Vom grauenvollen Leben mit Angehörigen, die Verschwörungsmythen anhängen

"flu­ter" nennt sich ein Magazin der Bundeszentrale für poli­ti­sche Bildung. Am 18.5. infor­miert es über Umstände, die der Hölle ver­wandt schei­nen. Unter dem Titel „Mein Vater denkt, wir ster­ben an der Booster-Impfung“ ist zu erfahren:

»Was, wenn Freunde, Geschwister oder Eltern Verschwörungsmythen anhän­gen? Fünf Betroffene über Lügen, Selbstzweifel und die Angst, dass alles Reden nichts mehr bringt

– Paula, 30, arbei­tet fürs Rote Kreuz in Mainz*

Die Boosterimpfung haben wir alle heim­lich gemacht, damit mein Vater nichts davon mit­be­kommt. Nach der ers­ten Impfung war noch alles okay.

Mein Vater war dage­gen. Hat aber noch nicht aktiv ver­sucht, uns an der Impfung zu hin­dern. Mittlerweile ist er sicher, dass wir an den Impfungen ster­ben wer­den. Er setzt uns unter Druck. Er schickt uns andau­ernd Videos. Ich fra­ge ihn immer wie­der, wie es sein kann, dass vier Leute geimpft, aber nicht tot sind. Er sagt: Wir hat­ten Glück. Bei der nächs­ten Impfung sind wir dran…

Weihnachten war der Super-GAU. Er hat uns alle zum Gespräch gebe­ten. Berichte von den ein­schlä­gi­gen Ärzten vor­ge­le­sen. Pläne aus­ge­ge­ben, wie man Ivermectin ein­neh­men muss. Das wird in der Corona-Leugnerszene als Medikament gegen Corona gehan­delt. Am Anfang haben wir uns noch die Mühe gemacht, all sei­ne Infos nach­zu­re­cher­chie­ren, und ver­sucht, ihm zu zei­gen, wem er da folgt. Aber das hat nichts genützt. Man kommt nicht zu ihm durch. Mein Vater war schon immer leicht­gläu­big, aber mitt­ler­wei­le liest er nur noch die „Bild“ und Telegram, und zwar vie­le, vie­le Stunden am Tag. Er guckt abends nicht mehr „Tagesschau“, son­dern in sein Handy… Die Verzweiflung, die mein Vater emp­fin­det, ist real. Deswegen hal­ten wir jetzt alle wei­te­ren Impfungen geheim.

Ärzte oder Impfzentren haben kein Gespür dafür, was es bedeu­tet, mit einem Impfgegner zu leben… 

– Kerstin, 34, Lehrerin aus Hamburg*

Bei mei­nem Bruder begann es mit den zwei­fel­haf­ten Links, die er teil­te. Die Pandemie hat­te gera­de begon­nen, und die meis­ten waren super­vor­sich­tig und ängst­lich. Mein Bruder sag­te: „Das ist nur eine Grippe. Was wol­len die Leute?“

Ich kann mir das nur so erklä­ren: In unse­rer Familie gibt es eine Historie von Zwangssymptomatiken. Zwänge kön­nen stär­ker wer­den, wenn man sich in einem Zustand der Ungewissheit wie­der­fin­det. Meine Hypothese ist, dass die Verschwörungen sei­ne Bewältigungsstrategie sind. Nach dem Motto: Mir kann nichts pas­sie­ren, ich kann mei­ne Gedanken steuern. 

Im Oktober ist mein Bruder mit sei­ner Frau in die Schweiz gezo­gen, um dem „Impfzwang“ in Deutschland zu ent­flie­hen. Wir spre­chen kaum noch. Ich kann ihn bei dem Thema nicht mehr errei­chen, und ich fin­de es beängs­ti­gend, Menschen unter uns zu wis­sen, die der Wissenschaft und der Demokratie nicht mehr vertrauen.

