"Zwei bis drei haben sich schon impfen lassen"

Wenn der Spiegel-Artikel "Seniorin über das Leben in der Pandemie: »Gegen Impfgegner hilft nur Sarkasmus«" vom 26.1. Werbung für's Impfgeschäft machen woll­te, war das ver­mut­lich nichts. Das elen­de Leben alter Menschen unter Lockdown-Bedingungen über­wiegt in der Darstellung. In einem Interview mit der 72-jäh­ri­gen Leiterin eines Hamburger Seniorentreffs ist zu lesen:

"Annegret Ptach: … Ich habe ein sehr son­ni­ges Gemüt, aber jetzt bin selbst ich genervt. Hier ist über­haupt nichts mehr los. Diese gan­ze gedrück­te Stimmung, der Lockdown, die Unsicherheiten, das darf ger­ne bald vor­bei sein.

SPIEGEL: Was machen Sie tagsüber?

Ptach: Obwohl unser Seniorentreff seit Wochen kom­plett zu hat, gehe ich trotz­dem hin. Dreimal die Woche für zwei bis drei Stunden. Ich tref­fe dort höchs­tens eine ande­re Person, eine wei­te­re Awo-Mitarbeiterin. Wir räu­men auf, unter­hal­ten uns auch mal, aber tele­fo­nie­ren vor allem viel.

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"Hier abzukürzen, kann extrem gefährlich sein"

»Liegen die Ergebnisse aller Studien vor, prü­fen die Zulassungsbehörden – in der EU etwa die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA, in den USA die U.S. Food and Drug Administration FDA – alle Resultate und ertei­len im Idealfall die Zulassung. Die Massenproduktion des Impfstoffes kann beginnen.

In der Summe dau­ern die kli­ni­schen Studien meh­re­re Monate bis meh­re­re Jahre. Hier abzu­kür­zen, kann extrem gefähr­lich sein; etwa wenn eine gefähr­li­che Nebenwirkung über­se­hen wird, weil sie erst nach Monaten auf­tritt oder sehr sel­ten ist und daher erst bei tau­send­fa­cher Anwendung beob­ach­tet wird.«

So beschrieb im April die "Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V." ein bekann­tes Problem. Sie zitiert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), als Roß, aber auch den Reiter:

»Ugur Sahin von BioNTech ist sich aller­dings sicher, dass es zu einem beschleu­nig­ten Zulassungsverfahren kom­men wird. „Die Frage ist nicht, ob das geschieht, son­dern wie“, sagt er. «

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Wie war das noch… mit dem Curevac-Impfstoff? Und dem von Sanofi und Glaxo Smith Kline?

Lieferschwierigkeiten gibt es bei allen zuge­las­se­nen und geplan­ten Impfstoffen. Von ande­ren Herstellern, mit denen bereits Verträge geschlos­sen wur­den und die z.T. erheb­li­che Subventionen erhiel­ten, ist nichts mehr zu hören. Im August war auf sueddeutsche.de zu lesen:

»Die Europäische Union [hat] inzwi­schen meh­re­re Verträge mit Impfstoffherstellern abge­schlos­sen: Neben einem Vertrag mit Sanofi und Glaxo Smith Kline über ein noch voll­stän­dig expe­ri­men­tel­les Vakzin exis­tiert bereits ein Übereinkommen mit dem Pharmahersteller Astra Zeneca über 300 Millionen Dosen eines Impfstoffs der University of Oxford.«

Im November fei­er­te sich der Gründer von CureVac als Entdecker der mRNA-Methode und rühm­te sich der Unterstützung von Bill Gates (s. CureVac und das Geschäft mit dem mRNA-Impfstoff). Im Juni hat­ten Mehrheitseigner Dietmar Hopp und der Wirtschaftsminister ver­ein­bart, daß der Bund mit 300 Millionen Euro in das Unternehmen ein­steigt (unbe­dingt lesens­wert: Impfstoff: 300 Millionen als "finan­zi­el­le Sicherheit" für Multimilliardär Hopp). 

