Polizei – Gewalt – Vermummung

Das "Demonstrations-Geschehen" in Leipzig hat erneut gezeigt, wo Polizeikräfte sich zurück­hal­ten, bleibt es ruhig, wo sie mar­tia­lisch ein­schrei­ten, gibt es Krawall. Als die Polizei ver­such­te, die Querdenker-Demo auf­zu­lö­sen, wider­setz­ten sich vie­le DemonstrantInnen dem und han­del­ten ähn­lich wie vie­le Menschen auf eher lin­ken Veranstaltungen, die sich ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit im Hambacher Forst und anders­wo nicht neh­men las­sen. Das "Durchfließen" von Polizeiketten ist gute akti­vis­ti­sche Tradition auf Seiten der Linken. Merkwürdigerweise soll das aus ihrer Sicht aber zur Zeit nur mas­ke­tra­gend als nach­voll­zieh­bar ange­se­hen werden.

Polizei und Medien brauch­ten nie­mals unbe­dingt bren­nen­de Barrikaden, um von gewalt­tä­ti­gen Demonstrationen zu phan­ta­sie­ren. Gegebenenfalls schaf­fen sie sich ent­spre­chen­de Bilder ganz unab­hän­gig vom Geschehen.

Warum, wenn das doch durch­schau­bar ist, las­sen sich so vie­le auf die­ses Gewalt-Märchen ein?

Da distan­zie­ren sich QuerdenkerInnen von der­art pro­du­zier­ten "Gewaltausbrüchen" im lin­ken Leipziger Stadtteil Connewitz, und die dort behei­ma­te­ten Antifas von denen der Querdenker-Demo. Beide Seiten erle­ben die glei­che Markierung durch Medien und Politik. Daß sie den gemein­sa­men Gegner, der poli­ti­sche wie sozia­le Rechte außer Kraft set­zen will und dies in der Krise zuneh­mend tut, igno­rie­ren, ist für bei­de fatal.

Vordergründig trennt Querdenken und Antifa/Linke der jewei­li­ge Faschismus-Vorwurf. Die einen ver­wei­sen auf die mas­si­ven Versuche von NPD, AfD etc., die Bewegung zu steu­ern, die ande­ren auf die unkri­ti­sche Unterstützung von Regierungsmaßnahmen, die eine faschis­to­ide Ausrichtung hät­ten. An bei­den Argumenten ist etwas dran. Aber bei­de Seiten über­se­hen Entscheidendes.

Vielen der Zehntausenden, die gegen die Grundrechts­einschränkungen auf die Straße gehen, ist die rech­te Anbiederung oft­mals unan­ge­nehm. Wie auch die OB-Wahlen in Stuttgart zei­gen, gibt es auch im Kernland der QuerdenkerInnen Differenzierungsvermögen. Sie haben aller­dings das Problem, daß nicht nur im par­la­men­ta­ri­schen Raum im Wesentlichen nur die AfD auf ihrer Seite zu ste­hen scheint. Daß die dabei ihre eige­nen Pläne ver­folgt und die Bewegung auf einen frem­den­feind­li­chen Weg len­ken will, wird den meis­ten bewußt sein. Die Situation zeigt auch das schwer­wie­gen­de Fehlen einer poli­ti­schen Auseinandersetzung der Linken mit den Notstandsmaßnahmen. Insofern müs­sen deren Vorwürfe ins Leere laufen.

Doch auch die Adressierung von Antifa und Linken als Vorreiter faschis­to­ider Tendenzen greift zu kurz. Jenseits des dümm­li­chen Spruchs "Maske auf – Nazis raus!" sind es meist AktivistInnen aus die­sem Lager, die unge­ach­tet der Einschränkungen sozia­len und poli­ti­schen Protest wei­ter ver­fol­gen. Man fin­det sie bei den Aktionen der PflegerInnen und der Gewerkschaften und bei Klimaschutz-Demos, und sie sind es – eher als die QuerdenkerInnen -, die die extre­me sozia­le Schieflage des Lockdowns problematisieren.

