Vom grauenvollen Leben mit Angehörigen, die Verschwörungsmythen anhängen

"flu­ter" nennt sich ein Maga­zin der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung. Am 18.5. infor­miert es über Umstän­de, die der Höl­le ver­wandt schei­nen. Unter dem Titel „Mein Vater denkt, wir ster­ben an der Boos­ter-Imp­fung“ ist zu erfahren:

»Was, wenn Freun­de, Geschwis­ter oder Eltern Ver­schwö­rungs­my­then anhän­gen? Fünf Betrof­fe­ne über Lügen, Selbst­zwei­fel und die Angst, dass alles Reden nichts mehr bringt

– Pau­la, 30, arbei­tet fürs Rote Kreuz in Mainz*

Die Boos­ter­imp­fung haben wir alle heim­lich gemacht, damit mein Vater nichts davon mit­be­kommt. Nach der ers­ten Imp­fung war noch alles okay.

Mein Vater war dage­gen. Hat aber noch nicht aktiv ver­sucht, uns an der Imp­fung zu hin­dern. Mitt­ler­wei­le ist er sicher, dass wir an den Imp­fun­gen ster­ben wer­den. Er setzt uns unter Druck. Er schickt uns andau­ernd Vide­os. Ich fra­ge ihn immer wie­der, wie es sein kann, dass vier Leu­te geimpft, aber nicht tot sind. Er sagt: Wir hat­ten Glück. Bei der nächs­ten Imp­fung sind wir dran…

Weih­nach­ten war der Super-GAU. Er hat uns alle zum Gespräch gebe­ten. Berich­te von den ein­schlä­gi­gen Ärz­ten vor­ge­le­sen. Plä­ne aus­ge­ge­ben, wie man Iver­mec­tin ein­neh­men muss. Das wird in der Coro­na-Leug­ner­sze­ne als Medi­ka­ment gegen Coro­na gehan­delt. Am Anfang haben wir uns noch die Mühe gemacht, all sei­ne Infos nach­zu­re­cher­chie­ren, und ver­sucht, ihm zu zei­gen, wem er da folgt. Aber das hat nichts genützt. Man kommt nicht zu ihm durch. Mein Vater war schon immer leicht­gläu­big, aber mitt­ler­wei­le liest er nur noch die „Bild“ und Tele­gram, und zwar vie­le, vie­le Stun­den am Tag. Er guckt abends nicht mehr „Tages­schau“, son­dern in sein Han­dy… Die Ver­zweif­lung, die mein Vater emp­fin­det, ist real. Des­we­gen hal­ten wir jetzt alle wei­te­ren Imp­fun­gen geheim.

Ärz­te oder Impf­zen­tren haben kein Gespür dafür, was es bedeu­tet, mit einem Impf­geg­ner zu leben… 

– Kers­tin, 34, Leh­re­rin aus Hamburg*

Bei mei­nem Bru­der begann es mit den zwei­fel­haf­ten Links, die er teil­te. Die Pan­de­mie hat­te gera­de begon­nen, und die meis­ten waren super­vor­sich­tig und ängst­lich. Mein Bru­der sag­te: „Das ist nur eine Grip­pe. Was wol­len die Leu­te?“

Ich kann mir das nur so erklä­ren: In unse­rer Fami­lie gibt es eine His­to­rie von Zwangs­sym­pto­ma­ti­ken. Zwän­ge kön­nen stär­ker wer­den, wenn man sich in einem Zustand der Unge­wiss­heit wie­der­fin­det. Mei­ne Hypo­the­se ist, dass die Ver­schwö­run­gen sei­ne Bewäl­ti­gungs­stra­te­gie sind. Nach dem Mot­to: Mir kann nichts pas­sie­ren, ich kann mei­ne Gedan­ken steuern. 

Im Okto­ber ist mein Bru­der mit sei­ner Frau in die Schweiz gezo­gen, um dem „Impf­zwang“ in Deutsch­land zu ent­flie­hen. Wir spre­chen kaum noch. Ich kann ihn bei dem The­ma nicht mehr errei­chen, und ich fin­de es beängs­ti­gend, Men­schen unter uns zu wis­sen, die der Wis­sen­schaft und der Demo­kra­tie nicht mehr vertrauen.

