Griechischer Staatsrat: Verfassungswidrigkeit der Verlängerung der Impfpflicht für Arbeitnehmer in Gesundheitseinrichtungen wegen fehlender Neubewertung der Maßnahme

Auf der Sei­te des grie­chi­schen Rats für Staats- und Ver­wal­tungs­recht wird am 24.11. mitgeteilt:

»Mit Beschluss 2332/2022 der Drit­ten Kam­mer in der Beset­zung mit sie­ben Mit­glie­dern wur­de a) fest­ge­stellt, dass die Bestim­mung des Absat­zes. 2 des Arti­kels 2 des zwei­ten Arti­kels des Geset­zes Nr. 4917/2022, mit dem die Gel­tungs­dau­er des Absat­zes. 8 des Arti­kels 206 des Geset­zes Nr. 4820/2021 über die Neu­fest­set­zung der Impf­pflicht für Beschäf­tig­te in Gesund­heits­ein­rich­tun­gen bis zum 31.12.2022 gegen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ver­stößt und b) der Beschluss des Minis­ters und des stell­ver­tre­ten­den Gesund­heits­mi­nis­ters (B 1995/20–4‑2022) mit dem Titel "Fest­le­gung des Ver­fah­rens für die Ein­stel­lung von Zeit­ar­beits­kräf­ten gemäß den Bestim­mun­gen von Arti­kel 50 des Geset­zes Nr. 4825/2021 (Α΄ 157)"

In die­ser Ent­schei­dung wur­de ins­be­son­de­re fest­ge­stellt, dass die zum Schutz der öffent­li­chen Gesund­heit vor dem Coro­na­vi­rus Covid-19 ergrif­fe­nen Maß­nah­men, wie u. a. die Pflicht­imp­fung einer bestimm­ten Grup­pe von Arbeit­neh­mern (vgl. Arti­kel 3 Absatz 1 der Ver­ord­nung Nr. 40/94), vom Staats­rat in einer Rei­he von Ent­schei­dun­gen aner­kannt wur­den (S.C.R. 1684/2022 in Bezug auf Arbeit­neh­mer in Gesund­heits­ein­rich­tun­gen und 1400/2022 in Bezug auf Arbeit­neh­mer im N.M.A.C. ). Sie kön­nen sogar einen schwer­wie­gen­den Ein­griff in die Wahr­neh­mung grund­le­gen­der Men­schen­rech­te wie der frei­en Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit, der Frei­zü­gig­keit und der Pri­vat­sphä­re dar­stel­len, der jedoch ver­fas­sungs­recht­lich hin­nehm­bar ist, solan­ge die­se Maß­nah­men u. a. nur für den abso­lut not­wen­di­gen Zeit­raum getrof­fen werden.,Die Inten­si­tät und die Dau­er die­ser Maß­nah­men müs­sen ange­sichts ihres vor­über­ge­hen­den Cha­rak­ters von den zustän­di­gen staat­li­chen Stel­len regel­mä­ßig im Lich­te der vor­lie­gen­den epi­de­mio­lo­gi­schen Daten und der Ent­wick­lung gül­ti­ger wis­sen­schaft­li­cher Annah­men über­prüft werden. 

Im vor­lie­gen­den Fall waren zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung des Geset­zes Nr. 4917/2022 (31.3.2022) und des Erlas­ses des ange­foch­te­nen Rechts­akts (14.4.2022) mit dem Erlass der Maß­nah­me der Pflicht­imp­fung von Arbeit­neh­mern in Ein­rich­tun­gen des Gesund­heits­we­sens mehr als acht Mona­te ver­gan­gen, ein Zeit­raum, der in Anbe­tracht der Art der Maß­nah­me und ihrer Fol­gen offen­sicht­lich das Maß des Zumut­ba­ren über­schrei­tet, ohne jedoch auf der Grund­la­ge der damals aktu­el­len wis­sen­schaft­li­chen und epi­de­mio­lo­gi­schen Daten über den Wert, die Wirk­sam­keit und die Fol­gen von Impf­stof­fen gegen das Coro­na­vi­rus sowie den Ver­lauf und die Ent­wick­lung der Pan­de­mie neu bewer­tet wor­den zu sein. Außer­dem ist über­haupt nicht klar, auf wel­cher Grund­la­ge von spe­zi­fi­schen wis­sen­schaft­li­chen Daten die Frist für die Neu­be­wer­tung bis zum 31.12.2022 ver­län­gert wur­de, d.h. sie wur­de auf einen Zeit­punkt fest­ge­setzt, der eben­falls län­ger ist als ange­mes­sen, da er neun Mona­te nach der Ver­ab­schie­dung des Geset­zes Nr. 1/2003 liegt. 4917/2022. In Anbe­tracht des­sen beruft sich die Ver­wal­tung auf Bewei­se, die ihrer Ansicht nach die Ver­län­ge­rung der Impf­pflicht recht­fer­ti­gen, und legt sie dem Gerichts­hof vor, da die Neu­be­wer­tung die­ser Maß­nah­me, wie oben aus­ge­führt, aus­drück­lich bis zum 31.12.2022 auf­ge­scho­ben wur­de und jeden­falls nichts in den Akten dar­auf hin­deu­tet, dass eine sol­che Bewer­tung und Beur­tei­lung der frag­li­chen Bewei­se tat­säch­lich von einem dafür zustän­di­gen wis­sen­schaft­li­chen Gre­mi­um vor­ge­nom­men wur­de. Auf jeden Fall recht­fer­ti­gen die dem Gerichts­hof vor­ge­leg­ten Bewei­se nicht die Aus­wei­tung der Impf­pflicht. Eine Min­der­heit von einem.«

