Kritik an "Ciesek als Werbeträger für die Pharmaindustrie"

mezis​.de (3.10.)

Es geht um eine Veranstaltung, über die hier in "Wissenschaftliches Symposium". Der Vakzinismus blickt vor und zurück berich­tet wurde.

In der Pressemitteilung von MEZIS heißt es:

»Die Walter-Siegenthaler-Gesellschaft, die sich als wis­sen­schaft­li­che Vereinigung inter­nis­ti­scher Führungspersönlichkeiten aus deutsch­spra­chi­gen Ländern ver­steht und der unter ande­rem Prominenz wie Dr. Eckardt von Hirschhausen ange­hört, will am 4. und 5. November ein hoch­ka­rä­tig besetz­tes COVID-19-Symposium ver­an­stal­ten. Die Ärzteorganisation MEZIS ist irri­tiert, dass sich die Gesellschaft und auch renom­mier­te Referent:innen der Veranstaltung wie Prof. Dr. Sandra Ciesek als Werbeträger für die Pharmaindustrie zur V erfü­gung stel­len, pran­gen doch bereits in der Einladung fünf ganz­sei­ti­ge Werbeanzeigen von Impfstoff- und Medikamentenherstellern. Die Sponsoren AstraZeneca, Gilead, MSD, Pfizer, Janssen, GSK und Roche haben durch Corona-Medikamente und Impfstoffe bereits Milliardengewinne ein­ge­fah­ren und ver­mark­ten in die­sem Bereich auch höchst umstrit­te­ne Medikamente wie „Paxlovid“.

Dr. Niklas Schurig, MEZIS-Vorstand: „Wer sei­nen guten Namen für unver­blüm­te Produktwerbung geflopp­ter Ladenhüter wie Paxlovid her­gibt, spielt nicht nur mit sei­ner Reputation, son­dern erweist auch der drin­gend erfor­der­li­chen objek­ti­ven Diskussion zu die­sem Thema einen Bärendienst.“

Die Veranstaltung ste­he gera­de durch die kon­tro­ver­se Thematik und die hoch­ka­rä­ti­gen Referent:innen bereits jetzt im Fokus der (Fach-)Öffentlichkeit. Zusätzlich hat der Veranstalter das Symposium auch bei der Ärztekammer Nordrhein als CME-Fortbildung für Ärzte zer­ti­fi­zie­ren las­sen. Susi Bonk, MEZIS-Beirätin: „100.000 Euro Pharma-Sponsoring, um Sektempfang, Buffet, fest­li­ches Dinner und „Fireside Panel“ im Hilton auf­fah­ren zu kön­nen, sen­det ein fata­les Signal, weil es der sen­si­bi­li­sier­ten Öffentlichkeit das Bild ver­mit­telt, dass die Pharmaindustrie sogar mit akti­ver Unterstützung der Ärzteschaft ihre Marketingkampagnen wei­ter durch­zie­hen kann.“

Die Initiative MEZIS ist zudem der Auffassung, dass die Landesärztekammer Nordrhein die Veranstaltung als offen­sicht­li­che Werbeveranstaltung nicht hät­te zer­ti­fi­zie­ren dür­fen. In der aktu­ell gül­ti­gen Fortbildungsordnung ste­he, dass „die Inhalte unab­hän­gig von wirt­schaft­li­chen Interessen prä­sen­tiert wer­den“ müss­ten. Weiter hei­ße es dort, dass „Einladungen, Programme und Schulungsmaterialien von aner­ken­nungs­fä­hi­gen Fortbildungsmaßnahmen […] kei­ne sons­ti­gen Elemente von Firmen- und/oder Produktwerbung auf­wei­sen“ dürf­ten. MEZIS hat die Ärztekammer bereits über die­se und wei­te­re Verstöße infor­miert. Zudem wur­den alle Referent:innen ange­schrie­ben und gebe­ten, sich eben­falls gegen die Zertifizierung aus­zu­spre­chen. Die Walter-Siegenthaler-Gesellschaft wur­de auf­ge­for­dert, das Veranstaltungskonzept grund­le­gend zu ändern oder zumin­dest kei­ne Zertifizierung mehr zu bean­tra­gen, um einen wei­te­ren Vertrauensschaden abzuwenden.

MEZIS setzt sich für inter­es­sen­kon­flikt­freie Fortbildungen ein. Viele, auch uni­ver­si­tä­re Veranstalter und Fachgesellschaften, füh­ren schon seit Langem umfang­rei­che Kongresse ohne Sponsoring durch die Pharmaindustrie durch. Beispiele fin­den sich bei www​.cme​-spon​sor​frei​.de«

Interessant ist, wie sich eine aus eher lin­ken Zusammenhängen ent­stan­de­ne Organisation (s. u.a. Wikipedia) dem Thema nähert. Allerdings wer­den ihre Positionen vom lin­ken Mainstream igno­riert, so wie schon die­se Meldung vom 25.3.21 unter dem Titel "Aufklärungsmaterialien zu Impfungen dür­fen nicht durch Impfstoffhersteller gespon­sert wer­den!", in der es heißt:

»… Die Ständige Impfkommission (STIKO) ver­linkt auf ihrer Internetseite direkt auf das „Deutsche Grüne Kreuz“, das auch den Bogen für die COVID-19-Impfung her­aus­gibt, und auf den Verein „Forum Impfen e. V.“ als Anbieter von Aufklärungsbögen. Das Deutsche Grüne Kreuz geriet schon vor Jahren in die Kritik wegen undurch­sich­ti­ger Verflechtungen zur phar­ma­zeu­ti­schen Industrie. Auch das „Forum Impfen“ nennt auf sei­ner Internetseite die füh­ren­den Impfstoffhersteller als Sponsoren. „Beide Anbieter beto­nen zwar, dass kei­ner­lei Einfluss auf die Inhalte der Bögen genom­men wer­de“, berich­tet Manja Dannenberg, Hausärztin und Vorstandsmitglied von MEZIS, „den­noch bestehen hier deut­li­che Zweifel an der Unabhängigkeit. Gerade dar­auf soll­te beim Thema Impfungen jedoch strikt geach­tet wer­den, um das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu verspielen.“

Die Teilnehmenden ana­ly­sier­ten exem­pla­risch die Materialien zur Information und Aufklärung der Patientinnen und Patienten und stell­ten fest, dass sie die Risiken für eine Erkrankung oft unge­nau dar­stel­len und mög­li­che Nebenwirkungen der Impfungen nicht immer voll­stän­dig auf­füh­ren. „Es wird auf das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt ver­wie­sen“, erläu­tert Dr. Helmut Jäger, Gynäkologe und Beiratsmitglied von MEZIS, „alle Kolleginnen und Kollegen berich­ten aber, dass ihnen im Alltag schlicht die Zeit für ein aus­führ­li­ches Gespräch fehlt.“ Die Teilnehmenden kamen zu dem Schluss, dass gut ver­ständ­li­che Materialien zu Impfungen, die über Risiken und Nutzen die­ser Maßnahme voll­stän­dig infor­mie­ren, unab­ding­ba­re Grundlage für die Entscheidungsfindung der Patientinnen und Patienten sind. „Und die­se Materialien müs­sen von einer unab­hän­gi­gen Institution erar­bei­tet wer­den!“, for­dert als Resümee des Workshops Manja Dannenberg. MEZIS hat im Rahmen des Workshops begon­nen, Kriterien für bes­se­re Impfaufklärungen zu erar­bei­ten, und plant zudem, eine eige­ne Aktionsgruppe zu die­sem Thema ins Leben zu rufen.«

2014 ver­öf­fent­lich­te MEZIS eine "Augsburger Erklärung" mit Forderungen, die aktu­ell Beachtung fin­den sollten:

»… Berufsrecht ohne dop­pel­ten Boden!
MEZIS for­dert: Die Berufsordnungen müs­sen so ein­deu­tig for­mu­liert wer­den, dass Zuwendungen der Pharma- und Medizinprodukteindustrie in jed­we­der Form als nicht zuläs­sig gelten.…

Leitlinien-Erstellung ohne Einfluss der Pharmaindustrie!
MEZIS for­dert: Autoren mit rele­van­ten Interessenkonflikten sol­len bei der Entwicklung von Leitlinien aus­ge­schlos­sen werden.

Keine CME-Zertifizierung von indus­trie­fi­nan­zier­ten Fortbildungen!
MEZIS for­dert die Fachgesellschaften, Berufsverbände und Standesvertretungen dazu auf, her­stel­ler­un­ab­hän­gi­ge Fortbildungen anzubieten.

Offenlegung aller Studiendaten!
MEZIS for­dert: die Verpflichtung zur Offenlegung aller Daten kli­ni­scher Studien muss gesetz­lich ver­an­kert werden.…

Patienteninformation ohne Einfluss der Pharmaindustrie!
MEZIS for­dert: Patienteninformation in den Medien darf nicht als Einfallstor für ver­steck­te Laienwerbung (Direct-to-con­su­mer-Advertising) dienen.«

3 Antworten auf „Kritik an "Ciesek als Werbeträger für die Pharmaindustrie"“

  1. Wie man so hört, soll Ciesek mög­li­cher­wei­se ein schi­ckes Trikot mit dem male­ri­schen Logo von Pfizer/ Biontech tragen

    Es soll auch die so not­wen­di­gen Tüten geben. Viele lei­den an Long Impfpropaganda und ihnen ist spei­übel. Die Tüten sol­len eben­falls ein bekann­tes Pharmalogo und einen bekann­ten Kopf abbil­den, der bei Booster-Fakten zu sehen war.

    Ob wohl auch Sponsoring durch Sondermüllentsorger erfolgt?

  2. „ …, weil es der sen­si­bi­li­sier­ten Öffentlichkeit das Bild ver­mit­telt, dass die Pharmaindustrie sogar mit akti­ver Unterstützung der Ärzteschaft ihre Marketingkampagnen wei­ter durch­zie­hen kann.“

    Ich wür­de sagen, dann wird doch genau das rich­ti­ge Bild vermittelt.

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