– Jan, 32, stu­diert Poli­tik­wis­sen­schaft in Osnabrück*

Wir sind seit 15 Jah­ren befreun­det. Wir spie­len zusam­men in einer Band. Er hat schon frü­her Din­ge gesagt, an die ich nicht glau­be. Dass die Pyra­mi­den nicht von Men­schen erbaut wor­den sei­en, son­dern von Ali­ens. Fand ich schräg, aber eher unter­halt­sam. Wie ein Witz auf einer Par­ty. Wie stark sich unse­re Welt­bil­der unter­schei­den, wur­de erst mit Anfang der Pan­de­mie deut­lich. Plötz­lich stößt man gegen eine Wand. Die Gesprä­che mit mei­nem Kum­pel sind heu­te sehr auf­rei­bend...

Er ist nicht geimpft. Aus Kri­tik an der Phar­ma­in­dus­trie und zum ande­ren, weil er wohl denkt, die Imp­fung sei unnötig.

Ich ver­ste­he jetzt bes­ser, wie Ver­schwö­rungs­my­then funk­tio­nie­ren. Vie­le bau­en auf einem rea­len Ereig­nis auf, an dem es zum Teil berech­tig­te Kri­tik gibt. Das ist also nicht kom­plett unlo­gisch. Aber die Schlüs­se, die man dann dar­aus zieht, sind voll­kom­men ande­re. Die­se Irr­tü­mer auf­zu­ar­bei­ten ist wahn­sin­nig zeit­auf­wen­dig und anstren­gend. Ich sehe das aber als mei­ne gesell­schaft­li­che Aufgabe…

– Mar­len, 23, stu­diert Psy­cho­lo­gie in Leipzig

Bei mei­ner Mut­ter hat es damit ange­fan­gen, dass ihre Kol­le­gin im Fri­seur­sa­lon Coro­na geleug­net hat. Die hat­te von Anfang an gefälsch­te Test­nach­wei­se. In der Stadt, in der mei­ne Eltern leben, gibt es Medi­zi­ner, die ohne Wei­te­res Zer­ti­fi­ka­te fäl­schen. Mei­ne Mut­ter hat das hin­ge­nom­men. Sie hat nur die­se eine Mit­ar­bei­te­rin. Und ihre Kun­din­nen kom­men regel­mä­ßig mit gefälsch­ten Test­zer­ti­fi­ka­ten. Hät­te mei­ne Mut­ter die Covid-Rege­lun­gen im Salon umge­setzt, der Laden hät­te wohl längst schlie­ßen müssen.

Zu Beginn der Pan­de­mie habe ich wirk­lich schlim­me Dis­kus­sio­nen mit ihr geführt. Gebracht hat das nichts. Mei­ne Mut­ter inter­es­siert sich nicht für Fak­ten, und ich bin die abge­ho­be­ne Aka­de­mi­ke­rin. Es ist nicht mal so, dass sie beson­ders aus­ge­feil­ten Ver­schwö­rungs­my­then anhängt. Sie glaubt ein­fach nicht an Coro­na. Sie hat sich sogar mit Covid infi­ziert und war zwei Wochen krank zu Hau­se, hat aber wei­ter­hin behaup­tet, dass sie es nicht habe.

Ihre Wei­ge­rung, sich imp­fen zu las­sen, ging so lan­ge, bis wir gemein­sam in Öster­reich waren. Dass sie kei­ne Imp­fung nach­wei­sen konn­te, war ihr so pein­lich, dass sie sich hat imp­fen las­sen. Aber auch nur, weil ich die Ter­mi­ne gemacht habe. Sie ist ja in Oppo­si­ti­on zum Staat… 

–Vin­cent, 40, Dreh­buch­au­tor aus Hamburg

Mein Vater hat schon 2001 an Ver­schwö­rungs­my­then zum 11. Sep­tem­ber geglaubt. Seit mei­ne Eltern in Ren­te sind, wird ihr Ver­schwö­rungs­glau­be immer schlimmer…

Als Coro­na kam, war mir klar, dass er alles mit­nimmt. Er ist der fes­ten Über­zeu­gung, man kön­ne kei­nen offi­zi­el­len Infor­ma­tio­nen trau­en. Alle, die irgend­wie Ent­schei­dungs­ge­walt haben, wür­den lügen. Er bezeich­net sich selbst als Quer­den­ker. Er woll­te unbe­dingt zu Tele­gram, um dort ent­spre­chen­den Grup­pen bei­zu­tre­ten und mit­zu­or­ga­ni­sie­ren. An dem Punkt habe ich mei­nen Eltern gesagt, dass ich nicht mehr nach Hau­se kom­me. Im Som­mer 2020 habe ich sie das letz­te Mal besucht. 

Mei­ne Mut­ter sitzt zwi­schen den Stüh­len. Auf der einen Sei­te ist sie kom­plett von mei­nem Vater beein­flusst. Sie will nicht mit ihm strei­ten und ist schlecht infor­miert, weil er sagt: Wir gucken kei­ne Nach­rich­ten mehr. Auf der ande­ren Sei­te hat sie unglaub­li­che Angst vor Coro­na. Sie hofft sogar, dass die Impf­pflicht kommt. Dann muss sie sich nicht selbst entscheiden.

