Rechte füllen Lücke auf der Linken

In dem Maße, in dem die Linke weit über die gleich­na­mi­ge Partei hin­aus nahe­zu bedin­gungs­los die admi­nis­tra­ti­ven Maßnahmen unter­stützt, ver­su­chen Rechte aller Art, den wach­sen­den Unmut in der Bevölkerung für sich zu vereinnahmen.

Auf einer Kundgebung der AfD fan­den sich ges­tern in Magdeburg meh­re­re hun­dert Menschen ein. Link
In ande­ren Städten ver­su­chen Rechte eben­falls, sich in Aktionen von Kritikern ein­zu­klin­ken, und nicht immer sto­ßen sie dabei auf Ablehnung.

Ob die schar­fe Kritik der Linkspartei in die­ser Form ziel­füh­rend ist, kann bezwei­felt wer­den. Der Linke-Landesvorsitzende Stefan Gebhardt eklärte

"Seine Partei, so Gebhardt, tra­ge die Einschränkungen des öffent­li­chen Lebens weit­ge­hend mit, kri­ti­sie­re aber ein­zel­ne Punkte. So for­de­re sie einen kla­ren Plan für die Öffnung von Kitas und Schulen in Sachsen-Anhalt. Die Zahl von Schülern aus armen Familien, die nicht die Möglichkeiten hät­ten, im »Homeoffice« zu ler­nen, sei »erschre­ckend hoch«." Link

Überläßt man damit nicht (wie­der ein­mal) der AfD die Rolle der ver­meint­lich ein­zi­gen Oppositionspartei?

Linksgewerkschafter mobilisieren bundesweit zu 1.-Mai-Protesten

Darüber berich­tet heu­te die Tageszeitung jun­ge Welt:

"Rund 50 Veranstaltungen in über 30 Städten soll es bun­des­weit am 1. Mai geben. Öffentliche, wohl­ge­merkt. Kundgebungen, Demonstrationen, initi­iert und orga­ni­siert von Gewerkschaftern. Entgegen der Ansage des Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) von Mitte März, coro­nabe­dingt in die­sem Jahr auf Versammlungen zu verzichten.

Die Devise des DGB lau­tet: Stationär und vir­tu­ell, also zu Hause blei­ben und sich per Heimkino Videobotschaften des Bundesvorstands und der Chefs der Einzelgewerkschaften anschau­en. Kritik an die­sem Maikonzept kommt aus links­ge­werk­schaft­li­chen Kreisen. Zu defen­siv sei es, auch und gera­de wäh­rend der Pandemie." „Linksgewerkschafter mobi­li­sie­ren bun­des­weit zu 1.-Mai-Protesten“ weiterlesen

Afrikanische WissenschaftlerInnen kritisieren WHO

In der Nacht sen­de­te der Deutschlandfunk einen kri­ti­schen Beitrag zum Umgang afri­ka­ni­scher Staaten mit Corona. Darin ist zu hören:

'Ausgangssperren, wohin man schaut: Auch über­all auf dem afri­ka­ni­schen Kontinent sind Bürger gezwun­gen, zuhau­se zu blei­ben – so wie es inter­na­tio­nal emp­foh­len wird. Es ist ein Modell für alle, ob es passt oder nicht. Im Norden erdacht, dem Süden über­ge­stülpt, kri­ti­siert Amy Niang, Dozentin für inter­na­tio­na­le Beziehungen an der Johannesburger Witwatersrand-Universität:
Kein Raum für afri­ka­ni­sche Krisenlösungen

„Afrikanischen Staaten wur­de kei­ne Möglichkeit ein­ge­räumt, einen eige­nen Weg im Umgang mit der Pandemie zu ent­wi­ckeln. Stattdessen gibt die WHO Anweisungen und damit indi­rekt die Länder des Nordens. „Afrikanische WissenschaftlerInnen kri­ti­sie­ren WHO“ weiterlesen

„Die virenfeste Stadt gibt es nicht“

In einem Beitrag des Deutschlandfunks beschäf­ti­gen sich die Architektinnen Friederike Meyer und Doris Kleilein mit der Frage von Stadtplanung in Corona-Zeiten. Dort ist zu lesen:

'…Es gebe „unglaub­lich vie­le Überlegungen“ der­zeit, wie man eine Stadt kri­sen­fest machen kön­ne. Allerdings sei die Coronakrise nur eine von vie­len, erklärt Friedericke Meyer. Auch der Klimawandel und die Migrationsbewegungen bräch­ten Herausforderungen mit sich. „Es gibt die­se viel­dis­ku­tier­te Frage der soge­nann­ten Resilienz, was Städte wider­stands­fä­hig macht gegen­über aller Art von Krisen. Und da ist ganz gut zu beob­ach­ten, wie jetzt die Gesamtheit der zusam­men­wir­ken­den Kräfte auch deut­lich wird in Deutschland, in unse­ren Städten und den Kommunen.“ „„Die viren­fes­te Stadt gibt es nicht““ weiterlesen

Wie funktioniert die Corona-App?

In einem Artikel auf spektrum.de wird es erklärt:

'Die Bluetooth-Herangehensweise funk­tio­niert zusam­men­ge­fasst fol­gen­der­ma­ßen: Über die Stärke des Bluetooth-Signals und ande­re Sensor-Informationen kön­nen Algorithmen grob den Abstand zwei­er Smartphones ein­schät­zen – und damit, ob sich deren Besitzer in einem im Sinne der Epidemiologie zu nahen Abstand zuein­an­der befan­den, einem Abstand also, in dem sich das Virus wahr­schein­lich über­tra­gen lässt. So soll erkannt wer­den, wen wir in einem Abstand von unter zwei Metern und län­ger als 15 Minuten lang treffen.

Wird also ein App-Nutzer posi­tiv getes­tet, kann mit­tels ver­schie­de­ner siche­rer, kryp­to­gra­fi­scher Verfahren zuge­ord­net wer­den, wem er in den letz­ten Tagen in die­sem epi­de­mio­lo­gi­schen Sinne begeg­net ist. Diese Personen wer­den dann gewarnt, idea­ler­wei­se getes­tet oder iso­lie­ren sich zumin­dest eigenverantwortlich.
Zentral oder dezen­tral: Was ist der Unterschied? „Wie funk­tio­niert die Corona-App?“ weiterlesen

Zynisches von Boris Palmer

Selbst sei­nem eige­nen grü­nen Landesverband gehen die Äußerungen des Tübinger OB zu weit:

'Die baden-würt­tem­ber­gi­schen Grünen haben sich von ihrem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in der Debatte über die Strategie zur Eindämmung des Coronavirus distan­ziert. „Boris Palmer spricht nicht für die Grünen. Mit sei­nen kal­ku­lier­ten Ausrutschern und insze­nier­ten Tabubrüchen betei­ligt er sich an einer Polarisierung und Brutalisierung der öffent­li­chen Debatte“, sag­te die grü­ne Landesvorsitzende Sandra Detzer. Palmers Aussagen sei­en mit den poli­ti­schen Werten der Grünen nicht vereinbar…
In einer Sendung des Fernsehsenders Sat1 hat­te Palmer am Dienstag geäu­ßert: „Ich sage es Ihnen mal ganz bru­tal: Wir ret­ten in Deutschland mög­li­cher­wei­se Menschen, die in einem hal­ben Jahr wegen ihres Alters oder wegen schwe­rer Vorerkrankungen sowie­so tot wären.“' Link

Palmer hat­te schon vor 2 Wochen gefor­dert, alte Menschen vor­sichts­hal­ber weg­zu­sper­ren. Siehe Alte Menschen wegsperren?

Nachdenkliches aus der Linkspartei

Unter dem Titel „Wir sind in man­cher Frage zu weit gegan­gen“ schreibt der lin­ke Berliner Kultursenator Klaus Lederer:

'… Es läuft, grob gesagt, so: Virologen lie­fern Einschätzungen zu Virus und Pandemieverlauf, Politik muss abwä­gen und ent­schei­den, unter gro­ßem zeit­li­chen Druck, mit vie­len Unbekannten, auf unge­si­cher­ter Datenbasis…

Und wäh­rend der Idealzustand von Meinungsbildung und Entscheidungsfindung, ins­be­son­de­re bei basis­ori­en­tier­ten Parteien, vor­aus­setzt, dass Probleme öffent­lich gründ­lich ana­ly­siert und bespro­chen, Lösungen kon­tro­vers dis­ku­tiert, Grundsatzfragen durch Parlament und Volksgesetzgebung ent­schie­den wer­den, beglei­tet von Presse und Öffentlichkeit, sind auch die­se der­zeit beein­träch­tigt… „Nachdenkliches aus der Linkspartei“ weiterlesen

