„Ich habe gerade bei Musik einen Hang zum Düsteren“

So über­schreibt deutsch​land​funk​.de das heu­ti­ge Gespräch zwi­schen einer ihn anhim­meln­den Inter­viewe­rin und Chris­ti­an Dros­ten. Wer es sich anhört, freut sich schon auf ein ver­mut­lich bald fol­gen­des Fea­ture "Der Viro­lo­ge und sei­ne Kat­zen". Anna Seibt kün­digt Dros­ten so an: "Er ist momen­tan der wohl bekann­tes­te noch leben­de deut­sche Wis­sen­schaft­ler." Das Licht der Öffent­lich­keit habe er nie ange­strebt, das sei für einen Wis­sen­schaft­ler auch "gar nicht das Opti­mals­te". Dros­ten resigniert:

»Aber so ist es nun mal. Das ist jetzt ein­fach eine beson­de­re Zeit für vie­le. Und zu die­sen Vie­len gehö­re ich auch. Jeder hat da auf sei­ne Art und Wei­se ja mit der Situa­ti­on irgend­wie zu arbei­ten, und das ver­schont mich jetzt auch nicht.«

Er schil­dert, wie er berühmt wur­de, ohne es zu wol­len. Er war Arzt im Prak­ti­kum im Ham­bur­ger Bernhard-Nocht-Institut:

»Das ist dann so eine Ent­wick­lung, die man ja machen kann. Also ich kam zum Bei­spiel damals mit ner gewis­sen Labor­tech­nik an das Insti­tut, die ich in der Dok­tor­ar­beit gelernt hat­te, und die war sehr essen­ti­ell zu die­ser Zeit und die konn­ten noch nicht so vie­le Leute.«

Es wird ein­ge­spielt der Blum­feld-Song "Drau­ßen auf Kau­ti­on", von dem Dros­ten weiß: "Also, ich glau­be, der Anfang ist der Hub­schrau­ber aus 'Apo­ca­lyp­se Now'", was Frau Seibt quit­tiert mit: "Pas­send zu einem Sonn­tag­nach­mit­tag im Deutsch­land­funk". Danach erfah­ren wir:

»Das ers­te SARS-Virus ist mir ja wis­sen­schaft­lich über den Weg gelau­fen. Das habe ich eben mit iden­ti­fi­ziert, "mit" muß man sagen, weil es zeit­gleich in drei Grup­pen in Hong­kong, in Atlan­ta und bei uns gefun­den wur­de. Und das war ja damals auch so eine aku­te Situa­ti­on, eine Pandemie… 

Wenn man Viro­lo­ge ist, dann arbei­tet man nor­ma­ler­wei­se an einem Virus oder an einer Virus­fa­mi­lie oder ‑grup­pe… Zu der Zeit, als mir die­ses SARS-Virus über den Weg lief, hat­te ich mir noch kein Stu­di­en­ob­jekt eigent­lich für mei­ne wei­te­re Kar­rie­re aus­ge­sucht, und das lief mir eben über den Weg, und dann habe ich gesagt: "OK, dann mache ich damit jetzt weiter".«

Es geht dann noch um sei­nen Klein­krieg gegen Stre­eck und Musik. Das war's. Nein, noch dies:

»Mir geht's nicht um die Medi­en. Ich will nicht in Medi­en… Damals, am Anfang, dach­te ich schon, da ist eine rich­ti­ge Lücke, also wenn da jetzt nicht jemand mal was sagt in der Öffent­lich­keit, dann kann das auch in die fal­sche Rich­tung gehen.«

Zum Schluß noch Hoffnung:

»Die­se Pan­de­mie ist natür­lich im nächs­ten Jahr dann irgend­wann auch vor­bei. Man kann nicht sagen, ob wirk­lich in der ers­ten oder zwei­ten Jah­res­hälf­te dann die­ser Ein­druck bestehen wird.«

7 Antworten auf „„Ich habe gerade bei Musik einen Hang zum Düsteren““

  1. Er hat in sei­nem Pod­cast Pan­de­mie-Angst ver­brei­tet und der Welt einen Test aus Deutsch­land beschert, vor des­sen Ergeb­nis­sen man wahr­lich kei­ne Angst haben muss. Wenn die Gerich­te, wo auch immer, das auf­klä­ren, bricht das Kar­ten­haus tat­säch­lich samt gefähr­li­chen Impf­stof­fen zusam­men. Je eher des­to besser.

