Ungeimpft: „Ich bin jetzt eine von den Bösen“

»„Wir las­sen uns nicht gegen­ein­an­der auf­het­zen, wir hal­ten zusam­men“: Unse­re Autorin ist unge­impft, ihre Schwes­ter geimpft.«

Das ist zu lesen am 7.12. auf ber​li​ner​-zei​tung​.de. Die Redak­ti­on hält es für erfor­der­lich, ver­meint­lich kor­ri­gie­rend einzugreifen:

»Wir haben unter­schied­li­che Ängs­te in die­sen Zei­ten, mei­ne Schwes­ter und ich. Sie hat Angst vor dem Virus, ich vor der Imp­fung. Mei­ne Schwes­ter ist inzwi­schen drei­mal geimpft, ich kein­mal. Im ers­ten Lock­down füh­len wir uns bei­de wie gelähmt. Ich bin ent­setzt über die Här­te der Maß­nah­men. Ich den­ke, wenn ich jetzt alt wäre, wovor soll­te ich mich mehr fürch­ten, vor dem Virus oder der Iso­la­ti­on? Bei­des kann töten.

Mei­ne Schwes­ter hat gro­ße Angst, am Virus zu ster­ben. Sie ist sicher, dass sie eine Anste­ckung nicht über­le­ben wird. Sie kann nicht ver­ste­hen, war­um ich die­se Angst nicht habe. Wenn wir dar­über spre­chen, spü­re ich eine Distanz zwi­schen uns. Klein, aber spürbar.

Ich bekomme Angst um meine Schwester

Ich besu­che mei­ne Schwes­ter. Wir ste­hen unsi­cher vor­ein­an­der. Wir sind bei­de ganz gesund. Ich sage: „Bes­ser nicht umar­men, oder?“ Sie über­legt einen Moment und brei­tet dann ihre Arme aus. Wir hal­ten uns fest. Ein­mal sagt mei­ne Schwes­ter: „Manch­mal wünsch­te ich, das Virus wür­de mich end­lich erwi­schen. Dann müss­te ich mich nicht mehr die gan­ze Zeit fürch­ten. Dann wäre end­lich Ruhe.“ Angst ist anstren­gend. Angst macht müde. Und ich bekom­me Angst um mei­ne Schwes­ter. Sie arbei­tet in einer Ber­li­ner Arzt­pra­xis, dort ist es immer über­füllt. Kein Home­of­fice mög­lich. Zuerst eine Flut von Men­schen, die sich tes­ten las­sen wol­len. Dann zusätz­lich eine Flut von Men­schen, die sich imp­fen las­sen wollen.

Mei­ne Schwes­ter ist sehr pflicht­be­wusst. Trotz ihrer Angst arbei­tet sie immer wei­ter. Mei­ne Schwes­ter sagt: „Qua­ran­tä­ne fän­de ich nicht schlimm. Ich könn­te mich mal aus­ru­hen.“ Für mich ist Qua­ran­tä­ne eine schreck­li­che Vor­stel­lung. Ich weiß nicht, wie ich das psy­chisch schaf­fen soll, ein­ge­sperrt zu sein.

Ich lese über die neu­en Impf­stof­fe. Ver­su­che, mich zu ori­en­tie­ren. „Die Impf­stof­fe sind sicher“, sagt Herr Spahn. Vie­le Men­schen ver­tra­gen sie gut. Dann lese ich von einer Kran­ken­schwes­ter, die nach der Imp­fung mit Astra­Ze­ne­ca an Hirn­ve­nen­throm­bo­se stirbt. Eine Psy­cho­lo­gin wird von ihrer Mut­ter tot auf­ge­fun­den. „Das sind sehr sel­te­ne Fäl­le“, lese ich. Den ent­spre­chen­den Impf­stoff sol­len jetzt nur noch Älte­re bekom­men. (Anmer­kung der Redak­ti­on: Der Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca wird nach Bekannt­wer­den die­ser Neben­wir­kun­gen nicht mehr an Men­schen unter 60 Jah­ren geimpft.)

