Internationales Auschwitz Komitee zur "Corona-Demonstration"

Diese Stimme läßt sich nicht ein­fach igno­rie­ren. Am 26.8. hat­te das Internationale Auschwitz Komitee zum Verbot der Demonstration die­se Einschätzung:

»"Für Überlebende des Holocaust ist die­ses Verbot eine gro­ße Erleichterung. Es wäre für sie uner­träg­lich, wenn in der deut­schen Hauptstadt anti­se­mi­ti­sche Verschwörungstheoretiker gemein­sam mit Holocaust-Leugnern, gewalt­be­rei­ten Neonazis und pene­tran­ten Hasspredigern durch die Straßen mar­schier­ten und der Demokratie ihre Verachtung zei­gen wür­den. Dieses Verbot soll­te ein wich­ti­ges Signal sein, dass der Staat die­sen Gruppen in Zukunft wehr­haf­ter ent­ge­gen­tritt."«

Die Veranstalter müs­sen sich fra­gen las­sen, ob die von ihnen mar­gi­na­li­sier­te Anwesenheit von Reichsbürgern auf ihren Veranstaltungen wich­ti­ger ist als die Befürchtung einer Organisation von Holocaust-Überlebenden.

Am 30.8. teil­te der Vizepräsident der Organisation mit:

»Die Bilder vom Reichstag, die­sem welt­weit geach­te­ten Symbol der Demokratie in Deutschland, sind… ein zutiefst erschre­cken­des und war­nen­des Beispiel.«

Dennoch gilt es zu dif­fe­ren­zie­ren. Das Liebäugeln von pro­mi­nen­ten Querdenkern mit den Ideen von Reichsbürgern (Abschaffung des Grundgesetzes zuguns­ten einer von einer Volksversammlung erlas­se­nen Verfassung, Leugnung der Rechtmäßigkeit der BRD wegen eines feh­len­den Friedensvertrages) ist nicht hin­nehm­bar für eine Bewegung, die damit wirbt, die 20 Grundrechtsartikel zu ver­tei­di­gen. Aber sie sind nicht ver­ant­wort­lich für die Bilder am Reichstag. Dafür sind die Anzeichen zu deut­lich, die für eine poli­tisch gewoll­te Eskalation an die­ser Stelle spre­chen (s. "Reichstags-Stürmer"-Video zeigt: kei­ne Polizei weit und breit und "Kritische Polizisten": Haben staat­lich bezahl­te V‑Leute den „Sturm“ gesteu­ert?).

Es waren nicht nur die Querdenker, die Rechtsextreme auf ihren Veranstaltungen haben mit­lau­fen las­sen. Es waren der Berliner Senat und nament­lich sein Innensenator, die ihnen Straßen und Plätze über­las­sen haben. Es war die Polizeiführung, die trotz mas­si­ver Aufrufe von Nazis in den Tagen zuvor den Reichstag schutz­los vor dem Mob gelas­sen hat. Offenbar war es ihr erheb­lich wich­ti­ger, Abstände zwi­schen "Corona-Leugnern" aus­zu­mes­sen, als den Ruf des Reichstags als welt­weit geach­te­tem Symbol der Demokratie in Deutschland zu schüt­zen.

8 Antworten auf „Internationales Auschwitz Komitee zur "Corona-Demonstration"“

  1. Das Problem ist, wie soll das prak­tisch funk­tio­nie­ren: Bei einer sol­chen Menschenansammlung die Nazis, die dort auf­tau­chen, zu ent­fer­nen. Sie wer­den nicht sagen, ach so, wir sind nicht erwünscht, dann gehn wir wie­der, Es wird eine Eskalation geben, Handgemenge oder Schlimmeres. Und schon wird es wie­der hei­ßen: kei­ne fried­li­che Demonstration, son­dern gewalt­tä­ti­ge Auseinandersetzungen. Ein Teilnehmer mein­te dazu: "Hier auf der Demonstration sind Leute aller Hautfarben, aller sexu­el­len Orientierungen. Sollen die Rechten doch mit­lau­fen, wo sonst sol­len sie denn ler­nen, dass Toleranz und Miteinander gar­nicht so schlimm sind." auf den ers­ten Blick naiv, fin­de ich die Aussage beden­kens­wert. Sie führt weg von der Ewigen Konfrontation in den Dialog.

