Linke Corona-Hysterie landet rechtsaußen

Weite Teile der Linken haben frei nach dem Motto "Ich ken­ne kei­ne Klassen mehr, ich ken­ne nur noch das Virus" einen neu­en Gegner aus­ge­macht. Sie mobi­li­sie­ren (eher erfolgs­arm) gegen Demonstrierende, deren Verzicht auf das Tragen von Masken als ein­deu­ti­ges Kennzeichen heu­ti­ger Nazis aus­ge­macht wird. Kritik an wirt­schaft­li­chen Protagonisten der Corona-Lage wird als Verschwörerei denun­ziert. Der Ruf nach der Staatsmacht gegen Querulanten wird auch dort lauter.

Wie ein völ­li­ger Verzicht auf poli­ti­sche und öko­no­mi­sche Analysen und die Identifizierung mit dem bür­ger­li­chen Staat aus­ge­hen kann, ist einem Beitrag von Andreas Wehr vom 6.11. zu ent­neh­men. Er ist einer der Leiter eines "Marx Engels Zentrums Berlin" und hat sich von Anbeginn an der Diffamierung "Corona-kri­ti­scher" Positionen betei­ligt. Aktuell macht er sich die frü­he AfD-Position zu Grenzschließungen (s. z.B. hier) zu eigen und schreibt unter dem Titel "No Border – More Corona":

»… Wie alles begann.
Es soll dar­an erin­nert wer­den, wie es zu die­ser Katastrophe über­haupt kom­men konn­te. Am 31. Dezember 2019 wer­den von den Behörden im chi­ne­si­schen Wuhan der Weltgesundheits­organisation WHO Fälle von Pneumonien mit unbe­kann­ter Ursache gemel­det. Am 23. Januar 2020 wird von 18 Toten und 634 Infizierten berich­tet… Einige süd­ost­asia­ti­sche Staaten reagie­ren umge­hend auf die Gefahr. Noch im Januar 2020
ver­hän­gen sie Einreisesperren gegen­über Bürgern der Volksrepublik China… In Deutschland hin­ge­gen wur­de die Gefahr lan­ge her­un­ter­ge­spielt und verharmlost.«

Es ist durch­aus umstrit­ten, ob so "alles begann" (s. Corona schon 2019 in Europa? Kann ja gar nicht…).

»Tatsächlich schät­zen Infektionsmediziner und Virologen nor­ma­le Grippeviren, an denen jähr­lich welt­weit Hunderttausende ster­ben, für deut­lich gefähr­li­cher ein.“

Der… Leiter des für den Flughafen Frankfurt zustän­di­gen Gesundheitsamts, René Gottschalk, ist übri­gens bis heu­te der Ansicht, dass das Corona-Virus nicht gefähr­li­cher sei als die nor­ma­le sai­so­na­le Grippe oder eine Hitzewelle!

… Zugleich blie­ben aber die deut­schen Grenzen offen…

Dahinter steht die neo­li­be­ra­le Ideologie einer glo­ba­li­sier­ten, gren­zen­lo­sen Welt, in der der freie Fluss von Waren, Dienstleistungen, Kapital und von Personen auf kei­nen Fall unter­bro­chen wer­den darf. Da natio­na­le Grenzen kei­ne Hindernisse mehr für die­sen frei­en Verkehr sein dür­fen, bie­ten sie auch kei­nen Schutz mehr vor Infektionskrankheiten.«

Der Autor kommt zum Kern:

»No Border bedeu­tet mehr Corona 

„Das Virus kennt kei­ne Grenzen“, lau­tet ein wie­der und wie­der gegen Grenzkontrollen vor­ge­brach­tes Argument. Diese Parole ist so ein­gän­gig wie falsch, denn das Virus SARS Cov2 ver­brei­tet sich fast aus­schließ­lich über die Atemluft infi­zier­ter Menschen. Auf Gegenständen kann es hin­ge­gen nur kur­ze Zeit über­le­ben. Es unter­schei­det sich daher von den Vogelgrippeviren und den Zika-Viren, die durch Vögel bzw. Stechmücken über­tra­gen wer­den. SARS Cov2 benö­tigt zu sei­ner Verbreitung Menschen, und deren Mobilität kön­nen Grenzen sehr wohl Einhalt gebieten. 