Ich weiß nicht, was richtig für mich ist

Ich höre von ande­ren Men­schen in mei­nem Umfeld, die die Imp­fung nicht gut ver­tra­gen. Man­che berich­ten von Schüt­tel­frost und rasen­den Kopf­schmer­zen. „Das sind harm­lo­se Neben­wir­kun­gen. Sie zei­gen, dass der Kör­per gut auf den Impf­stoff anspricht“, lese ich. Ich lese und lese. Und weiß nicht, was rich­tig für mich ist.

Mei­ne Schwes­ter ist jetzt geimpft und erleich­tert dar­über. Sie hat die Imp­fung gut ver­tra­gen. Dar­über bin ich sehr froh. Ich lese in der Reso­lu­ti­on des Euro­pa­ra­tes. Da steht, dass nie­mand poli­tisch, sozi­al oder ander­wei­tig unter Druck gesetzt wer­den soll, sich imp­fen zu las­sen. Dass nie­mand dis­kri­mi­niert wer­den darf wegen Sich-nicht-imp­fen-Las­sen. Eine Kol­le­gin schreibt mir, dass sie im Kran­ken­haus ist. Sie hat eine dop­pel­sei­ti­ge Gesichts­läh­mung und star­ke Schmer­zen nach der Imp­fung. (Gesichts­läh­mun­gen sind extrem sel­te­ne Neben­wir­kun­gen von Imp­fun­gen. d. Red.) Sie ist meh­re­re Wochen arbeits­un­fä­hig. Ich bin schockiert.

Ich weiß jetzt: Ich bin nicht bereit, die­se Risi­ken auf mich zu neh­men. Wer kann mir garan­tie­ren, dass alles gut geht? Ich lese von abge­bau­ten Inten­siv­bet­ten und Kran­ken­haus­schlie­ßun­gen. Von Pfle­ge­per­so­nal, das zwi­schen den Wel­len mit letz­ter Kraft strei­ken muss, um bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen zu bekom­men. Ich gehe zur Kund­ge­bung der Ber­li­ner Kran­ken­haus­be­we­gung am Roten Rat­haus. Höre flam­men­de Apel­le der Men­schen, die in Ber­li­ner Kli­ni­ken schuf­ten. Ich bin wütend. Ich fra­ge mich: Wie kann das alles zusammenpassen?

Mei­ne Schwes­ter und ich, wir tele­fo­nie­ren, tref­fen uns wei­ter. Das brau­chen wir bei­de. Das machen wir seit Jah­ren so. Die Distanz zwi­schen uns ver­schwin­det wie­der. Wir spre­chen viel über das Virus und über die Maß­nah­men. Wir haben wei­ter­hin unter­schied­li­che Ängs­te und Wahr­neh­mun­gen. Manch­mal schwei­gen wir rat­los und bedrückt. Dann sto­ßen wir mit­ein­an­der an.

Meine Schwester ist empört, als Ungeimpfte für die Tests zahlen sollen

Nie hat mei­ne Schwes­ter ver­sucht, mich zur Imp­fung zu über­re­den. Sie sagt, das müs­se jeder Mensch für sich ent­schei­den dür­fen. Sie akzep­tiert mei­ne Sor­gen und redet sie nicht klein. Ich bin froh, dass sie nach ihrer Imp­fung etwas leich­ter durchs Leben geht. Sie ist soli­da­risch mit mir. Sie ist empört, als unge­impf­te Men­schen für die Tests zah­len sol­len. Vor dem Virus lieb­te mei­ne Schwes­ter es, ins Kino oder Muse­um zu gehen. Sie sagt: „Ich bin viel zu müde. Ich schaf­fe das gar nicht. Ich habe auch gar kei­ne Lust mehr.“ Ich kann das gut ver­ste­hen. Mir geht es ähnlich.

Der Hirn­for­scher Gerald Hüt­her hat das schon im ers­ten Lock­down erklärt: Wenn uns etwas genom­men wird, das wir ger­ne machen, dann ver­schwin­det das Bedürf­nis danach mit der Zeit. Das ist eine Anpas­sungs­leis­tung des Gehirns, um den Schmerz über das unter­drück­te Bedürf­nis zu bewäl­ti­gen. Ich will nicht glau­ben, dass er recht hat. Mein liebs­tes Hob­by, das ich jetzt schon so lan­ge nicht mehr aus­üben darf, das wer­de ich doch wohl immer vermissen.