Auf bei­den Seiten gibt es Viele, die wis­sen oder ahnen, wel­che Übermacht aus Wirtschaft und Medien ihnen ent­ge­gen­steht, sie könn­ten ein Gespür dafür ent­wi­ckeln, daß die­se Macht ihr gemein­sa­mer Gegner ist, daß sie sich mit dem Gewalt-Vorwurf gegen­ein­an­der aus­spie­len las­sen. Das könn­te ein Ansatz sein, jen­seits des Masken-Fetischs end­lich ins Gespräch zu kommen.

37 Antworten auf „Polizei – Gewalt – Vermummung“

  1. … bei bei­den Gruppierungen herr­schen "Defizite" … Eine der bei­den Gruppen wird aller­dings nach­weis­lich mit Steuergeldern umsorgt …

    1. Nicht ganz. Die eine Gruppe wird offen als auch ver­deckt unter­stützt und bewor­ben. Die ande­re wird eben­falls unter­stützt und von den Geheimdiensten geführt, um durch das Schreckgespenst des wie­der­keh­ren­den NS-Terrors in Form einer absto­ßen­den, täto­wier­ten, sprin­ger­stie­fel­tra­gen­den Subkultur alle gegen nicht-lin­kes Denken zu immu­ni­sie­ren. NSU lässt grüßen.

  2. AA, Sie machen hier einen ganz klas­si­schen Propaganda-Dreh:

    Sie ver­tau­schen Ursache und Wirkung.

    Nicht die "Querdenker" haben sich zuerst von den Pseudolinken distan­ziert, son­dern viel­mehr wer­den von Beginn an alle Veranstaltungen von Corona-Maßnahmen-Kritikern von der Pseudolinken und Pseudo-Antifa in unde­mo­kra­tischs­ter Weise gestört und bedroht. Das war nicht nur in Berlin so, son­dern genau­so in Oldenburg, Stuttgart, Mannheim, Ulm, … gro­ße und klei­ne Veranstaltungen, Veranstaltungen unter­schied­lichs­ter Veranstalter mit einem ein­zi­gen gemein­sa­men Nenner: Widerstand gegen Staatswillkür und Freiheitsbeschränkungen.

    Dass Sie von die­sem "Personal", dass es für eine Demonstration hält, Andersdenkende nie­der­zu­brül­len, zu beläs­ti­gen, zu behin­dern, zu bedro­hen, ja tät­lich anzu­grei­fen und Bomben zu wer­fen (Stuttgart) als von "Linken" spre­chen, fin­de ich sehr bedenklich.

    Justieren Sie bit­te Ihren Kompass mal neu, Herr Aschmoneit.

    1. @Albrecht Storz: Antifas und Linke agie­ren in der Corona-Frage über­aus dumm. Das ist auf die­sem Blog in vie­len Beiträgen zu lesen. Deshalb wer­fe ich mei­nen Kompaß nicht in die Tonne. Er ist dar­auf aus­ge­rich­tet zu erken­nen, wer denn die Kräfte sind, die gera­de öko­no­misch und poli­tisch unend­li­chen Schaden anrich­ten. Da hilft mir mei­ne lin­ke Tradition, zu fra­gen, wem es nützt. Die ers­ten Beiträge hier und vie­le fol­gen­de beschäf­ti­gen sich mit der Frage der wirt­schaft­li­chen Interessen rund um WHO, Charité, Drosten und ande­rer Akteure, etwas, das ich bei den QuerdenkerInnen lei­der ver­mis­se. Ich bin davon über­zeugt, daß ein sol­ches Herangehen not­wen­dig ist, um zu erken­nen, wo Angst und Irrationalität am Werk sind, und wo es knall­hart durch­ge­setz­te Interessen gibt. Nur so wird es gelin­gen, den Gegner zu erken­nen und sich auf den lan­gen Kampf ein­zu­stel­len, der in den nächs­ten Jahren erfor­der­lich ist.

