"Was ist an Corona alles geil?" – Journalisten in der Echokammer

Die Plattform rt​.de, die den schä­bi­gen Plan Putins ver­folgt, das deut­sche Volk auch in Sachen Corona gegen sei­ne Regierung auf­zu­het­zen, nimmt sich am 11.9. unter obi­gem Titel eines Podcasts an, der am 31.8. ver­öf­fent­licht wur­de unter dem Titel "Expertengespräch: Sexyness am Kapitalmarkt, revo­lu­tio­nä­re Momente und die stärks­te Waffe die wir jemals hat­ten". An die­ser Stelle nur eini­ge der schöns­ten Zitate aus dem Podcast, der es durch­aus mit denen eines sprach­ge­wal­ti­gen Virologen auf­neh­men kann:

Zur US-Behörde FDA:

»Das ist eine Zulassung der renom­mier­tes­ten Zulassungsbehörde der Welt. (…) Das ist wirk­lich genau­so gül­tig wie eine Fahrprüfung nach der Mindestzahl der Stunden.«

Schön auch:

»Das ist ein Beweis dafür, dass eine Technologie, wie zum Beispiel zuvor Mobilfunk, rich­tig sexy sein kann, so wie in Gadgets, die wir auch bei­de schät­zen, und das die ganz viel Potenzial hat und man hat es vor­her irgend­wie nicht verstanden…

Ich fin­de, die [Viren] sol­len einen aufs Maul krie­gen. HIV möch­te ich sehen, wie das kaputt­ge­macht wird, und SARS-CoV‑2 auch…

Meine Kollegen und ich haben uns rela­tiv früh, rela­tiv deut­lich posi­tio­niert und gesagt, Masken auf­set­zen, also scha­den kann es erst mal über­haupt nix. Und kein Dogmatismus jetzt, ein­fach machen…

Erst mal ist es ja auf­fäl­lig, dass Leute, die 'weir­de' Ideen über Corona haben und selt­sa­me Ideen ver­brei­ten wol­len, auch total schrä­ge Ideen über den Klimawandel haben, oder wie häu­fig, sag' ich jetzt mal – das ist nicht immer unbe­dingt gleich – wie häu­fig die auch echt kras­se Fehleinschätzungen haben und die auch offen­siv ver­tre­ten und wie ähn­lich das ist, also wie 'sti­cky' das sozu­sa­gen ist."…

Ich fin­de es befrei­end zu sagen: Vielleicht soll ich eben doch auf den Drosten hören…

Das Leben als Ungeimpfter fin­de ich zum Beispiel total unat­trak­tiv, da hät­te ich kei­nen Bock drauf…

Wir Deutsche haben ja eine unend­lich gro­ße Neigung, Dinge ide­al zu lösen und so lan­ge zu opti­mie­ren, bis sie maxi­mal sind, und immer Immanuel Kant zu fol­gen und alles, was ich mache, muss so ein uni­ver­sa­les Gesetz sein.«

Das Resümee des Autors von rt​.de:

»Eine Frage bleibt am Ende des Podcasts aber offen: Aus Kochs Äußerungen geht deut­lich her­vor, dass er Individualismus und Eigenverantwortung ablehnt und für Menschen, die sie ein­for­dern, nur Verachtung emp­fin­det; dass er den auto­ri­tä­ren Staat begrüßt, der die Bürger nach eige­nem Ermessen ein­sper­ren und gän­geln darf und unter dem Vorwand der Solidarität erpresst; und dass er ver­schlei­ern will, dass es auf Kapitalmärkten und in der Unternehmensführung an ers­ter Stelle um Vermehrung von Kapital geht und sonst nichts.

