Niederlande beenden Ausgangssperre und öffnen Geschäfte trotz hoher Inzidenz

Das Verteidigungsministerium hat die im Netz geäu­ßer­te Vermutung, die Bundeswehr wer­de an den Grenzen in Alarmbereitschaft ver­setzt, um die deut­sche Bevölkerung vor dem hol­län­di­schen Leichtsinn zu schüt­zen, als "unsäg­li­che rechts­ra­di­ka­le und zudem anti­se­mi­ti­sche Verschwörungslüge der zu Recht vom Verfassungsschutz beob­ach­te­ten Quer- und ande­rer Denker" zurück­ge­wie­sen.* Auf faz.net ist am 28.4. zu lesen, daß eine Regierung nicht abhän­gig ist vom Rat ver­meint­lich wis­sen­schaft­li­cher Einflüsterer:

»Gut vier Monate nach dem stren­gen Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie machen die Niederlande einen gro­ßen Schritt zurück in die Normalität. Die Ausgangssperre ist von die­sem Mittwoch an vor­bei, und Geschäfte und Terrassen von Gaststätten dür­fen unter Auflagen wie­der Kunden emp­fan­gen. Zunächst sol­len die Terrassen von 12 bis 18 Uhr täg­lich geöff­net sein. Bürger dür­fen auch wie­der zwei Personen außer­halb des eige­nen Haushaltes empfangen.

Die Regierung unter dem rechts­li­be­ra­len geschäfts­füh­ren­den Premier Mark Rutte hat­te sich trotz Warnungen des wis­sen­schaft­li­chen Corona-Beirates zu die­ser ers­ten Lockerung der Corona-Maßnahmen ent­schie­den. Die Infektionszahlen sind wei­ter hoch, und der Druck auf Krankenhäuser und Intensivstationen steigt noch. Zurzeit kom­men auf 100.000 Personen etwa 220 Infektionen in sie­ben Tagen. Die Regierung rech­net jedoch damit, dass die Zahlen wegen der Impfungen schnell abneh­men. Etwa fünf Millionen Bürger haben den Angaben zufol­ge min­des­tens eine Dosis erhal­ten. Das sind knapp 30 Prozent der erwach­se­nen Einwohner.…

Angesichts des bevor­ste­hen­den Lockdown-Endes in den Niederlanden wuchs am Dienstag in den Grenzgebieten die Sorge vor mög­li­chen Ansteckungen. Der Kreis Heinsberg bat die Bürger, nicht not­wen­di­ge Reisen und Tagesausflüge zu unter­las­sen. Aber man kön­ne natür­lich nicht aus­schlie­ßen, dass bei dem schö­nen Wetter Deutsche in die Niederlande fah­ren und sich mög­li­cher­wei­se infi­zie­ren, sag­te eine Sprecherin am Dienstag…

Angst vor Einkaufstourismus

Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker (CDU), appel­lier­te eben­falls an die Bevölkerung, nun nicht in die Niederlande zum Einkaufen oder Cafébesuch zu fah­ren. Die Niederlande wer­den wegen der hohen Corona-Zahlen von Deutschland seit drei Wochen als Hochinzidenzgebiet ein­ge­stuft. Einreisende aus dem Nachbarland – gleich wel­cher Nationalität – müs­sen einen nega­ti­ven Coronatest vor­wei­sen.«

"heu­te", 28.4. 19 Uhr


* Anscheinend not­wen­di­ger Hinweis: Diese Zitat ist Satire!

12 Antworten auf „Niederlande beenden Ausgangssperre und öffnen Geschäfte trotz hoher Inzidenz“

  1. Am bes­ten an der Grenze auch gleich noch den Nachrichtenaustausch kon­trol­lie­ren, damit nicht zu vie­le ent­war­nen­de Nachrichten aus dem Nachbarland zu uns her­über­schwap­pen. Niederlande – das ist doch die­ses Land, wo die Leute legal Hasch kon­su­mie­ren und danach ster­ben wie die Fliegen.

  2. Grenzüberschreitende Regierungen ver­die­nen grenz­über­schrei­ten­de Bürger!
    Die Bleibtdoofzuhause-Population soll den­ken: 1.) der unso­li­da­ri­sche ver­seuch­te Holländer kann's ein­fach nicht abwar­ten und prüft und gefähr­det uns DeutscheDauerDurchhalter mit sei­nen Verlockungen, was abar­tig und unbe­dingt zu boy­kot­tie­ren ist; 2.) den deut­schen Impflingen soll das Wasser im Mund zusam­men­lau­fen ob der para­die­si­schen Aussichten nach der Impfung…
    alles grenzwertig!