  3. Die Spaltung der Gesellschaft in Links und Rechts ist so prak­tisch wie sau­dumm. Tatsache ist, dass das lin­ke Denken in hohem Maße ver­ant­wort­lich ist für den mori­bun­den Zustand der west­li­chen Welt. Das Auflösen aller Strukturen (Familie, Nationen, Unterschiede über­haupt!) mit dem Ziel der Erschaffung eines Neuen Menschen in einer neu­er Ordung kommt auch dem glo­ba­li­sier­ten Kapitalismus zu pass. Wer das nicht ver­steht (und dafür braucht man lan­ge), wird sich auf ewig in Scheingefechten auf­rei­ben und durch Eskalation die­sen fata­len Prozess noch beschleunigen.

  4. Mir kommt es eher so vor, als hät­ten die Linken völ­lig den Verstand ver­lo­ren. Für die meis­ten scheint es nur noch den Kampf gegen „Rechts“ zu geben, mit teils absur­der Logik. Alle Gegner der Maßnahmen sind per se rech­te, die kei­ne Maßnahmen wol­len, weil sie angeb­lich nur wirt­schaft­li­che Interessen hät­ten und ihnen Menschenleben egal sind. Gleichzeitig wird von links völ­lig aus­ge­blen­det wer aktu­ell wirk­lich von der Krise pro­fi­tiert und das sind eigent­lich recht offen­sicht­lich die, die eigent­lich schon immer der Feind eines Linken waren. Ich sehe von links wenig Kritik an who und co, eher das Gegenteil. Ein Drosten wird sogar von Punkbands als der wis­sen­schaft­lich und fak­ten­ba­sier­te Heiland gese­hen, wäh­rend die Hintergründe sei­ner Person völ­lig geleug­net wer­den. Ebenso wer­den die Folgen und Opfer der Maßnahmen völ­lig aus­ge­blen­det, bis auf das bet­teln für die sys­tem­kon­for­men Künstler. Ich find das alles sehr ver­rückt und ganz schwer ein­zu­ord­nen. Umso mehr genie­ße ich aktu­ell die häus­li­che Quarantäne mit mei­ner Familie, bedingt durch einen posi­ti­ven Test bei mir, aus­ge­hend von mei­nem Arbeitsplatz im Behindertenwohnheim, wo eine Bewohnerin posi­tiv war. Krank ist aller­dings keiner.…

  5. In Leipzig hat es ges­tern einen Nazi-Aufmarsch unter Beteiligung "besorg­ter BürgerInnen" gege­ben. Nichts Neues für Sachsen. Früher waren sie wegen der "Flüchtlingsflut" besorgt und heu­te sind sie wegen der "Cornoadiktatur" besorgt. 

    Nun kann man ja zu Corona und den Maßnahmen jede denk­ba­re Meinung haben, aber wer mit Nazis gemein­sa­me Sache macht, ist ein Feind der Menschheit.

    1. Wie sieht '…gemein­sa­me Sache mit Nazis machen.." bei den Demonstrationen für Grundrechtewahrung und gegen sog.
      Corona-Schutzmaßnahmen aus?

      Den Veranstaltern z.B. von Querdenken kön­nen soviel Distanzierungs-Gebete spre­chen wie sie wol­len. Sie wur­den und wer­den meist pau­schal in die sog. rechts-offe­ne Ecke gestellt.

      Achtung: Kontaktschuld-Vorwurf wird zuneh­mend als Diffamierungs-Strategie benutzt:
      http://www.planet-interview.de/blog/betr-interview-zu-kontaktschuld/51703/

      Zeigt die Antisemitismus-Vorwurfsdebatte, die oft an Absurdität
      nicht zu über­bie­ten ist:
      https://bibjetzt.wordpress.com/author/bibjetzt/

        1. Diese kur­ze Einspielung begrüßt kein NPD-Programm, son­dern Menschen, die von Definitionshoheiten 'außer­halb d. Gesellschaft' ste­hend ange­se­hen wer­den (sol­len).
          Durch die Teilnahme an die­ser Demo stel­len sich die als Nazis , Rechte.… defi­nier­ten Menschen auf den Boden des Grundgesetzes . Was ist dar­an verkehrt?

