Priesemann, geh Du voran!

https://www.deutschlandfunk.de/dritte-corona-welle-modelliererin-viola-priesemann-wir.676.de.html?dram:article_id=494015 (12.3.)

Her Majesty B.1.1.7 regiert, Welle in vol­ler Fahrt, Kurven lügen nie. Im Interview mit Priesemann jagt eine unbe­wie­se­ne Behauptung die nächste:

»Christiane Knoll: Frau Priesemann, wo ste­hen wir heu­te, was sehen Sie in Ihren Kurven?

Viola Priesemann: Wir ste­hen wahr­schein­lich rela­tiv dicht an einem Kipppunkt. Wir haben jetzt über die letz­ten Wochen den sehr lang­sa­men Anstieg gese­hen, und so ein lang­sa­mer Anstieg ist immer schwie­rig, weil man ihn fast nicht merkt. Eigentlich soll­ten da schon die Alarmglocken klin­geln, aber statt­des­sen wur­de ja wei­ter gelo­ckert, und die Notbremse wur­de von 100 auf 200 gesetzt. Wir sehen jetzt also ähn­lich wie im letz­ten Herbst erst die­sen lang­sa­men Anstieg, der dann schnel­ler wird, und zusätz­lich haben wir nicht nur mehr Kontakte, wir haben die Variante B.1.1.7, wir kom­men auch wie­der an die­sen Kipppunkt, wo dann die Gesundheitsämter mit der Kontaktnachverfolgung nicht mehr hin­ter­her­kom­men. Und wenn uns die­se Maßnahme der Pandemieeindämmung auch noch weg­fällt, dann beschleu­nigt sich der Anstieg der Fallzahlen noch mal mehr.«

Es ist immer schwie­rig, den Menschen Modelle zu ver­mit­teln, die so gar nicht mit der Wirklichkeit über­ein­stim­men. Wahrscheinlich.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021–03-18-de.pdf?__blob=publicationFile

Klar ist natür­lich, "dass die Zunahme sich deut­lich ver­stär­ken wird, wenn das Verhalten sich nicht ändern wird oder sogar noch mehr Kontakte statt­fin­den." Sagen die Kurven. Und die kom­men aus Modellen, die alle Faktoren berück­sich­ti­gen. Gut, nicht alle, dann muß man erwar­ten. Möglicherweise:

»Ein biss­chen eine Chance sehen wir in der Saisonalität, die wir aber lei­der über­haupt nicht abschät­zen kön­nen. Die Saisonalität wird mög­li­cher­wei­se 20 Prozent betra­gen, für B.1.1.7 erwar­ten wir aber im Verhältnis zur älte­ren Variante eher 30 Prozent oder mög­li­cher­wei­se mehr Ansteckungen.«

Viele sterben, in der Summe. Das hat theoretisch Folgen

»Priesemann: Die Wahrscheinlichkeit, infol­ge einer COVID-Infektion zu verster­ben, ist inzwi­schen rela­tiv gut bekannt. In der Altersgruppe 40 bis 60 sind es etwa 0,1, 0,2 Prozent. Das ist jetzt erst mal für die ein­zel­ne Person nicht extrem hoch, aber es ist natür­lich die Summe. Wir haben in der Altersgruppe 40 bis 60 20 Millionen Menschen oder mehr. Wenn von denen ein gewis­ser Teil inten­siv­pflich­tig wer­den wür­de, könn­te das theo­re­tisch die Intensivstationen noch über Monate fül­len, und das ist eben das Problem, das wir haben. Wir müs­sen wirk­lich war­ten, bis eigent­lich jeder ein Impfangebot hat­te. Vorher die Fallzahlen hoch­ge­hen zu las­sen, bringt uns rela­tiv schnell wie­der in vol­le Intensivstationen.«

Das ist eben das Problem, das die Priesemänner haben: Neben allen "wenn, könn­te, theo­re­tisch, rela­tiv" gibt es dum­mer­wei­se Fakten. Die zum Beispiel:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/

Lügt das Modell oder Priesemann?

