"Willkommensgeld NRW" für ausländische Pflegekräfte

Das ist doch eine Superidee des Handwerks in NRW. Nach den tür­ki­schen "Gastarbeitern" für die Abwicklung unse­rer Flüge, den ost­eu­ro­päi­schen Arbeitern, die unse­ren Spargel ern­ten und unse­re Schweine zer­le­gen, sol­len nun (vom Handwerk?) Pflegekräfte aus dem Ausland ange­wor­ben werden.

»Ziel des Projekts ist es, aus­län­di­schen Pflegekräfte aus nicht EU-Staaten, die in Deutschland eine Tätigkeit in der Pflege auf­neh­men, und somit dabei hel­fen, den– auch in hohem Maße pan­de­mie­be­ding­ten – aku­ten Mangel im Pflegesystem behe­ben, die ihnen dabei anfal­len­den Kosten zu kompensieren. 

Gleichermaßen soll ein deut­li­cher finan­zi­el­ler Anreiz im Sinne einer Motivation zur Beschäftigungsaufnahme in NRW gesetzt wer­den. Die Landesregierung NRW stellt hier­für aus­län­di­schen Pflegekräften ein Willkommensgeld NRW in Höhe von 3.000,00 € in Form eines nicht rück­zahl­ba­ren Zuschusses zur Verfügung, dass über die LGH aus­ge­zahlt wird.«
karriere.nrw

Das wird das vor­han­de­ne Pflegepersonal, das zu nicht uner­heb­li­chen Teilen auch aus Nichtbiodeutschen besteht, zu Freudentänzen ver­füh­ren. Die wer­den so belohnt:

»Die Auszahlung des Corona-Pflegebonus 2022 beginnt

Die Krankenhausträger sol­len das Geld zwi­schen den prä­mi­en­be­rech­tig­ten Beschäftigten in Absprache mit dem Personal- oder Betriebsrat auf­tei­len. In Abhängigkeit von der Gesamtzahl der Bonusberechtigten je Klinik kann der Bonus für Intensivpflegekräfte bis zu 2.500 Euro betra­gen, der­je­ni­ge der Pflegefachkräfte bis zu 1.700 Euro. Die Auszahlung des Pflegebonus soll zeit­nah ab dem 30. Juni, spä­tes­tens inner­halb von vier Wochen nach Auszahlung durch den GKV-Spitzenverband, an die Pflegekräfte durch die Klinikleitung über die monat­li­che Lohnabrechnung erfolgen.

Pflegebonus in der Altenpflege beträgt bis zu 550 Euro
Ebenfalls 500 Millionen Euro wer­den auf Pflegekräfte in der Alten- und Langzeitpflege, die zwi­schen November 2020 und Juni 2022 min­des­tens drei Monate in einem Heim gear­bei­tet haben, ver­teilt. Die klei­ne Anerkennung wird nach Qualifikation, Arbeitszeit und Nähe zur Patientenversorgung gestaf­felt und kann bis zu 550 Euro betra­gen. Bei der Neuauflage des Pflegebonus gibt es ganz kon­kre­te Vorgaben, wer wie­viel bekommt…«
lohi.de (5.7.)

Nicht nur ver­di hat­te gegen die­ses Ungetüm mit Ungleichbehandlungen pro­tes­tiert. Es steht nicht zu erwar­ten, daß die Beschäftigten sich an die­ser Frage spal­ten werden.


»Die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nord­rhein-west­fä­li­schen Handwerks e.V. (LGH), eine Gemeinschaftseinrichtung der nord­rhein-west­fä­li­schen Handwerkskammern und Fachverbände mit Sitz in Düsseldorf, sucht zum nächst­mög­li­chen Zeitpunkt eine/n

Projektmitarbeiter (m/w/d)
zur Unterstützung im Projekt „Willkommensgeld NRW“
Schwerpunkt: Antragsprüfung und ‑abwick­lung

Ihr Profil:

        • Hochschulabschluss (Bachelor, DQ 6 bzw. vergleichbar)
        • Kenntnisse in Projektmanagement und Erfahrung in der Umsetzung öffent­lich geför­der­ter Projekte
        • Verwaltungs- oder Buchhaltungserfahrung
        • Gerne Kenntnis der arbeits­markt­be­zo­ge­nen Angebotsstrukturen (Institutionen und Zuständigkeiten) in NRW
        • sehr gute Deutschkenntnisse; gute Englischkenntnisse; wenn mög­lich, Kenntnisse einer wei­te­ren Fremdsprache…«