          Wenn die Reinheitssehnsucht lin­ker Geister meint, sich nicht beschmut­zen zu wol­len durch die Teilnahme an sol­chen Demos dann fragt sich, wo die­se mit ihren eige­nen Demos blei­ben in die­sen Corona-Ausnahmezustand-Zeiten?

          Stattdessen wird sich an Etiketten-Verteilungsaktionen
          wie Nazi, Verschwörungsmythen, Wahnwichtel.… abgearbeitet,.
          Mir scheint, dass die­ses pau­scha­le Eindreschen auf Proteste gegen " Corona-Schutzverordnungen" u.a. ablen­ken soll, dass gera­de die­je­ni­gen, die sich als auf­ge­klärt und anti­au­to­ri­tär betrach­ten, nicht eige­ste­hen kön­nen, dass sie auto­ri­tä­ren Versuchungen erle­gen sind?
          Demos von Menschen, die bis­her kaum poli­ti­siert waren,
          sind ver­mut­lich eine Art Kränkung für die linksorientierten
          Aufklärer?

          1. @UtePlass "Durch die Teilnahme an die­ser Demo stel­len sich die als Nazis , Rechte.… defi­nier­ten Menschen auf den Boden des Grundgesetzes ." So lösen Sie das Nazi-Problem in Deutschland und auf den Querdenken-Demonstrationen? Ist das nicht eher eine Verharmlosung des Problems?

  6. " ARD und ZDF von Rechtsextremen finanziert
    von Boris Reitschuster
    Die öffent­lich-recht­li­chen Sender las­sen sich von Mitgliedern und Sympathisanten der NPD und der AfD sowie von Neonazis finan­zie­ren. Für die­se Praxis gibt es ein­deu­ti­ge Belege. "

    Tja, bis­her noch kei­ne Distanzierung von rechts­of­fe­nen Beitragszahler*innen. 😉

    1. @Ute Plass: Diese Argumentation ist recht albern. Mit der Beitragszahlung, an der nie­mand vor­bei­kommt, wird kein poli­ti­scher Wille aus­ge­drückt. Mit dem Aufruf zu Demonstrationen und der Teilnahme dar­an wohl eher doch. Reitschusters Gedanke geht auch dar­an vor­bei, daß die AfD für die Schleifung des öffent­lich-recht­li­chen Rundfunks ein­tritt (s. hier). Das Wenige an Kontrolle, das zumin­dest theo­re­tisch vor­han­den ist, wäre dann auf­ge­ge­ben zu Gunsten einer voll­stän­dig kon­zern­ab­hän­gi­gen Berichterstattung.

      1. Diese "Albernheit" ist mir schon klar.
        Betrachte sie eher als Anstoß auch über die "Albernheit" der
        per­ma­nen­ten Abgrenzungsrhetorik hin­aus zu denken

        Sind alle, die frü­her die sog. eta­blier­ten Parteien gewählt haben und dann aus den unter­schied­lichs­ten Gründen dann eine AfD,
        jetzt Rechte und Nazis?
        Wo bleibt die inhalt­li­che Auseinandersetzung in den Parlamenten
        mit der AfD? Permanentes Moralisieren u. Beschimpfen, durch rhe­to­ri­sche Abgrenzungsformeln wird kei­ne WählerInnen zurück gewinnen. 

        Nicht erst mit der "Corona-Krise" wird deut­lich, wie sehr die vor­herr­schen­den Parteien-Herrschaften abge­wirt­schaf­tet haben. Nicht weni­ger, son­dern MEHR DEMOKRATIE ist doch ange­sagt, wofür auch ein gut Teil der dif­fa­mier­ten DemonstrantInnen stehen.
        https://www.mehr-demokratie.de/themen/corona-und-demokratie/unsere-forderungen/
        Die neue BASIS-Partei, der auch Leute aus dem Corona-Ausschuss bei­getre­ten sind, macht Hoffnung in die­se Richtung.

