Wie war das noch… mit der RKI-Studie zur Verbreitung der Coronavirus-Infektion? (II)

Zu die­sem Thema wur­de hier bereits am 18.7. berich­tet. Am 20.5. infor­mier­te der SWR so:

»Die Corona-Lage scheint eini­ger­ma­ßen im Griff. Doch die Behörden war­nen: Eine zwei­te Krankheitswelle könn­te noch kom­men. Um dafür gerüs­tet zu sein, star­te­te das Robert-Koch-Institut eine Studie…«

Danach habe das RKI auf einer Pressekonferenz vom 19.5. ers­te Ergebnisse "in rund sechs Wochen" ange­kün­digt. Inzwischen sind 18 Wochen ver­gan­gen. Belastbare Ergebnisse wur­den noch nicht bekannt. Einem aktu­el­len Studienprotokoll vom 1.9. ist zu ent­neh­men, daß Gegen-Checks zum "unver­meid­ba­ren gewis­sen Anteil falsch posi­ti­ver Testergebnisse" im Rahmen der Studie vor­ge­nom­men wer­den. Dieses Verfahren wird bei der Bekanntgabe der RKI-Fallzahlen jedoch nicht angewandt.

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Wem die Staatshilfe nicht nutzt

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sprach von einer "sehr, sehr guten Lösung", als er Ende Mai das Milliarden-Hilfspaket für die Lufthansa schnür­te. Die MitarbeiterInnen hat­te er dabei nicht im Sinn. Im Gegenteil hat­te er Forderungen zurück­ge­wie­sen, die Staatshilfe an Arbeitsplatzsicherung zu knüp­fen. Aktuell ist aus der FAZ zu erfahren:

»2.000 Vollzeitstellen abbau­en, 100 Flugzeuge absto­ßen – die bekann­ten Einschnitte für die Deutsche Lufthansa haben schon gewal­tig geklun­gen. Doch auf einer inter­nen Online-Mitarbeiterveranstaltung hat der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr am Dienstag geäu­ßert, dass die­se Schritte nicht rei­chen dürf­ten, um den Konzern nach der Corona-Pandemie gene­sen zu las­sen. Das wird in Unternehmenskreisen berichtet.

Vor den nächs­ten Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat in der kom­men­den Woche zeich­net sich nun ab, dass eini­ge tau­send Posten mehr weg­fal­len und rund 30 wei­te­re Flugzeuge aus der Flotte ver­schwin­den könn­ten.« „Wem die Staatshilfe nicht nutzt“ weiterlesen

Noch einmal: Bill Gates ist kein Verschwörer

Im Juni wur­de hier berich­tet, daß die Charité im März die­ses Jahres von der Bill & Melinda Gates Stiftung 249.550 $ zu dem Zweck der "Entwicklung von Diagnose- und Virologietools, um eine schnel­le Reaktion auf das neu­ar­ti­ge Coronavirus 2019 zu ermög­li­chen" erhielt.

Einen Monat zuvor spen­de­te die Stiftung 900.000 $ an die Swiss Agency for Therapeutic Products. Sie ist als öffent­lich-recht­li­che Anstalt die Zulassungsbehörde der Schweiz für neue Arzneimittel. Der ange­ge­be­ne Zweck der Spende bestand dar­in, "Fachwissen und Know-how zum Aufbau von Kapazitäten im kon­ti­nen­ta­len Rahmen, von regio­na­len Wirtschaftsgemeinschaften und von natio­na­len Regulierungsbehörden in Afrika bei­zu­tra­gen" ("to con­tri­bu­te exper­ti­se and know-how in buil­ding the capa­ci­ty of con­ti­nen­tal frame­works, RECs and NRAs in Africa"). Näheres sie­he hier.

Die Stiftung ist betei­ligt an dem deut­schen Unternehmen Biontech (s. Biontech: Milliardär mit Impstoffen und Wer ist Biontech?). Sie koope­riert mit dem Hamburger Biotechnologieunternehmen EVOTEC.

Bill Gates ist kein Verschwörer. Es lohnt aber zu lesen, was 2017 Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung ("Die grü­ne poli­ti­sche Stiftung"), über ihn schrieb.

Charité setzt Streikbrecher ein

So lau­tet der Vorwurf der Gewerkschaft ver.di. Es geht um den Streik der MitarbeiterInnen der Charité-Tochter CFM. Dazu schreibt die Morgenpost:

»Bei einer Demonstration von der Charité bis zum Roten Rathaus in Mitte for­der­ten Beschäftigte der Charité-Tochter CFM den Senat auf, im Arbeitskampf Verantwortung zu über­neh­men. Allein im August war der Mittwoch der ach­te Warnstreiktag.