– Jan, 32, stu­diert Politikwissenschaft in Osnabrück*

Wir sind seit 15 Jahren befreun­det. Wir spie­len zusam­men in einer Band. Er hat schon frü­her Dinge gesagt, an die ich nicht glau­be. Dass die Pyramiden nicht von Menschen erbaut wor­den sei­en, son­dern von Aliens. Fand ich schräg, aber eher unter­halt­sam. Wie ein Witz auf einer Party. Wie stark sich unse­re Weltbilder unter­schei­den, wur­de erst mit Anfang der Pandemie deut­lich. Plötzlich stößt man gegen eine Wand. Die Gespräche mit mei­nem Kumpel sind heu­te sehr auf­rei­bend...

Er ist nicht geimpft. Aus Kritik an der Pharmaindustrie und zum ande­ren, weil er wohl denkt, die Impfung sei unnötig.

Ich ver­ste­he jetzt bes­ser, wie Verschwörungsmythen funk­tio­nie­ren. Viele bau­en auf einem rea­len Ereignis auf, an dem es zum Teil berech­tig­te Kritik gibt. Das ist also nicht kom­plett unlo­gisch. Aber die Schlüsse, die man dann dar­aus zieht, sind voll­kom­men ande­re. Diese Irrtümer auf­zu­ar­bei­ten ist wahn­sin­nig zeit­auf­wen­dig und anstren­gend. Ich sehe das aber als mei­ne gesell­schaft­li­che Aufgabe…

– Marlen, 23, stu­diert Psychologie in Leipzig

Bei mei­ner Mutter hat es damit ange­fan­gen, dass ihre Kollegin im Friseursalon Corona geleug­net hat. Die hat­te von Anfang an gefälsch­te Testnachweise. In der Stadt, in der mei­ne Eltern leben, gibt es Mediziner, die ohne Weiteres Zertifikate fäl­schen. Meine Mutter hat das hin­ge­nom­men. Sie hat nur die­se eine Mitarbeiterin. Und ihre Kundinnen kom­men regel­mä­ßig mit gefälsch­ten Testzertifikaten. Hätte mei­ne Mutter die Covid-Regelungen im Salon umge­setzt, der Laden hät­te wohl längst schlie­ßen müssen.

Zu Beginn der Pandemie habe ich wirk­lich schlim­me Diskussionen mit ihr geführt. Gebracht hat das nichts. Meine Mutter inter­es­siert sich nicht für Fakten, und ich bin die abge­ho­be­ne Akademikerin. Es ist nicht mal so, dass sie beson­ders aus­ge­feil­ten Verschwörungsmythen anhängt. Sie glaubt ein­fach nicht an Corona. Sie hat sich sogar mit Covid infi­ziert und war zwei Wochen krank zu Hause, hat aber wei­ter­hin behaup­tet, dass sie es nicht habe.

Ihre Weigerung, sich imp­fen zu las­sen, ging so lan­ge, bis wir gemein­sam in Österreich waren. Dass sie kei­ne Impfung nach­wei­sen konn­te, war ihr so pein­lich, dass sie sich hat imp­fen las­sen. Aber auch nur, weil ich die Termine gemacht habe. Sie ist ja in Opposition zum Staat… 

–Vincent, 40, Drehbuchautor aus Hamburg

Mein Vater hat schon 2001 an Verschwörungsmythen zum 11. September geglaubt. Seit mei­ne Eltern in Rente sind, wird ihr Verschwörungsglaube immer schlimmer…

Als Corona kam, war mir klar, dass er alles mit­nimmt. Er ist der fes­ten Überzeugung, man kön­ne kei­nen offi­zi­el­len Informationen trau­en. Alle, die irgend­wie Entscheidungsgewalt haben, wür­den lügen. Er bezeich­net sich selbst als Querdenker. Er woll­te unbe­dingt zu Telegram, um dort ent­spre­chen­den Gruppen bei­zu­tre­ten und mit­zu­or­ga­ni­sie­ren. An dem Punkt habe ich mei­nen Eltern gesagt, dass ich nicht mehr nach Hause kom­me. Im Sommer 2020 habe ich sie das letz­te Mal besucht. 

