Was soll das Getöse um die Drosten-Dissertation?

Janet ist eine enga­gier­te Kommentatorin. Mit bis­lang 22 Beiträgen bemüht sie sich, Herrn Drosten und die UB Frankfurt in Sachen Doktorarbeit zu verteidigen.

Sie hat ges­tern zwei klu­ge Fragen gestellt.

    1. Was soll mein Geschrei um die­ses Thema?
    2. Warum mache ich mich zum nütz­li­chen Idioten von Verschwörungstheoretikern vom äußers­ten rech­ten Rand?

Hier der Versuch einer Antwort.

Eine ein­fa­che Antwort auf die ers­te Frage: Es geht um Selbstschutz. Ich weiß um die Macht wirk­li­cher oder ver­meint­li­cher Fakten-Checker. Ich habe hier behaup­tet, die Dissertation von Christian Drosten sei nicht wie vor­ge­schrie­ben bei der Deutschen Nationalbibliothek gemel­det. Ein Fakten-Check heu­te wird irr­tüm­lich fest­stel­len: Das ist gelogen.

Deshalb war es mir wich­tig, zu bele­gen, daß die Meldung der Doktorarbeit von 2001 an die DNB am 13.7.2020 erfolgte.

Mir sind tat­säch­lich an ande­rer Stelle Fehler unter­lau­fen. Ich habe sie stets kor­ri­giert und die Korrektur doku­men­tiert. Aber ich habe auch erle­ben müs­sen, daß Dokumente, die ich erwäh­ne, plötz­lich von Webseiten ver­schwin­den. Ich hal­te es nicht für einen Zufall, daß es sich bei zwei­en um die Dokumentation des­sen geht, daß das "Labor Berlin" von Prof. Drosten Umsätze stei­gern soll, die mit (Corona-)Tests erzielt wer­den. Die Dokumente befan­den sich auf zwei ganz unter­schied­li­chen Webseiten. Hätte ich sie nicht gesi­chert, hät­te ich mich auch hier des Vorwurfs von fake news aus­ge­setzt (s. dazu Kommerzielle Interessen von Charité und Labor Berlin ).

Update 17.7.: Bei dem zwei­ten nicht mehr im Netz befind­li­chen Dokument han­delt es sich um die Stellenanzeige für den Geschäftsführer von Labor Berlin. Diese Stelle ist seit dem 1.7. besetzt, das "Verschwinden" hat also eine nach­voll­zieh­ba­re Ursache (sie­he Labor Berlin mit neu­em Geschäftsführer).

Verschwörungstheoretiker vom äußersten rechten Rand

Es gibt sie zwei­fel­los, und es zeich­net sie aus, daß sie ein­zel­ne Figuren "ent­tar­nen", die sich in den Dienst frem­der Mächte stel­len und unser deut­sches Volk bedro­hen. Die Figuren hei­ßen dann Drosten oder Gates oder Soros, und sie haben undurch­schau­ba­re fins­te­re Pläne.

Mich inter­es­sie­ren ein­zel­ne Menschen nur inso­fern, als an ihnen ein System wirt­schaft­li­cher Interessen auf­ge­zeigt wer­den kann. Nicht in dem engen Sinne, daß Drosten oder Gates Geld schef­fel­ten mit Panikmache ange­sichts von Pandemien; bei­de ver­die­nen auch so genug.

Stattdessen bemü­he ich mich dar­zu­stel­len, wie eng die Anbindung der Berliner Charité an den Millionärs-Clan der Quandts ist (s. Stiftung Charité – fest in der Hand der Wirtschaft) ist. Ich zei­ge, wie mäch­tig inter­na­tio­na­le Konzerne sind in den Gremien, die welt­weit die Gesundheitspolitik bestim­men (s. Einfluß von Konzernen, Banken, Hedgefonds auf "Corona-Hilfen" (II)).

Rechte haben kein Problem damit, daß Geldregen aus öffent­li­chen Kassen auf deut­sche Unternehmer nie­der­geht, die sich mit Impfstoffen, Medikamenten und Tests berei­chern. Sie sind empört, wenn Bio-Deutschen ihr Urlaub am Ballermann ver­miest wird und fei­ern die Internierung von infi­zier­ten Schlachthofarbeitern vom Balkan, Menschen in Flüchtlingslagern oder "Großfamilien" in Göttingen.