Nun heißt es, die deut­schen Grenzen lie­ßen sich nicht schüt­zen. Bereits in der Flüchtlingskrise 2015 hat­te Bundeskanzlerin Merkel behaup­tet, dass man sie nicht schlie­ßen kön­ne, es sei denn man baue einen Zaun. Bereits damals hat­ten ihr Sicherheitsexperten der Bundespolizei wider­spro­chen. Dass ein Land sehr wohl sei­ne Grenzen wir­kungs­voll über­wa­chen kann, zeigt China. Mit 22.133 Kilometer Gesamtlänge hat das Land sogar die längs­te Landgrenze aller Staaten, und die zieht sich in gro­ßen Teilen auch noch durch schwer zu kon­trol­lie­ren­de rie­si­ge Wüsten- und Dschungelgebiete. 

Die Schließung der Grenzen stellt für die ost­asia­ti­schen Staaten die wirk­sams­te Antwort auf die Herausforderung durch das Virus dar. Hinzu kommt ein kon­se­quent befolg­tes Hygienekonzept, das die Nutzung aller heu­te tech­nisch mög­li­chen Formen der elek­tro­ni­schen Nachverfolgbarkeit von Infektionen umfasst. In den Gesellschaften des Westens, die sich so viel ein­bil­den auf das Hochhalten der per­sön­li­chen Freiheit selbst in Situationen der exis­ten­zi­el­len Not, ist das alles gar nicht oder nur sehr schwer durch­setz­bar. Hier rebel­lie­ren Esoteriker, Impfgegner und Verschwörungsphantasten zusam­men mit Rechtsradikalen selbst gegen das harm­lo­se Gebot des Tragens einer Mund-Nasen-Maske in der Öffentlichkeit…«

(Hervorhebungen nicht im Original.)

10 Antworten auf „Linke Corona-Hysterie landet rechtsaußen“

  1. Dieser Herr Wehr kann ja mit Seehofer und ein paar AfD-Vertretern einen Stammtisch auf­ma­chen, dann kön­nen sie gemein­sam ihrem Lieblingshobby frö­nen: gegen offe­ne Grenzen het­zen. Wer zu weit links abbiegt, kommt ganz rechts wie­der raus. War ja schon immer so. Manchmal den­ke ich, sol­che Figuren soll­ten wenigs­tens so kon­se­quent sein und ihren eige­nen Reisepass frei­wil­lig abge­ben. Aber für gewöhn­lich wol­len die­se Feinde libe­ra­ler Freiheiten das ja nicht für sich selbst. Sondern suh­len sich in ihrem Macht- und Kontrollwahn, um eine belie­bi­ge Gruppe ande­rer Menschen wahl­wei­se ein- oder aus­zu­sper­ren. Unfassbar, echt.

  2. Fragt sich, ob es sich bei Andreas Wehr um einen Autor han­delt, der die Meinung sei­ner lin­ken Genossen tat­säch­lich reprä­sen­ta­tiv abbil­det oder sich nur selbst der­art in sei­ne Angstvorstellung von einer schlim­men Seuche hin­ein­ge­stei­gert hat, dass er nicht mehr klar den­ken kann! Andererseits müss­te es inner­halb sei­nes Zentrums doch auch Menschen geben, die solch eine Hysterie bei einem Einzelnen noch in die Schranken wei­sen kön­nen; das ist ein­fach nur pein­lich und beschä­mend für die Linke!

  3. Andreas Wehr brauch­te eben kein Corona, um nach rechts zu rücken. Das hat er doch spä­tes­tens durch sei­nen Umgang mit den Geflüchteten 2015 doku­men­tiert. Für ihn ist Corona nur ein Vehikel, um sei­ne "Grenzen zu"-Position zu transportieren. 