Es stimmt nicht. Wenn ich in mich hin­ein­hor­che, spü­re ich inzwi­schen Gleich­gül­tig­keit. Ich sage zu mei­ner Schwes­ter: „Lass uns trotz­dem ins Kino gehen. Jetzt darf ich noch mit Test rein.“ Wir gehen nicht ins Kino. Dann kommt 2G. Dann der Auf­ruf von Dilek Kalay­ci, sich von Unge­impf­ten fern­zu­hal­ten. Und wie­der über­flu­tet mich Angst. Was kommt als Nächstes?

Ich hal­te mich an die Vor­schrif­ten. Ich tes­te mich regel­mä­ßig, zur­zeit nahe­zu täg­lich. Ich hor­che stän­dig auf mei­nen Kör­per, fahn­de nach mög­li­chen Sym­pto­men. Ich wasche und des­in­fi­zie­re mei­ne Hän­de regel­mä­ßig. Ich tra­ge Mas­ke. Ich den­ke: Bin ich wirk­lich eine grö­ße­re Gefahr als die Geimpf­ten? Die sich dicht gedrängt in schlecht gelüf­te­ten Restau­rants und Clubs tref­fen dürfen?

Zum ersten Mal in meinem Leben empfinde ich den Staat, in dem ich lebe, als Bedrohung

Ich lese, dass Throm­bo­sen oder Embo­lien mög­lich sind. (Sie­he Anmer­kung der Redak­ti­on zu Astra­Ze­ne­ca oben) Dass die Imp­fung nicht so lan­ge wirkt wie erhofft. Und ich lese, dass die Virus­last bei Geimpf­ten genau­so hoch sein kann wie bei Unge­impf­ten. (In den meis­ten Fäl­len ist nach dem aktu­el­len Stand der Wis­sen­schaft die Virus­last bei Geimpf­ten gerin­ger. d. Red.) Micha­el Mül­ler sagt, Men­schen wie ich sind ego­is­tisch und gleich­gül­tig. Ich ver­ste­he nicht, wie er das meint. Ich darf nicht mehr an Kul­tur teil­ha­ben, nicht mehr ins Restau­rant, mei­nen Sport nicht mehr aus­üben. Ich bedie­ne ein Feind­bild. Ich bin jetzt eine von den Bösen. Viel­leicht denkt Herr Mül­ler, dass mir das Spaß macht und dass ich des­halb ego­is­tisch bin. Für mich steht die Welt Kopf. Ich kann in all dem kei­ne Ver­hält­nis­mä­ßig­keit mehr erkennen.

Was ich lan­ge nicht für mög­lich gehal­ten habe, wird wohl wahr wer­den: eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht. Von vie­len her­bei­ge­sehnt und laut­stark gefor­dert. Zum ers­ten Mal in mei­nem Leben emp­fin­de ich den Staat, in dem ich lebe, als Bedro­hung. Doch egal, wie es wei­ter­geht, wir wer­den uns wei­ter tref­fen, mei­ne Schwes­ter und ich. Wir hal­ten zusam­men. Wir las­sen uns nicht gegen­ein­an­der aufhetzen.«

33 Antworten auf „Ungeimpft: „Ich bin jetzt eine von den Bösen““

  1. Apro­pos aufhetzen:
    'Der Vor­sit­zen­de des Welt­ärz­te­bun­des Frank Ulrich Mont­go­me­ry ist für eine här­te­re Gang­art gegen­über Unge­impf­ten: 2G in Bus und Bahn sowie am Arbeits­platz – "ja, so hart ist das!", sagt er im ntv-Inter­view. Auch für Anti-Coro­na-Demons­tran­ten hat der Medi­zi­ner kein Verständnis.
    Ich bin der Mei­nung, es braucht 2G auch noch in wei­te­ren Berei­chen. Bei Bus und Bahn ist natür­lich das Pro­blem, da die Men­schen ja auch zur Arbeit kom­men müs­sen. Aber wenn sie unge­impft auch nicht mehr arbei­ten kön­nen, brau­chen sie auch kei­nen öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr mehr, um dahin zu kom­men. Ja, so hart ist das! Aber wer sich der Ver­nunft ent­zieht und sich nicht imp­fen lässt, der muss auch die Fol­gen sei­nes unver­nünf­ti­gen Han­delns tragen.'
    https://www.n‑tv.de/panorama/Corona-Demonstranten-haben-Schuss-nicht-gehoert-article22982688.html

  2. Inten­siv­pfle­ger Ricar­do Lan­ge im Inter­view: "Wir behan­deln ja auch Gewalt­tä­ter – war­um also eine sol­che Debat­te bei Ungeimpften?"