* Name auf Wunsch geän­dert«

29 Antworten auf „Vom grauenvollen Leben mit Angehörigen, die Verschwörungsmythen anhängen“

  1. nur so, war­um soll­te man sich nicht selbst ent­schei­den müs­sen, ob man sich imp­fen läßt, nur weil eine impf­pflicht aus­ge­ru­fen wer­den würde?

  2. Ich geb mir das Geplär­re mal nicht zur Gän­ze aber beim ers­ten Dra­ma sieht man recht schön was für eine dum­me Steil­vor­la­ge das "ihr-wer­det-alle-ster­ben Man­tra" ist.

    "Die Angst, dass alles Reden nichts mehr bringt" ist neben­bei völ­lig berech­tigt. Schuld dar­an tra­gen zu einem guten Teil die hys­te­ri­schen Hard­li­ner bei­der Sei­ten, die nicht ver­ste­hen (wol­len?), dass ein Dia­log nur sach­lich und ohne stän­di­ges, emo­tio­na­les Auf­hei­zen mög­lich ist.

    Wie ich bereits an ande­rer Stel­le erwähnt hat­te muss ich mich eben­falls gele­gent­lich gegen den "Mas­sen­tod­stroh­mann" ver­tei­di­gen wenn ich mal wie­der ins Gespräch mit einem Bekann­ten abge­rutscht bin, den einer der besag­ten Hard­li­ner mit die­sem Mum­pitz recht pene­trant bear­bei­tet hat. Ich weiß nicht wie oft ich ihm schon gesagt haben, dass ich die The­se nicht unter­stüt­ze und für dumm halte…

  3. Schö­ne Sati­re. Ich habe auch so zwei Stern­gu­cker. ER, Ober­arzt der Anäs­the­sie. Von mRNA hat er mal in einer Vor­le­sung gehört. Iver­mec­tin kann­te ef gar nicht. Pfi­zers Skan­dal um "Blut­käl­ber"? Nie was von gehört.
    Als "fri­scher Abitu­ri­ent" hat er mich (schul­in­dok­tri­niert) als "Nazi und Juden­mör­der" bezeich­net. Ich bin Jahr­gang 1947! – Sei­ne Schwes­ter, Ober­stu­di­en­rä­tin, hält alle alten, wei­ßen Män­ner für Ras­sis­ten. Auf die Mor­de an wei­ßen Buren in Süd­afrka hin­ge­wie­sen, hat sie mich eben­so wie ihr Bru­der gesperrt. "bIch freue mich, wenn Ihr Unge­impf­ten i.m nächs­ten Jahr (1922) alle sterbdn wer­det. Ich bin nach Schlag­an­fall halb­sei­tig gelähmt und hat­te gera­de eine lebens­be­dro­hen­de Krebs­er­kran­kung hin­ter mir, daher unge­impft. Mir tun nur ihre klei­nen Kin­der leid.

  4. Jedes die­ser angeb­li­chen ach­so tra­gi­schen Schick­sa­le wirkt so künst­lich bzw. kon­stru­iert. Ich bezweif­le hier­mit auch die Echt­heit die­ser ver­meint­li­chen Erfah­rungs­be­rich­te! Es fin­det, wie gewohnt auch kei­ner­lei annä­hernd sach­li­che Dis­kus­si­on bezüg­lich den Argu­men­ten von Kri­ti­kern ("Skep­ti­kern") statt, son­dern die­se wer­den von Grund auf als bedau­erns­wer­te, ver­irr­te und hin­ters Licht geführ­te Indi­vi­du­en dar­ge­stellt. Letzt­end­lich wer­den natür­lich nur die immer glei­chen Kli­schees bedient und eine Schub­la­de nach der ande­ren auf und gleich wie­der zugemacht.

    "Mein Vater war schon immer leicht­gläu­big, aber mitt­ler­wei­le liest er nur noch die „Bild“ und Tele­gram, und zwar vie­le, vie­le Stun­den am Tag. Er guckt abends nicht mehr „Tages­schau“,"

    NUR die "Tages­schau" zeigt euch die Wahr­heit und alle die ande­re Ansich­ten haben, infor­mie­ren sich nur aus der "Bild" und bei Telegram.

