Sachsen kriegt ÄrztInnen nicht in den Griff. Andere auch nicht

Unter dem beklopp­ten Titel "Corona-Hotspots in Sachsen und die Rolle der AfD" ist am 17.12. auf mdr.de zu lesen:

»Landkreis Görlitz, einer der Corona-Hotspots in Sachsen. Hier liegt der Inzidenzwert laut RKI bei 622 Infizierten pro 100.000 Einwohnern in einer Woche. Bundesweit ist das der Landkreis mit den siebt­höchs­ten Zahlen.

Seit dem 14. Dezember gilt in der Görlitzer Innenstadt bereits der har­te Lockdown. Doch fragt man hier die Menschen auf der Straße, ist erstaun­li­cher­wei­se etwa jeder Fünfte skep­tisch, ob die Maßnahmen gerecht­fer­tigt sind und äußert Misstrauen gegen­über der Regierung. Manche glau­ben nicht dar­an, dass der Mundschutz und der Lockdown dazu bei­tra­gen, die Infiziertenzahlen zu ver­rin­gern, ande­re sind davon über­zeugt, dass Corona eine Erfindung der Politiker ist.

Realitätsverweigerung in Hotspots
Ein Mann vom Sicherheitsdienst berich­tet aus dem Alltag in einer Görlitzer Postfiliale. Er ist täg­lich mit Masken-Verweigerern kon­fron­tiert: "Ich arbei­te bei der Postbank. Pro Tag schmei­ße ich etwa zwan­zig Leute wie­der raus. Das sind ent­we­der Maskenmuffel oder wel­che, die sagen, es gibt doch nichts." Und das mit­ten in einem Corona-Hotspot.«

Ist es nicht ein biss­chen hart, den armen Postbanker als Realitätsverweigerer zu brandmarken?

»Laute Minderheit von Coronaleugnern unter Ärzten
Im Zusammenhang mit Corona zählt der Präsident der säch­si­schen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, der­zeit im Freistaat 20 berufs­recht­li­che Verfahren gegen Ärzte. Bis zu 50 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht lie­gen vor. "Von den 16.000 berufs­tä­ti­gen Ärztinnen und Ärzten in Sachsen sind selbst die 40 bis 50 eine Minderheit. Aber sie stel­len eine sehr lau­te Minderheit dar. Ich bin sehr ver­är­gert und ich muss mich wun­dern über die­se Kollegen, das muss ich so sagen", sagt Bodendieck…

Ein Zusammenhang zwi­schen AfD und Corona-Hotspots?
Marco Wanderwitz, CDU-Politiker und Ostbeauftragter der Bundesregierung in Berlin, ver­tritt die These, dass in Sachsen zwi­schen AfD und den Corona- Hotspots eine Verbindung besteht. "Die AfD leug­net Corona ja weit­ge­hend, sagt, dass die Maßnahmen unsin­nig sind", erläu­tert er. "Und wenn, wovon ich aus­ge­he, und was ich teil­wei­se auch sehe, sich dann deren Anhänger ent­spre­chend ver­hal­ten, also kei­ne Maske tra­gen, sich nicht an die Abstandsregeln hal­ten und mit­ein­an­der in zu gro­ßen Kreisen fei­ern, dann ist es für das Virus wie ein Geschenk, wie eine Einladung und es ver­brei­tet sich wei­ter. Das ist die eigent­lich schlech­te Nachricht an die­je­ni­gen, die sich in den Regionen regel­kon­form ver­hal­ten, die dort die Mehrzahl sind. Wenn das Virus sich ein­mal rela­tiv frei ver­brei­ten kann, dann gibt es kein Halten mehr."…

Auch der Soziologe Alexander Yendell vom "Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt" in Leipzig ist über­zeugt, dass die AfD mit ihrem Verhalten die Corona-Ausbreitung ver­schärft. "Ich fin­de es durch­aus legi­tim, über die Maßnahmen zu spre­chen, sie auch in Frage zu stel­len. Das gehört zu einer Demokratie dazu. Ich fin­de es nur fürch­ter­lich, wenn man dabei im Prinzip wis­sen­schafts­feind­lich ist und die Gefahren ver­leug­net. Das macht mich doch sehr, sehr wütend", sagt Yendell.«

