NRW: 44 Prozent Verschwörungsgläubige?

welt.de (16.5.)

Während Pia Lamberty mun­ter wei­ter ihren Verschwörungstheorien anhängt und dabei das bekann­te Verfahren "Ich ret­wee­te die, die mich klas­se fin­den" anwen­det, gibt sich ein Wirtschaftsredakteur der "Welt" Mühe zu erklä­ren, daß die Themen aus der Politblase nicht die der "klei­nen Leute" sind:

twitter.com (13.5.)

Weitaus klü­ger und dif­fe­ren­zier­ter als die Dumpfbacken stellt sich Olaf Gersmann dar. Er stellt die "angeb­li­chen Wahlsieger" bloß und zitiert genüß­lich Phrasen aus den Wahlprogrammen:

Ergänzend wird im Text Nico Siegel von Infratest Dimap zitiert, der in ver­schlei­ern­dem Soziologensprech mitteilt:

»"… Hier spie­geln sich regio­na­le Wohlstandeffekte“: Während in pro­spe­rie­ren­den Städten wie Münster oder Bonn mehr als 60 Prozent wähl­ten, sei­en es „in Gelsenkirchen im Schnitt gera­de etwas mehr als 40 Prozent“. Solche Unterschiede beob­ach­te Infratest Dimap „bei­spiels­wei­se auch in unter­schied­li­chen Bezirken in Berlin“, auch in ande­ren Ländern wie Frankreich zei­ge sich „ein sehr star­ker Zusammenhang zwi­schen Wirtschaftskraft, Bevölkerungsentwicklung und Wahlbeteiligung“.

Nicht nur am ver­gan­ge­nen Sonntag war die Gruppe der Nichtwähler in Nordrhein-Westfalen stär­ker als jede Partei; dies war laut Bundeszentrale für poli­ti­sche Bildung bereits seit den Landtagswahlen 1995 der Fall, mit Ausnahme des Jahres 2017.«

Ungeschminkt: In ärme­ren Wohngegenden gibt es das Wissen oder die Ahnung, daß eine Stimmabgabe ledig­lich dar­über ent­schei­det, wel­che Parteienkonstellation wei­ter an Verarmung der einen und Bereicherung der ande­ren mit­ar­bei­ten darf. Das mag ein unpo­li­ti­sches oder resi­gna­ti­ves Herangehen sein. Es ver­weist aller­dings dar­auf, daß die Systemfrage, die für die Lambertys die­ser Welt bedroh­li­cher als Impfskepsis und Putinverstehen zusam­men­ge­nom­men erscheint, berech­tig­ter­wei­se drän­gen­der wird. Sollte die Verweigerung einer durch­schau­ten Demokratie-Farce in poli­ti­sche Erkenntnis mün­den, könn­ten sie sich ziem­lich warm anziehen.

19 Antworten auf „NRW: 44 Prozent Verschwörungsgläubige?“

  1. Ach jaa – die Volksverhetzer mal wie­der … lang nix gehört oder überhört?
    Ist auch bes­ser so.
    Und: wer ist Pia Lamberti? Muss man die kennen?
    Wenn ja, warum?

  2. Coronaleugnende "Impf"verweigernde Putinversteher, was auch sonst. Alles ande­re wäre auch über­ra­schend gewe­sen. Und origineller.

    1. @ Nichtwähler:
      Interessante Frage, die Sie stellen.
      Ist über­haupt in den Wahlgesetzen ein Passus ent­hal­ten, in dem auf Ihre Frage Bezug genom­men wird?

      Meine Frage, ergän­zend zu Ihrer Frage, ist:
      Dürfen die Parteien, die jetzt im Stimmbesitz sind, über­haupt so wei­ter­ma­chen, wie bis­her, nach ihrem eige­nen Gusto? Oder müs­sen si h die Parteien mit­tels ihrer Parteiprogramme Gedanken zu den Nicht-Wählern machen? Denn die Nicht-Wähler müs­sen sich den Auswirkungen der Parteiprogramme (wenn "Ideen" aus den Parteiprogrammen in die Wirklichkeit umge­setzt wer­den) fügen, so sie nicht protestieren.

    2. Das ist eben der schlimms­te Irrglaube der nicht zur Wahlgehenden .….…

      Solange jemand wäh­len geht ist die Wahl gül­tig – schließ­lich ist es ein Wahlrecht und kei­ne Pflicht .….. und wer sein RECHT nicht wahr­nimmt der muß halt neh­men was die ande­ren wäh­len .….. – das glei­che gilt auch für ungül­ti­ge Stimmen 

      da kommt es natür­lich gut wenn man durch angebl. Maskenpflicht ( in SlH genau­so wie in NRW ) kri­ti­sche Menschen vom Wahllokal fernhält

      - auf eini­gen offi­zi­el­len Webseiten wur­de die "Maskenpflicht" erst kurz vor der Wahl entfernt
      ( z.B. https://web.archive.org/web/20220410024352/https://www.kiel.de/de/politik_verwaltung/wahlen_abstimmungen/index.php )
      dort muß man "Welche Hygienevorschriften gel­ten?" aufklappen
      und kann dann unter ande­rem lesen 

      "In allen Wahlgebäuden herrscht Maskenpflicht."

      das wur­de erst weni­ge Tage vor der Wahl geän­dert in 

      "Eine Maskenpflicht besteht zwar nicht mehr, zum Schutz" .….…. "gebe­ten"
      (quel­le: https://www.kiel.de/de/politik_verwaltung/wahlen_abstimmungen/index.php – dort wie­der – Hygienevorschriften – aufklappen )

      ein Schelm wer böses dabei denkt

      Das ging soweit das Bekannte auf­ge­for­dert wur­den Maske auf­zu­set­zen sonst dür­fen Sie nicht wählen !