    "..Mich per­sön­lich belas­tet eher, was momen­tan in der Gesell­schaft los ist. Nach zwei Jah­ren Pan­de­mie müss­te man doch eigent­lich zusam­men­ste­hen, für­ein­an­der da sein. Aber genau das Gegen­teil ist pas­siert. Die Gesell­schaft hat sich der­ma­ßen gespal­ten. Eine hit­zi­ge Debat­te folgt der nächs­ten. Die Geimpf­ten und die Unge­impf­ten wer­fen sich ihre Hal­tung gegen­sei­tig vor und es geht eigent­lich nur noch dar­um, sich gegen­sei­tig fer­tig­zu­ma­chen, statt ein­fach mal gemein­sam an einem Strang zu ziehen .."

    https://​www​.wat​son​.de/​!​7​6​2​5​7​0​010

    https://t.me/bleibtstark/25178

    1. Ergän­zung dazu:

      "Bis­her haben sich die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen mei­ner Bemü­hun­gen für eine bes­se­re Pati­en­ten­ver­sor­gung auf Belei­di­gun­gen beschränkt.
      Nun darf ich in einer Kli­nik nicht mehr arbei­ten, weil ich mich zu medi­en­wirk­sam für die Pfle­ge einsetze.
      Ich bin enttäuscht! "

      https://​twit​ter​.com/​R​i​c​a​r​d​o​L​a​n​g​e​4​/​s​t​a​t​u​s​/​1​4​4​4​2​2​9​6​3​7​3​8​3​5​9​3​985

  3. Immer­hin "leug­nen" die Zensoren/Säzza bei ihren "Anmer­kun­gen" nicht alles.
    Ist aber eher eine pein­li­che "Ver­harm­lo­sung".
    Scheint ein lei­der Pflicht­stan­dard gewor­de­ner "Dis­clai­mer" zum The­ma zu sein – um die Wut beson­ders fana­ti­scher Recht­gläu­bi­ger ein wenig einzuhegen.

  4. Meldung auf
    https://www.antennemuenster.de/artikel/der-antenne-muenster-newsticker-618851.html

    Dienstag, 7. Dezember

    10:45 Uhr: Stadtwerke setzen Verstärkerbusse flexibel ein

    Die Stadtwerke Münster spüren gerade die Auswirkungen der Booster-Impfungen. Denn vermehrt fallen Busfahrer:innen deswegen kurz aus oder müssen in Quarantäne. Dadurch können derzeit nicht mehr alle Zusatzbusse fest eingesetzt werden, die sonst auf mehreren Linien das Netz verstärken. Sie werden stattdessen ab morgen (08.12.) flexibel fahren. Betroffen sind die Linien 5, 12, 13 und N85. Diese Regelung soll bis zum Ende der Weihnachtsferien am 10. Januar gelten, heißt es von den Stadtwerken.

    07:31 Uhr: Impfpflichtgegner-Demo ohne Zwischenfälle

    Die Polizei zieht heute früh Bilanz nach einem Demonstrationszug von Impfpflichtgegner:innen am Abend durch die Innenstadt. Die Demo ist ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen, meldet die Polizei. Insgesamt 200 Teilnehmer:innen zogen dabei durch die Frauenstraße und machten auf dem Schloss- und dem Domplatz auf sich aufmerksam. Auf Plakaten und Transparenten waren Sprüche wie "Gemeinsam für Grundrechte", "Für freie Impfentscheidung" oder "Wir stehen auf gegen die Impfpflicht" zu lesen.
    -- --

    Die Organisatoren selber haben jedoch über 300 Teilnehmer gezählt.
    Auf jeden Fall waren es doppelt so viele wie die Woche zuvor.

    Den Spaziergang - für nicht geimpfte und geimpfte gleichermaßen - findet nun jeden Montag statt: Start 18 Uhr auf dem Domplatz:

    https://t.me/gemeinsamuergrundrechte/621

  5. ie Redak­ti­on hält es für erfor­der­lich, ver­meint­lich kor­ri­gie­rend einzugreifen

    Ein Bück­ling vor der Lan­des­me­di­en­an­stalt, die auf alles ein Auge wirft, was nicht die rich­ti­ge Impf­hal­tung hat?
    Bei RT fin­det man so ein Höf­lings­bu­ckeln eben­falls. Man will wohl nicht die Lizenz ent­zo­gen bekommen.