Meine Mutter sitzt zwi­schen den Stühlen. Auf der einen Seite ist sie kom­plett von mei­nem Vater beein­flusst. Sie will nicht mit ihm strei­ten und ist schlecht infor­miert, weil er sagt: Wir gucken kei­ne Nachrichten mehr. Auf der ande­ren Seite hat sie unglaub­li­che Angst vor Corona. Sie hofft sogar, dass die Impfpflicht kommt. Dann muss sie sich nicht selbst entscheiden.

* Name auf Wunsch geän­dert«

29 Antworten auf „Vom grauenvollen Leben mit Angehörigen, die Verschwörungsmythen anhängen“

  1. nur so, war­um soll­te man sich nicht selbst ent­schei­den müs­sen, ob man sich imp­fen läßt, nur weil eine impf­pflicht aus­ge­ru­fen wer­den würde?

  2. Ich geb mir das Geplärre mal nicht zur Gänze aber beim ers­ten Drama sieht man recht schön was für eine dum­me Steilvorlage das "ihr-wer­det-alle-ster­ben Mantra" ist.

    "Die Angst, dass alles Reden nichts mehr bringt" ist neben­bei völ­lig berech­tigt. Schuld dar­an tra­gen zu einem guten Teil die hys­te­ri­schen Hardliner bei­der Seiten, die nicht ver­ste­hen (wol­len?), dass ein Dialog nur sach­lich und ohne stän­di­ges, emo­tio­na­les Aufheizen mög­lich ist.

    Wie ich bereits an ande­rer Stelle erwähnt hat­te muss ich mich eben­falls gele­gent­lich gegen den "Massentodstrohmann" ver­tei­di­gen wenn ich mal wie­der ins Gespräch mit einem Bekannten abge­rutscht bin, den einer der besag­ten Hardliner mit die­sem Mumpitz recht pene­trant bear­bei­tet hat. Ich weiß nicht wie oft ich ihm schon gesagt haben, dass ich die These nicht unter­stüt­ze und für dumm halte…

  3. Schöne Satire. Ich habe auch so zwei Sterngucker. ER, Oberarzt der Anästhesie. Von mRNA hat er mal in einer Vorlesung gehört. Ivermectin kann­te ef gar nicht. Pfizers Skandal um "Blutkälber"? Nie was von gehört.
    Als "fri­scher Abiturient" hat er mich (schul­in­dok­tri­niert) als "Nazi und Judenmörder" bezeich­net. Ich bin Jahrgang 1947! – Seine Schwester, Oberstudienrätin, hält alle alten, wei­ßen Männer für Rassisten. Auf die Morde an wei­ßen Buren in Südafrka hin­ge­wie­sen, hat sie mich eben­so wie ihr Bruder gesperrt. "bIch freue mich, wenn Ihr Ungeimpften i.m nächs­ten Jahr (1922) alle sterbdn wer­det. Ich bin nach Schlaganfall halb­sei­tig gelähmt und hat­te gera­de eine lebens­be­dro­hen­de Krebserkrankung hin­ter mir, daher unge­impft. Mir tun nur ihre klei­nen Kinder leid.

  4. Jedes die­ser angeb­li­chen ach­so tra­gi­schen Schicksale wirkt so künst­lich bzw. kon­stru­iert. Ich bezweif­le hier­mit auch die Echtheit die­ser ver­meint­li­chen Erfahrungsberichte! Es fin­det, wie gewohnt auch kei­ner­lei annä­hernd sach­li­che Diskussion bezüg­lich den Argumenten von Kritikern ("Skeptikern") statt, son­dern die­se wer­den von Grund auf als bedau­erns­wer­te, ver­irr­te und hin­ters Licht geführ­te Individuen dar­ge­stellt. Letztendlich wer­den natür­lich nur die immer glei­chen Klischees bedient und eine Schublade nach der ande­ren auf und gleich wie­der zugemacht.