Von all dem wird hier nichts zu lesen sein. Bedauerlich ist, daß die "seriö­sen" Medien von wirt­schaft­li­chen Zusammenhängen in der Corona-Krise wenig wis­sen wol­len. Sie könn­ten dazu bei­tra­gen, daß natio­na­lis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Verzerrungen zurück­ge­drängt wer­den. Solange sie das nicht tun, bleibt das Dilemma für auf­klä­re­ri­sche Positionen, von Dummköpfen und Rechten und rech­ten Dummköpfen ver­ein­nahmt zu wer­den. Da hilft nur eine kla­re Abgrenzung. Ich bil­de mir ein, sie hier zu leisten.

21 Antworten auf „Was soll das Getöse um die Drosten-Dissertation?“

  1. Ich möch­te Ihnen nur sagen, dass ich es super fin­de, dass Sie den Dingen hin­ter­her recher­chie­ren. Die "Leitmedien" ver­sa­gen auf gan­zer Linie und es braucht wirk­lich jeden, der sich um Aufklärung und Information bemüht. Die DNB-Aufnahme wird auch als Reaktion auf Ihre Beiträge erfolgt sein. Trotzdem soll­te man nicht jede Kleinigkeit als gro­ßen Skandal ver­kau­fen, wenn man die Dinge nicht über­schaut. Die Diss ist Stand jetzt kein Skandal, dafür gibt es kei­nen Anhaltspunkt.

  2. "Rechte haben kein Problem damit, daß Geldregen aus öffent­li­chen Kassen auf deut­sche Unternehmer nie­der­geht, die sich mit Impfstoffen, Medikamenten und Tests bereichern."

    Da täu­schen Sie sich aber gewal­tig. Genau das Argument kommt aus die­sen Kreisen stän­dig. Die Quandts sind auch bei denen ein belieb­tes Feindbild, wie über­haupt "die da oben", "das Establishment", "die Eliten" etc. Natürlich auch "die Mainstream-Medien". Mit genau die­ser Masche agiert Trump ja auch, der auch in Deutschland deren Held ist. 

    Es kommt auch nicht von unge­fähr, dass Trump gera­de gegen Fauci die­sel­ben Argumente auf­fährt, wie popu­lis­ti­sche Politiker von rechts der Mitte bis rechts­au­ßen, eben­so wie die ein­schlä­gi­gen Blogs. "Ändert stän­dig sei­ne Meinung", "wider­spricht sich dau­ernd", "hat am Anfang ein paar­mal falsch gele­gen…" … all das haben wir von den übli­chen Verdächtigen auch hier­zu­lan­de gehört, mit dem Ziel, Wissenschaftler zu diskreditieren. 

    Und genau in die­ses Horn sto­ßen Sie auch. Es wer­den Dissertationen ange­zwei­felt, es wer­den finan­zi­el­le Eigeninteressen unter­stellt, zuletzt haben Sie auch ver­sucht, die PCR-Tests zu dis­kre­di­tie­ren (aus wel­cher Ecke das kommt, ist auch bekannt; längst wider­legt sind die Argumente auch); kurz, es wird kaum etwas unver­sucht gelas­sen, die wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­te Vorgehensweise anzusägen. 

    Was Ihre Motivation hier­bei ist, ist mir völ­lig schlei­er­haft. Ebenso wie mir völ­lig schlei­er­haft ist, wie man sich an die­ser Dissertationsgeschichte der­ar­tig auf­hän­gen kann. Für mich ist spä­tes­tens, seit ich weiß, dass die UB Frankfurt gleich­zei­tig der Standort der DNB für Hessen ist, völ­lig klar, was da pas­siert ist: Die haben damals ein­fach ver­säumt, die Arbeit in den ande­ren Katalog ein­zu­tra­gen. Die Arbeit steht genau dort, wo sie ste­hen soll­te, und dass sie jetzt x‑mal vor­ge­merkt ist, haben Sie sel­ber ver­ur­sacht. Dass kei­ne UB meh­re­re Exemplare einer Mediziner-Dissertation ins Regal stellt, schon rein aus Platzgründen, wur­de Ihnen auch schon erklärt.