Ihre Computersimulation macht Priesemann glau­ben, daß wir "wahr­schein­lich" 20–30.000 "Corona-Tote" zwi­schen 40 und 60 Jahren (0,1 bis 0,2 Prozent von 20 Millionen) haben. Im wirk­li­chen Leben sehen wir inner­halb eines Jahres kei­ne 2.500 "an und mit" Corona Verstorbenen in der Altersgruppe 40–59 Jahre.

Das heißt: Für sämt­li­che in einem Jahr Verstorbenen die­ser Altersgruppe hät­ten die Krankenhäuser noch ein Intensivbett frei.

https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

"Relativ schnell", weiß Priesemann, wer­den die Intensivstationen wie­der volllaufen.

»Knoll: Relativ schnell, was heißt das?

Priesemann: Das kann man eben extrem schwer abschät­zen. Bei einem expo­nen­ti­el­len Wachstum hängt es total davon ab, ob ich einen R‑Wert von 1,1 oder zum Beispiel 1,2 habe, und das sind ja nur 10 Prozent Unterschied, das ist nicht viel. Wir haben in den gan­zen ande­ren Parametern aber viel grö­ße­re Unsicherheiten, wie viel anste­cken­der ist zum Beispiel die neue Variante und vor allen Dingen, wie wird sich das Verhalten der Menschen und auch die poli­ti­schen Entscheidungen, wie wer­den die sich ent­wi­ckeln über die nächs­ten Wochen. Wenn Sie mir sagen, wie sich das Verhalten ver­än­dert, dann kann ich Ihnen auch wesent­lich prä­zi­se­re Voraussagen geben, aber 10 Prozent, auf die­se Präzision kön­nen wir ein­fach den R‑Wert für die nächs­ten Monate über­haupt gar nicht sagen. Das heißt, was wir als Modellierer nur machen kön­nen, ist Szenarien ange­ben und sagen, wenn das Verhalten so bleibt, wenn die Kontakte oder alter­na­tiv, wenn die Kontakte noch erhöht wer­den oder wenn die Kontakte ernied­rigt wer­den, dann erwar­ten wir grob die eine oder die ande­re Entwicklung. Derzeit zei­gen eigent­lich alle Szenarien auf ein Wachstum und eben auch auf ein expo­nen­ti­el­les Wachstum, was eher sogar noch schnel­ler wird in den nächs­ten Wochen, weil das B.1.1.7 domi­niert. B.1.1.7 selbst hat, wenn wir bei der alten Variante einen R von 1 hät­ten, einen R von 1,3 oder viel­leicht ein biss­chen mehr, ein R von 1,3 bedeu­tet, dass sich die Fallzahlen etwa alle knapp zwei Wochen ver­dop­peln. Und das ist immens. Da ist man rela­tiv schnell von den 70 auf den 140, auf den 300 inner­halb von dann vier bis sechs Wochen.«

Noch nicht ein­mal die Sache mit der Verdoppelung bekommt sie hin. Sie kennt schlech­ter­dings nichts als "grö­ße­re Unsicherheiten". "Eigentlich" deu­tet aber alles auf noch schnel­le­res "expo­nen­ti­el­les Wachstum" hin. Außer eben die Fakten.

Mantra, Mantra

Wieder nimmt sie den Rosenkranz um ihren Hals zur Hand und wie­der­holt und wiederholt:

»Das A und O ist halt nach wie vor, dass die Fallzahlen nied­rig blei­ben müs­sen, denn ansons­ten rei­chen irgend­wann auch die Tests nicht mehr aus, und vor allem kom­men auch die Gesundheitsämter mit der Kontaktnachverfolgung nicht mehr hin­ter­her. Das heißt, wenn die Tests uns hel­fen, dann wür­den sie uns ja auch hel­fen, die Fallzahlen nied­rig zu hal­ten. Die abso­lu­te Prämisse soll­te also sein, die Fallzahlen nied­rig zu hal­ten, denn wenn wir lockern – und das haben wir jetzt wirk­lich auch detail­liert durch­ge­rech­net in unse­ren Modellen –, wenn wir jetzt lockern, klar, dann haben wir eine kur­ze Periode der Freiheit. Dann sto­ßen wir an die Grenze der Intensivstationen, und spä­tes­tens dann müs­sen die­se Lockerungen wie­der zurück­ge­nom­men werden.«

Pendler impfen? Intuitiv erst mal gesehen eine gute Idee

Ganz offen­sicht­lich hat Lauterbach ihr etwas von sei­nem Stoff abge­ge­ben. Denn jetzt kommt es dicke:

»Knoll: Im Gespräch ist ja jetzt auch, die Grenzregionen bevor­zugt zu imp­fen, die Pendler. Was hal­ten Sie von die­ser Idee?