    "Ich kann mir das nur so erklä­ren: In unse­rer Fami­lie gibt es eine His­to­rie von Zwangs­sym­pto­ma­ti­ken. Zwän­ge kön­nen stär­ker wer­den, wenn man sich in einem Zustand der Unge­wiss­heit wie­der­fin­det. Mei­ne Hypo­the­se ist, dass die Ver­schwö­run­gen sei­ne Bewäl­ti­gungs­stra­te­gie sind."

    Mein der Bru­der Zwangs­neu­ro­ti­ker, ja das muss es sein!

    "… und ich fin­de es beängs­ti­gend, Men­schen unter uns zu wis­sen, die der Wis­sen­schaft und der Demo­kra­tie nicht mehr vertrauen."

    Ja, dass ist wirk­lich außer­or­dent­lich beängs­ti­gend. Ein­fach die Augen zu machen und blind Ver­trau­en und alles wird gut, denn die pol­ti­schen bzw. wis­sen­schaft­li­chen Eli­ten wis­sen und regeln das schon so wie immer.

    "Ich ver­ste­he jetzt bes­ser, wie Ver­schwö­rungs­my­then funk­tio­nie­ren. Vie­le bau­en auf einem rea­len Ereig­nis auf, an dem es zum Teil berech­tig­te Kri­tik gibt. Das ist also nicht kom­plett unlo­gisch. Aber die Schlüs­se, die man dann dar­aus zieht, sind voll­kom­men ande­re. Die­se Irr­tü­mer auf­zu­ar­bei­ten ist wahn­sin­nig zeit­auf­wen­dig und anstrengend."

    Auch hier fin­det über­haupt kei­ne sach­li­che Aus­ein­an­der­set­zung auf Grund­la­ge von etwa­igen Argu­men­ten statt, son­dern natür­lich sind wie­der alles nur Ver­schwö­rungs­my­then und tra­gi­sche Irrtümer.

    "Bei mei­ner Mut­ter hat es damit ange­fan­gen, dass ihre Kol­le­gin im Fri­seur­sa­lon Coro­na geleug­net hat."

    Da sind Sie wie­der, die bösen, bösen Leugner! 

    "Mei­ne Mut­ter inter­es­siert sich nicht für Fak­ten, und ich bin die abge­ho­be­ne Akademikerin."

    Es ist natür­lich auch eine unum­stöß­li­che Tat­sa­che, dass nur Aka­de­mi­ker ihre Ent­schei­dun­gen auf Basis von wahr­haf­ti­gen "Fak­ten" tref­fen, die natür­lich auch nur sie als sol­che erkennen.

    "Dass sie kei­ne Imp­fung nach­wei­sen konn­te, war ihr so pein­lich, dass sie sich hat imp­fen las­sen. Aber auch nur, weil ich die Ter­mi­ne gemacht habe."

    Ja, genau! Der ver­blen­de­ten Mut­ter, der Fak­ten grund­sätz­lich egal sind, ist es aber pein­lich, dass sie kei­nen Impf­nach­weis vor­le­gen konn­te, und des­halb lässt Sie sich folg­lich "imp­fen". That´s nor­mal Life!

    "Mein Vater hat schon 2001 an Ver­schwö­rungs­my­then zum 11. Sep­tem­ber geglaubt. Seit mei­ne Eltern in Ren­te sind, wird ihr Ver­schwö­rungs­glau­be immer schlimmer…"

    Und noch mehr an Ver­schwö­rungs­my­then, die durch die chro­ni­sche Lang­wei­le des Ren­ter­da­seins ver­ständ­li­cher­wei­se nur noch wei­ter befeu­ert wurde.

    "Mei­ne Mut­ter sitzt zwi­schen den Stüh­len. Auf der einen Sei­te ist sie kom­plett von mei­nem Vater beein­flusst. Sie will nicht mit ihm strei­ten und ist schlecht infor­miert, weil er sagt: Wir gucken kei­ne Nach­rich­ten mehr. Auf der ande­ren Sei­te hat sie unglaub­li­che Angst vor Coro­na. Sie hofft sogar, dass die Impf­pflicht kommt. Dann muss sie sich nicht selbst entscheiden."

    Auch voll­kom­men nach­voll­zieh­bar! Die KOMPLETT beein­fluss­te Mut­ter hat trotz­dem eine unglaub­li­che Angst vor Coro­na und hof­fe des­halb auf die durch­grei­fen­de Hand von Vater Staat.