    Wenn es nur um die­se Dissertationsgeschichte gin­ge, wür­de ich glau­ben, Sie hät­ten sich ein­fach ver­rannt und woll­ten es nicht zuge­ben. Aber da sind ja auch noch die ande­ren Dinge. Umgekehrt sehe ich kei­ner­lei kri­ti­sche Betrachtungen der Lockerungsbestrebungen, die viel offen­kun­di­ger auf Druck der Wirtschaft zurück­ge­hen als irgend­et­was, was Wissenschaftler wie Drosten machen (das Thema Storymachine und Verknüpfungen zur Möbelindustrie habe ich in den Artikeln zur Heinsbergstudie inter­es­san­ter­wei­se auch nicht gese­hen), statt des­sen wird der schwe­di­sche Sonderweg abge­fei­ert, der von wem als Idealbild prä­sen­tiert wur­de, bevor man die Todeszahlen nicht mehr weg­dis­ku­tie­ren konn­te? Der FDP, nicht gera­de die Chefkritiker lob­by­is­ti­scher Einflüsse. Eigenartige Herangehensweise für jeman­den, der sich poli­tisch links ver­or­tet und nach eige­ner Aussage vor allem inter­es­siert ist an wirt­schaft­li­chen Einflüssen und Verflechtungen.

    1. Janet,
      schön, daß wir jetzt Argumente aus­tau­schen können.

      Sie sagen, ich täu­sche mich, wenn die Rechten den Geldregen für deut­sche Unternehmer begrüßten.
      Wenn Sie ein­mal auf die Seite https://​www​.afdbun​des​tag​.de/​c​o​r​o​n​a​-​k​r​i​s​e​-​i​n​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​nd/ schau­en, dann wer­den Sie fest­stel­len, daß es sich doch so verhält:
      Eine Vermögensabgabe für Superreiche wird abge­lehnt. Klassisch neo­li­be­ral soll die Wirtschaft „in die Lage ver­setzt [wer­den], sich mit markt­wirt­schaft­li­chen Instrumenten selbst zu hel­fen, wodurch die Abhängigkeit von staat­li­chen Hilfen und Subventionen redu­ziert wird.“ Der Solidaritätszuschlag, der nur noch für Höchstverdienende gilt, soll gestri­chen wer­den. Corona-Hilfen auf EU-Ebene wer­den kate­go­risch abge­lehnt. Es geht also genau dar­um: Deutsche Unternehmer sol­len gestärkt werden.

      Ich stim­me Ihnen zu: Gleichzeitig gibt es auf der Rechten ein Feindbild gegen „die da oben“, „das Establishment“ usw. Es ist nicht zufäl­lig so ver­schwom­men. Kein Nationalist wird die wirt­schaft­li­che Mächtigen im eige­nen Land kri­ti­sie­ren. So wenig wie Trump sich gegen die US-Pharmaindustrie wen­det tun das die Rechten hier­zu­lan­de mit deut­schen Großkonzernen. Italienische Faschisten hiel­ten den Multimilliardär Berlusconi fur groß­ar­tig. Der rechts­ra­di­ka­le Bolsonaro ist der bes­te Sachwalter der bra­si­lia­ni­schen Groß-Agrarier. 

      Dagegen set­zen Sie „die wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­te Vorgehensweise“. Sehr ein­ver­stan­den. In mei­nem Verständnis setzt Wissenschaft einen fach­li­chen Meinungsstreit vor­aus. Dazu darf gehö­ren, Zweifel an PCR-Tests anzu­mel­den. Hier wur­de in einem (nicht von mir ver­faß­ten) Beitrag „Von Epidemien und Pseudo-Epidemien“ davon berich­tet, daß 2006 die Anwendung sol­cher Tests zu Fehleinschätzungen geführt hat. Das ver­an­laßt Sie, davon zu spre­chen, ich wür­de „die PCR-Tests dis­kre­di­tie­ren“, und zwar mit Argumenten, die „längst wider­legt“ sind. Sie gehen nicht auf den Sachverhalt ein, son­dern set­zen Ihre Meinung als gültig.

      Sie wer­fen mir vor: „Es wer­den Dissertationen ange­zwei­felt, es wer­den finan­zi­el­le Eigeninteressen unter­stellt.“
      Bitte lesen Sie mei­ne Beiträge noch ein­mal. Zu kei­nem Zeitpunkt wur­de dar­in die Existenz der Dissertation von Herrn Drosten ange­zwei­felt. Im Gegenteil war mei­nes Wissens nach der ent­spre­chen­de Artikel der ers­te, der die Fundstelle in der UB Frankfurt bekannt gemacht hat (im Gegensatz zu rech­ten Dummköpfen und Verschwörungsschreiern). Finanzielle Interessen sind nicht unter­stellt wor­den, son­dern u.a. am Beispiel von Olfert Land (TIB-Molbiol) und Labor Berlin, in dem Herr Drosten für die Virologie zustän­dig ist, belegt.

