RKI: Hoffen auf mehr Tote

Nicht nur im Alltag vie­ler Menschen bestä­tigt sich immer mehr die Vermutung, daß das Virus sei­ne Aggressivität ver­liert. Im Juni schon hat­te Christian Drosten erklärt: "Wie wir es auch dre­hen und wen­den, es wird harm­lo­ser wer­den" (s. Vergessenes vom Top-Virologen). Auch der Direktor der Virologie am Uniklinikum Essen, Prof. Ulf Dittmer meint:

Es gibt tat­säch­lich Hinweise dar­auf, dass sich das Virus bereits abschwächt. Und es könn­te auch sein, dass das Virus im Zuge der Veränderungen irgend­wann nur noch eine Erkältung oder einen Schnupfen aus­löst.

Wie zu erwar­ten muß­te sich Dittmer vor Angriffen vie­ler Medien ver­tei­di­gen, auch weil die­se Worte in der Bildzeitung stan­den. Angeblich habe er sei­ne Meinung rela­ti­viert, was im Kern nicht zutrifft.

Das Robert-Koch-Institut hält an sei­ner Position fest. Das Redaktions­netzwerk Deutschland (RND) schreibt heu­te:

»Auch das Robert Koch-Institut (RKI) sieht momen­tan kei­nen Hinweis dar­auf, dass sich das Virus abge­schwächt hat. Die Zahl der Verstorbenen sei in den ver­gan­ge­nen Monaten zurück­ge­gan­gen, weil die Fallzahlen ins­ge­samt nied­rig gewe­sen sei­en, weni­ger Menschen aus Risikogruppen betrof­fen waren und es auch nicht mehr so vie­le Ausbrüche in Altenheimen und Krankenhäusern gege­ben habe, sagt Marieke Degen, stell­ver­tre­ten­de Pressesprecherin des RKI.«

Nicht rich­tig logisch ist das ein­füh­ren­de "Auch". Zuvor waren ledig­lich die Stimmen Drostens und Dittmers erwähnt wor­den. Wie die sin­ken­de Zahl der Verstorbenen und die Aufzählung der Gründe dafür die These der Virologen wider­le­gen sol­len, erklärt Frau Degen nicht. Sie wird vom RND auch nicht danach gefragt. Sie argu­men­tiert wei­ter, ohne es zu bemer­ken, gegen ihre eige­ne Behauptung:

»So hät­ten sich zuletzt ver­mehrt Menschen jün­ge­rer Altersgruppen ange­steckt. Junge Menschen aber über­ste­hen die Infektion in den aller­meis­ten Fällen unbe­scha­det. Es kommt es nur sel­ten zu schwe­ren Verläufen oder gar Todesfällen.« [So im Original, AA]

Schließlich kommt sie zum ret­ten­den Strohhalm ihrer Argumentation:

»Degen ist jedoch über­zeugt: "Sobald sich wie­der ver­mehrt älte­re Menschen infi­zie­ren, muss auch mit einem Anstieg der Hospitalisationen und Todesfälle gerech­net wer­den." Bereits seit Anfang Juli wür­den nicht nur die Fallzahlen ins­ge­samt, son­dern auch Ausbrüche in Altenheimen und Krankenhäusern wie­der zuneh­men. Mit mehr Todesfällen sei aber erst nach einer Verzögerung zu rech­nen. Denn meist wür­den Patienten meh­re­re Wochen durch die Intensivmedizin am Leben gehal­ten, ehe sie ster­ben.«

Da läßt sich doch sicher was machen…

2 Antworten auf „RKI: Hoffen auf mehr Tote“

  1. Das muss man sich mal auf der Zunge zer­ge­hen las­sen: Die Anzahl der Verstorbenen ist zurück­ge­gan­gen, weil die Fallzahl all­ge­mein nied­rig war.
    Niedrig war die Fallzahl posi­tiv getes­te­ter. Hingegen muss die Fallzahl der infi­zier­ten Gesunden zu beträcht­lich gewe­sen sein. Schon nach ers­ten Hochrechnungen um die 86%.

    Durch die Art des Testens wur­den die gesun­den Infizierten über­haupt nicht erfasst. Das ist jetzt anders. Die Dunkelziffer erhellt sich etwas. Im Dunkel ist hin­ge­gen völ­lig, wie­vie­le falsch Negative es gibt. Denn die lau­fen unge­hin­dert her­um und kön­nen theo­re­tisch ande­re anste­cken. Die falsch posi­ti­ven min­dern hin­ge­gen den Prozentsatz der posi­tiv rich­tig Getesteten erheb­lich. Wie soll man in die­sem Hintergrundrauschen ein ver­nünf­ti­ges Signal her­aus­fil­tern?
    Wieler tappt, wie schon die gan­ze Zeit, wie­der im Dunkeln.
    Er soll­te sich lie­ber an der Zahl der beatme­ten Patienten und an der Letalität ori­en­tie­ren. Die liegt nach eige­nem Bekunden bei 0,1%

    1. Sie schrei­ben es, Herr Medicus:
      "Im Dunkel ist hin­ge­gen völ­lig, wie­vie­le falsch Negative es gibt. Denn die lau­fen unge­hin­dert her­um und kön­nen theo­re­tisch ande­re anste­cken."

      Theoretisch anste­cken – aber eben nicht prak­tisch!

      Die Mär von den asym­pto­ma­tisch Ansteckenden ist eine Geschichte auf dem Niveau jeder lächer­lichs­ten Kinderschreckgeschichte.

      Überlegen Sie sich mal, wo denn die Viren her­kom­men sol­len, durch die angeb­lich ange­steckt wird ‑wenn sich die Viren gar­nicht ver­meh­ren. Und "asym­pto­ma­tisch" bedeu­tet eben, die Viren ver­meh­ren sich nicht, zer­stö­ren kei­ne Körper-Zellen, belas­ten nicht den Körper.

      Was mich bei der gan­zen Geschichte am meis­ten erschreckt ist das Niveau der völ­li­gen Unüberlegtheit bei allem, was so durch die Köpfe rauscht …

      Bitte nach­spre­chen: Ansteckung durch Asymptomatische kann es nicht geben, da ja gar kei­ne Viren pro­du­ziert wer­den.

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