    Fazit:

    Alles so schlecht gemacht, dass mir schlecht nur vom Lesen des­sen wird,

    1. @André B.:

      Net­te Auf­ar­bei­tung. Die letz­ten zwei sind tat­säch­lich Haar­sträu­bend. Der Quark mit dem Hof­fen auf Impf­pflicht oben­drein noch ekel­haft mani­pu­la­tiv. Bei den ande­ren muss ich aller­dings ein­wen­den, dass sie durch­aus real sein könn­ten. Man möch­te es nicht wahr­ha­ben aber die­se irra­tio­na­len und über­heb­li­chen Argu­men­ta­ti­ons­mus­ter wer­den tat­säch­lich ver­wen­det. Oft sogar von eigent­lich rela­tiv intel­li­gen­ten Menschen.

  5. " …wie man Iver­mec­tin ein­neh­men muss. Das wird in der Coro­na-Leug­ner­sze­ne als Medi­ka­ment gegen Coro­na gehandelt."

    Wenn man Coro­na "leug­net", wie­so küm­mert man sich dann um ein Medi­ka­ment dagegen?

    Dia­gno­se: Denk- oder sprachbehindert.

  6. Hat eigent­lich mal einer über­legt, wie es mir geht, wenn ich

    - es über­all mit leicht­gläu­bi­gen Impf-Feti­schis­ten zu tun habe,
    – un mich her­um nur Coro­na-Wahn­sin­ni­ge zu Gesicht bekom­me oder
    – von Mas­ken­freaks oder gar einer gan­zen Mas­ken­sek­te gestört werde?

    z NEIN!

  7. Jaja, und die gan­zen Neben­wir­kun­gen sind auch alles Ver­schwö­rungs­my­then – wobei – stopp, es gibt ja gar kei­ne Neben­wir­kun­gen mehr, weil das RKI die Daten­bank geschlos­sen hat.…
    Was soll man dazu noch sagen?
    Sol­len sie sich wei­ter ereifern..

    Heu­te war ich im Thea­ter. Im Ver­gleich zum letz­ten Besuch (Woche 1 ohne Mas­ken) waren heu­te deut­lich mehr Men­schen ohne Mas­ke zu sehen, bestimmt 40–50%. Das Thea­ter hat es sich die­ses Mal aber nicht neh­men las­sen, vor Vor­stel­lungs­be­ginn durch­zu­sa­gen, dass die Mas­ken­pflicht zwar offi­zi­ell auf­ge­ho­ben sei, aber zum Schutz der eige­nen Gesund­heit und der der Mit­men­schen wer­de man gebe­ten, die Mas­ke wei­ter auf­zu­set­zen. Die­ser Hin­weis war schon wie­der so woke, dass ich wütend wur­de. Ich habe mir ein ver­ächt­li­ches Lachen nur mit Mühe ver­knif­fen. Tat­säch­lich grif­fen nach die­sem Auf­ruf ein Paar Rück­grat­lo­se zu ihren Spuck­lap­pen… Jeder, der das Thea­ter ohne Mas­ke betre­ten hat, wird sich dar­über infor­miert haben, dass man ohne Mas­ke rein darf. Wie­so muss man dann bei Vor­stel­lungs­be­ginn noch­mal extra durch­sa­gen, dass man doch bit­te doch die Mas­ken auf­set­zen soll??? Den Leu­ten ein schlech­tes Gewis­sen machen??? Offen­bar funk­tio­niert es ja bei eini­gen, ich erken­ne sol­che umtrie­bi­gen Mani­pu­la­tio­nen sofort und den­ke mir dann nur "jetzt erst recht nicht" (wobei ich die Mas­ke frei­wil­lig eh nicht auf­set­zen wür­de). Aber wie da wie­der die Men­schen "genudgt" wer­den soll­ten, war abstoßend. 

    In der Stadt war heu­te wegen Fuß­ball offen­bar aus­wär­ti­ges Publi­kum. Es war bemer­kens­wert, dass nur noch weni­ge Mas­ken auch in den Geschäf­ten getra­gen wur­den. Wenn, dann waren es meis­tens Leu­te zwi­schen 30 und 40, meist Pär­chen oder mit Kind. Das sind die­je­ni­gen die wirk­lich als aller­letz­tes Risi­ko­grup­pe sind, aber in die­ser Grup­pe scheint die Hörig­keit hier beson­ders hoch. Hat mich lei­der wie­der trau­rig gestimmt, aber ins­ge­samt gelingt es mir recht gut, die Mas­ken­fe­ti­schis­ten zu igno­rie­ren. Lei­der ach­te ich aber nun auch auf Gesich­ter kaum noch, weil mich die Men­schen gene­rell seit die­sem gan­zen Thea­ter größ­ten­teils nur noch anwidern..