    Umgekehrt habe ich auf Corona-Protest-Demos kaum Positionen, die soli­da­risch mit Geflüchteten sind, ent­de­cken kön­nen – dafür jede men­ge ras­sis­ti­sche Positionen.

    1. Bis Februar war er ja noch Rubikon-Autor. Erwurde seit lan­gem von links rechts­po­pu­lis­ti­scher Standpunkte bezich­tigt, damit qua­si zum EU-Leugner. Er rückt mit den meis­ten Linken jetzt in die kusche­li­ge Mitte und gibt den nun frei gewor­de­nen Platz "Rechtspopulismus" an die Corona-Leugner wei­ter. Dort gehö­ren sie nach Meinung ande­rer Ex-Linker sowei­so hin, weil sie Verschwörungstheoretiker sind, die­se sind alle per defi­ni­tio­nem anti­sem­tisch, also Nazis. So dreht sich das Karussel der poli­ti­schen Meinungen immer schnel­ler, vor allem in den Hirnen der­je­ni­gen, die berufs­be­dingt unter Positionierungszwang lei­den. Da funkt und blitzt es gewaltig.

    1. Na klar, der Wehr und die Merkel haben die Wiedervereinigung betrie­ben, um den Impf-Sozialismus einzuführen!! 

      Wehr war in der SPD – und wie bei allen Menschen ist noch nicht mal alles falsch, was er mal geschrie­ben hat, als er noch Stamokap-Juso war. Aber der Schröder hat auch damals von Sozialismus gere­det und Hartz 4 gemacht…

  4. Der Textschreiber scheint zwang­haft und hypo­chon­drisch ver­an­lagt zu sein und hat die Lösung parat. Grenzen schlie­ßen, waschen und alles und jeden kon­trol­lie­ren. So ein­fach ist das.

    1. wirk­lich erstaun­lich. Geradezu amu­e­sant unse­re pani­schen 'links aus­sen' Wesen. Sollten die­se wirk­lich so viel Angst haben und eben nicht 'sys­te­misch' moti­viert ver­su­chen jeg­li­che Opposition mund­tot und job­los zu machen? Zwar im Marsch mit der Regierung aber auch im Marsch mit der Macht (& Geldzuschuessen).
      Naja, moe­ge AA und ande­re ueber deren Tun im his­to­ri­schen Kontext spae­ter Urteilen.
      Nur so viel: Traditionelle 'Linke' und Konservative wun­dern sich ja schon gar nicht mehr, also die 'nor­ma­lo Leute' wel­che ent­we­der nur ver­su­chen Ihr tae­g­lich Brot und Familie zusam­men­zu­hal­ten und die, wel­che sogar noch kri­tisch auf den Status Quo schau­en (das 'Linke').

      Fuer mich habe ich die­se Lagerpolitik schon lan­ge in den Muelleimer gewor­fen. Nein, nicht Opportunismus, son­dern Ueberleben scheint heu­te ange­sagt zu sein.

      Und selbst die Kirchen krie­chen und ver­leug­nen Ihre Existenz und eigent­lich ein­zi­gen Chef.

  5. Diese "Links"-Mythologie die hier gepflegt wird tut schon weh. Warum ist die Forderung, dass die Menschen in ihrem eige­nen Land etwas ver­än­dern sol­len anstatt in den "Goldenen Westen" zu pil­gern, weni­ger links als "open border"?

    Aber das schlimms­te ist, wenn das Haus brennt und das Löschen ein­ge­stellt wird, weil ja ein "Rechter" mit­lö­schen könn­te. Ihr "Linken" seid über­lebt seit an Euch nichts mehr links ist außer die Einbildung.

    Dieser Blog hier macht mir mehr und mehr klar wo ich nicht ste­he. Und mein Standpunkt hat sich nicht ver­än­dert. Es ist der Standpunkt der angeb­li­chen Linken, der sich ver­än­dert hat.

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