Priesemann: An sich ist das natür­lich gut, über­all da zu imp­fen, wo es ver­mehrt zu Ausbreitungen kommt. Man muss halt immer beden­ken, dass der Impfstoff, der dort ein­ge­setzt wird, even­tu­ell woan­ders fehlt, und dann ist es eine Güterabwägung. Ich hab da kein Modell, wo ich jetzt quan­ti­ta­tiv sagen könn­te, wie viel das genau bringt, aber an sich ist das intui­tiv erst mal gese­hen eine gute Idee, zu sagen, in den Grenzregionen müs­sen wir auf jeden Fall tes­ten, das soll­te auch das Testen auf gar kei­nen Fall erset­zen, und mög­li­cher­wei­se kann es die­sen Regionen ein biss­chen Erleichterung schaf­fen. Das A und O ist dort – das ist ein ganz gene­rel­les Prinzip –, über die Grenzen kom­men neue Varianten rein, über die Grenzen kom­men neue Infektionsketten rein, die wer­den gestar­tet, und wie sehr die dann aber lokal sich aus­brei­ten, das hängt wie­der von unse­rem Verhalten ab. Das heißt, bei­des ist wich­tig: der Eintrag von außen und das, was wir dann aus die­sen Infektionsketten lokal machen.«

Auf kei­nen Fall soll das Testen das Testen erset­zen (sie wird "Impfen" gemeint haben…), neue Infektionsketten wer­den gestar­tet aus dem Ausland und wich­tig ist, was wir lokal draus machen.

In keiner Weise die Ethikkommission umwerfen

Der Stoff ist hoch wirk­sam: Irgendwann wird es mehr Impfstoff geben.

»Da wer­den wir wirk­lich deut­lich mer­ken, dass wir mehr und mehr öff­nen kön­nen, ohne höhe­re Fallzahlen zu ris­kie­ren. Insofern Eltern oder Kinder oder Menschen, die vie­le Kontakte haben, dann soll­te man auch zum Beispiel sagen, Menschen, die aus gro­ßen Haushalten kom­men. Wenn man zum Beispiel fünf oder sechs Personen im Haushalt hat, die dann mög­li­cher­wei­se auch noch zur Arbeit gehen müs­sen, nicht im Homeoffice arbei­ten kön­nen, die haben auch ein viel grö­ße­res Risiko, dass sie das Virus in den Haushalt ein­schlep­pen, weil eben jede Person, die raus­geht – in die Schule, auf den Arbeitsplatz, zum Supermarkt –, das Risiko in die Familie trägt. Also auch dar­über könn­te man argu­men­tie­ren. Es gibt ganz, ganz vie­le Perspektiven, und die Ethikkommission hat da eine Entscheidung gemacht, die ich da jetzt auch nicht umwer­fen möch­te, in kei­ner Weise.«

Es reicht, wenn sie die Logik umwirft, in jeder Weise.

(Hervorhebungen nicht im Original.)

35 Antworten auf „Priesemann, geh Du voran!“

    1. @Ickeicke: Kann man so sehen, wie der Autor, daß "Privateigentum die Hysterie redu­ziert". Tue ich nicht. Im Gegenteil ist mei­ne Wahrnehmung, daß die Hysterie geschürt wird, gera­de um das Privateigentum eini­ger Weniger erheb­lich zu steigern.

  1. Die ist so krank. Und so jemand ist Prof.
    Hat null Ahnung vom Leben und null Ahnung von Epidemiologie, aber ist eine der wich­tigs­ten Stimmen die das Chaos anheizen.

