FDP empört: Auslandsdeutsche werden ohne Stich gelassen

faz.net (22.8.)

Heißt es nicht im Piks gelas­sen? Offenbar sind nicht alle Deutschen vor der Spritze gleich. Die FDP hat­te nach­ge­fragt, die "beam­te­te Staatssekretärin Antje Leendertse" geant­wor­tet:

»Leendertse stell­te klar, dass es recht­li­che Ansprüche aus der Coronavirus-Impfverordnung bis­her „grund­sätz­lich“ nur für Personen gebe, die in Deutschland kran­ken­ver­si­chert sei­en bezie­hungs­wei­se dort ihren Wohnsitz oder gewöhn­li­chen Aufenthaltsort hätten.

Darüber hin­aus gebe es Berechtigungen nur für sol­che Personen, die im Ausland im amt­li­chen deut­schen Auftrag tätig sei­en. Das schließt unter ande­rem Diplomaten ein, die in den Botschaften oder Konsulaten geimpft wer­den. „Einen Anspruch auf eine Durchführung der Impfung im Ausland gewäh­ren die Impfverordnung oder das Konsulargesetz dar­über hin­aus nicht“, prä­zi­sier­te Leendertse.«

Die Sekretärin hat aber Tips parat:

»Bevor die erwei­ter­ten Auslandsimpfungen kom­men, rät die Staatssekretärin zu ande­ren Wegen. So könn­ten die deut­schen Staatsangehörigen einen Aufenthalt zuhau­se für die Injektionen nut­zen. Das aller­dings setzt mög­li­che Quarantänezeiten nach der Einreise vor­aus, etwa aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten, sowie län­ge­re Aufenthalte oder zwei­ma­li­ge Einreise; denn nach Erst- und Zweitimpfung müs­sen eini­ge Wochen ver­strei­chen. „In aller Regel“ bestehe für die so genann­ten Expats zudem die Möglichkeit, loka­le Impfangebote in der Wahlheimat zu nut­zen, so das Außenamt. Wo das nicht der Fall sei, setz­ten sich die deut­schen Vertretungen für die Einbeziehung in die Impfkampagne ein.«

Der FDP-Fraktionsvize klagt:

»Der Unterschied zwi­schen Paris und Berlin sei zum Beispiel in Vietnam greif­bar, so Dürr: „Dort ist es für deut­sche Expats kaum mög­lich, eine Impfung zu bekom­men. Aber dort arbei­ten vie­le deut­sche Staatsbürger aus mit­tel­stän­di­schen Betrieben, die das Rückgrat der deut­schen Exportwirtschaft bilden.“«

Es wird ein Vorurteil sein, aber irgend­wie schleicht sich der Begriff "Wahlkampf" in mein Denken…

"Expat" muß­te ich recher­chie­ren, und sie­he da, das Wort paßt zur FDP:

»Expatriate (Plural -s; von eng­lisch expa­tria­te; von latei­nisch ex ‚aus‘, ‚her­aus‘ und patria ‚Vaterland‘), kurz Expat, bezeich­net häu­fig eine Fach- oder Führungskraft, die von einer inter­na­tio­nal täti­gen Organisation (z. B. von einem Wirtschaftsunternehmen), bei der sie beschäf­tigt ist, im Rahmen einer Auslandsentsendung vor­über­ge­hend an eine aus­län­di­sche Zweigstelle ent­sandt wird.«

Gut, Wikipedia fügt hinzu:

»Vor allem jen­seits wis­sen­schaft­li­cher Publikationen wird der Begriff „Expatriate“ oft wei­ter gefasst. Insbesondere wird der Begriff Expatriate auch für Personen ver­wen­det, die einen dau­er­haf­ten Aufenthalt im Zielland anstre­ben und ver­mischt sich damit mit ande­ren Formen der Arbeitsmigration. Dabei ist anzu­mer­ken, dass der Begriff „Expatriate“ bevor­zugt für Arbeitsmigranten aus hoch­ent­wi­ckel­ten Ländern mit hohem sozia­len Status ver­wen­det wird und sich damit vom – mit­un­ter nega­tiv kon­no­tier­ten – Begriff des Einwanderers oder Gastarbeiters unterscheidet.«

2 Antworten auf „FDP empört: Auslandsdeutsche werden ohne Stich gelassen“

  1. Statt Rosinenbomber kann die FDP ja Spritzenbomber schi­cken. Den Expats wird Ort und Zeit mit­ge­teilt, da stel­len sie sich dann hin, krem­peln die Ärmel hoch und der Bomber wirft Spritzen ab. 

    So könn­te man jeden Expat sofort 50+x mal imp­fen. Man kann ja auch mischen, Bratwürste und Spritzen gleich­zei­tig abwerfen.

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