Uniklinik Hannover: 42 Millionen Drittmittel und fehlende Pflegekräfte

So wie sich öffent­lich-recht­li­che Medien dem Niveau der pri­va­ten anpas­sen, so agie­ren auch Landeskrankenhäuser wie die pri­va­te Konkurrenz auf dem "Gesundheitsmarkt". "Medizinische Hochschule macht im zwei­ten Corona-Jahr Verlust" ist des­halb eine dpa-Meldung vom 15.7. über­schrie­ben. Schuld ist natür­lich eine Pandemie und die dadurch aus­ge­lös­te Belastung durch die Beschäftigten:

"Hannover (dpa) – Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat im ver­gan­ge­nen Jahr bei einem Umsatz von fast einer Milliarde Euro einen Verlust von 13,0 Millionen Euro gemacht. Dies sei in wei­ten Teilen der Pandemie geschul­det, sag­te Vizepräsidentin Martina Saurin am Freitag. Die tarif­be­ding­te Corona-Sonderzahlung, die in die­sem Jahr aus­ge­zahlt wur­de, habe das Ergebnis bereits in 2021 mit 9,2 Millionen Euro belastet…"

Zum Glück wur­de der "Rückgang der Patientenzahlen" gestoppt. Schön auch für das Bruttosozialprodukt.

"Das größ­te Problem sei der Fachkräftemangel, beton­te Vizepräsident Frank Lammert. Vor allem wegen feh­len­der Pflegekräfte sei­en der­zeit jeweils 200 Patientenbetten an der MHH und an der Universitätsmedizin Göttingen nicht in Betrieb… 

Laut dem Ende 2021 ver­öf­fent­lich­ten Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) steht die MHH auf Platz fünf aller deut­schen Hochschulen in der Medizin, bei Drittmitteln pro Professur sogar auf Platz drei. Es gebe einen Kampf um die bes­ten Köpfe auf euro­päi­scher Ebene, sag­te Präsident Manns. Die MHH habe den Anspruch, sich in der Spitzengruppe zu behaup­ten. Seit Pandemiebeginn sei­en allein 42 Millionen Euro an Drittmitteln für die Forschung zu Sars-Cov‑2 und Covid-19 ein­ge­wor­ben worden."

Pflegekräfte gehö­ren eben nicht zu den "bes­ten Köpfen auf euro­päi­scher Ebene".


»Krankenhaus-Besuch in Hannover nur mit PCR-Test?

Um einen Angehörigen auf der Intensivstation besu­chen zu kön­nen, kann die Klinik dar­um bit­ten, einen aktu­el­len PCR-Corona-Test vor­le­gen zu müs­sen. So ist auch die Regelung in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) hat das eine Angehörige erzürnt – sie habe tage­lang 100 Euro zah­len müssen…

Klinik spricht von einem Einzelfall

Im Gespräch mit RTL unter­streicht ein Sprecher der MHH, dass die­se Regelung schon lan­ge gel­te und bis­her noch nie zu Problemen geführt habe: „Die Menschen sagen sel­ber: Ich will mei­ne Angehörigen schüt­zen und natür­lich mache ich dann einen PCR-Test. Sie sagen dann eher: Was kann ich noch machen um ihn oder sie nicht zu infizieren?“…«
rtl.de (12.7.)


»Long Covid bei Kindern: Studie an der MHH gestartet

… Die Probandinnen und Probanden bekom­men in der MHH ein Armband, das Gesundheitsdaten und Aktivität auto­ma­tisch misst und an die Hochschule über­mit­telt. Aus die­sen Daten las­se sich vie­les ablesen…«
ndr.de (15.6.)


»Corona-Spürhunde sollen auch Long-Covid-Patienten erkennen können

Corona-Spürhunde kön­nen nicht nur Proben von infi­zier­ten Menschen, son­dern auch von Long-Covid-Patientinnen und ‑Patienten erken­nen. Das berich­tet ein Forschungsteam unter der Leitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) im Journal „Frontiers in Medicine“…

Die Proben [stamm­ten] von Long-Covid-Patientinnen und ‑Patienten, die in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) behan­delt wur­den. Das Virus war bei ihnen nicht mehr per PCR-Test nach­weis­bar. Nach Angaben der TiHo-Virologin Claudia Schulz kön­nen die Spürhunde selbst Long-Covid-Erkrankungen iden­ti­fi­zie­ren, wenn auch Antikörpertests kei­ne Aussagen mehr über die Ursache einer Erkrankung tref­fen kön­nen…«
web.archive.org (ori­gi­nal vom 17.6.)

4 Antworten auf „Uniklinik Hannover: 42 Millionen Drittmittel und fehlende Pflegekräfte“

  1. »Long Covid bei Kindern: Studie an der MHH gestartet

    … Die Probandinnen und Probanden bekom­men in der MHH ein Armband, das Gesundheitsdaten und Aktivität auto­ma­tisch misst und an die Hochschule über­mit­telt. Aus die­sen Daten las­se sich vie­les ablesen…«
    ndr.de (15.6.)

    Hat nicht Ballweg mit so einer Überwachungssoftware für Kinder Geschäfte gemacht, vor sei­nem Geschäft mit "quer­den­ken"?

  2. Neben dem Klinikbetrieb gibt es da sogar "Forschung". Ich war erst ein­mal über­rascht, als ich vor "Corona" gan­ze Gebäude prak­tisch leer vor­fand. Labore mit ein wenig Krimskrams, aber kei­ne Leute. Weder in den Fluren, noch in den Arbeitszimmern und schon gar nicht in den Laborräumen. Und das wäh­rend des Semesters.

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