  2. Ja die­se bri­ti­sche Mutante hat­ten wir bei uns in der Einrichtung. 3 Tage je 8 Stunden haben die sym­ptom­lo­sen Geschwister damit ihr unheil ange­rich­tet, bevor sie ent­deckt wur­de. Pures Chaos beim Gesundheitsamt auf­grund der Mutante. Wie die arbei­ten, voll­kom­men dilet­tan­tisch. Naja im Endeffekt 0 wei­te­re posi­tiv Getestete.

    1. Die Erfahrung von KHS deckt sich mit den Erfahrungen in einem Ludwigshafener Asylbewerberheim mit annä­hernd 100 Bewohnern: Quarantäne wegen eines "bri­tisch Infizierten" und bis zum Ende der Quarantäne abso­lut nie­man­den sonst mit die­sem ach so hoch­an­ste­cken­den Teilchen gefun­den – nur eine Person, der wäh­rend der Quarantäne (aus dem Nichts?) die "her­kömm­li­che" Variante zuge­flo­gen war.

  3. Die Krux mit den Modellen

    Ob bei Priesemann, Ferguson oder Eckerle, sie alle machen bei ihren Modellen den glei­chen Fehler! Es wird immer mit 100 % der Bevölkerung gerech­net; hier bei Priesemann mit der Gruppe der 20 – 60 jäh­ri­gen mit einem Anteil von 20 Mio.
    Aber wie sieht es in der Realität aus? Nach Priesemann müs­sen sich alle 20 Millionen die­ser Altersgruppe infi­zie­ren um auf ihre Zahl von ca. 25'000 Todesopfer zu kom­men. Das ent­spricht lei­der nicht der Realität, wie im Bericht erwähnt, waren es letz­tes Jahr "nur" 2500 die "mit" oder "an" Covid19 ver­stor­ben sind.
    In der Realität ste­cken sich wäh­rend einer Grippe-Saison etwa 5 – 10 % der Bevölkerung an und nicht 100 %!
    Dies muss sich auch letz­tes Jahr bei Corona so ver­hal­ten haben, denn 10 % von 25'000 erge­ben die 2'500 Verstorbenen in die­ser Altersgruppe!

    Fazit:
    In der Realität ste­cken sich nie 100 % einer Altersgruppe oder der Gesamtbevölkerung an, eher 5 – 10 %!
    Wenn die­ses Modell so zutref­fen wür­de, müss­te jeder von uns letz­tes Jahr an Covid19 erkrankt gewe­sen sein und in jeder Familie wären Todesopfer zu beklagen.
    Das "Priesemann Modell" liegt mit der Annahme, dass sich immer 100 % anste­cken um den Faktor 10 zu hoch!
    Diese Modelle sind mathe­ma­tisch kor­rekt, ent­spre­chen aber nicht der Realität und erzeu­gen Panik!

    1. Müssen uns die Varianten Sorge bereiten?
      Der ehe­ma­li­ge Forschungschef von Pfizer, Dr. Michael Yeadon, hält Mutationen nicht für besorgniserregend.
      https://corona-transition.org/mussen-uns-die-varianten-sorge-bereiten

      Dr. Michael Yeadon, ehe­ma­li­ger Forschungschef von Pfizer, hat sich zusam­men mit Marc Girardot von PANDA zu den Gefahren der neu­en Mutationen geäus­sert. PANDA (Pandemics — Data and Analytics) ist eine mul­ti­dis­zi­pli­nä­re Gruppe, die poli­ti­sche Antworten auf die Pandemie sucht. Zu ihrem wis­sen­schaft­li­chen Beirat gehö­ren unter ande­ren die drei Unterzeichner der Great Barrington Declaration.

      Yeadon und Girardot stell­ten sich fol­gen­de Frage:

      Wie wahr­schein­lich ist es, dass sich die­se Varianten unse­rer bestehen­den Immunantwort ent­zie­hen, und zwar unab­hän­gig davon, ob die Immunität durch Infektion oder Impfung erwor­ben wurde?