    "Mein Vater war schon immer leicht­gläu­big, aber mitt­ler­wei­le liest er nur noch die „Bild“ und Telegram, und zwar vie­le, vie­le Stunden am Tag. Er guckt abends nicht mehr „Tagesschau“,"

    NUR die "Tagesschau" zeigt euch die Wahrheit und alle die ande­re Ansichten haben, infor­mie­ren sich nur aus der "Bild" und bei Telegram.

    "Ich kann mir das nur so erklä­ren: In unse­rer Familie gibt es eine Historie von Zwangssymptomatiken. Zwänge kön­nen stär­ker wer­den, wenn man sich in einem Zustand der Ungewissheit wie­der­fin­det. Meine Hypothese ist, dass die Verschwörungen sei­ne Bewältigungsstrategie sind."

    Mein der Bruder Zwangsneurotiker, ja das muss es sein!

    "… und ich fin­de es beängs­ti­gend, Menschen unter uns zu wis­sen, die der Wissenschaft und der Demokratie nicht mehr vertrauen."

    Ja, dass ist wirk­lich außer­or­dent­lich beängs­ti­gend. Einfach die Augen zu machen und blind Vertrauen und alles wird gut, denn die pol­ti­schen bzw. wis­sen­schaft­li­chen Eliten wis­sen und regeln das schon so wie immer.

    "Ich ver­ste­he jetzt bes­ser, wie Verschwörungsmythen funk­tio­nie­ren. Viele bau­en auf einem rea­len Ereignis auf, an dem es zum Teil berech­tig­te Kritik gibt. Das ist also nicht kom­plett unlo­gisch. Aber die Schlüsse, die man dann dar­aus zieht, sind voll­kom­men ande­re. Diese Irrtümer auf­zu­ar­bei­ten ist wahn­sin­nig zeit­auf­wen­dig und anstrengend."

    Auch hier fin­det über­haupt kei­ne sach­li­che Auseinandersetzung auf Grundlage von etwai­gen Argumenten statt, son­dern natür­lich sind wie­der alles nur Verschwörungsmythen und tra­gi­sche Irrtümer.

    "Bei mei­ner Mutter hat es damit ange­fan­gen, dass ihre Kollegin im Friseursalon Corona geleug­net hat."

    Da sind Sie wie­der, die bösen, bösen Leugner! 

    "Meine Mutter inter­es­siert sich nicht für Fakten, und ich bin die abge­ho­be­ne Akademikerin."

    Es ist natür­lich auch eine unum­stöß­li­che Tatsache, dass nur Akademiker ihre Entscheidungen auf Basis von wahr­haf­ti­gen "Fakten" tref­fen, die natür­lich auch nur sie als sol­che erkennen.

    "Dass sie kei­ne Impfung nach­wei­sen konn­te, war ihr so pein­lich, dass sie sich hat imp­fen las­sen. Aber auch nur, weil ich die Termine gemacht habe."

    Ja, genau! Der ver­blen­de­ten Mutter, der Fakten grund­sätz­lich egal sind, ist es aber pein­lich, dass sie kei­nen Impfnachweis vor­le­gen konn­te, und des­halb lässt Sie sich folg­lich "imp­fen". That´s nor­mal Life!

    "Mein Vater hat schon 2001 an Verschwörungsmythen zum 11. September geglaubt. Seit mei­ne Eltern in Rente sind, wird ihr Verschwörungsglaube immer schlimmer…"

    Und noch mehr an Verschwörungsmythen, die durch die chro­ni­sche Langweile des Renterdaseins ver­ständ­li­cher­wei­se nur noch wei­ter befeu­ert wurde.

    "Meine Mutter sitzt zwi­schen den Stühlen. Auf der einen Seite ist sie kom­plett von mei­nem Vater beein­flusst. Sie will nicht mit ihm strei­ten und ist schlecht infor­miert, weil er sagt: Wir gucken kei­ne Nachrichten mehr. Auf der ande­ren Seite hat sie unglaub­li­che Angst vor Corona. Sie hofft sogar, dass die Impfpflicht kommt. Dann muss sie sich nicht selbst entscheiden."