Im Tagesspiegel war am 18.12. zu lesen:

»Tatsächlich gibt es eine Korrelation zwi­schen den Wahlerfolgen der AfD in ein­zel­nen Landkreisen und den Infiziertenzahlen. Allerdings gibt es auch Orte in Westdeutschland, die hef­tig von Corona getrof­fen sind, die AfD aber schwach ist.«

Er beruft sich auf eine "Studie" des "Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ)" in Jena. Deren Macher muß aller­dings zugeben:

»Korrelation bedeu­tet nicht auto­ma­tisch Kausalität, ein sol­cher rech­ne­ri­scher Zusammenhang heißt nicht zwangs­läu­fig, dass das eine sei­ne Ursache im ande­ren hat. Im Klartext: Nur, weil in einem Landkreis vie­le AfD-Treue woh­nen, heißt das nicht, dass sie es sind, die den Virus bekom­men – oder dass sie dar­an Schuld sind. Es könn­te rei­ner Zufall sein oder eine gemein­sa­me Ursache in etwas ande­rem haben, bei­spiels­wei­se in nied­ri­ge­rem Einkommen oder medi­zi­ni­schen Unterschieden.

Um das stär­ker aus­zu­schlie­ßen, müss­te man idea­ler­wei­se die tat­säch­lich Infizierten nach ihrer Parteipräferenz fra­gen. Das tut das RKI jedoch nicht, wie Lothar Wiehler auf sei­ner letz­ten Pressekonferenz bestä­tig­te.«

Zu die­sem Institut sie­he Proteste in der Corona-Pandemie: Gefahr für unse­re Demokratie?. Es bekennt selbst:

»Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geför­der­tes Institut, das in zehn ver­schie­de­nen Bundesländern ange­sie­delt ist.«

13 Antworten auf „Sachsen kriegt ÄrztInnen nicht in den Griff. Andere auch nicht“

  1. Ob da nicht gleich meh­re­re Grenzen über­schrit­ten wor­den sind. Hätte nie geglaubt, dass die so weit gehen wür­den. Professor Sucharit Bhakdi ist immer­hin eine ver­dien­te Persönlichkeit. Nur ein Wunder kann die Welt jetzt noch retten. 

    https://www.leadersnet.at/news/47668,der-preis-fuer-antiwissenschaftlichen-unsinn-geht-an-sucharit.html

    Natürlich hat­te Professor Bhakdi damit Recht behal­ten, dass es KEINE 2 Welle geben wird. Das, was wir gegen­wär­tig 2020/2021 erle­ben, ist eine "Welle" für sich; eine Neue; hat somit nichts, aber auch schon rein gar nichts, mit der zurück­lie­gen­den "Welle" 2019/2020 zu tun. 

    Wie auch immer
    MfG

    1. Naja, es gibt vie­le, bei deren gewähl­te Selbstbezeichnung und Fremdwahrnehmung aus­ein­an­der­klaf­fen. Korrektiv trägt den Namen wit­zi­ger­wei­se nicht des­halb, obwohl sie häu­fi­ger Korrektur bedür­fen. Die Opinion-Leaders hier müss­ten nicht mit Dreck wer­fen, wenn ihre Meinung wirk­lich füh­rend wäre.

    2. Wir erle­ben jetzt "eine Welle für sich"?
      Eine Welle wovon genau?

      Wenn man von einer Welle im Sinne einer Anhäufung von Vorkommnissen spricht kann das bei sorg­fäl­ti­ger Betrachtung der Verhältnisse eigent­lich nur eine "Welle" von durch­ge­führ­ten PCR-Tests sein. Mit allem, was zu die­sem Test dazu gehört.

      Wer sich das ratio­na­le Denken eini­ger­ma­ßen bewahrt hat, wird bei einer Zunahme von Test eben­falls mit einer Zunahme von posi­ti­ven Testergebnissen rech­nen. Weil eine 0,1% sog. Durchseuchung der Bevölkerung mit dem Virus bei 1.000 Getesteten 10 posi­ti­ve Testergebnisse bringt und bei 1.000000 Getesteten 1.000 . Der all­ge­mei­ne Zustand ändert sich des­we­gen nicht im Geringsten.