      Aus den jüngs­ten welt­wei­ten Abwärtstrends bei den «Fällen» und den Hospitalisierungen schlies­sen sie, dass das Virus wahr­schein­lich nicht in einer Weise mutiert ist, die es wesent­lich gefähr­li­cher macht. Ihnen zufol­ge ist ein gesun­des Immunsystem sehr wohl in der Lage, mit die­sen neu­en Formen des SARS-CoV-2-Virus umzu­ge­hen. Unter ande­rem schrei­ben sie:

      «SARS-CoV‑2 ist ein gros­ses Virus mit etwa 30’000 RNA-Basen (10’000 Aminosäuren). Derzeit ist der gröss­te Unterschied zwi­schen einer ‹mutier­ten Variante› und der ursprüng­li­chen Wuhan-Sequenz auf 26 Nukleotid-Mutationen beschränkt. Die geno­mi­sche Vielfalt von SARS-CoV‑2, die auf ver­schie­de­nen Kontinenten im Umlauf ist, ist ziem­lich einheitlich.

      Wir wis­sen, dass die Mutationsrate bei SARS-CoV‑2 lang­sa­mer ist als bei ande­ren RNA-Viren, weil es von einer Art Korrekturlese-Enzym pro­fi­tiert, das poten­zi­ell töd­li­che Kopierfehler begrenzt. Bis heu­te haben die­se Mutationen Veränderungen in weni­ger als 0,3 Prozent der gesam­ten Virussequenz ver­ur­sacht. Daher sind der­zeit alle Varianten zu 99,7 Prozent der ursprüng­li­chen Wuhan-Virussequenz ähnlich.

      Bis heu­te gibt es kei­ne belast­ba­ren wis­sen­schaft­li­chen Belege dafür, dass eine der iden­ti­fi­zier­ten Varianten über­trag­ba­rer oder töd­li­cher ist als das Original. Varianten sind per defi­ni­tio­nem kli­nisch iden­tisch mit dem Original. Würde sich ein kli­ni­scher Unterschied abzeich­nen, hät­te sich ein neu­er ‹Stamm› des Virus entwickelt.

      Virale Mutationen ent­wi­ckeln sich nach bis­he­ri­gem Wissen in der Regel so, dass sie weni­ger töd­lich und bes­ser über­trag­bar wer­den. Dies opti­miert ihre Ausbreitungschancen. Denn tote Wirte eig­nen sich nicht zur Verbreitung von Viren, und sehr kran­ke Wirte haben durch ihre ein­ge­schränk­te Mobilität weni­ger Möglichkeiten, in Kontakt mit ande­ren Wirten zu kommen.»

      Quelle:

      How Worried Should We Be About the Variants? – 11. März 2021

    1. Des einen Leid des and­ren Freud:

      "Seit Beginn der Corona-Epidemie in Deutschland hat sich das Leben von Viola Priesemann ziem­lich ver­än­dert: Nun forscht die Leiterin einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation nicht mehr nur zur Informationsverarbeitung im Gehirn, son­dern auch zur Ausbreitung des Virus. Und seit­her gehö­ren zu ihrem Alltag auch Politikberatung, Interviews und Auftritte im Fernsehen."

      https://www.mpg.de/besuch-bei-viola-priesemann

      Keine Ahnung aber flei­ßig simu­lie­ren. Diversity Hire eben… Ach ja und Opprtunist, aber das geht sowi­so Hand in Hand. Vorher nicht so toll, dank Corona ein Star. Wenn Corona auf­hört… tja, was pas­siert dann wohl? Interessenskonflikte? Nein! Doch nicht in der Wissenschaft!

      Währenddessen ist die Karriere von Herrn Wiesendanger vor­bei. Krude Thesen, Rassist, Verschwörungstheoretiker, etc. Der Mann macht eben die fal­sche Wissenschaft.

  4. Frau Priesemanns Kurven erwe­cken nur sehr begrenz­tes Interesse mei­ner­seits. Sie kann zwei­fel­los rech­nen, aber ich bin nicht davon über­zeugt, daß sie ein mehr als ober­fläch­li­ches Verständnis für die Sache mit­bringt, die sie rech­net. Wir haben es nicht mit fun­da­men­ta­len, erkennt­nis­theo­re­ti­schen Problemen zu tun, die die Grenzen empi­ri­scher Forschung betref­fen, son­dern mit viel pro­fa­ne­ren Dingen, die nun häpp­chen­wei­se ans Licht kom­men. Hier kann man eher den Eindruck gewin­nen, daß Modellrechnungen zum Wohlgefallen der poli­ti­schen Führung kon­stru­iert wer­den. Es ist übri­gens frei erfun­den, daß Viola Priesemann im Kreise ihrer Peers als Rechenbratsche bezeich­net wird.

