Wurde ein Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen nach Impfung krankgeschrieben?

Diese Information wird zur Zeit recht breit geteilt und soll sich auf eine Studie aus dem Universitätsklinikum Würzburg stüt­zen. Die Studie wur­de bis­lang nicht ver­öf­fent­licht*, Grundlage der Meldungen ist eines Presseinformation auf eurekalert.org vom 22.4. Das Portal beschreibt sich so: »EurekAlert! wur­de 1996 gegrün­det und ist eine gemein­nüt­zi­ge Plattform zur Verbreitung von Nachrichten, die von der American Association for the Advancement of Science (AAAS) betrie­ben wird.« In der Mitteilung ist zu lesen:

»Ein Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen ließ sich nach der Impfung gegen COVID-19 krank­schrei­ben. Dies geht aus einer deut­schen Studie her­vor, die auf dem dies­jäh­ri­gen European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases (ECCMID) in Lissabon, Portugal, (23.–26. April) vor­ge­stellt wurde.

Ein gesun­des Gesundheitspersonal ist ent­schei­dend für die Bewältigung von COVID-19 und der wei­te­ren Auswirkungen der Pandemie auf die öffent­li­che Gesundheit. Daher haben vie­le Länder der Impfung des Gesundheitspersonals Vorrang eingeräumt.

Es lie­gen jedoch nur weni­ge Informationen über das Auftreten von Nebenwirkungen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen vor. Dies ist wich­tig, denn wenn es dazu führt, dass sie sich frei­stel­len las­sen, könn­te dies die ohne­hin schon unter Druck ste­hen­den Gesundheitssysteme zusätz­lich belasten.

Um mehr her­aus­zu­fin­den, unter­such­ten Julia Reusch vom Universitätsklinikum Würzburg und ihre Kollegen Isabell Wagenhäuser, Dr. Alexander Gabel, Dr. Manuel Krone und Dr. Nils Petri Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die min­des­tens eine Dosis der vier fol­gen­den COVID-19-Impfstoffe erhal­ten hat­ten: BioNTech/Pfizer (Comirnaty), Moderna (Spikevax), Oxford/AstraZeneca (VaxZevria) und Janssen.

Mit Hilfe eines elek­tro­ni­schen Fragebogens wur­den bei den 1.797 Beschäftigten des Gesundheitswesens (ab 18 Jahren), die an der Studie teil­nah­men, Informationen über Krankheitsurlaub und Nebenwirkungen gesam­melt. Zu den im Fragebogen erfass­ten Nebenwirkungen gehör­ten loka­le Impfreaktionen (Schwellung, Rötung oder Schmerzen an der Injektionsstelle), Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und/oder Schüttelfrost sowie Müdigkeit.

588 Beschäftigte des Gesundheitswesens (32,72 %) lie­ßen sich ins­ge­samt 1.777 Tage krank­schrei­ben. Die durch­schnitt­li­che Dauer des Krankheitsurlaubs betrug zwei Tage.

Am häu­figs­ten lie­ßen sich die Beschäftigten nach der drit­ten Impfdosis krank­schrei­ben. Während sich nur 5,65 % der Teilnehmer nach der ers­ten Verabreichung krank­schrei­ben lie­ßen (meist nach der Verabreichung eines Vektorimpfstoffs), waren es 20,66 % nach der zwei­ten und 27,31 % nach der drit­ten Dosis. Die mitt­le­re Dauer der Krankschreibung betrug 2 Tage und dau­er­te bis zu 47 Tage.

Die meis­ten der 5,65 % der Teilnehmer lie­ßen sich nach der ers­ten Dosis des Impfstoffs krank­schrei­ben. Die meis­ten von ihnen hat­ten die vira­len Vektorimpfstoffe (Oxford/AstraZeneca und Janssen) erhalten.

(Aufgrund von Änderungen des Impfschemas in Deutschland hat­ten nicht genü­gend Beschäftigte im Gesundheitswesen eine zwei­te oder drit­te Dosis der Vektorimpfstoffe erhal­ten, so dass die Daten nicht in die Studie auf­ge­nom­men wer­den konnten).

Diejenigen, die mit den mRNA-Impfstoffen (BioNTech/Pfizer und Moderna) geimpft wur­den, waren nach der zwei­ten oder drit­ten Dosis am häu­figs­ten krankgeschrieben.

Der Krankenstand nach der drit­ten Dosis war bei der Moderna-Impfung deut­lich län­ger als bei der BioNTech/Pfizer-Impfung.

Die rela­ti­ve Zahl der selbst­be­rich­te­ten Nebenwirkungen nahm von der ers­ten über die zwei­te bis zur drit­ten Impfung ab.

