Europäer am selben Strang

Früher, als es noch Schlußredaktionen bei Zeitungen gab, wäre eine der­art miß­ver­ständ­li­che Überschrift nicht durch­ge­gan­gen. So steht sie auf Seite 1 über einem Kommentar der FAZ vom 19.12. Darin liest man:

»Die Europäische Union kann stolz dar­auf sein, dass die Impfungen gegen Covid-19 in allen 27 Mitgliedstaaten gleich­zei­tig begin­nen wer­den, ver­mut­lich zwei Tage nach Weihnachten. Was für ein Fortschritt gegen­über dem Frühjahr! Damals wur­den ein­sei­tig Grenzen geschlos­sen, kon­kur­rier­ten Nachbarländer um Schutzausrüstung und Beatmungsgeräte. China zöger­te nicht, die Gräben zu ver­tie­fen, die sich in der euro­päi­schen Landschaft auf­ge­tan hatten.«

Vermutlich, weil sie Hilfsbrigaden nach Italien geschickt und die Welt mit Masken ver­sorgt haben, die hin­ter­lis­ti­gen Chinesen. Da ist die EU mora­lisch weiter:

»Zu Selbstgefälligkeit besteht den­noch kein Anlass. Nicht nur der UN-Generalsekretär weiß, dass der erlö­sen­de Impfstoff auch jen­seits der EU „über­all und für alle Menschen zugäng­lich und bezahl­bar“ sein muss. Es ist aber nicht zynisch, fest­zu­stel­len: Wenn der EU als gan­zer jetzt Impfstoffnationalismus vor­ge­wor­fen wird, dann sind die Europäer schon ein gutes Stück vorangekommen.«

3 Antworten auf „Europäer am selben Strang“

  1. "weiß, dass der erlö­sen­de Impfstoff auch jen­seits der EU"

    Der Erlöser ist ein Impfstoff und kommt an Heiligabend. Verräterische Terminologie in selt­sa­mer Zeit.

  2. 13.1.21
    "EZB-Chefin Christine Lagarde rech­net mit der Einführung eines digi­ta­len Euro in der Euro-Zone in den nächs­ten Jahren. „Wir wer­den einen digi­ta­len Euro haben“, sag­te sie am Mittwoch in einem Interview auf dem Online-Forum „Reuters Next“. „Das ist nicht für mor­gen, das wird eini­ge Zeit benö­ti­gen, um sicher­zu­stel­len, dass es etwas gibt, was sicher ist.“ Sie hof­fe, dass dies nicht län­ger als fünf Jahre dau­ern werde.
    Die Europäische Zentralbank (EZB) will nach frü­he­ren Angaben bis etwa Mitte des lau­fen­den Jahres ent­schei­den, ob ein ent­spre­chen­des Projekt gestar­tet wer­den soll. Bis zum Dienstag die­ser Woche konn­ten sich Bürgerinnen und Bürger, Fachleute aus Wissenschaft und Finanzsektor sowie Behördenvertreter zum Für und Wider einer digi­ta­len Version der Gemeinschaftswährung äußern.
    Die EZB hat­te eine öffent­li­che Befragung gestar­tet. die nach Angaben der Notenbank auf gro­ßes Interesse gesto­ßen war. 8221 Antworten sei­en ein­ge­gan­gen. Wichtig ist den Teilnehmern nach EZB-Angaben vor allem der Datenschutz bei Zahlungen (41 Prozent der Antworten), Sicherheit (17 Prozent) sowie euro­pa­wei­te Reichweite (10 Prozent).
    „Ich weiß, dass wir auf die Nachfrage in Europa ant­wor­ten müs­sen und wir haben eine Nachfrage“, sag­te Lagarde am Mittwoch. China sei beim Thema Digitalwährungen das am wei­tes­ten vor­an­ge­schrit­te­ne Land. Es habe dafür rund fünf Jahre gebraucht. Die Bundesbank hat­te zuletzt damit gerech­net, dass China schon im lau­fen­den Jahr mit einer neu­en Digitalwährung flä­chen­de­ckend an den Start gehen könnte."
    https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/notenbank-ezb-chefin-lagarde-rechnet-mit-dem-digitalen-euro-und-fordert-bitcoin-regulierung/26794238.html?ticket=ST-5769639-kECaUiIqN73gcthBlXZf-ap5

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