  3. Ich fra­ge mich wo die 22% Umgeimpften sind.
    Aus Protest nicht gewählt?Ok vie­le umge­impf­te dürf­ten Immigranten(Migrant heisst Wanderer)sein und die gehen noch sel­te­ner wäh­len als Deutsche.Aber trotzdem,selbst die FDP hat mas­siv verloren.


    Wenn ihr irgend­wo ange­mel­det seit wo man Umfragen erstel­len kann,macht das mal und vergleicht…

  4. Der Tagesspiegel-"C"-Stürmer rät­selt noch immer, wes­halb so vie­le Menschen ihr Recht auf das Wählen nicht genutzt haben.
    Dem Tagesspiegel ist offen­sich­lich in sei­ner Journalisten-Blase ent­gan­gen, dass mit dem Wählen-Gegangen nur die Grundgesetz-Ausnahmetatbestände, die von den "Volks"parteien des­po­tisch in Kraft gesetzt wur­den, zemen­tiert wur­den. Insofern mach­te es (aus mei­ner Sicht) Sinn, nicht zu wäh­len. Alternativ hät­te man auch die "Basis" in NRW wäh­len können.

  5. Die „Alten“ waren die Stars in der Corona-Krise.
    Die Aufmerksamkeit der Politik gehör­te ihnen.

    Nun, in der Zeit der Inflation-Krise wur­den sie von
    der Politik schlicht­weg ver­ges­sen, näm­lich bei der
    Energiekosten-Entlastung.

    Wie konn­te das passieren ?
    Wie konn­te die Politik die Alten ver­ges­sen, also
    ver­ges­sen Oma & Opa zu schützen ?

    Wie ?

  6. Die Nichtwähler haben gewon­nen .… cool …die guck ich mir doch mal an. Kann mir vor­stel­len das die u. U. ein gutes Ansinnen haben.…

  7. Volksverpetzer Super Blöd, von face­book, GoDaddy, finan­ziert, darf etwas über die Berufslosen Trottel ver­brei­ten. Gibt likes, für Super Blöd und peinlich

  8. Ein Eintrag zur Landtagswahl NRW 2022 bei der all­wis­sen­den Mülltonne ent­hält eine Zusammenfassung (mit Quellenangaben).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Nordrhein-Westfalen_2022

    Demnach lag die Wahlbeteiligung bei 55,5 Prozent.
    Nimmt man die im neu­en Landtag ver­tre­te­nen Parteien und ihre Sitze, so fin­det man die Zahl der gül­ti­gen Stimmen für die Parteien. Aus der Summe ergibt sich die Zahl der Wahlberechtigten, die durch ihre Stimme im Landtag ver­tre­ten sind. Das sind 50,6 Prozent aller Wahlberechtigten. Zieht man die Sitze der AfD ab, mit der die ande­ren Parteien abso­lut nicht zusam­men­ar­bei­ten wol­len, so sind es 47,6 Prozent der Wahlberechtigten.

    Ich glau­be, dass die Wahlbeteiligung die klars­te Aussage der gan­zen Wahl war und ist. Aber viel­leicht lag es auch am Wetter.

  9. Es sind mit Sicherheit mehr als 44% die glau­ben daß die­je­ni­gen die sie wäh­len hier irgend­was zu sagen haben. Also gar nicht wis­sen daß sie nur Stellvertreter des Kapitals wäh­len (falls die Wahlergebnisse nicht schon vor­her feststanden).

  10. Wähler wurden wohl durch braun-grüne Landesprojekte in NRW angefixt, Braun-Grün und die cdu zu wählen. sagt:

    Vielleicht haben des­halb so Viele die Braun-Grünen gewählt? In NRW wird sich tat­säch­lich mit dem markt­wirt­schaft­li­chen letz­ten Schrei, der angeb­li­chen "grü­nen" Wirtschaft befasst. Siehe https://www.rheinisches-revier.de/. Diese "Zukunftsagentur" "Rheinisches Revier" wird nicht das ein­zi­ge Privatunternehmen sein, mit staat­li­cher Förderung der Landesregierung NRW, wo auf eine braun-grü­ne "Zukunft" in NRW wirt­schafts­po­li­tisch gesetzt wird. Mit sol­chen Zeitvertreiben las­sen sich Wähler anfi­xen und mani­pu­lie­ren. Dass die Braun-Grünen jedoch in der Ukraine mit dem Säbel ras­seln, par­don in Deutschland Militär gegen Russland "aus­bil­den", mili­tä­risch scharf machen, hat die Wähler am letz­ten Sonntag in NRW offen­sicht­lich nicht interessiert.

  11. Etwa jeder 2. Wahlberechtigte woll­te über­haupt nie­man­den mehr von die­sem Polit-Gesocks.

    Die Nichtwähler soll­ten für­der­hin dadurch abge­bil­det wer­den, dass die ent­spre­chen­de Anzahl an Sitzen in den Parlamenten NICHT besetzt wird. Dann könn­te man näm­lich gleich den tat­säch­li­chen Rückhalt der „Wahlsieger“ und Konsorten erkenn­nen. Außerdem wür­den dann die Parteien, die ja von einem gro­ßen Teil der Wähler gera­de nicht gewählt wur­den, nicht noch dadurch geför­dert, dass vie­le ihrer – von den Nichtwählern bewusst abge­lehn­ten – Listenkandidaten trotz­dem noch ins Parlament ein­rü­cken würden…

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