Helge Schneider bleibt sich anscheinend doch treu. Oder?

Vor mehr als einem Jahr hat­te er ange­kün­digt, unter Corona-Auflagen nicht auf­tre­ten zu wol­len (s. Helge Schneider: Wenn es so wei­ter­geht, dann war's das). Irgendwie kam es dazu, daß er doch ges­tern in Augsburg gas­tier­te. Aber nur 40 Minuten lang, wie auf augsburger-allgemeine.de zu lesen ist:

»Helge Schneider bricht Konzert beim Strandkorb-Open-Air ab: Zuschauer sind enttäuscht
Mit den Worten: "Das System hier ist faden­schei­nig und dumm. Es tut mir leid für euch und viel­leicht bekommt ihr euer Geld wie­der zurück", ver­lie­ßen Helge Schneider, sein "Diener" Bodo, sein elf­jäh­ri­ger Sohn Charlie, der am Schlagzeug saß, und der Gitarrist Sandro Giampietro die Bühne. Das war der Paukenschlag des Abends.

Helge Schneider kri­ti­siert Strandkorb-Open-Air in Augsburg
Gefrozzelt hat­te Schneider zuvor immer wie­der, aber die meis­ten hiel­ten das für eine iro­ni­sche Überspitzung. So wie bei sei­nem Erscheinen und sei­nen Blick auf die B17: "So eine hohe Bühne habe ich mir schon immer gewünscht. Da sehe ich vor bis zur Autobahn. Toll jetzt kommt schon wie­der ein Auto."

Scheinbar pass­te es ihm auch nicht, dass immer wie­der Menschen mit Masken an der Bühne vor­bei­lie­fen, um etwa auf die Toilette zu gehen. Als er sei­nen berühm­ten Song "Katzeklo" schon ange­kün­digt hat­te, ent­schied er sich dann für den Abbruch. Dabei hat­te der 65-Jährige kurz zuvor noch gesagt: "Ich will das der Zuschauer nach mei­nem Konzert sagt: Ich habe vor Lachen in den Strandkorb geschissen."

Doch den meis­ten blieb dann das Lachen im Hals ste­cken. Viele dach­ten, das sei ein Gag und Schneider kom­me nach weni­gen Minuten zurück auf die Bühne. Moderatorin Marion Buk-Kluger ver­such­te, die Leute zu beschwich­ti­gen: "Bitte blei­ben Sie auf Ihren Plätzen. Wir ver­su­chen, Helge Schneider umzu­stim­men." Doch das hat nicht geklappt.

Nach wei­te­ren 20 Minuten tauch­te ein Sprecher des Managements von Helge Schneider auf: "Helge Schneider beklagt, dass er kei­nen Kontakt zum Publikum hat. Wir hal­ten Sie auf unse­ren Internetseiten auf dem Laufenden, wie und wo Sie Ihr Ticket zurück­ge­ben kön­nen. Wir haben die Situation so nicht erwar­tet und es tut uns leid."…«

UpdateDie WAZ weiß, Helge Schneider hat sich nur über die Gastro geär­gert. Er selbst sagt dies:

Quelle: twitter.com

twitter.com

"Das System hier ist faden­schei­nig und dumm" bleibt trotz­dem richtig.

19 Antworten auf „Helge Schneider bleibt sich anscheinend doch treu. Oder?“

  1. Ich hof­fe sehr, dass sich Helge Schneider vie­le ande­re Künstler anschlie­ßen, wenn ich auch nicht weiß, wie sie in Zukunft exis­tie­ren können.
    Diesen Banditen wird noch eini­ges einfallen.
    Denn das ist ers­te der Anfang vom Ende.

  2. Bravo Helge Schneider!
    Wehret dem Wahnsinn. Da bleibt einem das Lachen im Hals stecken.
    Gestern war ich bei einem Treffen, bei dem alle die Maske auf­hat­ten. Es war gro­tesk. Ich habe die Maske nach 5 Minuten abge­nom­men. Die ande­ren behiel­ten sie auf. Nichts gegen die Leute, aber da gehe ich nicht mehr hin.