  6. Beim Radio SWR1 war ges­tern Abend Win­fried Kret­sch­mann zum Gespräch.
    Gesen­det wur­de das aber erst heute.
    Das Video ist also nicht live.
    Des­halb, was in der Zwi­schen­zeit vom SWR1 rausgeschnitten/optimiert wur­de, weiß nur SWR1.

    https://​www​.swr​.de/​s​w​r​1​/​b​w​/​s​w​r​1​l​e​u​t​e​/​w​i​n​f​r​i​e​d​-​k​r​e​t​s​c​h​m​a​n​n​-​1​5​4​.​h​tml
    https://avdlswr‑a.akamaihd.net/swr/swr1/bw/leute-video-podcast/winfried-kretschmann-in-swr1-leute.sm.mp4

    Zwei Punk­te:
    [36:59]
    Mode­ra­tor: Es hat sich ja nun im Lauf vor allem die­ses Jah­res 2021 eine Quer­den­ker Bewe­gung gebil­det. Eine Grup­pe von Men­schen, die gegen die Maß­nah­men des Staa­tes auf die Stra­ße gehen. Haben sie die Hoff­nung, die­se Leu­te irgend­wann wie­der ein­fan­gen zu kön­nen. Also im Sin­ne von mit ihnen ins Gespräch zu kom­men und sie mög­li­cher­wei­se sogar über­zeu­gen zu kön­nen von dem was sie den­ken und dem was sie tun?
    [37:28]
    Kret­sch­mann: Wir dür­fen in einer Demo­kra­tie nie­mals irgend­ei­nen Bür­ger auf­ge­ben. Das dür­fen wir nie. Selbst wenn Leu­te ins Gefäng­nis kom­men, gilt das Reso­zia­li­sie­rungs­prin­zip, selbst Ver­bre­cher ver­su­chen wir wie­der auf den guten Weg zu brin­gen, wer­den wir's ja erst recht mit irgend­wel­chen Quer­den­kern machen. Gelin­gen wird uns das bei vie­len nicht. Aber der Ver­such, immer wie­der jeden Bür­ger in unse­re frei­heit­li­che Ord­nung zu inte­grie­ren, das darf die Poli­tik nie aufgeben. 

    [40:29]
    Mode­ra­tor: Kommt die all­ge­mei­ne Impf­pflicht? Und wenn sie kommt, wann wird sie kommen?
    [40:29]
    Kret­sch­mann: Also ich bin ziem­lich sicher, dass sie kom­men wird. Ich den­ke, sie wird vor Febru­ar kaum mach­bar sein. Aber wenn wir uns dazu ent­schlie­ßen, dann sol­len wir sie auch zügig umset­zen. In die­sem Jahr wird's noch eine Impf­pflicht für die gefähr­de­ten Insti­tu­tio­nen geben, näm­lich Kran­ken­häu­ser, Alten- und Pfle­ge­hei­me und so wei­ter. Ja, die wird schon die­ses Jahr kommen. 

    (Ich habe das gan­ze Video tran­skri­biert. Da es aber viel Text ist, stel­le ich es nicht hier ein.)

    1. @Anton

      Er deu­tet schon mal (ver­nei­nend) die Gleich­set­zung von "Quer­den­kern" und Ver­bre­chern an, will bei­de jedoch nicht aufgeben.
      Wie süß.

      "Impf­skep­ti­ker, die nichts gegen den Staat hät­ten, blie­ben "unse­re Nach­barn und Bürger.

      Uff. Glück gehabt. Noch mal knapp der Depor­ta­ti­on entgangen.

  7. Ich habe den Text einer Freun­din geschickt. Wir hat­ten die Tage lan­ge Gesprä­che. Ihre Angst – mei­ne Angst. Mor­gen ist ihr Boos­ter­ter­min. Ich gön­ne ihn ihr. Viel­leicht lässt ihre Angst wenigs­tens für ein paar Wochen nach. Mei­ne nicht, auch wenn ich mir wegen "gene­sen" gera­de etwas Luft ver­schafft habe. Ihre Ant­wort auf den Text: " Ja, aber wir müs­sen doch jetzt alle an einem Strang zie­hen!" Ich frag mich ehr­lich, an wel­chem und vor allem wohin?

