Schnelles Geld mit Impfstoffen

Die FAZ nennt am 20.5. ein Beispiel, dafür, wie in den USA Impfstoffe ein Investitionsthema sind. Es dürf­te nicht auf die­ses Land und sei­nen Präsidenten beschränkt wer­den kön­nen. Die Zeitung macht sich der Verschwörungstheorie ver­däch­tig – sie erwähnt Bill Gates. Da der Artikel im Wirtschaftsteil erschien, wird dies aber eine seriö­se Information für Anleger sein…

»Trumps Turbo-Tempo :

Die Wette auf die schnel­le Impfung

Die ame­ri­ka­ni­sche Regierung will bis zum Jahresende einen Impfstoff haben. Doch Analysten sind skep­tisch, denn das Turbo-Tempo bei der Einführung eines Mittels kann ris­kant sein. 

Das ame­ri­ka­ni­sche Unternehmen, das aktu­ell die größ­te Hoffnung auf einen wirk­sa­men Impfstoff gegen Sars-Cov2 birgt, heißt Moderna Therapeutics. Das Unternehmen aus Massachusetts hat im vori­gen Jahr 515 Millionen Dollar Verlust gemacht, der Umsatz war deut­lich klei­ner. Impfstoff-Entwicklung ist sei­ne Spezialität. Es hat aber noch kei­nen ein­zi­gen auf den Markt brin­gen können…

Moderna mach­te sich, finan­ziert durch die von Bill Gates mit­ge­grün­de­te CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations), an die Produktion der Stoffes für einen ers­ten Test. Anfang März erlaub­te die Genehmigungsbehörde FDA die ers­te kli­ni­sche Studie, Mitte März wur­de der ers­ten Testperson der Stoff inji­ziert. Mitte April teil­te das Unternehmen mit, 483 Millionen Dollar von der Staatsagentur Barda erhal­ten zu haben für die Weiterentwicklung und Massenproduktion des Impfstoffes noch im Jahr 2020…

Die abschlie­ßen­de Phase 3 soll im Frühsommer ein­ge­lei­tet wer­den. Acht bis zehn Jahre sind nor­mal für Impfstoffentwicklung. Kein Wunder, dass sich der Wert des Unternehmens seit Ende Januar ver­vier­facht hat auf 80 Dollar. Zwei Professoren, die Moderna mit­ge­grün­det haben, wur­den zu Milliardären

Die Entwicklung eines Impfstoffes in rasen­dem Tempo ist nicht mehr als ein Versprechen. Ende April leg­te die Investmentbank SVB Leerink, die sich auf die Pharmaindustrie spe­zia­li­siert hat, eine Analyse vor, die 25 Gründe prä­sen­tiert, bes­ser nicht dar­auf zu set­zen. Es wür­den Erwartungen geweckt, die schwer zu hal­ten sei­en, war­nen die Finanzanalysten. So wapp­ne­ten sich Politiker zu wenig für das rea­lis­ti­sche­re Szenario, in dem der Impfstoff erst in drei Jahren zur Verfügung ste­he und Jahre ins Land gin­gen, bis jene berüch­tig­te Herdenimmunität erreicht sei, die erst Sicherheit stifte. «

(Hervorhebungen nicht im Original.)

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