  5. "…wo ste­hen wir heu­te, was sehen Sie in Ihren Kurven?"
    Das erin­nert mich ver­däch­tig an die Frage: Was sehen Sie in Ihrer Glaskugel?
    Auch den "tra­di­tio­nel­len" Wahrsagerinnen haben einst vie­le geglaubt…

  6. Als Physiker soll­te man wis­sen, in der Natur gibt es kein expo­nen­ti­el­les Wachstum. Der Anfang eines Wachstumsprozesses
    sieht einer Exponentialfunktion recht ähn­lich, flacht sich aber schnell ab. Im März 2020 dau­er­te die Phase des qua­si-expo­nen­ti­el­len Wachstums nur ein paar Tage.
    Oder, noch deut­li­cher for­mu­liert, wer von expo­nen­ti­el­lem Wachstum redet, ist ein Quacksalber.

    1. @Karsten Dierks
      So ist es. R wird schon nach weni­gen Tagen klei­ner, so dass die Kurve abflacht. Und schon ist das Exponentielle weg. Es han­delt sich zwar schon um eine Exponentialfunktion, aller­dings mit stän­dig klei­ner wer­den­der Basis.

  7. Liebe Frau Priesemann (oder auch nicht!):

    Mathematik kann ganz ein­fach sein (für Sie nicht!).

    Eine Verdoppelung erhal­te ich bei abhän­gig vom R‑Wert unge­fähr nach:

    1,05: 14 Wochen
    1,10: 7 Wochen
    1,15: 5 Wochen
    1,20: 4Wochen
    1,25: 3 Wochen
    1,30: 2,5 Wochen
    1,40: 2 Wochen

    Wir wer­den die­se Woche dank unse­rer Angstbürger, die bei uns (ich ver­mu­te auch an vie­len ande­ren Orten) vor dem Testzelt im Ort Schlange ste­hen, auf cir­ca 80 bsis 90 T neue Fälle kom­men. Hiervon sind ver­mut­lich (lei­der wegen der Salamischeibentaktik von Regierung und RKI nicht prüf­bar) 90% falsch posi­tiv. Die Ergebnisse der Negativtests wer­den ja lei­der nicht veröffentlicht.

    Es inter­es­siert mich dann noch einen Sch…dreck, wann ich die Verdoppelung errei­che, wenn maxi­mal 10% infek­ti­ös sind, weil dies tat­säch­lich nur 10 T Fälle sind.

    Nehmen wir an, der R‑Wert wäre 1,25, dann gäbe es nach 9 Wochen rea­le 80 T Fälle. Wir haben dann aber auch schon Ende Mai und die­se Zahl wird nicht erreicht sein.

    Ihren Äußerungen ent­neh­me ich, dass Sie ein Problem weit abseits von Corona haben, weil Sie im Rahmen Ihrer Forschung am Max-Planck-Institut bereits seit lan­ger Zeit voll­kom­men ver­strahlt sind. Ansonsten kann man nicht in der Lage sein, sich nicht jede Woche erneut soviel Mist aus dem Kopf drücken.

    Freundlichst
    Helmi2000

  8. Die Frau kann nicht mal rech­nen. Da behaup­tet sie, ein R‑Wert von 1,3 wür­de alle 2 Wochen zu einer Verdoppelung der Fallzahlen füh­ren. Sie unter­schlägt, auf wel­ches Zeitintervall sich die R‑Zahl bezieht. Meint sie 1,3 pro Woche oder pro Tag?
    Ein R‑Wert von 1,3 pro Tag führt nach der Formel Verdoppelungszeit= Ln(2) /Ln® zu einer Verdoppelung der Fallzahlen in 2,64 Tagen. Bezieht sich R auf den Zeitraum einer Woche, dann beträgt die Verdoppelungszeit 2,64 Wochen. Das sind 18,5 Tage und nicht, wie behaup­tet knap­pe 2 Wochen.
    Ihre Gleichungen mögen rich­tig sein, aber die Werte für die ver­den­de­ten Parameter müs­sen man­gels Meßwerten geschätzt wer­den. Da liegt man schon mal schnell 2 Zehnerpotenzen dane­ben, wie der eng­li­sche Modellierer Neil Ferguson immer wie­der gezeigt hat. Der Schmetterlingseffekt lässt grüßen.