    1. @Getriebesand:

      Du hast ja grund­sätz­lich völ­lig recht aber ist das alles wirk­lich eine der­art neue Erkennt­nis? Unse­re Gesell­schaft besteht nicht erst seit ges­tern größ­ten­teils aus gleich­ge­schal­te­ten Igno­ran­ten und ähn­li­chem Boden­satz. Wenn man heu­te noch irgend­wie aus der Mas­se raus­ste­chen soll­te gehört man zu einer aus­ster­ben­den Art.

      Sicher, die Mas­se war schon immer Mas­se aber seit die per­ma­nen­te Medi­en­be­rie­se­lung auch wirk­lich die hin­ter­letz­te Ecke erreicht wird der Ein­heits­brei nun­mal immer ein­heit­li­cher und all­um­fas­sen­der. Kann man gut fin­den oder auch nicht, ändert aber nichts daran.

      Am bes­ten ist es mei­ner Mei­nung nach aus der Rückg­rad­lo­sig­keit der Leu­te Pro­fit zu schla­gen und Ihnen auf der Nase rum­zu­tan­zen, wenn sie mei­nen einem auf die Ner­ven gehen zu müs­sen. Was wol­len sie schon groß machen? Nichts. Dumm Gaf­fen und Rum­plär­ren braucht einen wirk­lich nicht zu interessieren.

      In die­sem Sinn: https://​you​tu​.be/​w​a​t​c​h​?​v​=​r​4​m​P​4​_​g​J​4Gs 😉

  8. Star Trek ist Verschwörung. 

    Spock (will sich opfern) : "Das Wohl von Vie­len wiegt schwe­rer als das Wohl von Weni­gen oder von Einem."

    Kirk (ret­tet Spocks Leben): "Weil das Wohl von Einem genau­so viel wiegt wie das Wohl von Vielen."

  9. Das schreit eigent­lich nach einem TV-Dra­ma, Nackt unter Coro­na ‑Leug­ner-Wöl­fen, oder so.
    Kon­spi­ra­tiv zum Boos­ter, weil Alu­hut-Papi sonst aus­ras­tet, wer kennt sol­che Geschich­ten nicht (aus den Qua­li­ty- Medien)?
    Neben­bei, ist die "Coro­na-Leug­ner-Sze­ne" wirk­lich so inkon­se­quent, dass sie ein Medi­ka­ment gegen die Krank­heit emp­fiehlt, die sie angeb­lich leug­net? Oder hat der Autor hier wie­der mal die Logik inner­halb der Hand­lung vernachlässigt?

    1. "Sze­ne" kann heu­te jeder sein, und jeder kann auf Face­book, Whats­app, Twit­ter irgend­ei­ne Behaup­tung auf­stel­len. Oder kann eine Behaup­tung die er von irgend­wen hat und nur zur Hälf­te ver­stan­den hat wei­ter­ver­brei­ten. Die Leu­te haben heu­te mehr Mög­lich­kei­ten als die tages­chau in den 70er Jah­ren aber wis­sen eben nicht was Rele­vanz, Quel­len­prü­fung u.ä. bedeu­tet. Und dann wun­dern sie sich das sie nie­mand ernst nimmt.

  10. Wie geil! Da sind wirk­lich alle Fuck­ten kumu­liert und kom­pri­miert zusam­men­ge­fasst! Cha­peau! Einer, der nicht die „Tages­schau“ sieht, oder an ein­stür­zen­de WTC7 ohne Fremd­ein­wir­kung glaubt, ist ja wohl kein Demo­krat und ehren­wer­ter Bür­ger! Sol­che Sub­jek­te unter­mi­nie­ren den Erfolg der Rei­chen und Kri­mi­nel­len! Weg damit! Ent­we­der an die Front in der Ost-Koka­i­ne, ins Lager oder ins Krematorium.

  11. "Am Anfang haben wir uns noch die Mühe gemacht, all sei­ne Infos nach­zu­re­cher­chie­ren, und ver­sucht, ihm zu zei­gen, wem er da folgt."

    Das ist das Pro­blem. Sie recher­chie­ren eben nicht die Fak­ten nach, son­dern den Schmutz, der über die Über­brin­ger der Nach­rich­ten aus­ge­kippt wird.

  12. „Plä­ne aus­ge­ge­ben, wie man Iver­mec­tin ein­neh­men muss. Das wird in der Coro­na-Leug­ner­sze­ne als Medi­ka­ment gegen Coro­na gehandelt.“
    Das ist mei­ne Lieb­lings­stel­le. Spä­tes­tens da müss­te man mal stut­zig wer­den. Wie­so emp­feh­len sog. Coro­na-Leug­ner ein Medi­ka­ment gegen eine Erkran­kung, die sie angeb­lich leugnen?
    Ansons­ten nichts Neu­es. Die Unter­richts-Pro­pa­gan­da läuft auf Hoch­tou­ren. Da gibt es Mate­ria­li­en im Netz…unglaublich!