Diese Melange macht ihn eigent­lich zu einem neo­li­be­ra­len Durchschnittstyp, der die tages­ak­tu­el­le Elitenideologie beson­ders gut ver­in­ner­licht hat. Weshalb hält sich Koch da noch für einen Linken?«

9 Antworten auf „"Was ist an Corona alles geil?" – Journalisten in der Echokammer“

  1. Konnte am Sonntag den Artikel nur anle­sen, jetzt sag ich gewis­ser­mas­sen nur Storz Zitat, also ich meins im Sinne von Herrn Storz…ich ver­steh auch wenn man etwas doku­men­tie­ren möch­te, egal.

    ..a pro­pos FDA und Big Pharma aktu­ell über UK Seite lock­downs­cep­tics: https://​mises​.org/​w​i​r​e​/​l​e​g​a​c​y​-​c​o​r​r​u​p​t​i​o​n​-​f​d​a​-​a​n​d​-​b​i​g​-​p​h​a​rma

    1. @A‑w-n Nein! Diese intel­lek­tu­el­le Verwahrlosung soll­te man sich ganz genau anschau­en. Überall wo sie auf­tritt. Denn nur dann kann man mit ihr umge­hen und gegen sie argu­men­tie­ren … Storz irrt. Die Logik der Echokammer führt zu nichts mehr. Das soll­ten gera­de Leser*innen die­ses Blogs ver­ste­hen, wenn sie in Zukunft irgend­wann ein­mal etwas ändern wollen.

  2. ProSieben und Stern – zwei media­le Unternehmen, die für ihre
    Seriosität bekannt sind…
    Redet der Kerl ernst­haft so ? Dann passt es ja mit dem Philosophie-
    Bachelor an der Starbucks-Universität…
    Aber der Artikel auf rt​.de ist tref­fend und wit­zig geschrieben.

  3. »Wie eine Fahrprüfung nach der Mindestzahl der Stunden« …
    Die Herren kön­nen ja mal ver­su­chen eine Fahrprüfung vor der Theorieprüfung anzu­mel­den oder nach einer hal­ben Fahrstunde. So als Notfallzulassung, weil man sei­ne Oma schnell ins Krankenhaus fah­ren möch­te. Und gleich noch den sel­ben Notfallführerschein für die 11-jäh­ri­ge Schwester ver­lan­gen, weil der Opa zuhau­se auch nicht gut bei­ein­an­der ist. Könnte schwie­rig werden.
    Aber Vergleiche die nicht hin­ken, sind für Leute die eine sol­che Argumentation fah­ren wol­len natür­lich auch nix.
    So was öffent­lich zu ver­tre­ten – das fänd ich total unat­trak­tiv so von der Sexyness her, da hät­te ich kei­nen Bock drauf…

  4. Die Stimme des BUND, die nun voll­kom­men sach­lich gewor­den war, beb­te vor Entrüstung; die Missbilligung der Allgemeinheit sprach aus ihr: "Wenn ich noch ein­mal von einem Verstoß gegen die Regeln infan­ti­len Verhaltens höre, bean­tra­ge ich Ihre Versetzung in eine Hilfszentrale."
    Schöne Neue Welt, A. Huxley

  5. Ist heu­te – am Sonntag- etwas beson­de­res pas­siert? Geht die Regierung zwei Wochen vor der Wahl auf Kuschelkurs mit den Gegnern und prä­sen­tiert jetzt Menschen, die trotz Impfung nicht an ADE oder ähn­li­chem Schaden neh­men, son­dern bei denen sich die Viren im Kopf breit­ma­chen und die Denkzellen mas­siv angrei­fen und offen­sicht­lich auch vernichten? 

    Wenn ja, was wol­len sie mit den Beiträgen (hier und der Kommentar von der RBB-Tante) bezwe­cken? Mitleid oder doch eher eine Warnung vor der Impfung, oder gar nega­ti­ve Wahlpropaganda?

  6. Ich ver­mu­te immer noch, daß es sich dabei um eine Satire han­delt. Es ist ein­fach zu per­fekt, von der bekiff­ten Überheblichkeit bis zur völ­li­gen Realitätsverleugnung.

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