  3. Finde ich ein biss­chen unfair von Helge Schneider, denn er war sich doch sicher schon VOR dem Konzert bewusst, dass in die­sen Zeiten nun mal ande­re Spielregeln gel­ten… die Leute da hin­lo­cken und nach 40 Minuten wegen „das System ist faden­schei­nig und dumm“ in den Sack hau­en und die Klage, er habe kei­nen Kontakt zum Publikum ist da wirk­lich nur eine blö­de Ausrede – und sehr unpro­fes­sio­nell. Andere Künstler machen, wenn der Draht zum Publikum fehlt, auch weiter…

  4. Genau so muss jeder ein­zel­ne handeln.
    Dann wäre der Albtraum vorbei.
    Als Künstler ist das ein­fach, im Alltag muss der Normalo halt Eier in der Hose haben. Und das ist das Problem im Land der Duckmäuser und Ja-Sager.

  5. Helges Haltung ist sicher­lich rich­tig. Nicht ver­ges­sen soll­te man aber, daß zehn­tau­sen­de Kleinkünstler, die weni­ger bekannt sind und seit vie­len Jahren vor allem auf Bühnen in Wirtshäusern, Gaststätten und ähn­li­chen Lokalen spie­len, seit 15 Monaten tota­les Berufsverbot und kei­ner­lei Möglichkeiten haben und haben wer­den, sich so hero­isch gegen den Quatsch aus­zu­spre­chen. Ich täte es sonst ebenfalls.

  6. Wenn ich auch mit der Kunst von Herrn Schneider per­sön­lich nichts anfan­gen kann, schmä­lert das nicht mei­nen "Gromek aplavz". So in die­sem Sinne, auch der von der C19-Vax geschä­dig­te Eric Clapton.….

  7. Interessant.
    Bei Helge Schneider kann ich mir Verschiedenes vorstellen.
    Daß es geplant war und somit ein Statement (was ich persönlich
    natür­lich hof­fe) oder er spon­tan qua­si das Kotzen gekriegt hat.
    So oder so, gute Aktion.

    1. Ok, Update.
      Das "Querdenker & Co." hät­te er sich spa­ren kön­nen, auch wenn
      er bestimm­te Sichtweisen nicht teilt.
      Wäre auch zu schön gewesen…

  8. HELGE SCHNEIDER BRICHT SEIN KONZERT AB! 

    "..Das System ist ein­fach faden­schei­nig und dumm.." Danke Helge!!

    https://www.youtube.com/watch?v=DXJRwHRcMhI

    Heute, eine ande­re Veranstaltung. ZERO Corinna-Schutz 🙂 Mann war ich geflasht. Keiner, abso­lut kei­ner von den Anwesenden hat­te Bock dar­auf, und die Leute waren sooo glück­lich, das hab ich lan­ge nicht erlebt WOW 🙂

  9. Wenn alle sagen wür­den offen was sie den­ken und füh­len wäre es nie zu dem end­lo­sen Lockdown und dem Schweigen der Mehrheit gekom­men. 35–45 ver­mut­lich auch nicht. Es scheint eine sehr eigen­tüm­li­che Art des dt. Untertans zu sein für ein höhe­res Ziel, den ima­gi­nä­ren Sieg bei der Corona-Weltmeisterschaft und bes­ten Obrigkeitsgehorsam, jeg­li­chen auf­klä­ri­schen Impetus hin­ten an zu stel­len. (Manfred Krauß erklärt die­se dt. Eigenart bei indu­bio recht gut zuletzt). In den USA sind über 60% der Arbeitenden im medi­zi­nisch-ambu­lan­ten Bereich nicht geimpft und wei­gert sich wie ich las. Das ist schon die Mehrheit, die seit 18 Monaten mund­tot gehal­ten wird.

    In dem Sinne, Danke Helge. Ob geplant oder nicht. Die Eier zu haben zu sagen dass man etwas zum Kotzen fin­det haben die wenigs­ten noch, ohne dass ist Demokratie ein Simulation in der jeder die blaue Pille oder Spritze genom­men hat. Handke hat für Publikumsbeschimpfung im Endeffekt auch den Nobelpreis bekom­men. Und da muss man anset­zen. Es bringt nix mehr Politiker und Virologen zu beschimp­fen, hat 18 Monate nix gebracht. Man muss mit den Mitbürgern auf Konfrontationskurs gehen, not­falls ver­ar­schen oder vor­füh­ren öffentlich. 