Verdi wirft dem Management Einsatz von Streikbrechern vor
Die Gewerkschaft Verdi wirft der Arbeitgeberseite vor, den Konflikt bewusst zu eska­lie­ren. Beschäftigte wür­den durch Anrufe zu Hause von Vorgesetzten unter Druck gesetzt, so der Streikleiter Marco Pavlik. Zudem habe die Geschäftsführung der Charité Facility Management zuletzt ver­schie­de­ne Dienstleistungen fremd ver­ge­ben, so im Wirtschaftsverkehr und bei Apothekenaufgaben.

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Charité erteilt WissenschaftlerInnen Maulkorb

»Die Spitze der Charité möch­te ver­hin­dern, dass Einzelmeinungen von Wissenschaftlern zur Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit als Meinung oder Einschätzung der Universitätsklinik ins­ge­samt ver­stan­den wer­den. Der Dekan der Fakultät Axel Pries hat die Forscher auf­ge­for­dert, sich mit öffent­li­chen Äußerungen mit dem Vorstand abzustimmen.

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Zwei Gesichter der Charité

Mit Blaulicht und unter Polizeischutz wird ein Staatsgast, der kei­ner ist, aber so behan­delt wird, in die Charité gebracht und dort mus­ter­gül­tig ver­sorgt. Ein wirk­sa­me­res Bild zum Aufhübschen des skan­dal­ge­schüt­tel­ten Unikranken­hauses ist kaum vor­stell­bar. In allen Medien war das über meh­re­re Tage die Spitzenmeldung.

Keine Zeile wert hin­ge­gen war fast allen, daß Beschäftigte der Charité Facility Management (CFM) sich gezwun­gen sahen, in den Streik zu treten.

Eine sel­te­ne Ausnahme ist die Tageszeitung "jun­ge Welt", die heu­te ein Interview mit Mitgliedern der Tarifkommission von ver.di führt. Dort ist zu lesen:

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Diss & das

Wie wohl die Kurse bei bri­ti­schen Buchmachern stün­den, wenn es um die Frage gin­ge, ob Franziska Giffey oder Christian Drosten eher den Doktortitel verliert?

Dabei sind die Ausgangsbedingungen für Giffey deut­lich bes­ser. Sie hat nach­weis­lich pla­gi­iert und sie hat poli­ti­sche Gegner. Bei Drostens Dissertation stimmt zwar vor­ne und hin­ten nichts, aber noch traut sich nie­mand in den (poli­ti­schen) Clinch mit ihm.

Erst Anfang August war bekannt gewor­den, daß die Handhabung der Prüfung von Giffeys Dissertation durch die FU Berlin ille­gal war. Zur Erinnerung:

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Was C. Drosten und die Goethe-Universität wissen konnten

Bekanntlich ver­tritt die Goethe-Universität zwei Versionen zur Promotion von Christian Drosten. Einerseits stellt sie inzwi­schen eine 122-sei­ti­ge Monographie als sol­che zur Verfügung, ande­rer­seits spricht sie von ihr als einer Publikation in drei Fachaufsätzen. In bei­den Fällen ist zu bezwei­feln, ob der Text gel­ten­den Richtlinien ent­spro­chen hat.

Die Charité, die neben ande­ren und noch grö­ße­ren Skandalen oft­mals gebeu­telt wur­de mit Plagiatsfällen bei ihren Dissertationen (s. z. B. hier), stellt des­halb inzwi­schen die fol­gen­den drin­gen­den Ratschläge zur Verfügung:

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C. Drostens wundersamer Weg auf die Lehrstühle der Charité

Christian Drosten ist auf unge­wöhn­li­chen Wegen an eine Professur der Berliner Charité gelangt. Dazu gehö­ren fol­gen­de Sachverhalte:

    1. eine Doktorarbeit von 2001, die sehr vie­le Fragen aufwirft
    2. der Verzicht auf eine Habilitation bei der Berufung
    3. der Umstand, daß die Professur einem Institut zuge­hö­rig ist, das von der Milliardärsfamilie Quandt initi­iert und ali­men­tiert wird.

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Drosten-Dissertation nur Ersatzthema?

Die wich­tigs­ten Einwände gegen das Herumreiten auf der Doktorarbeit von Christian Drosten lauten:

    • Es han­delt sich um ein Ersatzthema.
    • Bei einer deut­schen Universität sind Manipulationen nicht vorstellbar.
    • Eine Dissertation bei MedizinerInnen ist ohne­hin belanglos.

Beginnen wir mit dem zwei­ten Punkt und erin­nern uns an die Plagiatsfälle Guttenberg, Koch-Mehrin, Steffel oder Schavan. Den Damen und Herren wur­de der Doktorgrad aberkannt. Frau von der Leyen ent­ging dem, weil die Hochschule bei den Plagiaten kei­ne Täuschungsabsicht erken­nen wollte.

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