      Sie ver­mu­ten, ich hät­te mich mit der „Dissertationsgeschichte“ ver­rannt. Ich gebe zu, daß hier eine Gefahr besteht. Viel lie­ber wür­de ich mich mit dem Inhalt beschäf­ti­gen als mit den Umständen, die mir dies gera­de nicht gestat­ten. Ich blei­be dabei: Das Problem lie­ße sich sehr ein­fach lösen, wenn die Doktorarbeit online zur Verfügung gestellt wür­de. Anders als Sie glau­ben, steht der Veröffentlichung kein Urheberrecht im Wege.

      Daß sich die FDP für den „schwe­di­schen Sonderweg“ erwärmt, ist mir ent­gan­gen. Wenn Sie mir hier auf die Sprünge hel­fen könn­ten, wäre ich Ihnen dankbar.

    2. Sehr geehr­te "Janet" ,

      ich erlau­be mir aus Ihrem Text zu zitie­ren : "… zuletzt haben Sie auch ver­sucht, die PCR-Tests zu dis­kre­di­tie­ren (aus wel­cher Ecke das kommt, ist auch bekannt; längst wider­legt sind die Argumente auch); kurz, es wird kaum etwas unver­sucht gelas­sen, die wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­te Vorgehensweise anzusägen. " 

      Also, jetzt bin ich gespannt auf Ihree "aus­führ­li­che Widerlegung" der von Ihnen erwähn­ten "PCR-Diskreditierung" … Ich wäre Ihnen sehr dank­bar, wenn Sie mal kurz dies­be­züg­lich Ihre Tastatur "anwerfen"könnten …

      Mit freund­li­chen Grüßen

      Günter Adams

    3. Liebe Janet, Herr Drosten berät die Bundesregierung und ist stän­dig in den Medien. Er hat sich nicht habi­li­tiert. Deshalb ist für die wis­sen­schaft­li­che Expertise die Dissertation schon inter­es­sant. Das ist doch nor­mal, noch dazu wo Herr Drosten so vie­le Preise erhält und so ein berühm­ter Professor ist. Was ist so schlimm dar­an, wenn man sich für sei­ne Doktorarbeit interessiert?

      1. Die Habilitation ist ein völ­lig über­kom­me­nes Relikt aus dem letz­ten Jahrhundert, für das sich inter­na­tio­nal noch nie jemand inter­es­siert hat und seit mind. 20 Jahren in D. auch nie­mand mehr inter­es­siert, da rei­ne Zeitverschwendung (auch wenn in der Wikipedia was ande­res steht). Veröffentlichungen in hoch­ran­gi­gen Zeitschriften sind viel wich­ti­ger. Einschränkung: Kann sein, dass das in irgend­wel­chen Laberwissenschaften anders ist.

        1. Das ist ja ganz was Neues, Janet. Ist das die Sicht der Firmen, die Sie ver­tre­ten? Ich dach­te immer, dass eine Habilitation der Nachweis wis­sen­schaft­li­cher Expertise ist. Z. B. Professor Bhakdi. Der kann BEIDES! Habilitation und ver­öf­fent­li­chen. Oder Prof. Ioannidis…
          Vielleicht gehen Ihnen die “Argumente“ aus? Reine VT!

  3. Ich mein­te, Sie täu­schen sich dahin­ge­hend, dass von Seiten der Rechten kei­ne Kritik an öffent­li­cher Förderung von Impfstoffen etc. auf­kommt, solan­ge es um deut­sche Unternehmen geht. Das stand in Ihrem Zitat; wie­so Sie jetzt die Torpfosten in Richtung Vermögensabgabe ver­schie­ben, erschließt sich mir nicht. Es wird genau­so gegen Impfpflicht und angeb­li­cher Bereicherung an Tests gewet­tert wie bei aus­län­di­schen Unternehmen (Sie zie­hen übri­gens auch in die­ser Hinsicht schön mit), hören Sie sich halt mal um in den ein­schlä­gi­gen sozia­len Netzwerken. Die Rechten bestehen nicht nur aus dem Parteiprogramm der AfD. 

    Die FDP hat sich – bis vor kur­zem – durch­aus für den schwe­di­schen Sonderweg erwär­men kön­nen. Beispielhaft Katja Suding bei Markus Lanz, bei­spiel­haft Christian Lindner bei Maischberger – ist ja auch nicht ver­wun­der­lich, da das Lieblingsklientel der FDP, Hotellerie und Gastronomie, davon stark pro­fi­tie­ren würde. 