  3. Tja, was mache ich nur jetzt im Kreis Heinsberg. Da gibt es eine Straße, die eine Seite gehört zu den Niederlanden und die ande­re zu Deutschland. Hoffentlich weiß der Virus, dass er auf der nie­der­län­di­schen Seite blei­ben soll.
    Da könn­te doch Karl Lauterbach hel­fen. Der weiß bestimmt Abhilfe. 3 Masken übereinander?
    Ach ja, ich freue mich schon auf die Pommes rot weiß in Holland im Sitzen.

  4. Ich bin heu­te Abend noch kurz über die Grenze gefah­ren (Nähe Aachen) und auf hol­län­di­scher Seite an 3 vol­len Fussballplätzen vor­bei gekom­men. Dort spiel­ten und trai­nier­ten Kinder und Erwachsene. Die ört­li­chen Vereine muss­ten bei uns in Deutschland jetzt das Kindertraining wegen der Inzidenz ein­stel­len. Das ist schon bit­ter für die Kinder, wenn man sieht, was fünf Autominuten ent­fernt mög­lich ist.…

    1. Richtig, das ist sehr bit­ter. Mir ist unbe­greif­lich, wie man so blöd sein kann und den Sport unter­bin­det. Ich bin ja nun unmit­tel­bar damit kon­fron­tiert, da ich ein Ehrenamt habe. Selbst die Ausgangssperre ab 22:00 Uhr ist ein Problem. Im SPON-Forum gibt es tat­säch­lich Leute, die rhe­to­risch fra­gen: "Muss man denn nach 22 Uhr spa­zie­ren gehen?" – Die Augangssperre führt bei uns dazu, dass die typi­sche Erwachsenensportzeit 20 bis 22 Uhr um 30 Minuten beschnit­ten wird, damit jeder nach gehen kann.

      Haben die NoCovid- und ZeroCovid-Sektierer kein Leben? Keine Kinder? Hocken die nur zu Hause her­um und zie­hen sich Netflix rein?

      1. "Haben die NoCovid- und ZeroCovid-Sektierer kein Leben? Keine Kinder? Hocken die nur zu Hause her­um und zie­hen sich Netflix rein?"

        Leider ja. Das ist eine sehr zutref­fen­de Beschreibung der Gruppe. Zumindest in mei­nem beruf­li­chen Umfeld beob­ach­te ich die­sen Trend seit ca. ab 2005 (Naturwissenschaften, Informatik, Technologie, Werbeagentur, etc.). Das ist die WoW- und Smartphone Generation. Sog. "Digital Natives" (aber auch Teile der Generation X meint da auf ein­mal mit­hal­ten zu müs­sen). Denen Kompetenz für das Wischen auf einer Glasscheibe unter­stellt wird. 

        Arbeiten gehen dann Zocken und Netflix. Pizza und Cola. Das war's. Die haben kein reichhaltiges/kulturelles Leben wie wir es noch kann­ten mit Live-Konzerten, Natur, Kulturreisen, Vernisagen, Museen, Freunde tref­fen und Musik mach­ne, zusam­men Kochen, Wander, etc. Deren Leben weg vom Monitor besteht in den "After-Work" Veranstaltungen der so "hip­pen" Firmen. Da gibt's dann aber auch gespon­sor­te Pizza und Cola und man zockt Playstation. Partnerschafen kom­men da auch nicht zustan­de, maxi­mal Tinder-One-Night-Stands, wenn über­haupt, und dann auch nur zuhau­se. Der Rest ist Pronos schau­en. "Wissen" brau­chen die auch nicht, nur Wikipedia. 

        Keiner von denen fühlt sich unfrei oder als ob etwas fehlt im Leben. Die Millenials und Digital Natives und alle die da mit­hal­ten wol­len, das ist die ZeroCovid-Liga. Die Entwicklung der Psyche ist bei denen irgend­wo in der früh­kind­li­chen nar­ziss­ti­schen bzw. ora­len Phase hän­gen geblieben.

        Es ist ein trau­ri­ger Zustand unser Gesellschaft und es wird nicht besser.

        1. @Jack Baur: "Partnerschafen" ist gut! Ich erwi­sche mich übri­gens manch­mal selbst bei dem Gedanken alter Leute, daß die jun­ge Generation nichts taugt und frü­her alles bes­ser war. Meistens krie­ge ich mich dann wie­der ein.

  5. "… unsäg­li­che rechts­ra­di­ka­le und zudem anti­se­mi­ti­sche Verschwörungslüge der zu Recht vom Verfassungsschutz beob­ach­te­ten Quer- und ande­rer Denker …"

    Olala. Da wer­den aber alle Geschütze abge­feu­ert, die gera­de Einsatzbereit sind. Vermutlich ein Test für die bevor­ste­hen­de Grenzschließung.

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