Richterbund befürwortet geplante Reform des Infektionsschutzgesetzes

»Die geplan­te Reform des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes stößt auf Unter­stüt­zung beim Deut­schen Rich­ter­bund (DRB). „Es ist wich­tig für eine mög­lichst brei­te Akzep­tanz der Grund­rechts­be­schrän­kun­gen in der Coro­na-Kri­se, dass die Par­la­men­te die wesent­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür selbst fest­le­gen“, sag­te DRB-Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Sven Rebehn, der „Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung“ vom Frei­tag. „Die geplan­te Prä­zi­sie­rung des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes durch einen Kata­log mög­li­cher Schutz­maß­nah­men ist des­halb ein rich­ti­ger Schritt.“«

Das ist zu lesen auf epocht​i​mes​.de. Der Deut­sche Rich­ter­bund hat eine Geschich­te. Wiki­pe­dia weiß dazu:

»Am 25. Mai 1933 trat der Deut­sche Rich­ter­bund, der die Besei­ti­gung der Wei­ma­rer Repu­blik kei­nes­falls ableh­nend betrach­te­te, geschlos­sen in den Bund Natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Deut­scher Juris­ten (BNSDJ) ein, inner­halb des­sen er zunächst bestehen blieb, bis er sich zum Jah­res­en­de end­gül­tig auf­lös­te. Erst im Okto­ber 1949 kam es zur Neu­grün­dung auf dem Gebiet der alten Bun­des­re­pu­blik. Nach Voll­endung der deut­schen Ein­heit tra­ten auch Ver­ei­ni­gun­gen von Rich­tern und Staats­an­wäl­ten aus den ost­deut­schen Bun­des­län­dern bei…

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Lan­des­vor­sit­zen­de des Deut­schen Rich­ter­bun­des wur­de im Okto­ber 2012 in der Pres­se mit der Aus­sa­ge zitiert, der Frau­en­an­teil in der Jus­tiz sei zu hoch. Der Frau­en­an­teil von 62 Pro­zent bei Neu­ein­stel­lun­gen sor­ge für eine Ver­schär­fung der Per­so­nal­si­tua­ti­on. Denn vie­le Juris­tin­nen fie­len für Fami­li­en­zei­ten eini­ge Jah­re aus.«

Im Wiki­pe­dia-Arti­kel "Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz" ist zu lesen:

»Die ers­te Bun­des­re­gie­rung unter Kon­rad Ade­nau­er betrieb eine Poli­tik der Re-Inte­gra­ti­on von NS-Tätern, ver­such­te, bestimm­te Maß­nah­men der Alli­ier­ten gegen sie rück­gän­gig zu machen und ver­half ver­ur­teil­ten NS-Ver­bre­chern 1949 zu einer groß­zü­gig gehand­hab­ten Teil-Amnes­tie. Seit 1951 ermög­lich­te das Gesetz zur Rege­lung der Rechts­ver­hält­nis­se der unter Arti­kel 131 des Grund­ge­set­zes fal­len­den Per­so­nen mehr als 55.000 NS-Beam­ten, die ihre Beschäf­ti­gungs- und Ren­ten­an­sprü­che durch die Ent­na­zi­fi­zie­rung ver­lo­ren hat­ten, die Rück­kehr in den Staatsdienst.«

Eine wis­sen­schaft­li­che Aus­stel­lung zu die­sem The­men­kom­plex wur­de mas­siv behindert:

»Der West­ber­li­ner Senat ver­an­lass­te die ört­li­chen Uni­ver­si­tä­ten im Febru­ar 1960, die Aus­stel­lung in ihren Räu­men zu ver­bie­ten. Das Vor­ha­ben sei ein „Akt öffent­li­cher Agi­ta­ti­on zuguns­ten sowjet­zo­na­ler Stel­len“, um das „Anse­hen der Jus­tiz als tra­gen­dem Pfei­ler der öffent­li­chen Ord­nung“ zu beschä­di­gen. Alle beschul­dig­ten Ange­hö­ri­gen der West­ber­li­ner Jus­tiz sei­en schon über­prüft wor­den. Die Ver­an­stal­ter hät­ten die Auf­for­de­rung zur Über­ga­be ihrer Unter­la­gen bis­her nicht befolgt.[32] Als der Kunst­händ­ler Rudolf Sprin­ger den Stu­den­ten sei­ne Gale­rie am Kur­fürs­ten­damm für die Aus­stel­lung anbot, for­der­te der Senat die Haus­ei­gen­tü­me­rin auf, die­se zu ver­bie­ten und der Gale­rie den Miet­ver­trag zu kün­di­gen. Die Ver­an­stal­tung fal­le dem Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter Wil­ly Brandt (SPD) in einer poli­tisch schwie­ri­gen Zeit in den Rücken. Nach­dem eini­ge bri­ti­sche Zei­tun­gen kri­tisch über das Senats­vor­ge­hen berich­tet hat­ten und die Aus­stel­lung in der Gale­rie eröff­net wor­den war, for­der­te der Senat die West­ber­li­ner Leh­rer auf, sie nicht zu besuchen«

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