    Auch voll­kom­men nach­voll­zieh­bar! Die KOMPLETT beein­fluss­te Mutter hat trotz­dem eine unglaub­li­che Angst vor Corona und hof­fe des­halb auf die durch­grei­fen­de Hand von Vater Staat.

    Fazit:

    Alles so schlecht gemacht, dass mir schlecht nur vom Lesen des­sen wird,

    1. @André B.:

      Nette Aufarbeitung. Die letz­ten zwei sind tat­säch­lich Haarsträubend. Der Quark mit dem Hoffen auf Impfpflicht oben­drein noch ekel­haft mani­pu­la­tiv. Bei den ande­ren muss ich aller­dings ein­wen­den, dass sie durch­aus real sein könn­ten. Man möch­te es nicht wahr­ha­ben aber die­se irra­tio­na­len und über­heb­li­chen Argumentationsmuster wer­den tat­säch­lich ver­wen­det. Oft sogar von eigent­lich rela­tiv intel­li­gen­ten Menschen.

  5. " …wie man Ivermectin ein­neh­men muss. Das wird in der Corona-Leugnerszene als Medikament gegen Corona gehandelt."

    Wenn man Corona "leug­net", wie­so küm­mert man sich dann um ein Medikament dagegen?

    Diagnose: Denk- oder sprachbehindert.

  6. Hat eigent­lich mal einer über­legt, wie es mir geht, wenn ich

    - es über­all mit leicht­gläu­bi­gen Impf-Fetischisten zu tun habe,
    – un mich her­um nur Corona-Wahnsinnige zu Gesicht bekom­me oder
    – von Maskenfreaks oder gar einer gan­zen Maskensekte gestört werde?

    z NEIN!

  7. Jaja, und die gan­zen Nebenwirkungen sind auch alles Verschwörungsmythen – wobei – stopp, es gibt ja gar kei­ne Nebenwirkungen mehr, weil das RKI die Datenbank geschlos­sen hat.…
    Was soll man dazu noch sagen?
    Sollen sie sich wei­ter ereifern..

    Heute war ich im Theater. Im Vergleich zum letz­ten Besuch (Woche 1 ohne Masken) waren heu­te deut­lich mehr Menschen ohne Maske zu sehen, bestimmt 40–50%. Das Theater hat es sich die­ses Mal aber nicht neh­men las­sen, vor Vorstellungsbeginn durch­zu­sa­gen, dass die Maskenpflicht zwar offi­zi­ell auf­ge­ho­ben sei, aber zum Schutz der eige­nen Gesundheit und der der Mitmenschen wer­de man gebe­ten, die Maske wei­ter auf­zu­set­zen. Dieser Hinweis war schon wie­der so woke, dass ich wütend wur­de. Ich habe mir ein ver­ächt­li­ches Lachen nur mit Mühe ver­knif­fen. Tatsächlich grif­fen nach die­sem Aufruf ein Paar Rückgratlose zu ihren Spucklappen… Jeder, der das Theater ohne Maske betre­ten hat, wird sich dar­über infor­miert haben, dass man ohne Maske rein darf. Wieso muss man dann bei Vorstellungsbeginn noch­mal extra durch­sa­gen, dass man doch bit­te doch die Masken auf­set­zen soll??? Den Leuten ein schlech­tes Gewissen machen??? Offenbar funk­tio­niert es ja bei eini­gen, ich erken­ne sol­che umtrie­bi­gen Manipulationen sofort und den­ke mir dann nur "jetzt erst recht nicht" (wobei ich die Maske frei­wil­lig eh nicht auf­set­zen wür­de). Aber wie da wie­der die Menschen "genudgt" wer­den soll­ten, war abstoßend. 

