen Monate Ausnahmezustand, der ihnen 16-Stunden-Arbeitstage bescher­te, die Wochenenden inklu­si­ve. […] Die Firma hat dort heu­te rund 30 Mitarbeiter sowie Niederlassungen in den USA, Italien, Spanien, Polen, Kolumbien und Australien. Jahresumsatz 2019: 18 Millionen Euro. Dieses Jahr erwar­ten sie wegen des Coronatests ein Mehrfaches. „Aber wir waren nie geld­ori­en­tiert“, sagt Olfert Landt.“ [28]

Diese osten­ta­ti­ve Bescheidenheit klingt hohl aus dem Mund eines Besitzers von Firmen und Immobilien in mehr­fa­cher Millionenhöhe [29]. Vielleicht war sie frü­her wah­rer als heu­te, bei­spiels­wei­se 2005, als er sich als for­scher Wirtschaftsliberaler prä­sen­tier­te: „Viele Biotech-Firmen leben von staat­li­chen Fördergeldern – etwas, das Landt ablehnt. ‚Ich bin Fördergegner‘, sagt er. ‚Der Staat kennt mich nur als Steuerzahler.‘“ [30] Inzwischen hat ihn der Staat auch ganz anders ken­nen­ge­lernt.

Immerhin ist es wenigs­tens den Afrikanern bis­her gelun­gen, sich dem pan­de­mi­schen Sog etwas zu ent­zie­hen. Und dies trotz hoher Erwartungen, die von Drosten schon früh geäu­ßert wur­den: „In den afri­ka­ni­schen Ländern wird in die­sem Sommer der Peak der Infektionen auf­tre­ten. Ich mag mir gar nicht aus­ma­len, wel­che Bilder man sehen wird. Wir wer­den noch erle­ben, dass die Leute dar­an auf den Straßen ster­ben in Afrika. Die Situation wird schlimm sein, sehr schlimm“ [31]. „Da wer­den wir Bilder sehen in der Zeit zwi­schen Juni und August, die wir nur aus Kinofilmen ken­nen. Da wird es Szenen geben, die wir uns so heu­te nicht vor­stel­len kön­nen. Und ich bin mir nicht sicher, was das dann bei uns aus­löst.“ [32] Dies sind Äußerungen aus dem Frühling.

Trotz sol­cher Ankündigungen des Großvirologen und auch wenn Roche, TIB MOLBIOL und ande­re am liebs­ten den gan­zen Kontinent mit ihren Produkten über­zie­hen wür­den, ist die Anzahl an posi­ti­ven Tests erstaun­lich gering und die Situation dürf­te der in Haiti ähn­lich sein, wo es nicht trotz, son­dern wegen der weni­gen Tests zum „Wunder von Haiti“ [33 gekom­men ist, mit sehr wenigen auf COVID-19 zurückgeführ­ten Krankheits- und Todesfällen. Gegenüber PCR-Missiona­ren emp­fiehlt sich dies­seits wie jen­seits des Atlantik selbst­be­wuss­ter Gelassenheit und ein Sprichwort aus Gambia: „Spiel dich nicht so auf, Hahn. Deine Mutter war doch nur eine Eierschale.“ [34]

Hervorhebungen in blau von mir

[1] Mareike Andert: Produzent von Corona-Tests: Firma im Ausnahmezustand (taz 12.3.2020)
https://taz.de/Produzent-von-Corona-Tests/!5671485/

[2] SARS-CORONAVIRUS‑2 / Biotechnologischer Ausnahmezustand (Laborjournal 4/2020)
http://www.laborjournal-archiv.de/epaper/LJ_20_04/42/

[3] Virologe Christian Drosten / Neues Coronavirus: Keine Sorge für Normalbürger (Deutschlandfunk 4.2.2020)
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/virologie-christian-drosten-keine-sorge-fuer-normalbuerger

[4] Novel Coronavirus (2019-nCoV) Global Epidemic – 25 February 2020 (Africa CDC)
https://africacdc.org/disease-outbreak/novel-coronavirus-2019-ncov-global-epidemic-25-february-2020/