Im November kauf­te die EU für einen unbe­kann­ten Preis etwas, von dem bis heu­te nicht bekannt ist, ob es jemals gelie­fert wird: EU bestellt 405 Millionen Dosen Impfstoff bei Curevac.
Update: Mehrere LeserInnen haben bemerkt:

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Vortests an Tieren: Keine Hinweise, daß Schwangere oder Ungeborene durch die Impfung gefährdet sein könnten

Der die­se Botschaft ver­brei­tet, darf sich beim SRF Schweizer Radio und Fernsehen "Wissenschaftsredakteur" nen­nen. In einem Beitrag "Kampf gegen das Coronavirus-Ist eine Impfung wäh­rend der Schwangerschaft ris­kant?" erklärt er am 25.1.:

»Thomas Häusler: Ich den­ke, wich­tig ist, dass Betroffene Risiken mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt bespre­chen. Grundsätzlich gilt: Die gros­sen, kli­ni­schen Tests haben zwar Schwangere von Impfungen aus­ge­schlos­sen, es gibt aber eine Reihe Vortests an Tieren, die kei­ne Hinweise auf­ge­zeigt haben, dass Schwangere oder Ungeborene durch die Impfung gefähr­det sein könn­ten. Das ist die Grundlage für die Entscheidung für die Empfehlung. Andere Fachgesellschaften, wie bei­spiels­wei­se die ame­ri­ka­ni­sche Seuchenbehörde CDC, hand­habt das ähnlich.

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Interessantes von Genom-Professor, z.B. über jährliche COVID-19-Schutzimpfungen 

Auf heise.de ist am 25.1. Aufschlußreiches zu erfahren:

»… Telepolis nahm die Diskussion um die deut­sche Verspätung bei der Genomsequenzierung des Coronavirus zum Anlass Prof. Dr. Peter Nürnberg, dem Gründungsdirektor des Cologne Center for Genomics, zu die­sem Themenfeld zu interviewen…

Peter Nürnberg: Im UK ist die Gesundheitsversorgung im National Health Service (NHS) zen­tral vom Staat orga­ni­siert, wäh­rend Deutschland auf ein föde­ra­les und mehr pri­vat­wirt­schaft­lich agie­ren­des System setzt. Dabei besteht das Risiko, dass jeweils eige­ne Systematiken ent­wi­ckelt wer­den, die sogar zuein­an­der soweit inkom­pa­ti­bel sein könn­ten, dass sie ein­zeln abge­gli­chen wer­den müssen.«

Das dürf­te nicht nur auf die Forschung zutref­fen, son­dern eben­so auf die Standards bei den PCR-Tests.

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Hunderttausende Pflegekräfte "illegal"

Eine sol­che Meldung gibt es den Medien wohl nur, wenn es dar­um geht, Stimmung für die Impfung zu machen, wie hier auf t‑online.de in einem Beitrag vom 25.1. mit der Überschrift "Diese Menschen wur­den beim Impfplan vergessen".

»700.000 Pflegekräfte aus Osteuropa
Pflegekräfte, die in ambu­lan­ten oder sta­tio­nä­ren Pflegediensten arbei­ten, haben die höchs­te Priorität bei der Impfstoffvergabe. Sie kön­nen sich schon jetzt imp­fen las­sen. Nicht berück­sich­tigt wer­den hin­ge­gen pri­va­te Pflegekräfte. Doch es gibt ein Schlupfloch: Zu den Personen der zwei­ten Kategorie, und damit von hoher Priorität, zählt "eine enge Kontaktperson". Wird die pri­va­te Pflegeperson also von der zu pfle­gen­den Person als ein­zi­ge "enge Kontaktperson" aus­er­ko­ren, steht die­ser eine Impfung zu – wenn sie bei einer deut­schen Krankenversicherung ver­si­chert ist. "Die meis­ten Pflegekräfte aus Mittel- und Osteuropa erfül­len die­se Anforderung nicht. Und das ist ein Problem", sag­te Frederic Seebohm, Vorsorgeanwalt und Geschäftsführer des Verbands für häus­li­che Betreuung und Pflege e.V. (VHBP), der "Deutschen Welle". Viele Pflegekräfte sei­en in ihren Heimatländern versichert.

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