    In der Stadt war heu­te wegen Fußball offen­bar aus­wär­ti­ges Publikum. Es war bemer­kens­wert, dass nur noch weni­ge Masken auch in den Geschäften getra­gen wur­den. Wenn, dann waren es meis­tens Leute zwi­schen 30 und 40, meist Pärchen oder mit Kind. Das sind die­je­ni­gen die wirk­lich als aller­letz­tes Risikogruppe sind, aber in die­ser Gruppe scheint die Hörigkeit hier beson­ders hoch. Hat mich lei­der wie­der trau­rig gestimmt, aber ins­ge­samt gelingt es mir recht gut, die Maskenfetischisten zu igno­rie­ren. Leider ach­te ich aber nun auch auf Gesichter kaum noch, weil mich die Menschen gene­rell seit die­sem gan­zen Theater größ­ten­teils nur noch anwidern..

    1. @Getriebesand:

      Du hast ja grund­sätz­lich völ­lig recht aber ist das alles wirk­lich eine der­art neue Erkenntnis? Unsere Gesellschaft besteht nicht erst seit ges­tern größ­ten­teils aus gleich­ge­schal­te­ten Ignoranten und ähn­li­chem Bodensatz. Wenn man heu­te noch irgend­wie aus der Masse raus­ste­chen soll­te gehört man zu einer aus­ster­ben­den Art.

      Sicher, die Masse war schon immer Masse aber seit die per­ma­nen­te Medienberieselung auch wirk­lich die hin­ter­letz­te Ecke erreicht wird der Einheitsbrei nun­mal immer ein­heit­li­cher und all­um­fas­sen­der. Kann man gut fin­den oder auch nicht, ändert aber nichts daran.

      Am bes­ten ist es mei­ner Meinung nach aus der Rückgradlosigkeit der Leute Profit zu schla­gen und Ihnen auf der Nase rum­zu­tan­zen, wenn sie mei­nen einem auf die Nerven gehen zu müs­sen. Was wol­len sie schon groß machen? Nichts. Dumm Gaffen und Rumplärren braucht einen wirk­lich nicht zu interessieren.

      In die­sem Sinn: https://youtu.be/watch?v=r4mP4_gJ4Gs 😉

  8. Star Trek ist Verschwörung. 

    Spock (will sich opfern) : "Das Wohl von Vielen wiegt schwe­rer als das Wohl von Wenigen oder von Einem."

    Kirk (ret­tet Spocks Leben): "Weil das Wohl von Einem genau­so viel wiegt wie das Wohl von Vielen."

  9. Das schreit eigent­lich nach einem TV-Drama, Nackt unter Corona ‑Leugner-Wölfen, oder so.
    Konspirativ zum Booster, weil Aluhut-Papi sonst aus­ras­tet, wer kennt sol­che Geschichten nicht (aus den Quality- Medien)?
    Nebenbei, ist die "Corona-Leugner-Szene" wirk­lich so inkon­se­quent, dass sie ein Medikament gegen die Krankheit emp­fiehlt, die sie angeb­lich leug­net? Oder hat der Autor hier wie­der mal die Logik inner­halb der Handlung vernachlässigt?

    1. "Szene" kann heu­te jeder sein, und jeder kann auf Facebook, Whatsapp, Twitter irgend­ei­ne Behauptung auf­stel­len. Oder kann eine Behauptung die er von irgend­wen hat und nur zur Hälfte ver­stan­den hat wei­ter­ver­brei­ten. Die Leute haben heu­te mehr Möglichkeiten als die tageschau in den 70er Jahren aber wis­sen eben nicht was Relevanz, Quellenprüfung u.ä. bedeu­tet. Und dann wun­dern sie sich das sie nie­mand ernst nimmt.

  10. Wie geil! Da sind wirk­lich alle Fuckten kumu­liert und kom­pri­miert zusam­men­ge­fasst! Chapeau! Einer, der nicht die „Tagesschau“ sieht, oder an ein­stür­zen­de WTC7 ohne Fremdeinwirkung glaubt, ist ja wohl kein Demokrat und ehren­wer­ter Bürger! Solche Subjekte unter­mi­nie­ren den Erfolg der Reichen und Kriminellen! Weg damit! Entweder an die Front in der Ost-Kokaine, ins Lager oder ins Krematorium.

