Stell dir vor, es ist Corona-Tsunami und keiner läßt sich "impfen"

Auf sued​deut​sche​.de ist am 3.1. unter der Überschrift "Israel drif­tet in Richtung Herdenimmunität" zu lesen:

»… Die Warnungen von Premierminister Naftali Bennett waren in den ver­gan­ge­nen Tagen immer ein­dring­li­cher gewor­den. Von einem "Sturm" sprach er, oder einem "Tsunami", der sich vor Israel aufbaue…

Nötig ist die­ser Appell auch des­halb, weil im vor­mals als "Impf-Weltmeister" gefei­er­ten Israel inzwi­schen nur noch 60 Prozent der Bevölkerung als voll­stän­dig geimpft gel­ten. 31 Prozent sind gar nicht geimpft, bei neun Prozent liegt der zwei­te Impftermin schon län­ger als sechs Monate zurück. Eine drit­te Impfung haben bis­lang knapp 4,3 von 9,5 Millionen Israelis in Anspruch genom­men. Die vier­te Dosis sol­len nun die Älteren frü­hes­tens vier Monate nach der drit­ten bekom­men können.

Im Kontrast zu all den dra­ma­ti­schen Warnungen vor dem "Omikron-Tsunami" sind jen­seits der Impf-Appelle die Eindämmungsmaßnahmen jedoch eher lax und oft wech­selnd. Restaurants und Clubs sind voll, Konzerte gut besucht. Selbst der für öffent­li­che Sicherheit zustän­di­ge Minister Omer Bar-Lev hat Kritik geübt: "Wir ver­wir­ren die Öffentlichkeit", sag­te er. "Ich muss vier­mal am Tag über neue Maßnahmen abstimmen."…«

Gut, "kei­ner" im Titel ist über­trie­ben. Aber der Trend ist klar, und er ist längst in der BRD ange­kom­men. Das RKI gibt für den 3.1. an:

rki​.de (3.1.)

Das war der Stand vor einer Woche:

rki​.de (27.12.)

Damit sind bei ins­ge­samt 153,3 Millionen "ver­impf­ten Dosen" in einer Woche knapp 3 Millionen Spritzen in die Arme gebracht wor­den. Die Zahl der "Erstimpfungen" mach­te gan­ze 286.312 aus. Auch wenn die Feiertage dazu bei­tru­gen, eine erfolg­rei­che "Impfkampagne" sieht anders aus. Wie so bis zum Ende des Monats 30 Millionen Spritzen gesetzt wer­den sol­len, wird nie­mand erklä­ren können.

16 Antworten auf „Stell dir vor, es ist Corona-Tsunami und keiner läßt sich "impfen"“

  1. Ich war heu­te Abend das ers­te Mal auf einem Spaziergang (in Eckernförde mit 290 Teilnehmerinnen, vor einer Woche waren es 200), und kann es nur emp­feh­len. Ruhiges Gehen mit guten Gesprächen, das gefällt. Eine recht ent­spann­te Polizei, der wir immer wie­der aus­wei­chen konn­ten und die uns nicht ernst­haft stop­pen woll­te. Ach so: Aus einer Seitengasse sprang plötz­lich „die Antifa“ her­aus, 4 kra­keh­len­de Jugendliche, die sich uns mit einem Banner und lau­tem „Wer mit Nazis geht…“ in den Weg stell­ten. Nur all­ge­mei­nes Gelächter der Vorbeigehenden. Norddeutsch: „Lohnt nicht“.

    1. @Ulrich
      Gleiches aus dem ver­gleichs­wei­se tie­fen Süden (Verden, mit­ten in Niedersachsen) – etwa die glei­che Teilnehmerzahl und rela­tiv ent­spannt. Um die zuneh­mend in der ört­li­chen Zeitung gei­fern­de Coronoiker-Szene zu beru­hi­gen sprach die Polizei die weni­gen Gängerinnen an, die kei­ne Maske tru­gen – die arme Dame vor mir hat ihr Befreiungsattest ins­ge­samt vier Mal gezeigt, jedes Mal mit einem freund­li­chen Lächeln und höf­li­chen Worten. Vermutlich, damit wir nicht plötz­lich auf die Idee kom­men, die weni­gen ver­blie­be­nen Geschäfte in der Fußgängerzone zu stür­men, stan­den dort dann auch Polizistinnen, die ver­mut­lich lie­ber im gemüt­li­chen Mannschaftswagen geblie­ben wären 😀
      Die wie immer höchst akti­ve Gegendemonstrantinnenszene (in der Zeitung hetzt man ger­ne, aber Gesicht zu zei­gen wenn "der aso­zia­le Mob mar­schiert" ist halt was ande­res) bestand aus ein paar ver­ein­zel­ten Guckerinnen und einem Herrn, dem nach einem hal­ben Dutzend Pfiffen die Trillerpfeife ver­sag­te. Nächstes Mal neh­me ich eine Ersatzpfeife mit, der wirk­te so trau­rig und verloren…

      1. @Rocku o’Roll: Auch hier in Charlottenburg ent­spannt und fröh­lich. Die Polizei hielt sich zurück, des­halb blieb es aus­ge­spro­chen fried­lich. Abstand wur­de gehal­ten, wo es sich ergab, aber nicht krampf­haft. Masken hielt nie­mand für nötig. Irgendwann kamen Gesänge auf und Sprechchöre. Null Pöbeleien oder GegendemonstrantInnen.