      1. @aa Danke für den Link! Klar wird aus dem Text: Null kri­ti­sche Aufarbeitung des eige­nen Agierens, statt­des­sen offen­si­ves Vertreten der "Meinungsfreiheit" für Nazis. Das Muster ist bekannt von Pegida & Co.

          1. @aa Ja, das stimmt. Ich muß mir an die eige­ne Nase fas­sen. Angesicht des Vielzahl der ras­sis­ti­schen und anti­se­mi­ti­schen Angriffe in unse­rem Land müs­sen Menschen wie ich mehr machen. Den Nazis und ihren Mittätern ein kla­res NEIN ent­ge­gen­set­zen und es nicht nur bei Worten belassen.

  7. "In Leipzig hat es ges­tern einen Nazi-Aufmarsch unter Beteiligung "besorg­ter BürgerInnen" gegeben. "

    Behauptung an der Grenze der Beleidigung, Volksverhetzung, übler Nachrede.

    Warum fal­len nur immer Corona-Hysterie-Verteidiger durch ihre Ausfälligkeit und Hassrede auf?

    Frau "Ana-Marie", bei uns gilt Meinungsfreiheit und Demonstrationsfreiheit – sogar für "Nazis". Was nicht gesagt wer­den darf (zB Holocuastleugnung), steht im Strafgesetzbuch. Alles ande­re ist legi­tim und frei.
    Das mag dort, wo Sie her­kom­men viel­leicht anders sein, ändert damit aber zum Glück nichts hier­zu­lan­de. Zum Glück weiß ich, dass so jemand extre­mes wie Sie nicht reprä­sen­ta­tiv ist. Hetzen Sie doch ruhig wei­ter in Ihrem Nazi-Duktus. Das ist ja hier erlaubt.

    1. @AlbrechStorz Ooops, sogar "legi­tim" ist das, was die Nazis sagen? Ja, sie haben recht: Da, wo ich her­kom­me, sieht man das anders!

  8. @aa, dan­ke für den funk­tio­nie­ren­den link.

    @Ana-Marie Leiperz
    anbei ein link, der durch­aus als Anleitung zum dif­fe­ren­zier­ten Argumentieren ver­stan­den wer­den darf.
    https://www.youtube.com/watch?v=_nqtGeOYLoo
    Das gesam­te Video lohnt sich.
    Vermutlich kön­nen Sie sich nicht konzentrieren.
    Ab ca. min. 8:30 berich­tet Herr Anwalt Hannig von sei­ner eigenen
    Vergangenheit bei der Stasi.
    Um min 28:00 geht es gezielt um die Sie inter­es­sie­ren­den NAZIS
    bei der Demo in Leipzig.

    1. @tommy Der Pegida-Anwalt Frank Hannig soll jetzt der Beweis dafür sein, dass die Nazis gar­nicht dazu gehör­ten, son­dern Provokateure des Staates waren? So als hät­ten nicht alle mög­li­chen Nazis offen nach Leipzig mobi­li­siert, so als gäbe es nicht zahl­lo­se Fotos, auf denen gro­ße Nazi-Gruppen auf der gan­zen Demo zu sehen sind? Naja.

  9. @aa "Maske auf – Nazis raus!" habe ich nir­gends geschrie­ben, gleich­wohl der zwei­te Teil doch selbst­ver­ständ­lich sein soll­te, oder? Offenkundig ist das bei Querdenken (und bei etli­chen Kommentaren hier) nicht der Fall. Mir macht das ‑ange­sichts der zahl­rei­chen rech­ten Anschläge – Angst.

  10. @Ana-Marie Leipert "So lösen Sie das Nazi-Problem in Deutschland und auf den Querdenken-Demonstrationen? Ist das nicht eher eine Verharmlosung des Problems?"