  11. "Am Anfang haben wir uns noch die Mühe gemacht, all sei­ne Infos nach­zu­re­cher­chie­ren, und ver­sucht, ihm zu zei­gen, wem er da folgt."

    Das ist das Problem. Sie recher­chie­ren eben nicht die Fakten nach, son­dern den Schmutz, der über die Überbringer der Nachrichten aus­ge­kippt wird.

  12. „Pläne aus­ge­ge­ben, wie man Ivermectin ein­neh­men muss. Das wird in der Corona-Leugnerszene als Medikament gegen Corona gehandelt.“
    Das ist mei­ne Lieblingsstelle. Spätestens da müss­te man mal stut­zig wer­den. Wieso emp­feh­len sog. Corona-Leugner ein Medikament gegen eine Erkrankung, die sie angeb­lich leugnen?
    Ansonsten nichts Neues. Die Unterrichts-Propaganda läuft auf Hochtouren. Da gibt es Materialien im Netz…unglaublich!

    1. Da im Text kei­ne Quelle außer "Corona-Leugner-Szene" ange­ge­ben ist kann man natür­lich nur Vermutungen anstellen. 

      Eine Vermutung könn­te sein das irged­wer, irgend­wo, irgendwann
      in einem Forum, Chat oder was weiß ich Remdesivir mit Ivermectin ver­wech­selt hat.
      https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/coronavirus/medikamente-corona-1072300#Antivirale_Mittel_Remdesivir_Handelsname_Veklury

      Diese latei­ni­schen Namen für Wirkstoffe und Medikamente klin­gen für Fachfremde sowie­so alle gleich und solan­ge man nicht weiß wo und in wel­chen Kontext wer die­se Behauptung auf­ge­stellt hat (auch was den beruf­li­che Hintergrund betrifft) ist das sowie­so nur Stochern im Nebel.

  13. PS: Interessant ist die Frage, wem die­se sog. Verschwörungstheorien nut­zen. In Wessen Interesse ist es denn, Fakten als Theorie zu bezeich­nen!? Genau im Interesse der­je­ni­gen die 7/24 und am lau­fen­den Band Fakenews über ARD+ZDF ver­brei­ten. Und sich dann als Faktenchecker bezeichnen.

    Grupp: Was habe ich gera­de gesagt!?
    Affe: Hundertprozent pro­du­ziert in Deutschland!

    (Man soll­te eben nicht alles glau­ben was Affen im Fernsehen erzählen)

  14. „… und ich fin­de es beängs­ti­gend, Menschen unter uns zu wis­sen, die der Wissenschaft und der Demokratie nicht mehr vertrauen.“
    Mir geht es genau umgekehrt.

    Das „Magazin für poli­ti­sche Bildung“ tritt etwas schräg auf, um die jun­ge Klientel abzu­grei­fen. Peinlich. Und wenn man schon Spickzettel braucht für Diskussionen, ist es mit den Argumenten auch nicht weit her.

  15. Prätranshumanismus auf DRRisch?

    "Einblicke in ein bis­her unent­deck­tes Kapitel der DDR-Geschichte 

    Die Idee war so ambi­tio­niert wie anma­ßend: den Kommunismus auch im All real wer­den zu las­sen. Und die Realität? Um einen »Körper mit opti­ma­ler Normierung« zu kre­ieren, wur­de ab den 70er Jahren im Osten in hoch­ge­hei­men Laboren geforscht. Was sur­re­al klingt, fin­det sich belegt in den Akten des ost­deut­schen Militärs, aber auch bei denen, deren Körper zum Material die­ses Staatstraumas gemacht wur­den. Eine dich­te Erzählung, die ein schar­fes Licht auf ein bis­lang aus­ge­blen­de­tes Erbe der DDR wirft – und eine Zeitdiagnose über ent­grenz­te Körperforschung.