  8. Mei­ne Schwä­ge­rin hat ihren Boos­ter bekom­men – hat Fie­ber, fühlt sich rich­tig schlecht. Ist aber froh, auf­ge­frischt wor­den zu sein – da, mit­ten auf dem Land. Was ist los? Bin ich unsen­si­bel, oder sind die Ande­ren Psychos?

  9. Gesetzt den Fall, daß die­ser Bericht authen­tisch ist (er hört sich
    zumin­dest danach an), ist es doch eigent­lich genau so, wie es ablau­fen soll­te, oder ?
    Ernst­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung, das Benen­nen der eige­nen Ängste
    und kei­ner­lei Diffamierung.
    Wie kann man also nach fast 2 Jah­ren es immer noch gleichgültig
    hin­neh­men bzw. Men­schen ver­trau­en, die wirk­lich die gan­ze Zeit
    über nichts ande­res getan haben, als Panik zu ver­brei­ten und
    Feind­bil­der auf­zu­bau­en und die­se immer wei­ter zu verschärfen ?
    Das will mir ein­fach nicht in den Kopf.
    Wobei die Autorin noch den Vor­teil hat, daß sie mit ihrem Gegen­über dar­über reden (oder auch mal schwei­gen) kann.
    Ich (und mit mir wahr­schein­lich sehr vie­le ande­re) habe da häufig
    ande­re Erfah­run­gen gemacht.

  10. Klaus Stöhr
    @stohr_klaus
    Ein Lek­tü­re zum Ver­zwei­feln #karl_lauterbach.
    Wenn auch nur die Hälf­te hier Sub­stanz hätte… 

    Ich habe nach den ers­ten 20 Tweets mit Bei­spie­len für ekla­tan­te Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen aufgehört.

    https://​twit​ter​.com/​s​t​o​h​r​_​k​l​a​u​s​/​s​t​a​t​u​s​/​1​4​6​7​9​2​2​1​1​7​1​9​0​7​2​1​541

  11. Die Autorin zeigt, durch wel­ches Ver­hal­ten eine tie­fe Spal­tung der Gesell­schaft ver­mie­den wer­den kann: das eige­ne Welt­bild in Fra­ge stel­len! Die Wahr­heit liegt meis­ten in der Mit­te. Die Zukunft wird zei­gen, dass die gro­ße Mehr­heit der an Covid-19 Erkrank­ten nicht ster­ben wird und auch die gro­ße Mehr­heit der Geimpf­ten die expe­ri­men­tel­le Imp­fung unbe­scha­det über­le­ben wird. Der mensch­li­che Kör­per hält eini­ges aus. Fatal sind die irra­tio­na­len Ängs­te in den kon­trä­ren Grup­pen, die zu ideo­lo­gi­scher Denk­wei­se und schließ­lich zu unüber­wind­ba­ren Dif­fe­ren­zen führen.

  12. "Zum ers­ten Mal in mei­nem Leben emp­fin­de ich den Staat, in dem ich lebe, als Bedrohung."

    Lie­be Unbe­kann­te, ich kann Ihnen kei­nen Trost spen­den, denn ich emp­fin­de genau­so wie Sie. Aber sei­en Sie dank­bar, eine Schwes­ter haben, mit der Sie Freu­de und Leid tei­len können.
    Sie sind nicht ganz allein in die­ser irren Welt.

    Auch ich emp­fin­de Angst und und zum ers­ten Mal Bedro­hung durch den Staat.
    Habe dies aber bereits seit eini­ger Zeit kom­men sehen und immer wie­der in die­sem Forum dar­auf auf­merk­sam gemacht.
    Zu Anfang bin ich auf Pro­test gesto­ßen und habe so man­chen Rüf­fel kassiert.
    Jetzt aber beginnt man lang­sam zu kapie­ren, dass ich mit mei­ner Mei­nung rich­tig lag und immer noch liege.
    Es wird ein Impf­zwang kom­men, wenn die­se Psy­cho­pa­then auch immer nur von Impf­licht sprechen.
    Wor­in besteht der Unterschied ?