Das ging schon mal mit weni­ger Einsatz:

»Das Begrüßungsgeld war eine Unterstützung, die in der Bundesrepublik Deutschland jedem ein­rei­sen­den Bürger der Deutschen Demokratischen Republik sowie der dama­li­gen Volksrepublik Polen, soweit eine deut­sche Abstammung nach­ge­wie­sen wer­den konn­te, aus Mitteln des Bundeshaushaltes gewährt wur­de. Es wur­de 1970 in Höhe von 30 Deutschen Mark ein­ge­führt und konn­te zwei­mal im Jahr in Anspruch genom­men wer­den. 1988 wur­de es auf 100 DM erhöht, jedoch auf eine ein­ma­li­ge jähr­li­che Inanspruchnahme beschränkt. Besondere poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Bedeutung erlang­te das Begrüßungsgeld infol­ge der Öffnung der inner­deut­schen Grenze am 9. November 1989.«
de.wikipedia.org

20 Antworten auf „"Willkommensgeld NRW" für ausländische Pflegekräfte“

      1. Wow. Eine brauch­ba­re Suchfunktion gibt es auch. Ich muss sowie­so ein gro­ßes Lob für die­se Seite aus­spre­chen. So wünscht man sich das gan­ze Internet.
        – Kein ein­zi­ges unnö­ti­ges Byte wird übertragen
        – Jedes Video ist als Ressource direkt ver­füg­bar (und kommt mit größt­mög­li­cher Virulenz dank Kompression mit Fokus Größe und Kompatibilität)
        – Keine Werbung
        – Übersichtliche, mini­ma­lis­ti­sche, aber sehr schö­ne Darstellung auch auf dem Mobiltelefon
        – Timer, Editierfunktion und Moderation statt Anmeldung zum Kommentieren

        Ich weiß gar nicht wie vie­len das hier wirk­lich bewusst ist. Man hat sich ja an "das neue Internet" mitt­ler­wei­le irgend­wie gewöhnt.

        Wenn man so sieht, was die Rechner heut­zu­ta­ge an Ressourcen ver­brau­chen ohne dabei irgend­wel­che dem Anwender Nutzen brin­gen­de Tätigkeit zu ver­rich­ten, kann einem echt spei­übel werden.
        Vielleicht soll­te unser Kampf gegen den fie­sen Kohlenklau auch da anset­zen, aber die Idee wäre wohl wenig beliebt bei Herrn Gates. Am Ende müss­te sein mil­li­ar­den­äu­gi­ges Betriebssystem viel­leicht noch per­for­mant werden!

    1. –Marc

      was die Preise in die Höhe treibt. Das ist Sinn und Zweck vom Schließungen.

      Und an alle die den Kapialismus ganz toll fin­den: Kaufen Sie Kliniken, solan­ge der Vorrat reicht 

  1. Das Begrüßungsgeld war eine Unterstützung…

    Das ist natür­lich Käse was da im Wiki steht. Vielmehr dien­ten die­se Silberlinge nur dazu Menschen anzu­lo­cken und die haben das ohne Umschweife gleich wie­der aus­ge­ge­ben zu Freude von all­die und Konsorten.

  2. Ich habe gera­de von einem Freund gehört, der Flüchtlingshotels ver­pflegt, dass pro Flüchtling nur für Verpflegung und Unterkunft 80 Euro pro Tag lang gemacht wer­den. Zumindest hier in Hamburg mit Bezug auf ein bestimm­tes Hotel. Ob und nach wel­chen Kriterien die­ser Betrag nach Unterkunft/Verträgen vari­iert ver­mag ich aber nicht zu sagen.

    Dass hier jemand nei­disch auf Flüchtlinge wird, brau­che ich wohl nicht zu befürch­ten, aber ich mache es bes­ser noch­mal deut­lich: Natürlich kommt davon nichts beim Empfänger an. Das Geld wan­dert direkt aus der Bundesdruckerei ins Auffangnetz der neo­fa­schis­ti­schen Konzernstrukturen.