Es han­delt sich hier um eine recht holp­ri­ge Über­set­zung von deepl​.com. Eine ver­mut­lich bes­se­re fin­det sich in Tei­len in einem Arti­kel auf tkp​.at am 28.11.22.

6 Antworten auf „Griechischer Staatsrat: Verfassungswidrigkeit der Verlängerung der Impfpflicht für Arbeitnehmer in Gesundheitseinrichtungen wegen fehlender Neubewertung der Maßnahme“

  1. Grie­chen­land hat es schon ein­mal geschafft aus der NATO aus­zu­tre­ten. Lei­der sind die wie­der ein­ge­te­ten. Jedes Land, jede Nati­on der Welt wel­che den Anspruch auf Sou­ve­rä­ni­tät erhebt ist selbst ver­ant­wort­lich für ihre eige­ne Entwicklung!!!!!

    Nicht nur Griechenland!

  2. Die Müh­len der Jus­tiz arbei­ten ja bekannt­lich lang­sam, aber bes­ser spät als nie. Dazu ein paar Beob­ach­tun­gen, am Anfang die­sen Jah­res zusam­men­ge­tra­gen, von Men­schen, die direkt mit den Fol­gen zu tun haben.

    "ZEUGEN DER WAHRHEIT: Was in Spi­tä­lern, Hei­men und Ordi­na­tio­nen wirk­lich passiert
    5.2.2022"
    https://​auf1​.tv/​e​l​s​a​-​a​u​f​1​/​z​e​u​g​e​n​-​d​e​r​-​w​a​h​r​h​e​i​t​-​w​a​s​-​i​n​-​s​p​i​t​a​e​l​e​r​n​-​h​e​i​m​e​n​-​u​n​d​-​o​r​d​i​n​a​t​i​o​n​e​n​-​w​i​r​k​l​i​c​h​-​p​a​s​s​i​e​rt/

  3. Irgend­wie ist es selt­sam. Wenn sol­cher­lei Geset­ze "aus­lau­fen", dann wird das gefei­ert, als wäre damit etwas erreicht wor­den. Nichts ist damit wirk­lich ver­bes­sert. Die Geschä­dig­ten wer­den nicht ent­schä­digt, die Rechts­wid­rig­keit wird als sol­che nicht benannt. 

    Ist so ähn­lich, wie wenn man sich freut, wenn etwas wie­der ein­we­nig bil­li­ger wird, nach­dem es zuvor extrem ver­teu­ert wurde.

  4. Hur­ra … der grie­chi­sche Staats­rat kippt Ende Novem­ber eine Impf­pflicht, die zum Jah­res­en­de höchst­wahr­schein­lich ohne­hin aus­ge­lau­fen wäre. Was für eine muti­ge Heldentat. 😉

  5. "Sie kön­nen sogar einen schwer­wie­gen­den Ein­griff in die Wahr­neh­mung grund­le­gen­der Men­schen­rech­te wie der frei­en Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit, der Frei­zü­gig­keit und der Pri­vat­sphä­re dar­stel­len, der jedoch ver­fas­sungs­recht­lich hin­nehm­bar ist, solan­ge die­se Maß­nah­men u. a. nur für den abso­lut not­wen­di­gen Zeit­raum getrof­fen werden."

    Die Impf­pflicht selbst ist also nicht ver­fas­sungs­wid­rig, nur deren Ver­län­ge­rung – interessant

    "Außer­dem ist über­haupt nicht klar, auf wel­cher Grund­la­ge von spe­zi­fi­schen wis­sen­schaft­li­chen Daten die Frist für die Neu­be­wer­tung bis zum 31.12.2022 ver­län­gert wur­de, d.h. sie wur­de auf einen Zeit­punkt fest­ge­setzt, der eben­falls län­ger ist als ange­mes­sen, da er neun Mona­te nach der Ver­ab­schie­dung des Geset­zes Nr. 1/2003 liegt. 4917/2022."

    Und das fällt erst jetzt auf …

    Auch dar­über berich­ten die deut­schen Medi­en nicht

    https://​www​.anti​-spie​gel​.ru/​2​0​2​2​/​g​r​i​e​c​h​i​s​c​h​e​r​-​g​e​h​e​i​m​d​i​e​n​s​t​-​h​o​e​r​t​-​r​e​g​i​e​r​u​n​g​-​u​n​d​-​o​p​p​o​s​i​t​i​o​n​-​ab/

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