    Ich wün­sche Ihnen und Ihrer Schwes­ter alles Lie­be und Gute.
    Sie haben jeman­den, auf den Sie sich ver­lass­sen können.
    Das ist etwas wun­der­ba­res in die­ser Welt.

  13. "DER SPIEGEL@derspiegel
    · 7. Dez. 2020
    »Ich möch­te an die­ser Stel­le aus­drück­lich um gesell­schaft­li­che Nach­tei­le für all' jene ersu­chen, die frei­wil­lig auf eine Imp­fung ver­zich­ten. Möge die gesam­te Repu­blik mit dem Fin­ger auf sie zei­gen«, schreibt @NikolausBlome in sei­ner aktu­el­len Kolum­ne. https://​spie​gel​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​tsc"

    https://​twit​ter​.com/​n​i​k​o​l​a​u​s​b​l​o​m​e​/​s​t​a​t​u​s​/​1​3​3​5​8​9​0​2​1​2​1​3​6​8​8​6​2​7​3​?​l​a​n​g​=de

    "Fami­lie in Bran­den­burg getö­tet: Motiv war ein gefälsch­ter Impfpass

    Ein Betrug mit dem Impf­pass der Mut­ter war beim Arbeit­ge­ber auf­ge­flo­gen. Dar­auf­hin hat­te der Vater Angst vor der Ver­haf­tung und dem Ver­lust der Kinder."

    https://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​n​e​w​s​/​p​o​l​i​z​e​i​b​e​r​i​c​h​t​-​b​e​r​l​i​n​/​f​a​m​i​l​i​e​-​i​n​-​b​r​a​n​d​e​n​b​u​r​g​-​g​e​t​o​e​t​e​t​-​m​o​t​i​v​-​w​a​r​-​e​i​n​-​g​e​f​a​e​l​s​c​h​t​e​r​-​i​m​p​f​p​a​s​s​-​l​i​.​1​9​9​250

    Angst ist der Schlüssel.
    Man­che rich­ten sich selbst.

  14. https://​club​der​kla​ren​wor​te​.de/​e​x​k​l​u​s​i​v​-​w​h​i​s​t​l​e​b​l​o​w​-​a​r​d​-​u​e​b​e​r​s​c​h​r​e​i​t​e​t​-​r​o​t​e​-​l​i​n​ie/
    Baye­ri­scher Rund­funk will nur noch Geimpf­te vor die Kame­ra lassen,
    "Am 1. Dezem­ber 2021 hat die Haupt­ab­tei­lung Pro­duk­ti­ons­ser­vice des Baye­ri­schen Fern­se­hens eine haus­in­ter­ne drin­gen­de Emp­feh­lung ver­sandt, nach der bei Außen­pro­duk­tio­nen nur noch Prot­ago­nis­ten vor die Kame­ra tre­ten dür­fen, die geimpft sind. Drehs sol­len ver­mie­den wer­den, in denen kei­ne Kon­trol­le über den Impf­sta­tus und das Ver­hal­ten der Anwe­sen­den besteht. Die Prot­ago­nis­ten sol­len zu einem Dreh vor­ab infor­miert wer­den, dass sie eine FFP2-Mas­ke tra­gen müssen.

    Die­se inter­ne über E‑Mail ver­brei­te­te Anwei­sung sehen Sie hier. Um den Emp­fän­ger zu schüt­zen sind per­sön­li­che Bezü­ge geschwärzt. Die E‑Mail besteht aus zwei Tei­len. Dem Anschrei­ben und dem Anhang der mit­ge­sen­det wurde.

    Zur Erläu­te­rung: Eine Außen­pro­duk­ti­on ist alles, was nicht im Stu­dio statt­fin­det. Also eine Repor­ta­ge vor Ort, eine Stra­ßen­um­fra­ge, eine Zuspie­lung für die Nach­rich­ten, kul­tu­rel­le, gesell­schaft­li­che und/oder poli­ti­sche Bericht­erstat­tung mit einem Kamerateam.
    Das bedeu­tet, es kom­men nach jener drin­gen­den Emp­feh­lung nur noch geimpf­te Men­schen im Baye­ri­schen Fern­se­hen, also die­ser ARD-Anstalt, zu Wort. Es sei denn, es geht in dem Bei­trag bei den Men­schen, über die berich­tet wird, aus­schließ­lich um ihre Eigen­schaft als unge­impf­te Personen."