    Der Neue Mensch im All galt im Weltraumprogramm der Sowjetunion als abso­lu­ter Leitstern und lös­te in der DDR zwi­schen 1972 und 1989 eine gründ­li­che Forschungstätigkeit aus. Die Unterwerfung und Beherrschung des Kosmos soll­te durch Hochleistungsflieger, die sich über Jahre im All auf­hal­ten konn­ten, mög­lich wer­den. Wie erschafft man die­sen maxi­mal nor­mier­ten und bedürf­nis­lo­sen Körper? Aus den Verschlussakten der DDR-Militärforschung, heu­te zugäng­lich im Militärarchiv Freiburg, setzt Ines Geipel ein ver­stö­ren­des Bild zusam­men: Experimentiert wur­de nicht nur an Tieren, son­dern auch an Menschen, in Krankenhäusern, Gefängnissen, an Soldaten und im Hochleistungssport. Das Streben nach der Vorherrschaft im Kosmos ist nicht Vergangenheit, son­dern erfährt heu­te eine Renaissance."

    https://www.klett-cotta.de/buch/Gesellschaft_/_Politik/Schoener_Neuer_Himmel/452378

    Was meint da der Historiker?

    1. @Prätrans: Falls ich gemeint sein soll­te – bestimmt ein inter­es­san­tes Thema. Die Lobpreisungen las­sen mich nicht sofort zugreifen:
      »Ines Geipel ist eine Meisterin der Sprache.«
      Anja Maier, taz

      »Ines Geipel sagt scho­nungs­lo­se Sätze.« Markus Lanz

    2. @Prätrans: Bin zwar kein Historiker, aber "Prä-" ist das nicht. Die Transhumanisten trei­ben bereits seit über 200 Jahren ihr "Unwesen". Es gibt natür­lich phan­tas­ti­sche "Spinner" unter Literaten und Schriftstellern, aber es gibt auch ech­te durch­ge­knall­te Verrückte unter die­sen Leuten. Wehe wenn die­se Macht bekommen.
      Menschenverachtung und Fortschrittsutopien, meist mili­tä­ri­scher Art, sind ver­mut­lich eine drit­te Variante. Die pro­du­zie­ren Waffen mit toten wie auch leben­di­gen Werkstoffen. Nur der Zweck zählt.

      Die NASA hat übri­gens mit "sof­te­ren" Methoden für Mensch und Tier, nicht die schlech­te­ren Leistungen voll­bracht. Das soll­te man wei­ter füh­ren. Stattdessen scheint der Wind sich zu dre­hen. Nicht zum Besseren.

      Der "west­li­che Block" war im "kal­ten Krieg" dazu ver­dammt, vor den Menschen für das Moralischere zu ste­hen. Seit die Konkurenz "Ostblock" sich auf­ge­löst hat, gerät die­se Ambition mehr und mehr aus­ser Betracht. Die "Freiheit" war nichts wei­ter als eine tak­ti­sche Notwendigkeit. Es wird sich ver­mut­lich wei­ter­hin so ent­wi­ckeln. Denn die Tendenz ver­stärkt sich fast unge­hin­dert, wie's scheint.

      Die erfun­de­nen (?) Leute aus dem Text, sind die übli­chen Arnusnomaden, die eine jhi­un­ta (?) so mit sich bringt. Die gab es auch im "drit­ten Reich" wohl zu Hauff.

  16. Gott, ist das bil­lig und durchschaubar.
    Jetzt weiß ich auch end­lich, wer für die Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen als Drehbuchautor ver­ant­wort­lich ist…

    1. @Brian: Wirkt aber – man glaubt es kaum. Genau den Mist plap­pern vie­le aus dem Unbewussten her­aus nach. Is' näm­lich psychologisch.

  17. "…wie man Ivermectin ein­neh­men muss. Das wird in der Corona-Leugnerszene als Medikament gegen Corona gehandelt. "

    Logikfehler!
    Wenn man das hohe C "leug­net", wes­halb dann zur Behandlung Ivermectin empfehlen?
    Wurde von Indien übri­gens mit gro­ßem Erfolg ein­ge­setzt und hat sich seit lan­ger Zeit bewährt.

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