    1. Das sich sol­che Organisationen frei­wil­lig vor den kom­mu­nis­tisch-rot-grü­nen (die­se Mischung ergibt braun!) Karren span­nen, dele­gi­ti­miert sie voll­kom­men. Auf Propaganda-Inszenierungen rutscht man doch leicht aus…

      1. @Alexander Hoffmann: Besten Dank für die­se Selbstentlarvung! Nazis gibt's nicht, denn braun ist das Gemisch von rot-grün. Die nur noch sehr weni­gen Überlebenden des Holocaust sind "sol­che Organisationen", die sich vor den kom­mu­nis­ti­schen Karren span­nen las­sen, womit sie sich voll­kom­men dele­gi­ti­mie­ren.

        Sorry, der Geist des Grundgesetzes ist geprägt vom Respekt vor Überlebenden und WiderstandskämpferInnen gegen den Faschismus. Wer die Grundrechte ver­tei­di­gen will, muß sich auch dar­an mes­sen las­sen. Wer die­sen Geist dele­gi­ti­miert, soll­te auf Demonstrationen für die Grundrechte nichts zu suchen haben. Im übri­gen auch hier im Blog nicht.

  2. Na, das Kalkül der Polizei war doch ganz offen­sicht­lich:

    eine gericht­lich bestä­tig­te, nach jeder Einschätzung als fried­lich zu erwar­ten­de Demonstration durch Behinderung und Schikane am Ablauf hin­dern, durch Polizeimaßnahmen Gründe für die Auflösung her­bei­füh­ren –

    und gleich­zei­tig ange­mel­de­te Demos von bekannt­lich gewalt­be­rei­ten Gruppen frei­lau­fen las­sen um die gewünsch­ten Bilder für die Presse zu gene­rie­ren.

    Diesen "Sturm auf den Reichstag" kann man doch nur als gewollt und bewusst zuge­las­sen ein­stu­fen, wenn man alle die Bilder die­se völ­lig beklopp­ten Reden, die Positionierung die­ser Kundgebung, etc. zusam­men­zählt.

    Wer hat wie die Einsatzkräfte dar­an gehin­dert, recht­zei­tig zu reagie­ren, als die­se ver­strahl­te Meute die Treppe hin­auf­ge­stürmt ist? Wurden viel dra­ma­ti­sche­re Bilder erhofft? Waren die drei Poizeibeamten am Eingang das Kanonenfutter? Wer hat gehofft, dass die in der Luft zer­ris­sen wer­den von die­ser auf­ge­putsch­ten Idioten-Gang? Hat jemand genau im rich­ti­gen Moment eine "Einsatzbesprechung" ange­ord­net, so dass die ja offen­sicht­lich mas­siv vor Ort anwe­sen­den Polizeikräfte erst kamen, als die Idioten schon an der Tür stan­den? Wurde denn die Rede von die­ser Verblödet-Wahnsinnigen nicht beob­ach­tet? Kann denn direkt vor einem Regierungsgebäude soviel Unfähigkeit der Behörden mög­lich sein?

  3. Daß am Reichstag wohl eine fremd­ge­steu­er­te Gruppe auf­tauch­te, ist für mich kei­ne Überraschung. Man konn­te dar­auf war­ten, daß irgend­ei­ne staatl. Institution das Ganze ummün­zen wür­de, um den Medien zu sagen: Da habt ihr es! Die stürz­ten sich natür­lich dar­auf. Ein gefun­de­nes Fressen. An den Reaktionen der M.-Medien sieht man das bestä­tigt. DER REICHSTAG IST FÜR MICH EIN RELIKT AUS DER HITLERZEIT, das gesprengt gehört hät­te wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

  4. Dieser Satz ist für jeden der bei der GG war ein dre­cki­ge Infamie:
    Dieser AA-Satz ist für jeden der bei der GG war ein dre­cki­ge Unterstellung im Gewand einer Frage:

    „Die Veranstalter müs­sen sich fra­gen las­sen, ob die von ihnen mar­gi­na­li­sier­te Anwesenheit von Reichsbürgern auf ihren Veranstaltungen wich­ti­ger ist als die Befürchtung einer Organisation von Holocaust-Überlebenden.“