  3. Damit wird die Pflege garan­tiert noch­mal so einen rich­ti­gen Qualitätsschub erlei­den. Mit deut­schen Arbeitskräften konn­te man wohl ein­fach nicht die idea­le KZ-Standards rea­li­sie­ren: Dauereinschluss, Dauerdemütigung, Dauervereinzelung, Dauerlebensverhinderung, Dauergängelung, Dauerlebensabtötung.

    1. @Albrecht Storz: Ich hal­te die­se Formulierung für einen Affront gegen­über den Pflegekräften, die die­se Ziele sicher nicht anstreben.

      1. an aa: Ist es bes­ser als Steigbügelhalter, Lakai und Ermöglicher auf­zu­tre­ten, als als jemand, der die Ziele bewusst anstrebt?
        Einer macht den Plan und Tausend füh­ren aus.
        Ist die Schuld der Ausführenden dann nur ein Tausendstel?
        Ich sehe es genau umgekehrt.
        Ohne Ausführende bleibt jeder Plan nur Fantasie/Illusion.
        In fast jedem gro­ßen Terror-Regime haben die Führer selbst kei­nen ein­zi­gen Menschen eigen­hän­dig ent­führt, gefol­tert, ein­ge­sperrt und ermordet.
        Der Chef und Besitzer unse­res hie­si­gen Bauunternehmens hat in sei­nen 70 Jahren Labenszeit kei­nen ein­zi­gen Eimer Beton angemischt.
        Die "Führungsriege" der Grünen hat nie einen ein­zi­gen Baum gepflanzt, es sei denn, es war die Presse zugegen.

        1. @V: Ich sprach von den Pflegekräften, die trotz oft erbärm­li­cher Arbeitsbedingungen ver­su­chen, alten und kran­ken Menschen Hilfe zu leis­ten. Sie als "MittäterInnen" ver­ant­wort­lich zu machen für "KZ-Standards" oder "Terror-Regime", ist selbst­herr­lich und arro­gant. Wir sind alle aus­nahms­los in ein System ver­strickt, das bar­ba­ri­sche Aspekte hat. Dabei gibt es immer wie­der Leute, die aus­zu­bre­chen ver­su­chen oder sich ein­zel­nen Gegebenheiten ver­wei­gern. Alle ande­ren abzu­kan­zeln, die gera­de nicht auf der Höhe des jewei­li­gen Spezialthemas sind, ist dumm – egal ob es um "Impfen" geht oder Behandlung von alten und "behin­der­ten" Mensch oder Umweltschutz oder Verfolgung Andersgläubiger oder Andersaussehender oder oder oder.

          1. aa, Sie ver­dre­hen, bewusst oder unbe­wusst, mei­ne Aussage. Nirgendwo habe ich die ver­ant­wor­tungs­vol­len Pflegekräfte für nega­ti­ve Entwicklungen ver­ant­wort­lich gemacht.

            Tatsache ist: pre­kär Beschäftigte, und das sind nun mal meist aus frem­den Ländern und Kulturen ange­heu­ert Kräfte, die hier zuerst ein­mal kei­nen ande­ren fes­ten Stand haben als ihr Job, kön­nen leich­ter zu für uns kul­tur­frem­den, damit auch ent­wür­di­gen­de und damit auch mensch­li­chen­den Maßnahmen her­an­ge­zo­gen wer­den. Die wis­sen es oft nicht bes­ser, sind es teil­wei­se genau so (für sie kul­tur­ty­pisch) gewöhnt und kön­nen auch bes­ser unter Druck gesetzt werden.

          2. an aa: Engagierte Pflegekräfte sind sicher nicht das bes­te Beispiel für mei­ne Ausführung. Trotzdem fin­de ich, dass in ihr eine essen­ti­el­le Wahrheit steckt.
            Und was habe ich, was die nicht haben, "die gera­de nicht auf der Höhe des jewei­li­gen Spezialthemas sind", obwohl sie Zugang zu den glei­chen Informationen und zu min­des­tens ähn­li­chen Lebensrealitäten haben wie ich?
            Ist es mei­ne Dummheit, Selbstherrlichkeit und Arroganz?

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