  2. Eine Nachricht auf ndr Info zu Omikron vom Verband der lei­ten­den Krankenhausärzte Deutschlands, die mich gestern
    posi­tiv über­rascht hat:

    "Omikron: Chance auf Klinik-Entlastung?
    Klinikärzte haben sich mit Blick auf die Omikron-Variante vor­sich­tig opti­mis­tisch geäu­ßert. Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands ver­weist auf die bis­he­ri­gen Erkenntnisse aus ande­ren Ländern, in denen sich Omikron schon stark aus­ge­brei­tet hat. Verbands-Präsident Weber sag­te der "Welt am Sonntag", die Lage in Südafrika, Großbritannien und Dänemark stim­me zuver­sicht­lich. Dort ver­lie­fen die Infektionen über­wie­gend mild. Sollte das auch in Deutschland so sein, wäre das Virus kei­ne rele­van­te Bedrohung mehr für das Gesundheitssystem, so Weber. Etwas zurück­hal­ten­der äußer­ten sich meh­re­re Virologen. Sie ver­wei­sen dar­auf, dass sich durch die schnel­le­re Ausbreitung auch schwe­re Verläufe häu­fen könn­ten. | 02.01.2022 19:00 Uhr"

    https://​www​.ndr​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​i​n​f​o​/​m​e​l​d​u​n​g​e​n​/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​3​1​3​_​c​o​n​-​2​2​x​0​1​x​0​2​x​1​9​y​0​0​.​h​tml

    1. Sei nicht naiv @Emma.

      Omikron, mil­der Verlauf, na und? Das erzählt man uns heu­te. Morgen gibt es wie­der eine neue Mutation. Und natür­lich auch neue Impfstoffe.

      Alles klar!?

      1. @ Erfurt: Zustimmung. Die Politik hat den "Point of no Return" längst hin­ter sich gelas­sen. Gegenwärtiges Pandemiehandeln hat ein­zig und allein den Zweck, ver­gan­ge­nes Pandemiehandeln zu recht­fer­ti­gen. Das Ganze wird ent­we­der a) von der Bevölkerung beendet
        oder b) end­los weitergehen.

  3. Die Kampagne über­zeugt mich noch nicht so rich­tig. Ich war­te mal noch ab, viel­leicht nehm ich die fünf­te oder sechste.

    1. Wodarg hat doch schon ganz zu Anfang dar­auf hin­ge­wie­sen, dass bei jedem grip­pa­len Infekt oder einer Grippe meis­tens ein gan­zer Virencocktail betei­ligt ist.

  4. All die­je­ni­gen, ob Wissenschaftler, Politiker oder öffent­li­che Medien.
    Es wird sehr still wer­den für die­je­ni­gen, die Wirklichkeit wei­ter­hin zu ver­leug­nen: ein Virus will leben, über­le­ben, des­we­gen mutiert es so lan­ge, bis der Wirt, in die­sem Fall der Mensch, nicht mehr stirbt und das Virus, eine begrenz­te Zeit, gemüt­lich in sei­nem Wirt wei­ter­le­ben kann.
    Omikron, die letz­te Mutante, covid-19 hat sein Ziel erreicht.

    Es kom­me nächs­ten Winter wie­der, nicht um zu töten, jedoch füh­len wirst du mich.

  5. Hier in Düsseldorf gab es letz­te Woche fast an jedem Tag eine Möglichkeit zu lau­fen. Das sind übri­gens alles ange­mel­de­te Demos, die mit der Versammlungsbehörde abge­stimmt sind. Ich kann nicht sagen, war­um NRW bzw. Düsseldorf das Versammlungsrecht noch so hoch hält, denn aus der Politik kom­men auch hier genau­so aggres­si­ve Reaktionen wie man sie aus ande­ren Bundesländern schon kennt, aber es ist ein Fakt. Man kann hier recht ent­spannt Demo machen.

    Dauertermine sind immer: Samstags 15 Uhr und Montags 18 Uhr. Letzten Samstag waren laut Polizei 6500 Teilnehmer dabei, Montags sind es meist weni­ger, aber den­noch ein ordent­li­cher Trupp. Die Stimmung ist äußerst posi­tiv und die Polizei sehr zurück­hal­tend. Am Samstag galt ab 750 Teilnehmern Maskenpflicht. Diese wur­de teils teils umge­setzt, aber die Eingriffe der Polizei waren eher nur stichprobenartig.

    Wer sich das mal bebil­dert anschau­en will, der kann sich die­se Zeitrafferaufnahme vom gesam­ten Zug vom 1.1.2022 geben:
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​g​0​x​1​P​h​T​o​Zdw

  6. @Erfurt und Tricouleur:
    Natürlich geht das Ganze so wei­ter, wenn wir es nicht selbst beenden! 

    Das Senden die­ser Nachricht auch in den Kurznachrichten hat mich den­noch überrascht.
    Da sonst nur das Narrativ stüt­zend berich­tet wird und am sel­ben Tag zudem noch ein kri­ti­scher Kommentar zu den erneu­ten Verschärfungen der Corona-Regeln in SH trotz ent­spann­ter C‑Situation im Land (Hospitalisierungsinzidenz) beim sonst lini­en­treu­en ndr zu lesen war, könn­te die­ses dar­auf hin­wei­sen, dass sich doch lang­sam ers­te Risse im Machtgefüge zeigen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.