    Sie wol­len als Historiker wis­sen­schaft­lich fun­diert PCR-Tests auf Viren dis­ku­tie­ren? Im Ernst jetzt? Noch dazu mit Hinweisen auf Verfahrensfehler in 2006? Vielleicht ist Ihnen nicht klar, dass 2006 in dem Bereich prak­tisch Mittelalter ist. Also aus einer wis­sen­schaft­li­chen Bewertung heu­ti­ger PCR-Tests hal­te ich mich als Nicht-Virologin tun­lichst her­aus und ver­las­se mich auf das, was mir Fachleute sagen, bevor ich halb­ga­re Behauptungen auf­stel­le. Was in Vogelberg pas­siert ist, ist aller­dings bekannt; dort wur­de der Test unvoll­stän­dig (näm­lich nur die ers­te Hälfte) durchgeführt.
    https://​www​.ober​hes​sen​-live​.de/​2​0​2​0​/​0​6​/​2​3​/​c​o​r​o​n​a​-​t​e​s​t​s​-​s​c​h​o​n​-​w​i​e​d​e​r​-​f​a​l​s​c​h​e​-​e​r​g​e​b​n​i​s​s​e​-​i​m​-​v​o​g​e​l​s​b​e​rg/
    Dafür den Test ver­ant­wort­lich zu machen, ist so ähn­lich, als wür­de ein TÜV-Prüfer nach der hal­ben Prüfung auf­hö­ren und die Plakette ertei­len, und wenn das Auto dann Mängel auf­weist, machen Sie statt des Prüfers das Testprotokoll ver­ant­wort­lich. Dass und unter wel­chen Umständen die Tests falsch nega­tiv sein kön­nen, hat Herr Drosten selbst in exten­so und mehr­fach in sei­nem Podcast erklärt. Sollten Sie mal hören, es könn­te so eini­ge Vorurteile beseitigen.

    "Zu kei­nem Zeitpunkt wur­de dar­in die Existenz der Dissertation von Herrn Drosten angezweifelt."
    Nein, das kam m.W. zuerst von Eva Hermann (inter­es­sant, auf wel­che Informationsquellen Sie so ansprin­gen). Sie haben nur bezwei­felt, dass sie ord­nungs­mä­ßig publi­ziert wur­de, öffent­lich zugäng­lich ist, und eine eigen­stän­di­ge wis­sen­schaft­li­che Leistung dar­stellt – was im Endeffekt auf das­sel­be hin­aus­läuft, näm­lich auf die Mutmaßung, dass die Promotion nicht ord­nungmä­ßig abge­lau­fen sei und der Dr-Titel zu unrecht geführt werde. 

    "Anders als Sie glau­ben, steht der Veröffentlichung kein Urheberrecht im Wege."
    Hierfür bit­te ich um einen Nachweis; ich habe ande­re Informationen. Bsp. hier: https://​www​.uni​-erfurt​.de/​b​i​b​l​i​o​t​h​e​k​/​u​r​h​e​b​e​r​r​e​cht
    Die Diss ist kein Gemeinwerk und ein Einscannen durch die UB geschieht auch nicht "zum pri­va­ten Gebrauch". m.a.W. dürf­ten mei­nes Wissens Sie die Diss ein­scan­nen für Ihren pri­va­ten Gebrauch. Aber die UB darf das nicht.

    Aber das sind alles Nebenkriegsschauplätze. Wesentlich ist, unter dem Strich las­sen Sie nichts unver­sucht, die wis­sen­schafts­ori­en­tier­te Vorgehensweise der Bundesregierung anzu­schie­ßen. Die Parallelen zu Trump und sei­nen Versuchen, Fauci abzu­sä­gen, sind eben­so offen­sicht­lich wie die zu den Anwürfen der rech­ten Schreihälse (weit­aus weni­ger kri­tisch sind Sie hin­ge­gen Wissenschaftlern gegen­über, die Lockerungen befür­wor­ten; da kom­men Sie nicht auf die Idee, wirt­schaft­li­che Interessen und Verflechtungen zu durchleuchten). 

    Dass gera­de die Person Drosten die­se Klientel beson­ders trig­gert, ist übri­gens nicht ver­wun­der­lich; die Gründe wur­den im Zusammenhang mit dem Konflikt mit der Bild in meh­re­ren Medien auf­ge­ar­bei­tet. Stellvertretend sei­en genannt der Deutschlandfunk, das Magazin Übermedien und die Kolumne von Sascha Lobo, der ihn als "Anti-Reichelt" cha­rak­te­ri­sier­te, wo her­aus­ge­ar­bei­tet wur­de, war­um gera­de Drosten (und nicht etwa Wieler, ein viel wich­ti­ge­rer Regierungsberater) die Hauptzielscheibe der Populisten ist. Dazu kommt m.M.n. noch eine Gemengelage aus Klassismusdenken (man schaue mal auf sei­nen Lebenslauf, die Zeit vor dem Studium), Neid und Mißgunst bis hin zu Eifersucht (Rasputin-Metaphern gab es ja auch schon) und dann braut sich da eine Hass-Suppe zusam­men, die dazu führt, dass der Mann am Ende Morddrohungen kriegt.