    Ich geb ne gro­ße Party bei mir zu Hause und alle die mit Maske und geimpft kom­men dür­fen wie­der nach Hause fah­ren. Oder "wollt ihr den Untergang eurer Freiheit zele­brie­ren!?" Demokratie fängt mit öffent­li­chen Streit und Diskussion an, nicht mal mehr über das Versagen bei der Flutkatastrophe wird mehr dis­ku­tiert öffent­lich. Demos oder Querdenker sind lei­der kei­ne Gegenöffentlichkeit in Zeiten in denen man sie digi­tal in Blasen pfer­chen und framen kann. Die letz­te und unters­te Keimzelle der Demokratie ist der Gartenzaun zum Nachbarn. Da muss jeder anfan­gen zu dis­ku­tie­ren oder ein­pa­cken. So ver­liert man vie­le Freunde aber gewinnt auch neue richtige 🙂

    Die Amis haben den Deutschen schön den Kopf geschwa­chen als Sie sie durch die KZs am Nasenring zu füh­ren um die Ausuferungen ihres Schweigens zu erfah­ren. Die Generation hat dann noch­mal bis 68 geschwie­gen, vor Scham statt Obrigkeitsgehorsam. Ich hät­te nicht für mög­lich gehal­ten, dass das noch­mal pas­sie­ren kann, die heu­te 80 jäh­ri­gen müss­ten die Aufarbeitung 68 eigent­lich ziem­lich wach mit­be­kom­men haben bzw. an vor­ders­ter Front dabei gewe­sen sein. Stattdessen macht alles was sich für "links" hält bei dem gan­zen Spuk sogar mit…

  10. Vielleicht ist es eher kon­tra­pro­duk­tiv, wenn "Querdenker und Co" hin­ter jedem lau­en Promi-Lüftchen die gro­ße Revolte wit­tern, so ver­ständ­lich das Wunschdenken auch ist.
    Sonst hät­te Helge sich even­tu­ell nicht unbe­dingt zu die­sem Kontaktschuld-Vermeidungs-Statement ver­pflich­tet gefühlt.
    Aber er möch­te sich wahr­schein­lich auch ungern ver­ein­nah­men las­sen, egal von wem.

  11. Ich habe mei­ne Meinung geändert:

    Schneider ist ein Zeuge Coronas:
    https://www.youtube.com/watch?v=Ir5hDDPJlfE

    Hatte er nicht in einem Video gesagt, dass er unter sol­chen Umständen nicht auf­tre­ten wird? "Wenns so wei­ter geht wars das"?

    Erst inkon­se­quent sein und dann einen Rückzieher machen.

    Ich bin sowas von enttäuscht.

    Mein Ticket für August wer­de ich ver­su­chen zu verkaufen.
    Hingehen wer­de ich auf kei­nen Fall.
    Nach 25 Jahren muss ich sagen:

    Für mich wars das!

    1. @V: Aber der ist doch gut, oder? "Ich würd' zum Beispiel nie auf 'ne Demo gehen gegen Corona, ist viel zu gefähr­lich. Stell Dir mal vor, Corona kommt dann."

      1. Ja den Satz fand ich auch lustig.

        Und ich könn­te noch verzeihen/ignorieren, dass er falsch infor­miert ist und des­halb eine fal­sche Einstellung zum Thema hat.

        Wenn ich aber die letz­ten 25 Jahre erin­ne­re, so war Schneider in der Öffentlichkeit nie wirk­lich politisch.

        Aber sich im Freien in der Natur mit Maske zu fil­men, um zei­gen zu wol­len dass man kein Verschwörungsdepp ist,
        das ist poli­tisch und es ent­spricht sei­nem Intellekt in keins­ter Weise.

        Dann die groß­spu­ri­ge Ansage (die ich gefei­ert habe) nicht vor einem repres­sier­ten Publikum aufzutreten,

        es dann doch zu tun

        und nach 40Min. abzu­bre­chen, weil die Bedienung die von Strandkorb zu Strandkorb läuft einen nervt.

        Da fällt der Weizen um!

        Das bedarf für mich der Abbite nach Leuterung, mit kla­rer Stellungnahme, des­sen Inhalt man auch lebt.

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