  9. Korrektur letz­ter Satz, muss natür­lich heißen

    Ansonsten kann man nicht in der Lage sein, sich jede Woche erneut soviel Mist aus dem Kopf drücken.

  10. Warks, schon wie­der eine Modelliererin… Und nicht mal das kann sie richtig.
    Dann model­lie­ren wir mal: 20.000 Tote inner­halb eines Jahres in der Altersgruppe 40–60, neh­men wir das mal als gege­ben hin. Nehmen wir für­der­hin an, die wür­den alle auf Intensivstationen verster­ben (in der Realität liegt der Anteil der auf Intensiv Verstorbenen an allen Verstorbenen bei etwa einem Drittel). Da etwa 30% der Intensivpatienten verster­ben (wir hal­ten das Modell für Fr. Priesemann ein­fach und über­neh­men die­se Zahl) kom­men wir auf rund 67.000 Intensivpatienten zwi­schen 40 u. 60. Bei einer durch­schnitt­li­chen Verweildauer von 14 Tage braucht die­se Gruppe 938.000 Bettentage. Macht pro Tag 2.569 beleg­te Intensivbetten.
    Wo liegt also das Problem? Selbst im ungüns­tigs­ten Fall könn­ten wir die voll­kom­me­ne Herdenimmunität die­ser Altersgruppe inner­halb eines Jahres errei­chen und müss­ten nicht ein­mal auf die ICU-Notfallreserve zurückgreifen.
    Wir sehen: selbst eine völ­lig absur­de Grundannahme wie die von Frau Priesemann führt bei Anwendung rea­ler Parameter nicht zu einem Problem, son­dern zeigt, dass ein Ende des Lockdowns maxi­mal nütz­lich wäre.

    Modelle mit einer Vielzahl nicht ein­schätz­ba­rer Variablen tau­gen nichts, und sie sind schon gar nicht geeig­net, ech­te Wissenschaft zu ersetzen.

  11. Das sind die neu­en Schlangewässerchen-Verkäufer. Wie im Mittelalter. Mit Wissenschaft im Sinne der Aufklärung hat das nichts mehr zu tun.

  12. Seit wann sind eigent­lich Intensivstationen dazu da, um leer zu ste­hen, das ist so ziem­lich das teu­ers­te, was man sich im Gesundheitssystem über­haupt so leis­ten kann, sowohl von der Ausstattung als auch vom Personal her, wes­halb soll­te man also gera­de das unge­nutzt lassen??

  13. Die Modelle geben eben nichts her, was kon­kret ist. Sie glaubt abso­lut fel­sen­fest an die eige­nen Modelle. Überzeugungstäterin. Die Realität ist eben anders. Sie soll­te sich unbe­grenzt in Quarantäne bege­ben und ansons­ten das Schweigen aus­gie­big anwen­den. Weniger ist mehr. Und damit sie nicht so ein­sam ist, kann sie von Frau Brinkmann in die unbe­grenz­te Quarantäne beglei­tet wer­den. Und wenn sich Lauterbach ent­schlie­ßen könn­te, sich eben­falls anzu­schlie­ßen, wäre man schon einen Schritt weiter.

  14. Für den Ingenieur sind sei­ne Gleichungen eine Annäherung an die Wirklichkeit.
    Für den Modellierer ist die Wirklichkeit eine Annäherung an sei­ne Gleichungen.

    Am meis­ten Sorgen mache ich mir nach wie vor dar­über, dass bereits mor­gen die Außerirdischen hier ein­fal­len und uns alle unter­jo­chen _könnten_. Und zwar expo­nen­ti­ell schnell.

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