Noch nicht mal "impfen" können sie

Wäre wirklich das "Impfen" der einzige Weg aus einer Pandemie, dann wären wir hoffnungslos verloren. Denn trotz vollmundiger Ankündigungen, das Tempo jetzt mal wirklich zu beschleunigen, und trotz um so aberwitziger klingender Drohungen mit einem "Impf"-Zwang klappt noch nicht einmal das Spritzen der Willigen. Zwei Beispiele, eines aus meinem eigenen Erleben und eines aus Mecklenburg-Vorpommern.

Meine Gesundheitssenatorin schickte mir gestern ein Formschreiben, das vermutlich hunderttausende Menschen erhalten haben. Betreff: "Auffrischimpfung gegen SARS-CoV-2 (Corona-Impfung) mindestens fünf Monate nach der vollständigen Impfserie". Das ist nicht nur Unsinn für mich persönlich, der ich weder voll- noch unvollständig gestochen bin. Da Frau Kalayci nicht wissen kann, wer wie oft "gepiekst" wurde, erhalten den Brief auch die Menschen, die längst in den Genuß des Boosterns gekommen sind.

Sie dürften etwas verwirrt sein von dem Hinweis, daß es "sehr wichtig" sei, "sich wieder impfen zu lassen". Immerhin heißt es noch "Die Impfung ist für Sie kostenlos und freiwillig". Es werden insgesamt drei "Impfstellen" für ganz Berlin angeboten. Ganz besonders hilfreich für alte und gehandicapte Menschen ist auch:

»Möglicherweise können Angehörige oder Personen aus Ihrem Bekanntenkreis bei der An- und Abreise zum Impfzentrum bzw. zur Impfstelle behilflich sein. Leider ist es aus Platz- und Hygienegründen nicht möglich, dass Ihre Begleitung Sie in das Impfzentrum begleitet

Kalayci sieht ja auch vor, daß Kinder möglichst ohne störende Elternbegleitung im Zoo oder Museum gespritzt werden sollen.


»Wie geht es weiter mit dem Impfen in MV?

Trotz zahlreicher Impf-Appelle kommt der Impfmotor in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor nicht richtig in Fahrt. Bisher sind 67,2 Prozent der Menschen im Land vollständig geimpft (Stand: Freitag). Das sind gerade mal 1,4 Prozentpunkte mehr als vor drei Wochen. Wenn derzeit geimpft wird, dann handelt es sich meist um Booster-Impfungen. Gut 15 Prozent der Menschen im Land haben ihre Auffrischungsimpfung bereits erhalten. Beim Start der Impfwoche in den Arztpraxen am vergangenen Sonnabend soll der Anteil der Booster-Impfungen bei 80 Prozent gelegen haben.«

In dem Artikel auf ndr.de vom 6.12. wird eine Art "Frage an Radio Eriwan" gestellt: Gibt es denn genug "Impfstoff"?.  Antwort: Im Prinzip ja,."Allerdings gebe es vom Moderna-Impfstoff derzeit deutlich mehr".

Die Wirrnis in den Hirnen der RedakteurInnen kommt gut in dieser Passage zum Ausdruck:

»Auch Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sagte im Interview mit dem Nordmagazin, sie sehe aktuell noch keine Notwendigkeit dafür, dass die Hausärzte die Impfkampagne in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen. "Zahnärzte, das finde ich schon sehr nachvollziehbar..."«

Gemeint waren die Apotheken...


service.berlin.de

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

11 Antworten auf „Noch nicht mal "impfen" können sie“

    1. Ein Bekannter von mir hat, obwohl voll­stän­dig geimpft und geboos­tert, eine Impfaufforderung bekommen.
      Und sol­che unfä­hi­gen Typen kön­nen nicht ein­mal Daten in eine Datenbank
      rich­tig ein­ge­ben, geschwei­ge, sie lesen.

      Wenn wir wirk­lich eine Pandemie hät­ten, wäre langst alles untergegangen.

      1. Naja, noch(!) haben die "Entscheider" in Tomanien nicht alle gesund­heit­li­chen ua. Daten zusam­men­ge­führt, ua. wegen des noch gül­ti­gen § 203 StGB, Informationelle Selbstbestimmtheit gem GG, etc.
        In Austerlitz hin­ge­gen ist man schon wei­ter. Da bekom­men gezielt(!) unge­spik­te gesun­de Menschen Aufforderungen per Post von den Behörden. Da sind wohl gewal­ti­ge Löcher im Datenschutz geris­sen wor­den, die reich­lich genutzt wer­den.-> tkp.at
        Hmmm, übir­gens: Aufforderungen per Post oder Volksverblödungsempfänger, sich irgend­wann, irgend­wo ein­zu­fin­den, an was erin­nert das nochmal?

  1. Vielleicht ist das "Impfen" auch nicht so dringend.

    "Nachrichten zur Omikron-Variante des Coronavirus bestimm­ten den Handel. Und hier ver­lor die neue Mutation etwas an Schrecken und stütz­te damit das Sentiment. Händler ver­wie­sen auf einen Artikel des Medical Research Councils aus Südafrika, wonach die Omikron-Symptome mil­der sein sol­len als bei frü­he­ren Varianten. Ins glei­che Horn blies auch Anthony Fauci, der lei­ten­de medi­zi­ni­sche Regierungsberater in den USA. Omikron sei "offen­bar nicht sehr schwer­wie­gend", sag­te er und äußer­te aller­dings auch Vorbehalte. Denn wie ver­läss­lich die Daten sind, konn­te nicht abge­schätzt werden."
    https://www.finanztreff.de/news/maerkte-usa-wall-street-von-corona-hoffnungen-getrieben/27094452

    Biontech war die letz­ten Wochen gestie­gen, nach dem vor­her­ge­hen­den Fall.
    Heute jedoch mehr als 15% im Minus.

  2. aa schrieb:
    "Meine Gesundheitssenatorin schick­te mir ges­tern ein Formschreiben, das ver­mut­lich hun­dert­tau­sen­de Menschen erhal­ten haben."

    Das gan­ze Geld für das Material und Porto der Schreiben wäre für ande­re Dinge sicher bes­ser gewe­sen. Z.B. sau­be­re Klos in den Schulen.
    Unfassbar! >:-(

    1. Und Toilettenpaier , Seife und Papier-Handtücher für eine aus­rei­chen­de Hygiene, die man doch überlll fordert.
      Wir haben es nur noch mit Vollidioten zu tun.

      1. @Weißer Rabe:
        feh­len­des Toilettenpapier?
        Mitnichten! Die ein­schlä­gi­gen Schreiben des Senats kann man ja en gros wie­der bei der Verwaltung ablie­fern. Ist dann zwar sicher unhy­gie­nisch, aber erprobt und wirksam.

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