Mit Ins-Wasser-Spring-Verbot gemeinsam gegen Corona

"In Hamburg sind die Nächte lang" gehör­te lan­ge zur Imagekampagne der Stadt. Nun machen Jugendliche dies wahr und in den Medien wird eine Kampagne gegen sie gestartet.

abendblatt.de (11.6. – Bezahlschranke)

Der Artikel ist zwar schon eine Woche alt, er scheint der Chefredaktion jedoch so wich­tig zu sein, daß sie ihn im heu­ti­gen Newsletter emp­fiehlt. Die Jugendlichen sind laut und fei­ern lan­ge. Außer mora­li­scher Empörung und Verboten wer­den kei­ne Angebote gemacht.

»Bis spät in die Nacht hin­ein und in gro­ßen Gruppen wird dort teils laut gefei­ert, Alkohol kon­su­miert, Musik gehört und geba­det. An son­ni­gen Tagen kom­men dort bereits nach­mit­tags meh­re­re Hundert Personen auf engem Raum zusam­men, dem­entspre­chend ist die Lärmbelästigung für Anwohner nicht von der Hand zu wei­sen. Doch das ist nicht das ein­zi­ge Problem: kilo­wei­se Müll, Dauerbeschallung mit­ten im Wohngebiet und wag­hal­si­ge Sprünge in die ohne­hin schon viel befah­re­ne Alster – ob von der Kaimauer oder direkt von einer der Alsterbrücken.«

Das ist nicht schön für die AnwohnerInnen und nicht unge­fähr­lich für die Badenden. Doch wie das so ist mit Verboten ohne sinn­vol­le Alternativen:

»[Es] wur­den neue Hinweisschilder instal­liert, aller­dings ist frag­lich, inwie­fern sie beach­tet wer­den und wie lan­ge sie sich dort hal­ten. Bereits vor­her mon­tier­te Schilder sind lan­ge ver­schwun­den. Mit dem guten Wetter hat sich die Situation wei­ter zuge­spitzt. Viele der am Kai woh­nen­den Winterhuder sind zuneh­mend genervt von den aktu­el­len Zuständen…«

Ob "immense Polizeipräsenz" eine Lösung sein kann?

»Polizeipräsenz bei Party-Hotspot in Hamburg

An lau­en Sommerabenden ist die Polizeipräsenz zwar immens, beson­ders am Wochenende wird nahe­zu täg­lich kon­trol­liert, den­noch hat die Anzahl an fei­ern­den Jugendlichen wei­ter­hin zuge­nom­men. „Auch unter der Woche fin­den sich hier teil­wei­se 300 Leute ein“, sagt eine Nachbarin. Sandra Levgrün, Pressesprecherin der Polizei Hamburg erklärt die pre­kä­re Lage: „Die Kunst besteht dar­in, einen Ausgleich hin­zu­be­kom­men zwi­schen den Interessen der meis­ten jun­gen Leute, die gera­de in den Abendstunden und beson­ders bei gutem Wetter die Anziehungskraft sol­cher attrak­ti­ven Örtlichkeiten nut­zen wol­len, um dort zu fei­ern – und ande­rer­seits den Interessen der Bewohner, die Ruhe haben wol­len, um schla­fen zu können.“…

Anwohner fordern Schilder für Wiese in Winterhude

Den Anwohnern geht die­ser Appell nicht weit genug, sie for­dern Beschilderungen mit ein­deu­ti­gen Regeln, um unter den Jugendlichen ein Bewusstsein zu schaf­fen. Eine Anwohnerin erklärt dazu: „Mit dem Grillverbot hat es genau so auch funk­tio­niert, wie­so soll­te es also in die­sem Fall nicht eben­so umge­setzt wer­den? Die sind ja nicht alle bös­wil­lig, vie­le wis­sen auch ein­fach nicht, was ver­bo­ten ist. Mit Schildern – ab 22 Uhr ist Nachtruhe, Baden ist hier ver­bo­ten – kann Klarheit geschaf­fen wer­den.“«

Bei allem Verständnis für den Ärger – hat er viel­leicht auch etwas mit der Sozialstruktur zu tun?

»Das durch­schnitt­li­che Einkommen je Steuerpflichtigen beträgt in Winterhude 51.627 Euro jähr­lich (2013), der Hamburger Gesamtdurchschnitt liegt bei 39.054 Euro.«
de.wikipedia.org

8 Antworten auf „Mit Ins-Wasser-Spring-Verbot gemeinsam gegen Corona“

  1. Terror gegen Anwohner? Na da wis­sen wir doch Bescheid was da dahin­ter­steckt. Und damit auch wer. Und natür­lich bekom­men die­je­ni­gen die dahin­ter­ste­cken alle nur nöti­ge Unterstützung vom Staat. Scheiß Kapitalismus!

  2. Verbieten! Was sonst. Es ist sowas von deutsch. Nur weil es ein paar Spaßbremsen abs­trakt stört (ihren eige­nen Fernseher stel­len die eh viel zu laut, da schwer­hö­rig). Spaß haben nicht weni­ge Deutsche ohne­hin nur, wenn sie ande­re maß­re­geln, zurecht­wei­sen und stut­zen können.

    Und die Regeln erst! Deutsche Sheeple hal­ten sich dar­an, egal wie absurd. Heute die Maske auf dem Parkplatz und mor­gen nur noch auf einem Bein hüp­fen — um die mit zu schnel­ler Bewegung ver­bun­de­ne Gefahr durch Aerosole zu sen­ken. m(

  3. Also irgend­wie tut das auch gut, dass sich die Leute wie­der über die Vor-Corona-Probleme auf­re­gen. Lärm, Alkohol, Feiern, Badeverbote – das hat schon bei­na­he was Nostalgisches.

  4. ..was soll man da groß sagen aus­ser : die Anwohner haben den Schwarzwald im Arsch und sol­len sich Mal locker machen und sich end­lich dafür ein­set­zen ,dass hier wie­der ein fried­li­ches mit­ein­an­der mit ein wenig Toleranz und Respekt mög­lich ist anstatt ihre Scheiss Privilegien bis aufs letz­te. Auszureizen ,die­ses gut­bür­ger­li­che Pack!

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