    Alles in allem passt das Gesamtbild, das Ihre Beiträge zu die­sem Themenkreis abge­ben, sehr viel bes­ser zu einem rech­ten als zu einem lin­ken Blog. Daran ändert auch das Einstreuen von ein paar Kommentaren über rumä­ni­sche Werksarbeiter und die Vermögensabgabe nichts. Sie müs­sen sich ja in den Kommentarspalten Ihres Blogs nur mal anse­hen, von wel­cher Seite Sie vor allem Beifall bekom­men (Ihre rei­ße­ri­schen, an die Zeitung mit dem vier Buchstaben erin­nern­den Titelzeilen tun da m.E. ein Übriges). Welche Motivation da tat­säch­lich dahin­ter­steckt, ver­ste­he ich immer noch nicht und wer­de es ver­mut­lich auch nicht mehr herausfinden.

    1. Janet,
      Urheberrecht vs. Veröffentlichung
      In der Promotionsordnung der UB Ffm. steht klar, daß "der/die Doktorand/in der Hochschule das Recht, wei­te­re Kopien von der Dissertation her­zu­stel­len und zu ver­brei­ten" über­trägt. Das gilt für die Fälle, daß die Veröffentlichung der Diss. nicht in einer Zeitschrift erfolg­te oder über einen Verlag ver­trie­ben wur­de, was offen­sicht­lich in die­sem Fall zutrifft.

      Ich will gar nicht dar­auf abhe­ben, daß danach "alle durch die Prüfung erwor­be­nen Rechte" ver­fal­len, wenn die vor­ge­se­he­ne Veröffentlichung schuld­haft nicht vor­ge­nom­men wur­de. Bisher hat nie­mand die Behauptung auf­ge­stellt, daß das so sei. Dabei ist schon von Interesse, wann die Veröffentlichung vor­ge­nom­men wur­de. Wie erwähnt, hat die PDF-Datei des Inhaltsverzeichnisses das Erstellungsdatum 8.6.2020.
      Auffallend ist fer­ner, daß Herr Drosten spä­ter ger­ne und durch­aus zu Recht eige­ne Arbeiten zitiert. Nach mei­nem bis­he­ri­gen Kenntnisstand wird die Doktorarbeit jedoch weder von ihm noch jemand Anderem zitiert. Wenn Sie über ande­re Informationen ver­fü­gen, bin ich ger­ne bereit, dies hier klar­zu­stel­len. Sollte es sich aber so ver­hal­ten, lie­gen zwei Schlußfolgerungen nahe: Entweder ist für das Fachgebiet nichts Zitierfähiges in der Arbeit ent­hal­ten oder sie lag der wis­sen­schaft­li­chen Öffentlichkeit bis­her tat­säch­lich nicht vor. Begehe ich hier einen Denkfehler?

    2. Gute Janet,
      lei­der kann ich auf die­ser Seite kei­ne rech­ten Inhalte erken­nen. Ich bin eini­ger­ma­ßen gebil­det und ehren­amt­lich tätig in der Flüchtlingshilfe. Aber seit ich das Corona-Narrativ und die vie­len phil­antro­pi­schen Stiftungen und PPPs hin­ter­fra­ge, bin ich eine böse Rechte. Vielleicht haben Sie und Ihresgleichen es nicht so mit Demokratie und Meinungsfreiheit? Vielleicht stört das GG bei der Umsetzung der Agenda?
      Reine VT!

      1. Meinungsfreiheit bedeu­tet nicht, dass einem kei­ner wider­spre­chen darf. Auch etwas, womit Rechtsaußen immer wie­der Verständnisprobleme hat.
        Mich stö­ren an Trump und Bolsonaro erin­nern­de Vorgehensweisen mit dem Ziel, eine wis­sen­schafts­ori­en­tier­te Vorgehensweise bei der Virusbekämpfung zu unter­gra­ben, denn das kos­tet Menschenleben, wie man in den USA und Brasilien unschwer beob­ach­ten kann. Ja, ja, ich weiß, alles Fake News, Lügen von MSM und Big Pharma.
        Ich wün­sche aller­seits noch einen schö­nen Sonntag.