Tausende Tablets täuschen

'Tausende Tablets für benach­tei­lig­te Berliner Schülerinnen und Schüler
Im Rahmen des von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) initi­ier­ten Leihsystems sol­len 9500 Tablets an benach­tei­lig­te Schüler ver­teilt wer­den. Das teil­te die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Mittwoch mit…

Berlins Schulen sind bereits auf­ge­for­dert, Schülerinnen und Schüler zu benen­nen, der Förderung bedür­fen. Wegen der Schulschließungen bestün­de die Gefahr, dass bestimm­te Schülerinnen und Schüler in Schuldistanz abglit­ten, sag­te Scheeres. „Tausende Tablets täu­schen“ weiterlesen

Vom BER lernen heißt siegen lernen!

Der Tagesspiegel ver­mel­det heute:

'Covid-19-Klinik fast fer­tig – Beatmungsgeräte und Personal fehlen
Das auf dem Messegelände ent­ste­hen­de Corona-Behandlungszentrum ist laut Projektleiter Albrecht Broemme fast fer­tig. "Das Behandlungszentrum wird Ende die­ser Woche bau­lich fer­tig­ge­stellt sein. Wir haben es wirk­lich geschafft, die Arbeiten in vier Wochen abzu­schlie­ßen", sag­te der frü­he­re THW-Chef dem Radiosender 105‘5 Spreeradio. Das sei "vie­len flei­ßi­gen Menschen geschul­det, die auch über Ostern gear­bei­tet haben".

Allerdings gibt es noch zwei Hürden: Die Ausstattung ist noch nicht voll­stän­dig, und auch das Team noch nicht zusam­men, das die Klinik betrei­ben soll. Es fehl­ten "ein paar Geräte", sag­te Broemme. Dazu zähl­ten aller­dings auch Beatmungsgeräte, für die es welt­weit zur­zeit einen Engpass gebe. Auch Personal wer­de noch gesucht. Hier lie­fen aber Einstellungsverfahren bei Vivantes. "Ob wir aller­dings genug Intensivschwestern haben, ist noch die Frage", bemerk­te Broemme skep­tisch. Hier sei­en wei­ter­hin Bewerbungen erwünscht.

Zunächst war eine Kapazität von 1000 Betten ange­strebt wor­den, jetzt ent­ste­hen in Halle 26 des Messegeländes erst ein­mal 500 Plätze. Es kön­ne auch jeder­zeit mit einem Bau für wei­te­re 300 Betten begon­nen wer­den, sag­te Broemme. Das Infektionsgeschehen müs­se jetzt aber erst ein­mal in den kom­men­den zwei bis drei Wochen beob­ach­tet wer­den.' Link

Immer wieder: Corona lähmt Hirnregionen

Es soll "vor Corona" in man­chen Zeitungsredaktionen so gewe­sen sein, daß der Redakteur oder die Redakteurin eine Aufgabe bekam, für die er oder sie recher­chie­ren soll­te. Die Ergebnisse wur­den dann in Worte gefaßt, die sie die LeserInnen ver­ständ­lich machen soll­ten. Wenn es gut lief, las noch mal wer Korrektur.

Heute – Folge von Home Office? – scheint der Produktionsprozeß von Nachrichten ein ande­rer zu sein. Wir lesen dann etwa im Tagesspiegel:

"Start des "Drive-by" des Gesundheitsamtes Reinickendorf für COVID-19 Tests
Ab sofort kön­nen Reinickendorferinnen und Reinickendorfer, die ent­we­der Kontakte zu an COVID-19 Erkrankten hat­ten oder die sel­ber Krankheitssymptome zei­gen, einen Termin beim Gesundheitsamt für einen Abstrich im Drive-by ver­ein­ba­ren. Das teil­te das Bezirksamt Reinickendorf am Mittwoch mit.

Ausschließlich nach Terminvereinbarung kön­nen sie eigen­stän­dig, mög­lichst mit einem PKW, zum Drive-by beim Gesundheitsamt kom­men und dort vor Ort einen Abstrich nach Anleitung durch­füh­ren." „Immer wie­der: Corona lähmt Hirnregionen“ weiterlesen