Kein Gedrängel beim 3G-Straßenfest

Jahrzehntelang war das ZAKK-Straßenfest ein gro­ßes Ereignis der alter­na­ti­ven und lin­ken Szene in Düsseldorf. In die­sem Jahr stell­te sich "gut besucht" so dar:

rp​-online​.de (5.9.)

»Vor dem Vergnügen hieß es aller­dings erst ein­mal Warten. Eine gute Stunde und län­ger stan­den die Besucher gedul­dig in einer Warteschlange, die sich bis weit über die Werdener Straße zog. Denn für den Einlass muss­te jeder Bürger zwei Schleusen pas­sie­ren und eines der drei Gs (geimpft, gene­sen oder getes­tet) nach­wei­sen. Erst dann gab es ein Bändchen mit Zakk-Schriftzug und einem ent­spann­ten Nachmittag ohne Maske stand nichts mehr im Wege…

Die Stimmung war ent­spannt, die lan­ge Wartezeit am Einlass schnell ver­ges­sen. „Ich fin­de es gut, dass sie so genau auf die drei Gs ach­ten“, fand Marlin Wiczorek. „So ver­mei­den sie auch zu gro­ßes Gedrängel.“ Tatsächlich ver­teil­te sich die Menschenmenge über die gesam­te Länge der Fichten- und angren­zen­den Pinienstraße…

So kurz vor der Bundestagswahl nutz­ten ver­schie­de­ne Parteien zudem die Chance, sich noch ein­mal ins Gespräch zu bringen…

Im Zakk-Biergarten gab es zudem Live-Musik. Auf der Bühne stan­den unter ande­rem das Künstler-Kollektiv 25/8, „Die net­ten Jungs von Nebenan“ und die Punk-Legenden „Tozzkat“ mit Toten Hosen-Drummer Vom Ritchie. Das Zakk-Straßenfest war ein vol­ler Erfolg.«


Das sind die aktu­el­len Zahlen des RKI, die den Ausschluß von Nicht-Gs erfor­der­lich erschei­nen ließen:

In ander­halb Jahren wur­den in der Stadt ins­ge­samt 4,8 Prozent der EinwohnerInnen posi­tiv getes­tet. In die­ser Zeit sind danach 0,07 Prozent der Bevölkerung "an und mit Corona" gestorben.

Die Stadt stellt ver­wir­ren­de Grafiken zur Verfügung:

https://​coro​na​.dues​sel​dorf​.de/​z​i​e​l​g​r​u​p​p​e​n​/​a​l​l​e​-​d​u​s​s​e​l​d​o​r​f​e​r​-​i​n​n​e​n​/​z​a​h​l​e​n​-​f​a​k​ten

Hier ist schon der Name des Links lus­tig. Darüber hin­aus gilt: Die dun­kel­blaue Kurve gibt die Zahl der aktu­el­len "Infizierten" an, die rote der Toten ist dage­gen kumuliert.

Auch die­se Diagramme sind merkwürdig.

https://​coro​na​.dues​sel​dorf​.de/​z​i​e​l​g​r​u​p​p​e​n​/​a​l​l​e​-​d​u​s​s​e​l​d​o​r​f​e​r​-​i​n​n​e​n​/​z​a​h​l​e​n​-​f​a​k​ten

Im lin­ken wird der Anschein erweckt, als erwi­sche Corona nun mit vol­ler Wucht die Jüngeren. Es han­delt sich aller­dings ledig­lich um die Zahl aller jemals posi­tiv Getesteten. Der win­zi­ge Anteil der Toten zeigt sich nur bei den ältes­ten Gruppen.

Das rech­te Diagramm täuscht eben­so. Es zeigt, daß zur Zeit in Düsseldorf 74 posi­tiv getes­te­te Menschen in den Krankenhäusern lie­gen, davon 18 auf Intensivstationen. Ob sie dort "wegen oder mit" lie­gen, wird nicht erwähnt. In Düsseldorf gibt es 293 Intensivbetten.


Das Gute ist zu wis­sen: Sollten dem­nächst die Zahlen hoch gehen, dann wird es ver­mut­lich dar­an lie­gen, daß ein guter Teil der 3Gs auf dem Fest das Virus wei­ter­ge­reicht hat, unmas­kiert, wie sie waren und anste­ckend, wie ein erheb­li­cher Prozentsatz von ihnen sta­tis­tisch ist.

Update: Ein Leser, der die Separationsaktion pri­ma fin­det, schickt als Beleg die­ses Foto:

5 Antworten auf „Kein Gedrängel beim 3G-Straßenfest“

  1. Wie man sieht, kann man sich auch ein Straßenfest schönsaufen
    (oder bes­ser : voll). Dabei kom­men dann ein paar lan­ge Schlangenlinien heraus.
    Und ich wuss­te gar nicht, daß man auch eine Präposition als Vornamen haben kann… 😉

  2. Dafür ist das Gedränge auf den Rhein-Rad- und Wanderwegen umso grö­ßer auch unter der Woche. Was wohl dar­an liegt, daß Weniger verreisen.

  3. Großartig, die drei Gehs fei­ern sich selbst, ohne Gedränge. Für mich wäre – obwohl ich Gedränge auch nicht mag – die zusätz­li­che „Wartezeit“ bei der „G‑Kontrolle“ abschre­ckend. Geduld ist auch kei­ne Stärke von mir. Aber egal, ich gehe zu der G‑Gegenveranstaltung, zu den Gesunden. Oder sind’s die Genervten? Die Gesitteten?

  4. Hallo,
    kann das wirk­lich wahr sein: Lauter
    Geimpfte , also Menschen, von denen ich zu ihren Gunsten anneh­me, sie sind davon über­zeugt, dass wir eine extrem gefähr­li­che Pandemie haben, und Genesene , also die – wenn wir eine extrem gefähr­li­che Pandemie haben- die glück­li­cher­wei­se, wenn auch womög­lich nur vor­über­ge­hend, noch ein­mal glimpf­lich davon gekom­men sind, tum­meln sich ohne Abstand . Beides Personengruppen, die hof­fent­lich wis­sen, dass sie genau­so hoch­gra­dig Ansteckende sein könn­ten wie jede Gesunde / Leugnende. Dazu dann noch die mit bekann­ter­ma­ßen unzu­ver­läs­si­gen Tests gera­de nega­tiv Getesteten, also eine vul­nerable Gruppe, auf engem Raum.
    Es ist mir unbe­greif­lich! Ich dach­te , sie sind sich einig, und wir haben Pandemie? Können die sich Mal entscheiden?!
    (Oder war es viel­leicht eine Ansteckungsparty, oder wie das heißt? Und war­um dür­fen dann nicht alle kommen?)
    skd ,mit offen­bar unter­durch­schnitt­li­cher Ambivalenztoleranz

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