      Nur für den Fall, dass jemand in die Falle des sog. Inzidenzwertes gegan­gen ist: Dieser bezeich­net die Anzahl der NeuERKRANKUNGEN pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen.
      Mal kurz über­le­gen: Wieviele der posi­tiv Getesten haben Symptome, sind also tat­säch­lich erkrankt? Gemerkt, welch Schindluder auch mit die­sem Begriff getrie­ben wird?

      Solch e

    3. @Fledgling01
      tja, "wie auch immer" weiß man nicht genau, ob es sich um 0 oder 1 handelt.
      Der Strich dazwi­schen hilft nicht.
      Ich tip­pe auf eine Ironie-Affinität bei einer recht­gläu­bi­gen 0.
      Vorsicht: beim Weiterverbreiten könn­te ein wei­te­rer hoch­blas­phe­mi­scher Grippevergleich auffallen!
      "Wellen" zwei­er auf­ein­an­der­fol­gen­den "Grippesaisons" haben also "aber auch schon rein gar nichts" mit­ein­an­der zu tun.
      Oder doch jetzt?
      Willkommen in der (min­des­tens) 102ten Welle der "spa­ni­schen".
      OfG

      1. Das, was Sie mir im Langen und Breiten zu erklä­ren ver­su­chen, hät­ten Sie aus dem Inhalt mei­nes Kommentars ent­neh­men kön­nen, wenn Sie bloß des Sinn erfas­sen­den Lesens mäch­tig gewe­sen wären, stimmts ???

        Wie auch immer
        MfG

  2. Das "Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ)" ist Ableger der "Amadeu Antonio Stiftung" der Anetta Kahane, die als "IM Victoria" vom Ministerium für Staatssicherheit (ugs. Stasi) geführt wur­de und mit der Bespitzelung von "Staatsfeinden" betraut war.
    Die Expertise, die Kahane in der DDR erwarb, scheint ihr auch in der BRD kein Nachteil zu sein und sie ver­steht es, sich als kost­gän­ge­ri­sche Kämpferin gegen heu­te als "Staatsfeinde" apo­stro­phier­te Mitmenschen fürst­lich am Topf staat­li­cher Zuwendungen zu laben.
    Regelmäßig sprie­ßen neue Bespitzelungs- und Zersetzungs-Organisationen mit sta­li­nis­ti­schem Stallgeruch empor, eben auch die "IDZ" unter einem gewis­sen Dr. Quent, die ihrer­seits eben­falls Transferleistungsempfänger und damit Profiteure die­ser hoch­pro­fi­ta­blen Umverteilung sind (künf­tig macht die Bundesregierung die Kleinigkeit von über einer Milliarde Euro für sol­che Genossen locker).

    1. @Freidenker: Angesichts der mör­de­ri­schen Spuren rech­ter Terroristen und der Verflechtungen mit "Sicherheitsapparaten" kann es gar nicht genug Organisationen geben, die Derartiges auf­de­cken. Sie soll­ten dafür auch finan­zi­ell geför­dert wer­den. Ob Frau Kahane oder Herr Quent die Richtigen dafür sind, ist eine ande­re Frage. Es gibt vie­le Recherchegruppen, die auf eige­ne Kosten arbei­ten. Das ist übri­gens ein Verdienst der Antifa, auch wenn sie sich in der "Corona-Frage" gera­de dumm und abscheu­lich ver­hält und das eige­ne Anliegen diskreditiert.

  3. Ein Scheinkampf für Doofe wird da insze­niert, die auto­ri­tä­ren Maßnahmen kom­men ja von rechts. So wie ihre Hintermänner, wohl Gates und Konsorten. Diese sind gericht­lich zu identifizieren.

  4. /// Inzidenzwert laut RKI bei 622 Infizierten pro 100.000 Einwohnern in einer Woche ///

    Eine Inzidenz errech­net sich aus Erkrankten/100.000 und nicht aus PCR-Falschpositiven/100.000
    Der Wert ist WERTLOS
    Die dar­aus resul­tie­ren­den Maßnahmensid ein VERBRECHEN

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