    Weder gehö­ren die Organisatoren zu den erfah­re­nen Demo-Kennern die AA kennt, noch hät­te sich die rie­si­ge Menge der Menschen, die erst­ma­lig an einer Demo teil­nah­men, mal eben diri­gie­ren las­sen. AA hat sich brav bei der ste­ri­len Linken ein­ge­reiht, die durch Abwesenheit glänzt aber alles bes­ser weiß. Verabschiedet hat sich AA auch von der Wahrheit: Er war zwar auf der Demo, wur­de aber nicht gesich­tet als der Reichsbürger oder ande­re Drecksäcke argu­men­ta­tiv an der Teilname gehin­dert hat. So gehr das Vorurteil mit der Lüge ein­her. – Uli Gellermann

    1. @Uli Gellermann: Welche Lüge meinst Du? Ich habe vor­ge­schla­gen, daß die Veranstalter deut­lich machen, sie möch­ten die von Dir Drecksäcke genann­ten Gruppen auf ihrer Demo nicht sehen. Inzwischen ist son­nen­klar, daß es eine zumin­dest infor­mel­le Kooperation der Drecksäcke mit der Polizeiführung gab. Es ist kaum zu bezwei­feln, daß auch V‑Leute im Spiel waren.
      Es fällt den Medien nun leicht, die Querdenker-Veranstaltung mit der Aktion der Drecksäcke in einem Atemzug zu nen­nen. Das wäre weit­aus schwie­ri­ger, wenn die Querdenker nicht auch bei sich die vie­len Fahnen der Drecksäcke gedul­det hät­ten. Die Veranstalter haben in die­sem Punkt der Bewegung gegen die Regierungsmaßnahmen einen Bärendienst erwie­sen.
      Bist Du übri­gens wirk­lich der Meinung, die­ser Blog rei­he sich ein in die Kritiklosigkeit einer "ste­ri­len Linken"?

    2. Lieber Ulli,
      ich bin aus dem Wendland. Das Wendland ist bekannt dadurch das der dama­li­ge Ministerpräsident Niedersachsens Albrecht im Jahr 1979 Gorleben aus­such­te dort eine Stätte des zu ent­sor­gen­dem Atommüll gefun­den zu haben. Mein gan­zes leben, seid dem ich 15 war, beschäf­tig­te mich das und brach­te mich ein und besuch­te die dor­ti­gen Demonstrationen- —Viele Jahre spä­ter, beginn des Maidanputsches, such­te ich weil ich stut­zig war nach ande­ren "Wahrheiten". Ja es war ein Putsch. Seid dem war ich bereit mein TV Gerät an die Strasse zu stel­len mit der Aufschrift "TV DEFEKT DER LÜGT". Das Internet und die ver­schie­de­nen Ansichten war seid dem mei­ne ein­zigs­te Informationsfabrik. Ich eröff­ne­te einen YOUTUBEKANAL, lud dort auch Videos hoch. Die Abonennten gin­gen bei uns in die 7000. Nach eini­ger Zeit im Jahr 2016 schrieb unse­re hie­si­ge Zeitung über mein YOUTUBE Channel. "Die Wahrheit der Anderen" war der Headline des ein­sei­ti­gen Bericht. In die­sem Bericht wird mir da auch erstellt das ich ein Reichsbürger sei. Bin ich einer, bin ich der von dem ich nicht weis, was ein Reichsbürger ist? Laut difi­ni­ti­on sind Reichsbürger die zb ihre eige­nen Ausweise aus­stel­len. Unsere Bürgerinitiative die gegen Castortransporte sich einen Namen mach­te, stel­len selbst Ausweise Wendlandpässe aus. Bitte danach goog­len. Sehr intres­san­tes Thema und die Ausrufung der repu­blik frei­es Wendland spielt ja in der dif­fa­mie­rungs­er­klä­rung man sei ein Reichsbürger auch eine gro­ße Rolle, denn Reichsbürger sind beteil­digt eige­ne Staaten zu grün­den. Hm. Also, Sie kön­nen mir glau­ben, Reichsbürger ist nur ein Kampfbegriff genau so wie Chaoten auch mal benutzt wur­de. Bitte rufen Sie mich an um mehr Infos zu erhal­ten Gruss Karsten aus dem Wendland 058639879717

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