Was war eigentlich heute vor zwei Jahren?

Unter dem Titel Drosten ist zurück! (Wirrer denn je) wur­de hier am 5.8.20 zitiert aus einem Artikel auf ovb-online.de. Es war u.a. zu lesen:

Gleich mit einer sei­ner ers­ten Feststellungen rückt er die Fake News der Wirtschaftspresse zurecht:

»"Unser frü­her und kur­zer Lockdown hat der Wirtschaft viel Schaden erspart", meint der Virologe.«

Damit hat er gekonnt das Statistische Bundesamt der Panikmache über­führt, das am 30.7. twit­ter­te:

»Auswirkungen der #Corona-Pandemie füh­ren zu his­to­ri­schem Rückgang – deut­lich stär­ker als wäh­rend der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise.«

… Doch zurück zu Drostens neu­en Erkenntnissen.

»"Während das Virus mit der ers­ten Welle in die Bevölkerung ein­ge­drun­gen ist, wird es sich mit der zwei­ten Welle aus der Bevölkerung her­aus ver­brei­ten", erklärt der Virologe in sei­nem Beitrag. Dadurch könn­ten Infektionsketten, die in letz­ter Zeit gut nach­voll­zieh­bar waren, durch künf­tig flä­chen­de­cken­de­re und zeit­gleich auf­tre­ten­de Infektionen, schwe­rer nach­voll­zieh­bar werden.«

Wie man sich das Rein-Raus-Spielchen des Virus vor­stel­len soll, bleibt eben­so im Dunklen wie die Steigerungsform von "flä­chen­de­ckend".

Aber der Virologe weiß, was zu tun ist:

»Als Vorbild nennt der Virologe Japan, das die ers­te Welle ohne Lockdown unter Kontrolle gebracht hat­te. Drosten schlägt nun vor, dass jeder Bürger über den Winter ein Kontakt-Tagebuch füh­ren soll

Großraumbüros werden weggeclustert

»Corona: Drosten will auf Erkennung von Quellclustern setzen
"Durch die Fokussierung auf die Infektionsquelle wird der neu dia­gnos­ti­zier­te Patient näm­lich zum Anzeiger eines uner­kann­ten Quellclusters, das in der Zwischenzeit gewach­sen ist. Die Mitglieder eines Quellclusters müs­sen sofort in Heimisolierung. Viele davon könn­ten hoch­in­fek­ti­ös sein, ohne es zu wis­sen. Für Tests fehlt die Zeit", erklärt er. Beispiele für soge­nann­te Quellcluster könn­ten Drosten zufol­ge Großraumbüros, Fußballmannschaften, Volkshochschulkurse und Schulklassen sein. Besonders auf Letztere müs­se man im Herbst ach­ten: "Weil es gera­de bei jün­ge­ren Schülern nur einen klei­nen Anteil sym­pto­ma­ti­scher Fälle gibt, kann jeder Fall eines sym­pto­ma­ti­schen Schülers einen Quellcluster anzeigen."«

Für Tests fehlt die Zeit…

Deshalb gilt:

»Die bestehen­den Empfehlungen des RKI sei­en zwar prä­zi­se und rich­tig, die Ämter bräuch­ten jedoch einen zusätz­li­chen Krisenmodus. "Dazu gehört eine ver­ein­fach­te Überwachung der Einzelkontakte, eine Festlegung von Clustersituationen, die sofort und pau­schal qua­ran­tä­ne­pflich­tig sind, sowie eine kur­ze Cluster-Abklingzeit mit Zulassen einer Restviruslast. Hierüber muss Einigkeit herr­schen", mahnt Drosten…

"Diesen Weg müs­sen alle ver­ste­hen und mit­tra­gen, auch durch Befolgen all­ge­mei­ner Maßnahmen wie Maskenpflicht und Beschränkung pri­va­ter Feiern."«

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

12 Antworten auf „Was war eigentlich heute vor zwei Jahren?“

  1. Falls es in hun­dert Jahren noch Sachbücher zur Erhellung der Jugend geben soll­te, und die­se eben­falls noch des Lesens fähig, wird Professor Drosten zwei­fel­los auf Augenhöhe eines Ignaz Semmelweis, Louis Pasteur, Robert Koch, Christiaan Barnard ste­hen. Ja, ich weiss, eher sind das Hörbücher oder Videospiele. Aber egal. Die bis dahin völ­lig haar­lo­se Jugend wird Drostens Frisur put­zig und anti­qui­riert fin­den und sich klag­los unhin­ter­fra­gend von der vor­bei­flie­gen­den Impfbot:in ein Stich:in set­zen lassen.

    1. Was schreib'n ich denn da für'n üblen SciFi? Das Impfbot:in setzt kla­rer­wei­se eine Doppelpunktuationsstich:in. Wegen das Diversum. Und der Genitiv hat bald fer­tig. Dem geht sei­ne Luft lang­sam aus. Dativ ist der nächs­te. Braucht keiner.

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