    1. Da im Text kei­ne Quel­le außer "Coro­na-Leug­ner-Sze­ne" ange­ge­ben ist kann man natür­lich nur Ver­mu­tun­gen anstellen. 

      Eine Ver­mu­tung könn­te sein das irgedwer, irgend­wo, irgendwann
      in einem Forum, Chat oder was weiß ich Rem­de­si­vir mit Iver­mec­tin ver­wech­selt hat.
      https://​www​.bar​mer​.de/​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​-​v​e​r​s​t​e​h​e​n​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​/​m​e​d​i​k​a​m​e​n​t​e​-​c​o​r​o​n​a​-​1​0​7​2​3​0​0​#​A​n​t​i​v​i​r​a​l​e​_​M​i​t​t​e​l​_​R​e​m​d​e​s​i​v​i​r​_​H​a​n​d​e​l​s​n​a​m​e​_​V​e​k​l​ury

      Die­se latei­ni­schen Namen für Wirk­stof­fe und Medi­ka­men­te klin­gen für Fach­frem­de sowie­so alle gleich und solan­ge man nicht weiß wo und in wel­chen Kon­text wer die­se Behaup­tung auf­ge­stellt hat (auch was den beruf­li­che Hin­ter­grund betrifft) ist das sowie­so nur Sto­chern im Nebel.

  13. PS: Inter­es­sant ist die Fra­ge, wem die­se sog. Ver­schwö­rungs­theo­rien nut­zen. In Wes­sen Inter­es­se ist es denn, Fak­ten als Theo­rie zu bezeich­nen!? Genau im Inter­es­se der­je­ni­gen die 7/24 und am lau­fen­den Band Faken­ews über ARD+ZDF ver­brei­ten. Und sich dann als Fak­ten­che­cker bezeichnen.

    Grupp: Was habe ich gera­de gesagt!?
    Affe: Hun­dert­pro­zent pro­du­ziert in Deutschland!

    (Man soll­te eben nicht alles glau­ben was Affen im Fern­se­hen erzählen)

  14. „… und ich fin­de es beängs­ti­gend, Men­schen unter uns zu wis­sen, die der Wis­sen­schaft und der Demo­kra­tie nicht mehr vertrauen.“
    Mir geht es genau umgekehrt.

    Das „Maga­zin für poli­ti­sche Bil­dung“ tritt etwas schräg auf, um die jun­ge Kli­en­tel abzu­grei­fen. Pein­lich. Und wenn man schon Spick­zet­tel braucht für Dis­kus­sio­nen, ist es mit den Argu­men­ten auch nicht weit her.

  15. War­um fra­gen wir nicht ein­fach SIE! Scha­de dass auch Wiki­pe­dia sie nicht zu mögen scheint. Fest scheint aber zu ste­hen, sie hat wohl Abitur und sie hat stu­diert. Vielfach.

    Lan­si:
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​D​j​B​z​g​Q​K​m​V38
    Quel­le: you​tube​.com

    Wiki:
    https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​M​a​i​_​T​h​i​_​N​g​u​y​e​n​-​Kim
    Quel­le: Wiki­pe­dia, 22 Mai 2022

  16. Prä­trans­hu­ma­nis­mus auf DRRisch?

    "Ein­bli­cke in ein bis­her unent­deck­tes Kapi­tel der DDR-Geschichte 

    Die Idee war so ambi­tio­niert wie anma­ßend: den Kom­mu­nis­mus auch im All real wer­den zu las­sen. Und die Rea­li­tät? Um einen »Kör­per mit opti­ma­ler Nor­mie­rung« zu kre­ieren, wur­de ab den 70er Jah­ren im Osten in hoch­ge­hei­men Labo­ren geforscht. Was sur­re­al klingt, fin­det sich belegt in den Akten des ost­deut­schen Mili­tärs, aber auch bei denen, deren Kör­per zum Mate­ri­al die­ses Staats­trau­mas gemacht wur­den. Eine dich­te Erzäh­lung, die ein schar­fes Licht auf ein bis­lang aus­ge­blen­de­tes Erbe der DDR wirft – und eine Zeit­dia­gno­se über ent­grenz­te Körperforschung.