[5] https://twitter.com/PromesseCKaniki/status/1225439283420499968/photo/1

[6] Roche hosts 2019-nCoV dia­gnostic trai­ning ses­si­on (24.2.2020)
https://www.medicalacademic.co.za/news/roche-hosts-2019-ncov-diagnostic-training-session/

[7] Bleiben Sie ent­spannt. Mit den mole­ku­lar­dia­gnos­ti­schen Lösungen von Roche raubt Ihnen das Coronavirus nicht den Schlaf.
https://www.roche.de/res/content/11630/ubersichtsbroschure_molekulardiagnostische_losungen_coronavirus__deutsch_.pdf

[8] Victor Corman et al.: Diagnostic detec­tion of Wuhan coro­na­vi­rus 2019 by real-time RT-PCR ‑Protocol and preli­mi­na­ry eva­lua­ti­on as of Jan 13, 2020-
https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/wuhan-virus-assay-v1991527e5122341d99287a1b17c111902.pdf?sfvrsn=d381fc88_2 
Victor Corman et al.: Diagnostic detec­tion of 2019-nCoV by real-time RT-PCR ‑Protocol and preli­mi­na­ry eva­lua­tio­nas of Jan 17, 2020-
https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/protocol-v2‑1.pdf?sfvrsn=a9ef618c_2

[9] LightMix®ModularSarbecovirus E‑gene
https://www.roche-as.es/lm_pdf/MDx_50-0776–96_Sarbecovirus-E-gene_RV_V200204_09164952001_CE-IVD.pdf

[10] Cycling und Recycling der SARS-CoV-PCR
https://www.corodok.de/cycling-recycling-sars/

[11] Novel Coronavirus (2019-nCoV) Global Epidemic – 24 March 2020 (Africa CDC)
https://africacdc.org/disease-outbreak/novel-coronavirus-2019-ncov-global-epidemic-24-march-2020/

[12] Cabildo von Fuerteventura orga­ni­siert 50.000 PCR-Tests (Fuerteventrua Zeitung 3.4.2020)
https://www.fuerteventurazeitung.de/2020/04/cabildo-von-fuerteventura-organisiert-50–000-pcr-tests/

[13] Team Europe sup­ports Africa’s COVID-19 respon­se with 1.4 mil­li­on test kits dona­ted by Germany and deli­ve­r­ed by the EU Humanitarian Air Bridge (Africa CDC 8.10.2020)
https://africacdc.org/news-item/team-europe-supports-africas-covid-19-response-with‑1–4‑million-test-kits-donated-by-germany-and-delivered-by-the-eu-humanitarian-air-bridge/

[14] Africa CDC Receives COVID-19 test kits dona­ti­on from Government of Germany
https://africacdc.org/news-item/africa-cdc-receives-covid-19-test-kits-donation-from-government-of-germany/

[15] Team Europe: Germany and European Union joint­ly sup­port African Union’s respon­se to COVID-19 (Africa CDC 1.9.2020)
https://africacdc.org/news-item/team-europe-germany-and-european-union-jointly-support-african-unions-response-to-covid-19/

[16] Im Einsatz gegen Epidemien (BMZ September 2016)
https://www.giz.de/de/downloads/giz2016-de-Factsheet_SEEG.pdf

[17] Team: Institut für Virologie
https://virologie-ccm.charite.de/ueber_das_institut/team/

[18] German doc­tors tra­vel to Colombia to help fight COVID-19 (Video, Deutsche Welle 15.5.2020)
https://www.dw.com/en/german-doctors-travel-to-colombia-to-help-fight-covid-19/av-53447283

[19] Oliver Pieper: Charité hilft Ecuador in der Corona-Krise (Deutsche Welle 16.6.2020)
https://www.dw.com/de/charit%C3%A9-hilft-ecuador-in-der-corona-krise/a‑53835784

[20] Coronavirus: Alemania dona al Perú 100 mil kits de prue­bas mole­cu­la­res (25.6.220)
https://exitosanoticias.pe/v1/coronavirus-alemania-dona-al-peru-100-mil-kits-de-pruebas-moleculares/