    Da Sie anschei­nend ganz genau wis­sen, ab wann Mensch ein
    Nazi ist, bit­te ich um Ihre Begriffsdefinition. Ansonsten reden wir
    ver­mut­lich anein­an­der vorbei.

  11. Ana-Marie: "In Leipzig hat es ges­tern einen Nazi-Aufmarsch unter Beteiligung "besorg­ter BürgerInnen" gegeben."

    Das ist die typi­sche Antifa-Provokations-Masche.

    45.000 Demonstranten wer­den kurz mal als Nazis und Halb-Nazis (in der Welt der Ana-Marie ist kaum Platz zwi­schen Nazis und besorg­ten Bürgern in Anführungszeichen) eingekastelt.

    Mit so etwas muss man sich eigent­lich gar nicht aus­ein­an­der setzen. 

    Ich kann das auch: im Corodok-Blog sind PR-Agenten und "Antideutsche" ein­mar­schiert und wol­len hier Stimmung machen, pro­vo­zie­ren, am liebs­ten wür­den sie auch ihre Baseball-Schläger aus­pa­cken – muss halt hier vir­tu­ell gehen.

    Mir macht das ‑ange­sichts der zahl­rei­chen pseu­do­lin­ken Anschläge – Angst.

      1. "alle Beteiligten hier etwas abrüsteten"

        So ist es immer: erst kommt ein Provokateur – und dann wer­den alle Beteiligten – auch die nur Reagierenden – in Sippenhaft genom­men. Der Provokateuer ist dann schon längst wie­der weg.

        Das typi­sche Agents-Provocateur-Modell.

        da wird man als Nazi oder wenigs­tens als "besorg­ter Bürger" (also min­des­tens "Halbnazi") belei­digt – aber dann sol­len alle Beteiligten – auch die Beleidigten – abrüsten.

        Wo ist das der Unterschied zu V‑Leuten, die in eine Demo ren­nen, kurz Steine und Böller wer­fen, und dann schnell wie­der raus­ren­nen, in der Hoffnung dass die Polizei nun bei den "Beteiligten" "auf­räumt"?

        Diese Masche ist, wenn auch wir­kungs­voll – aber eigent­lich so durch­sich­tig. Die Wirkung ent­steht nur, wenn Angetriggerte per­fekt mitspielen.

    1. Die Kirche woll­te Ewigkeiten nicht wahr­ha­ben, dass die Erde eine Kugel ist. Menschen wie Albrecht Storzwollen nicht wahr­ha­ben, wel­che Gefahr von den Nazis aus­geht und bemü­hen statt­des­sen "pseu­do­lin­ke Anschläge". Das ist in Form und Inhalt Pegida 2.0.

      Und nein, @aa, die Politik des appease­ment gegen­über Nazis und Naziverharmlosern ist schon­mal geschei­tert. Zu Corona und den Maßnahmen kann es eine Vielzahl demo­kra­tisch legi­ti­mer Meinungen geben. Aber das darf nicht dazu füh­ren, dass Seite an Seite mit Nazis demons­triert wird.

    1. @Ute Plass Dazu gehört auch, daß Dagdelen immer­hin schreibt:
      "Ich selbst habe dem im März von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD ein­ge­brach­ten „Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Tragweite“ nicht zuge­stimmt und dies zusam­men mit ande­ren Mitgliedern mei­ner Fraktion in einer per­sön­li­chen Erklärung auch begrün­det (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19154.pdf#P.19191). Und ich wer­de auch der am 3. November in den Bundestag ein­ge­brach­ten dies­be­züg­li­chen Gesetzesvorlage die Unterstützung ver­wei­gern. Ich begrü­ße es aus­drück­lich, wenn Grundrechtseinschränkungen auch den Gerichten bis hin zum Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vor­ge­legt wer­den. Ich fin­de es falsch und gefähr­lich, Kritikerinnen und Kritiker der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung pau­schal und uni­so­no in die rech­te Ecke zu stel­len oder als „Covidioten“ zu diffamieren."