    Sie sind jetzt völ­lig übergeschnappt.

  15. Ich wün­sche der Autorin, dass das Ver­hält­nis zwi­schen den Bei­den so bleibt. Bin heu­te auf den Boden der Tat­sa­chen geschmet­tert wor­den und möch­te Euch an den Gescheh­nis­sen (viel­leicht um sie zu ver­ar­bei­ten?) teil­ha­ben las­sen. Nach mona­te­lan­gem Leben in der Bla­se zwi­schen Arbeit , Plan­de­mie-Recher­che und gesell­schaft­li­cher Abs­ti­nenz geschul­det der Ver­wei­ge­rung jed­we­der Tests für pri­va­te Unter­neh­mun­gen habe ich es heu­te gewagt. Der Geburts­tag eines Freun­des stand an, eine wei­te­re Absa­ge hät­te das Ende unse­rer Freund­schaft bedeu­tet. Zwei der Anwe­sen­den (der Gast­ge­ber und ein wei­te­rer Kum­pel) kann­ten mei­nen Gesund-Sta­tus und haben geschwie­gen. Der Rest der Coro­na-Jün­ger hat­te nur ein The­ma: Coro­na. Ter­min zum Boos­tern, egal was ver­ab­reicht wird. Die unso­zia­len Aus­sät­zi­gen, der Heils­brin­ger Lau­ter­bach, Kreuz­sprit­zung hilft auf jeden Fall, wann ist denn Dein Ter­min oder bist Du schon? Einer der Anwe­sen­den mit Aneu­rys­men in bei­den Bei­nen, die „über Nacht auf­tra­ten“, seit einem hal­ben Jahr arbeits­un­fä­hig. Boos­te­rung steht an, dank­bar, dass es so gut Ärz­te gibt. SPD Wäh­ler, die machen alles rich­tig. Ein ande­rer: „Wen es erwischt, der ist Tod“. Ihr seid doch alle geimpft? „Natür­lich“! Eine Kin­der­gärt­ne­rin, die sich über ver­ant­wor­tungs­lo­se Eltern aus­lässt, die ihre Kin­der mit einer Rotz­na­se in den Kin­der­gar­ten schi­cken und aso­zi­al sind, weil sie zu wenig für Bedürf­ti­ge spen­den. Leu­te, was soll man in dem Moment noch sagen? Schö­nen Abend noch…! Ich bin froh, wie­der zurück in mei­ner Bla­se zu sein. Nach dem heu­ti­gen Tref­fen sehe ich 2G als Schutz der Gesun­den. Immer­hin wür­de ich auf dem Weih­nachts­markt VOR dem Git­ter stehen 

    1. @Ce: ja, ging mir vor eini­ger Zeit ähn­lich. Zwar kein Test, aber sich soll­te mich in eine Kon­takt­ver­fol­gungs­lis­te eintragen. 

      Da sagt mein Freund, der mei­ne Ein­stel­lung zum The­ma kennt und die­se nicht teilt, "Nicht über Coro­na spre­chen!". Hat­te wohl Angst davor das es aneckt.

      Hab ich dann auch getan und nur zuge­hört. Es ist ein Hype auf dem Höhe­punkt, dass geht vor­bei. Letzt­lich sind ja alle genervt davon.

    1. Huch… dazu passt wohl auch der Fall eines Freun­des. Nach zwei Wochen aus der Qua­ran­tä­ne ent­las­sen. Vier Tage spä­ter wird er nach einem Sport­un­fall sta­tio­när auf­ge­nom­men. Coro­na­test posi­tiv: ab auf die Isolierstation.
      Was will man da noch sagen?

  16. Ich hab mein T Shirt wie­der an —> Ich bin Schuld. Trau­rig das es so ein­fach ist Men­schen auf den Weg des Streits zu brin­gen. Es muss bei denen einer tie­fe inne­re Sehn­sucht geben irgend wem/ was hin­ter­her zu lau­fen. Ich gehö­re, wie eigent­lich immer, zu den ganz BÖSEN .…. ich bin sym­tom­los Gesund (so weit man das in mei­nem Alter sein kann). Und das bleibt so.

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