[21] Misión SEEG en Bolivia: Testimonio Dra. Miroslava Sánchez, Jefa Nacional de Laboratorios CNS (Video, GIZ Bolivia 27.10.2020)
https://www.youtube.com/watch?v=vmuFV3MAPy0 

[22] https://www.facebook.com/GermanEmbassyNepal/posts/872139963293238?comment_id=872194666621101

[23] „Wir kön­nen das nur als Weltgemeinschaft lösen“ (akzen­te Das Magazin der GIZ April 2020)
https://akzente.giz.de/de/artikel/wir-koennen-das-nur-als-weltgemeinschaft-loesen

[24] Neue Ländermissionen der Schnell Einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit (SEEG) (Gemeinsame Pressemitteilung der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH 23.6.2020)
https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/lateinamerika_charite_experten_helfen_bei_covid_19_testung/

[25] Deutschland will mit Beatmungsgeräten in Entwicklungsländern hel­fen (Oldenburger Onlinezeitung 18.6.2020)
https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/deutschland-will-mit-beatmungsgeraeten-in-entwicklungslaendern-helfen-43971.html 18.6.

[26] Neu: Jetzt als Poster! Drosten-Landt-Connection – eine Erfolgsgeschichte
https://www.corodok.de/drosten-landt-poster/
Charité räumt Begünstigung von TIB Molbiol von Olfert Landt ein
https://www.corodok.de/charite-beguenstigung-tib/

[27] Von Epidemien und Pseudo-Epidemien
https://www.corodok.de/von-epidemien-und-pseudo-epidemien/
PCR-Spezifität: Auswirkungen auf Fallzahlen und R‑Wert
https://www.corodok.de/pcr-spezifitaet-auswirkungen/
Ein Gespenst geht um in Europa: die „Falldemie“
https://www.corodok.de/ein-gespenst-europa/

[28] Marcus Müller: Dr. Constanze und Olfert Landt: Dem Virus auf der Spur (dis­kurs 27.10.2020)
https://weberbank-diskurs.de/dr-constanze-und-olfert-landt-dem-virus-auf-der-spur

[29] Landts bes­se­res Büro auf dem Kudamm – und wie­der Fragen…
https://www.corodok.de/landts-buero-kudamm/
Millionenschweres Netzwerk des Charité-Partners Olfert Landt
https://www.corodok.de/millionenschweres-netzwerk-charite/

[30] Bas Kast: „Der Staat kennt mich nur als Steuerzahler“ (Tagesspiegel 17.11. 2005)
https://www.tagesspiegel.de/meinung/der-staat-kennt-mich-nur-als-steuerzahler/660284.html

[31] Experten war­nen vor Ausbreitung Das Coronavirus hat Afrika erreicht: "Die Leute wer­den auf den Straßen ster­ben" (stern 22..3.2020)
https://www.stern.de/gesundheit/coronavirus-hat-afrika-erreicht—die-leute-werden-auf-den-strassen-sterben–9192596.html

[32] Furcht vor dra­ma­ti­schen Folgen Corona brei­tet sich schnell in Afrika aus (ntv 8.4.2020)
https://www.n‑tv.de/panorama/Corona-breitet-sich-schnell-in-Afrika-aus-article21702673.html

[33] „Wunder von Haiti“ statt „maxi­ma­ler Katastrophe“
https://www.corodok.de/wunder-haiti-katastrophe/

[34] Hakuna mata­ta
https://www.social-gambia.com/socg_-_zitate_sprichwoerter_aus_afrika_841785690.html

4 Antworten auf „Entwicklungshilfe für Test-Hersteller“

  1. Die Abnahme der Betrugs Test, mir einem CT Wert von 45, wer­den erpresst, was man ja leicht her­aus­fin­den kann, wenn man irgend­wo Regierungs nähe Leute gut kennt. Ein Geschäftsmodell. Der Arzt, der Tansanische Präsident, hat den Schrott getes­tet, wo auch bei Früchten, Motoröl, die Tests "posi­tiv" anzeig­ten. Reiner Betrug, nie vali­iert, oder auch ohne Diagnose Zulassung. Die zei­gen kei­nen Virus, noch eine Infektion an, die­nen der Geldwäsche des Betruges. sie­be Ecolog-Dubai und Markus Söder

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