  12. Wir beob­ach­ten schon seit län­ge­rem wie "links sein" umge­deu­tet wird.

    "Links" bedeu­tet für mich (und frü­her wohl auch für vie­le ande­re) kri­ti­sche Distanz zum Staat und zu Machtstrukturen, Beobachtung und Kontrolle der Macht, Anklagen von Machtmissbrauch, Hinweisen auf unde­mo­kra­ti­sche Strukturen, Elite-Klüngel, usw. Macht die nicht einer stän­di­gen, naht­lo­sen Kontrolle unter­liegt, wen­det sich selbst gegen die, die die­se Macht ver­lie­hen haben.

    Heute wird der Begriff mehr und mehr dazu miss­braucht, sich gegen Mitmenschen auf­zu­stel­len, "Haltung zu zei­gen" gegen die, die nicht dem eige­nen Wunschdenken oder dem von oben dik­tier­ten Bild vom "Gutmenschen" ent­spre­chen, kurz: um die zu kon­trol­lie­ren­de Masse zu spal­ten, ob nun in "rechts oder links" oder "grün oder rot" ist dabei den Drahtziehern völ­lig Schnuppe. Hauptsache das Resultat stimmt.

    Angebliches "Links-sein" wird heu­te durch Themen bestimmt, die durch "Partisanen-Werbe-Methoden" und Astroturfing ein­ge­führt wur­den und auf­grund von Image-Kampagenen als beson­ders hip gel­ten – aber nichts mit klas­si­scher lin­ker Agenda zu tun haben.

    Dazu wer­den auch Leute ein­ge­setzt, die in PR-Agenturen sit­zen, und die die­se ver­que­re Sicht des angeb­li­chen "Links-seins" in Foren ver­brei­ten und sich dabei als beson­ders mora­lisch und "bes­ser" und beson­ders enga­giert und mutig, ja hel­den­haft dar­stel­len. Solche Leute, die dann kein Problem damit haben, ande­re Menschen in Masse kur­ze­hand in einen Sack zu ste­cken und drauf­zu­prü­geln, was ja völ­lig ligi­tim sei, denn auf dem Sack steht schließ­lich "Nazi" drauf.

    Wer sol­che Methoden anwen­det oder auch nur unter­stützt gibt sich damit als "anti­links", als Menschenfeind, als Machtunterstützer, letz­lich als Büttel der Herrschaft zu erkennen.

    Die Büttel, die Provokateure, die bezahl­ten Agenten, die Moralapostel, die Bessermenschen, die Haltungs-Wächter waren noch nie­mals links und sind es, auch wenn sie sich noch so oft selbst so bezei­chen oder sehen, nicht.

  13. Hier eine aus­führ­lich Aufarbeitung der angeb­li­chen "Nazi-Querdenke-Demo":

    https://youtu.be/gEMKW4lQkyE?t=1577

    Pohlmann im Exomagazin

    hier habe ich den Startzeitpunkt gewählt, ab dem Hr. Pohlmann genau den frag­li­chen Punkt anspricht.

    sinn­ge­mäß: "Linke, Grüne, Sozialdemokraten for­dern, ange­sichts die­ser Demonstration von der Staatsmacht viel här­ter durch­zu­grei­fen … Sätze wie man sie von dem rech­ten Flügel der CDU aus den Achtzigejahren kannte …"

    Genau so ist es: was sich heu­te als "links" gene­riert ist oft viel wei­ter rechts als ultra­rech­te CDUler. Das ist die­se tota­le Umkehr aller Werte, die nicht etwa natür­lich gewach­sen ist, son­dern per PR in die Köpfe imple­men­tiert wur­de. Und was ist der ent­schei­den­de Trigger dafür? Das tsu­na­mi­mä­ßig alles durch­drin­gend ver­brei­te­te Ettiket "Nazi"!

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