Fragen, Spekulationen, keine Antworten

Stefan Huth, Chefredakteur der jun­gen Welt, ver­sucht heu­te auf einer Doppelseite der Zeitung eine poli­ti­sche Einordnung der Corona-Debatte.

"Die durch das neu­ar­ti­ge Virus SARS-CoV‑2 ­dyna­mi­sier­te welt­wei­te Entwicklung ist im Begriff, eine his­to­ri­sche Zeitenwende ein­zu­lei­ten. Es spricht vie­les dafür, dass die Volksrepublik China gestärkt aus der Coronakrise her­vor­ge­hen wird und bereits deut­lich frü­her als erwar­tet die Vereinigten Staaten von Platz eins der öko­no­mi­schen Weltspitze ver­drän­gen könn­te. Bei Strafe ihrer eige­nen Schwächung wer­den die Staaten der EU ihre trans­at­lan­ti­schen Bindungen lockern und sich künf­tig stär­ker gen Osten ori­en­tie­ren müssen…
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Tagesspiegel kämpft mit Rechtsaußen gegen Rechte

Heute beglückt uns der Tagesspiegel so:

»In Politik und Sicherheitsbehörden wächst die Sorge über den wach­sen­den Zulauf für Verschwörungstheoretiker in der Coronakrise. "Wir soll­ten das auf kei­nen Fall unter­schät­zen", sag­te Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Sonntag dem Tagesspiegel. Die Propaganda gegen die staat­li­chen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie "wird auch von bür­ger­li­chen Leuten ver­tre­ten, zum Teil mit krank­haf­ten Zügen". Das wer­de von Rechtsextremisten und Reichsbürgern genutzt.

Stahlknecht mahn­te, die Politik müs­se stär­ker gegen­hal­ten "und strin­gen­ter argu­men­tie­ren". Die Glaubwürdigkeit lei­de, "wenn es einen Wettbewerb der Lockerungen gibt, obwohl sich das Virus kei­nes­wegs abge­schwächt hat".«

Lediglich amü­sant am Rande: Bis jetzt (20.5. 23:25) führt der im Artikel genann­te Link wie­der ein­mal hierhin:

Pikanter hin­ge­gen ist, daß der Tagesspiegel sich seit Tagen als Hüter der Demokratie vor rechts unter­wan­der­ten Corona-Demos auf­spielt. Und nun prä­sen­tiert er uns einen Rechtsaußen der Union als Warner. „Tagesspiegel kämpft mit Rechtsaußen gegen Rechte“ weiterlesen

Wie Medien Verschwörungstheoretiker päppeln

Der Tagesspiegel mel­det heu­te (s.a. spiegel.de):

'Referent des Bundesinnenministerium argu­men­tiert wie Coronaleugner

Unterdessen hat das Bundesinnenministerium das kri­ti­sche Papier eines Mitarbeiters zum Krisenmanagement der Regierung als „Privatmeinung“ bezeich­net. Der Referent hat­te sich in dem 80-sei­ti­gen Schreiben ähn­lich geäu­ßert wie Coronaleugner. Den Umgang mit dem Virus nann­te er einen „glo­ba­len Fehlalarm“, die Gefahr sei nicht grö­ßer als die vie­ler ande­rer Viren.

Das Papier ver­brei­te­te der Referent mit dem Briefkopf des Innenministeriums. Das sei nicht akzep­ta­bel, teil­te das Ministerium am Sonntag mit. Der Mann wur­de von sei­nen Dienstpflichten entbunden.'

Wir erfah­ren kein Wort zur Argumentation des Kritikers. Statt des­sen prä­sen­tiert das Blatt (erneut) die­se Drohung:

Wozu führt das? Erstens dazu, daß das Papier aus­schließ­lich auf einer kon­ser­va­ti­ven bis rechts­po­pu­lis­ti­schen Plattform zu lesen ist. Und zwei­tens ver­stärkt es das Mißtrauen vie­ler Menschen in die Regierenden und die Medien. So wer­den Verschwörungstheoretiker gestärkt, auf daß man anschlie­ßend auf sie ein­hau­en kann.