  2. Dros­ten ist deut­lich ange­schla­gen. Er dis­ku­tiert auf twit­ter inzwi­schen mit Gert Postel.
    https://​twit​ter​.com/​c​_​d​r​o​s​t​e​n​/​s​t​a​t​u​s​/​1​3​3​4​8​5​1​9​9​6​0​4​6​8​1​5​232

    Er ist in dem Gan­zen aber nur eine klei­ne Schachfigur. 

    Aus dem Jahr 2008
    The Chi­ne­se Health Sys­tem At A Crossroads
    by Win­nie Yip and Wil­liam C. Hsiao

    "Alt­hough China’s tran­si­ti­on from a cen­tral­ly plan­ned to a mar­ket-ori­en­ted eco­no­my­crea­ted unpre­ce­den­ted eco­no­mic growth, the­sa­me stra­tegy pro­du­ced dire health care deliv-ery and health out­co­mes. In less than two de-cades, China’s health care sys­tem was trans-for­med from one that pro­vi­ded pre­ven­ti­ve and afforda­ble basic health care to all peo­p­le to onein which peo­p­le can­not afford basic care and many fami­lies are dri­ven into pover­ty becau­se of lar­ge medi­cal expenses."

    Unser rela­tiv gutes Gesund­heits­sys­tem läuft gera­de durch den Shred­der wegen Tests, die kei­nen Nut­zen haben, im schlimms­ten Fall zu Fehl­be­hand­lun­gen füh­ren, und Imp­fun­gen, von denen wir nicht wis­sen, ob sie unse­rem Gesund­heits­sys­tem schaden. 

    War­um unse­re Mana­ger vom chi­ne­si­schen feu­da­len Modell und einem euro­päi­schen Kon­fu­zia­nis­mus träu­men, ist klar.
    Was das in "Glo­bal Gover­nan­ce" hei­ßen kann, ist auch klar
    http://​www​.unesco​bio​chair​.org/​i​m​a​g​e​s​/​s​t​o​r​i​e​s​/​C​h​i​a​_​c​o​n​f​u​c​i​a​n​_​r​e​s​p​o​n​s​e​.​pdf
    "Fan then pro­ceeds to exami­ne 14.2, poin­ting out that the­re are two pos­si­ble inter­pre­ta­ti­ons to the right to health it arti­cu­la­tes. Rejec­ting what he calls the ‘radi­cal ega­li­ta­ri­an prin­ci­ple’ Fan argues in favour of inter­pre­ting this clau­se as making the pro­vi­si­on of ‘a decent mini­mum stan­dard of health’ obli­ga­to­ry for govern­ments and socie­ties. He main­ta­ins that this approach would be con­sis­tent with the Con­fu­ci­an tra­di­ti­on, poin­ting out that its­car­di­nal vir­tue, Ren (huma­ne­n­ess), requi­res indi­vi­du­als to prac­ti­ce uni­ver­sal but not ega­li­ta­ri­an love. In the final sec­tion of his paper, Fan brief­ly descri­bes what ‘a decent mini­mum stan­dard of health’ might look like. He sug­gests that the visi­on of a decent mini­mum stan­dard should not be inter­na­tio­nal­ly ambi­tious, and that pro­mi­nent health issues, not ega­li­ta­ri­an pro­jects, should be accor­ded priority."

  3. Zu Dr.osten fällt mir nur das ein:

    Der Hoch­stap­ler (allein) ist nichts, das Milieu ist alles!

    (Frei nach Clau­de Ber­nard, dem Gegen­spie­ler von Robert Koch)

  4. Er steht im Licht der Öffent­lich­keit wie kaum ein ande­rer, etwas , was er nie ange­strebt hat, wie er sel­ber sagt Ha, ha,ha, wur­den des­halb nen­nes­wer­te Kol­le­gen, die mög­li­cher­wei­se eine ande­re Sicht­wei­se auf die Din­ge haben, igno­riert und kleingehalten?Auf die Fra­ge der Mode­ra­to­rin zu Beginn der Sendung:"Haben Sie sich im letz­ten 3/4 des Jah­res gefragt, hätt´ ich nur den Mund gehal­ten und hätt´ ich mich nicht in die Öffent­lich­keit bege­ben, um den Men­schen zu erklä­ren, was da gera­de läuft?" Die Antwort:"Ja, ja, absolut,natürlich habe ich mir das immer mal wie­der gedacht"…
    Wäre es doch dabei geblie­ben. Was hät­te er damit den Men­schen die­ses Lan­des erspart . Aber die MULTIPLIKATOREN IM MARKETING??!!

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