Nazis tragen keine Springerstiefel mehr

Jedenfalls haben die klü­ge­ren unter ihnen sie abge­legt. Sie kom­men äußer­lich bie­der daher wie vie­le AfD-Funktionäre, jugend­lich und freund­lich wie Identitäre, etwas unbe­darft und damit ein­neh­mend (Modell Drosten!) wie man­che QuerdenkerInnen.

Gerne erzäh­len sie die Geschichte vom Verschwinden des Links-Rechts-Gegensatzes und unter­schei­den sich damit in nichts von eta­blier­ten Parteien, die sich eben­so in einer ima­gi­nä­ren Mitte sehen. Dabei wird stets die Tür nach Rechtsaußen offen gehal­ten.

Das gilt auch für die "Anti-Corona-Demos". Reichsflaggen sind eben­so erlaubt wie Holocaust-Leugner auf der Bühne und den Camps. Zur Bedeutung der Reichsflaggen sie­he Lockerer Umgang mit Schwarz-Weiß-Rot. Zu den Türöffnern gehört Martin Lejeune, ein sym­pa­thisch wir­ken­der jun­ger Mann mit you­tube-Kanal.

Wer sei­ne bevor­zug­ten GesprächspartnerInnen sind, kann man dort sehen und hier zusam­men­ge­faßt nach­le­sen. Wen er als "poli­ti­sche Prominenz" betrach­tet, beschreibt er selbst:

»Die Camps zie­hen poli­ti­sche Prominenz an.

Zu den Promis unter den Campern gehör­ten zeit­wei­se Reza Begi, der im April vom Amtsgericht Dresden wegen Leugnung des Holocaust ver­ur­teilt wur­de und "Erik Graziany", Anführer von "Patriotic Opposition Europe" (POE) Berlin, der Stacheldraht als Geste der Solidarität emp­fin­det…

Inzwischen unter­stütz auch Jürgen Elsässer die Camper, Querdenken 711 und DieZusammenarbeit. [so im Original, AA]«

In sei­nem Interview mit Lejeune kün­digt Ballweg tau­sen­de sol­cher Camps an. Wenn sich auch vie­le sei­ner Angaben als voll­mun­dig her­aus­stel­len ("Michael Ballweg, erwar­tet nach eige­nen Angaben, Zitat: '10 Millionen Menschen'." zur Demo vom 29.8. oder zum glei­chen Thema "Wir kom­men, um zu blei­ben. Ich habe mir 14 Tage mit ein­ge­plant. Und wir wer­den natür­lich die Straße des 17. Juni nicht mehr räu­men"), scheint damit eine Richtung vor­ge­ge­ben.

Es soll an die­ser Stelle nicht ver­schwie­gen wer­den, daß Lejeune vor eini­gen Jahren auch in lin­ken Publikationen auf­tre­ten konn­te. Sie waren auf sei­ne dama­li­ge Pro-Palästina-Position ein­ge­stie­gen (s. u.a. hier und hier).

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