        1. Liebe gute Janet,
          was soll der Vergleich mit Trump und Bolsonaro? Wo sind die Parallelen zu die­sem Blog??? Ich set­ze mich per­sön­lich für Geflüchtete ein und kämp­fe schon seit fast 40 Jahren gegen die Abholzung des Regenwaldes und für die Rechte von Indigenen (SOS Karawak Indonesien, Bruno Manser, Yanomami, etc.). Tun Sie Vergleichbares? Oder arbei­ten Sie für die Firmen, die die­se Zerstörung betrei­ben und Umweltschützer ermor­den? Wie enga­gie­ren Sie sich eigent­lich? AA enga­giert sich ehren­haft für Aufklärung und kor­ri­giert sei­ne Fehler. Das ist äußerst ver­dienst­voll ange­sichts der Propaganda der MSM. Momentan geht es m.E. um den Fortbestand unse­res Landes und den Resten der Demokratie. Lesen Sie doch das Buch von Professor Bhakdi. Momentan ist es ver­grif­fen wegen gro­ßer Nachfrage. Oder hat die BMGF alles auf­ge­kauft? Reine VT!

  4. Es ist völ­lig nor­mal, dass eine Mediziner-Diss nie zitiert wird, weil da im Regelfall nichts wich­ti­ges drin­steht! Aus dem glei­chen Grund muss man quer durch die Republik fah­ren, wenn man sie lesen will (oder fer­n­ent­lei­hen). Herr D. hat sei­ne Diss ver­wurs­tet in den bei­den bekann­ten eng­lisch­spra­chi­gen Artikeln, die ver­öf­fent­licht wur­den in Fachzeitschriften. Diese wur­den dnan sehr wohl zitiert von anderen.

    1. Das sieht die Promotionsordnung anders:
      "§ 6
      Dissertation
      (1) Die Dissertation muß wis­sen­schaft­li­chen Ansprüchen genü­gen und einen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft auf dem Gebiet der Medizin oder Zahnmedizin lie­fern. Sie muß eine selb­stän­di­ge Leistung des/der Doktorand/in sein und bewei­sen, daß diese/ die­ser befä­higt ist, eine wis­sen­schaft­li­che Fragestellung mit ein­wand­frei­er Methodik unter wis­sen­schaft­li­cher Anleitung zu bear­bei­ten und unter Berücksichtigung des Schrifttums ver­ständ­lich darzustellen."

  5. @aa
    Ob die Zeitschriftenbeiträge als Veröffentlichung der Dissertation betrach­tet wer­den oder nicht, kann ich nicht beur­tei­len. Das muss im Zweifel die zustän­di­ge Promotionsstelle ent­schei­den. Ich fin­de es aller­dings schon bemer­kens­wert, dass Sie hier dem Sachgebietsleiter der UB Frankfurt im Prinzip unter­stel­len, er hät­te Sie belo­gen (die abschlä­gi­ge Antwort mit Verweis auf das Urheberrecht haben Sie ja in Ihrem ande­ren Beitrag zitiert).

    Ebensowenig kann ich als Fachfremde beur­tei­len, ob die Dissertation einen Beitrag zum wis­sen­schaft­li­chen Fortschritt gebracht hat. Auch hier über­las­se ich das den Gutachtern (dem RKI waren die Ergebnisse zumin­dest eine Postdoc-Auszeichnung wert). Dass Sie aus einer deutsch­spra­chi­gen Diss kei­ne Zitate fin­den, in einem Fachgebiet, in dem fast aus­schließ­lich auf Englisch publziert wird, sagt dar­über jeden­falls nichts aus (Sie kön­nen Ihr Glück ja mal bei ande­ren deutsch­spra­chi­gen Mediziner-Dissertationen ver­su­chen). Die eng­lisch­spra­chi­gen Artikel, in denen die Arbeit "ver­wurs­tet" wur­de, wur­den zumin­dest meh­re­re Dutzend mal zitiert (kann man bei Google Scholar unschwer verifizieren).