    Der Neue Mensch im All galt im Welt­raum­pro­gramm der Sowjet­uni­on als abso­lu­ter Leit­stern und lös­te in der DDR zwi­schen 1972 und 1989 eine gründ­li­che For­schungs­tä­tig­keit aus. Die Unter­wer­fung und Beherr­schung des Kos­mos soll­te durch Hoch­leis­tungs­flie­ger, die sich über Jah­re im All auf­hal­ten konn­ten, mög­lich wer­den. Wie erschafft man die­sen maxi­mal nor­mier­ten und bedürf­nis­lo­sen Kör­per? Aus den Ver­schluss­ak­ten der DDR-Mili­tär­for­schung, heu­te zugäng­lich im Mili­tär­ar­chiv Frei­burg, setzt Ines Gei­pel ein ver­stö­ren­des Bild zusam­men: Expe­ri­men­tiert wur­de nicht nur an Tie­ren, son­dern auch an Men­schen, in Kran­ken­häu­sern, Gefäng­nis­sen, an Sol­da­ten und im Hoch­leis­tungs­sport. Das Stre­ben nach der Vor­herr­schaft im Kos­mos ist nicht Ver­gan­gen­heit, son­dern erfährt heu­te eine Renaissance."

    https://​www​.klett​-cot​ta​.de/​b​u​c​h​/​G​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​_​/​_​P​o​l​i​t​i​k​/​S​c​h​o​e​n​e​r​_​N​e​u​e​r​_​H​i​m​m​e​l​/​4​5​2​378

    Was meint da der Historiker?

    1. @Prätrans: Falls ich gemeint sein soll­te – bestimmt ein inter­es­san­tes The­ma. Die Lob­prei­sun­gen las­sen mich nicht sofort zugreifen:
      »Ines Gei­pel ist eine Meis­te­rin der Sprache.«
      Anja Mai­er, taz

      »Ines Gei­pel sagt scho­nungs­lo­se Sät­ze.« Mar­kus Lanz

    2. @Prätrans: Bin zwar kein His­to­ri­ker, aber "Prä-" ist das nicht. Die Trans­hu­ma­nis­ten trei­ben bereits seit über 200 Jah­ren ihr "Unwe­sen". Es gibt natür­lich phan­tas­ti­sche "Spin­ner" unter Lite­ra­ten und Schrift­stel­lern, aber es gibt auch ech­te durch­ge­knall­te Ver­rück­te unter die­sen Leu­ten. Wehe wenn die­se Macht bekommen.
      Men­schen­ver­ach­tung und Fort­schritts­uto­pien, meist mili­tä­ri­scher Art, sind ver­mut­lich eine drit­te Vari­an­te. Die pro­du­zie­ren Waf­fen mit toten wie auch leben­di­gen Werk­stof­fen. Nur der Zweck zählt.

      Die NASA hat übri­gens mit "sof­te­ren" Metho­den für Mensch und Tier, nicht die schlech­te­ren Leis­tun­gen voll­bracht. Das soll­te man wei­ter füh­ren. Statt­des­sen scheint der Wind sich zu dre­hen. Nicht zum Besseren.

      Der "west­li­che Block" war im "kal­ten Krieg" dazu ver­dammt, vor den Men­schen für das Mora­li­sche­re zu ste­hen. Seit die Kon­ku­renz "Ost­block" sich auf­ge­löst hat, gerät die­se Ambi­ti­on mehr und mehr aus­ser Betracht. Die "Frei­heit" war nichts wei­ter als eine tak­ti­sche Not­wen­dig­keit. Es wird sich ver­mut­lich wei­ter­hin so ent­wi­ckeln. Denn die Ten­denz ver­stärkt sich fast unge­hin­dert, wie's scheint.

      Die erfun­de­nen (?) Leu­te aus dem Text, sind die übli­chen Arnus­no­ma­den, die eine jhi­unta (?) so mit sich bringt. Die gab es auch im "drit­ten Reich" wohl zu Hauff.

  17. Gott, ist das bil­lig und durchschaubar.
    Jetzt weiß ich auch end­lich, wer für die Rosa­mun­de-Pilcher-Ver­fil­mun­gen als Dreh­buch­au­tor ver­ant­wort­lich ist…

    1. @Brian: Wirkt aber – man glaubt es kaum. Genau den Mist plap­pern vie­le aus dem Unbe­wuss­ten her­aus nach. Is' näm­lich psychologisch.

  18. "…wie man Iver­mec­tin ein­neh­men muss. Das wird in der Coro­na-Leug­ner­sze­ne als Medi­ka­ment gegen Coro­na gehandelt. "

    Logik­feh­ler!
    Wenn man das hohe C "leug­net", wes­halb dann zur Behand­lung Iver­mec­tin empfehlen?
    Wur­de von Indi­en übri­gens mit gro­ßem Erfolg ein­ge­setzt und hat sich seit lan­ger Zeit bewährt.

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