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich Ihre fort­ge­setz­ten Unterstellungen bzw. Mutmaßungen ohne jeden kon­kre­ten Beweis (UB Frankfurt belügt Sie, die Arbeit wird unzu­läs­si­ger­wei­se unter Verschluss gehal­ten, sie bringt kei­nen wis­sen­schaft­li­chen Erkenntnisgewinn etc.) lang­sam schon grenz­wer­tig fin­de. Dass das in der Summe nichts ande­res ist, als eine von Ihnen ansons­ten abge­lehn­te Verschwörungstheorie, soll­te klar sein: Alle mög­li­chen Leute haben sich zusam­men­ge­rot­tet, um zu ver­hin­dern, dass Herr AA die Dissertation ein­se­hen kann. Das unbe­rech­tig­te Führen eines Doktortitels ist kei­ne Kleinigkeit; wenn man sol­che Mutmaßungen anstellt, soll­te man schon etwas kon­kre­te­re Hinweise haben. Ich möch­te mich des­we­gen an die­ser Kampagne (nichts ande­res ist das in mei­nen Augen) nicht wei­ter betei­li­gen, auch nicht mit kri­ti­schen Äußerungen, zumal ich auch glau­be, dass die Argumente aus­ge­tauscht sind.

  6. Falls es nicht klar sein soll­te: Das Einstellen in die Unibib IST die Veröffentlichung. Ja, so war das vor dem Internetzeitalter. Man kann eine Zeitschrift ja nicht dazu ver­pflich­ten, Doktorarbeiten zu ver­öf­fent­li­chen. Die eng­lisch­spra­chi­gen Artikel von Herrn D. sind natür­lich auch noch peer-reviewed.

    1. Christian T.,
      Veröffentlichung und Unibibliothek haben erst mal nichts mit­ein­an­der zu tun. § 12 der Frankfurter Promotionsordnung regelt, wel­che 4 Möglichkeiten es gibt, eine Promotion zu ver­öf­fent­li­chen. Da steht nichts vom Eintrag in den Katalog der UB.
      Die Tatsache, daß Artikel von Herrn Drosten peer-review­ed sind, sagt nichts über die Diss. aus. Auch dann nicht, wenn sie ein ähn­li­ches Thema behandeln.

      Wenn es Ihnen dar­um geht, Herrn Drosten zur Seite zu sprin­gen, wäre Ihr Argument auch ein Eigentor. In o.g. Promotionsordnung steht näm­lich auch:
      "Der/die Doktorand/in ist ver­pflich­tet, spä­tes­tens ein Jahr nach der Disputation (münd­li­che Prüfung) die Veröffentlichung gemäß Abs. 1 vor­zu­neh­men. Wird die Frist schuld­haft ver­säumt, so erlö­schen alle durch die Prüfung erwor­be­nen Rechte und die Gebühren verfallen."
      Zwar sagt das Erstellungsdatum der PDF-Datei mit dem Inhaltsverzeichnis (8.6.2020) nicht zwin­gend etwas aus über das Datum, zu dem der Eintrag im Verzeichnis der UB vor­ge­nom­men wur­de. Abwegig ist der Gedanke nicht von vorn­her­ein, daß dies auch des Datums des Eintrags ins­ge­samt sein könnte.
      Aber: Nicht ich argu­men­tie­re so. Ich habe kei­nen Zweifel dar­an, daß Herr Drosten 2001 eine Doktorarbeit ein­ge­reicht hat, die 2003 mit der Höchstnote bewer­tet wur­de. Ich wür­de nur ger­ne einen Blick in sie wer­fen können.

  7. @Janet

    Ist Janet wirk­lich eine Linke? Oder ist sie eine Vertreterin von Big Pharma? 

    Meint Janet im Ernst, dass sich Marx lan­ge mit dem Virologen- und RKI-Unsinn auf­hal­ten wür­de? Was hat deren Pseudo-Wissenschaft mit der Befreiung der Arbeiterklasse zu tun?

    Marx mit einer Alltagsmaske? Im Ernst?

    1. Janet behaup­tet das von sich gar nicht. Für sie ist nur alles, was nicht RKI-kon­form ist, unwis­sen­schaft­lich und rechts.
      Marx hät­te sich bestimmt mit der Meinung der Virologen beschäf­tigt oder hät­te Engels gebe­ten, das zu che­cken. Sie hät­ten sich dann nicht als bes­se­re Virologen auf­ge­spielt, son­dern Fragen gestellt nach Auswirkungen auf unter­schied­li­che Gruppen und Klassen. Sie hät­ten nach Interessen gefragt.
      Und ja, Marx hät­te sich die Maske über­ge­zo­gen, wäre er vom Sinn über­zeugt; schließ­lich war er Wissenschaftler und Materialist. Und wenn es "der Befreiung der Arbeiterklasse" genützt hät­te, sowieso.

  8. @aa

    Gerne stim­me ich Ihnen zu, weil Sie her­vor­ra­gend recherchieren. 

    Dass mir zu Ihrer Antwort noch der Begriff "Vulgärmaterialismus" ein­fällt, muss hier nicht wei­ter interessieren. 

    Machen Sie wei­ter so!

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