Es gab signi­fi­kan­te Unterschiede in der Anzahl der Nebenwirkungen, die von den­je­ni­gen gemel­det wur­den, die den BioNTech/Pfizer- und den Moderna-Impfstoff erhiel­ten. Nach der zwei­ten und drit­ten Dosis des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs wur­den signi­fi­kant höhe­re Raten von Nebenwirkungen gemel­det als nach dem Moderna-Impfstoff.

Frau Reusch sagt: "Eine beträcht­li­che Anzahl von Beschäftigten im Gesundheitswesen nahm nach der Impfung Krankheitstage in Anspruch. Der Zeitpunkt des Auftretens der Nebenwirkungen vari­ier­te je nach dem ver­wen­de­ten Impfstoff. Bei den­je­ni­gen, die mit vira­len Vektorimpfstoffen geimpft wur­den, war die Wahrscheinlichkeit am größ­ten, dass sie nach der ers­ten Dosis krank­ge­schrie­ben wur­den, und nach der drit­ten Dosis des Moderna-Impfstoffs war die Rate der Krankschreibungen höher als beim BioNTech-Impfstoff.

"Die Zahl der Nebenwirkungen und der dar­aus resul­tie­ren­den Fehlzeiten nach der COVID-19-Impfung von Beschäftigten im Gesundheitswesen ist nicht zu ver­nach­läs­si­gen und soll­te wei­ter unter­sucht werden".

Die Teilnehmer waren Mitglieder der CoVacSer-Studie, in der der Verlauf der COVID-19-Antikörper, die Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit im Laufe der Zeit unter­sucht werden…

Manuel Krone hat Honorare von GSK und Pfizer erhal­ten. Alle ande­ren Autoren: kei­ne Interessenkonflikte zu deklarieren

Diese Pressemitteilung basiert auf der Posterpräsentation L0490 auf dem European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases (ECCMID) Annual Meeting. Das Material wur­de vom Auswahlkomitee des Kongresses einer Peer Review unter­zo­gen. Zum jet­zi­gen Zeitpunkt gibt es kein voll­stän­di­ges Papier.«

Es wäre gut, wenn man als­bald Einsicht in das Papier neh­men könnte.

* Update: Eine Leserin hat die Studie gefun­den, vie­len Dank!

Hier ist der Link dazu: medrxiv.org.

* Update2: Kommando zurück! Ich prü­fe noch, aber hier scheint es um die Wirksamkeit von "Impfungen" zu gehen…

* Update3: Schade, das ist die fal­sche Studie.

17 Antworten auf „Wurde ein Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen nach Impfung krankgeschrieben?“

  1. Ich den­ke, das wird rich­tig sein, denn es ent­spricht dem, was ich in mei­nem Umfeld erle­be. Natürlich gibt es auch die kurz­zei­tig Erkrankten, denn unter 4 Tage braucht man gar nicht erst eine Krankschreibung.

  2. Es gibt auch eini­ge Pflegekräfte die Krank geschrie­ben sind oder gekün­digt haben und jetzt für sich im pri­va­ten Bereich wei­ter arbei­ten. Und der Bedarf ist groß. Viele Kranke oder deren Angehörigen traue den medi­zi­ni­schen Einrichtungen nicht mehr. Sie haben schlicht und ein­fach Angst vor heim­li­chen Impfen ihrer Kranken und Pflegebedürftigen Angehörigen.

  3. China-Die Bevölkerung wird DAUERHAFT alle 48h zu PCR-Tests gezwungen als Voraussetzung zur Teilnahme am öffentlichen „Leben“ sagt:

    Corona Realism
    @holmenkollin
    China ist fest zu #NoCovid entschlossen.
    Die Bevölkerung wird DAUERHAFT alle 48h zu PCR-Tests gezwun­gen als Voraussetzung zur Teilnahme am öffent­li­chen „Leben“.

    Für alle grö­ße­ren Städte wer­den Test-Roboter und Quarantänelager gebaut.
    Kosten: 1,8% des BIP
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2022–05-31/china-plans-for-years-of-covid-zero-with-tests-on-every-corner

    China Plans for Years of Covid Zero Strategy With Tests on Every Corner
    After a brui­sing lock­down in Shanghai and seve­re curbs in Beijing were nee­ded to halt the spread of Covid-19, China is doub­ling down on mass tes­ting in a move that’s dashing hopes for a shift away…
    11:53 AM · Jun 1, 2022
    https://twitter.com/holmenkollin/status/1531967087207452673?cxt=HHwWgsC4id_80cIqAAAA

  4. Tswar bin ich mir tsiem­lich sicher dass es bereits irgend­je­mand hier ver­linkt hat, doch möch­te ich sicher stel­len dass die­ses Tseittseugnis unbe­dingt auch hier berück­sich­ti­gend ver­linkt wur­de. Das kann kein Comedian erfun­den haben. Das ist wirk­lich Echt. Nicht lachen!

    Besuch im "Farbiger" (wegen mög­li­cher N‑Wort-Filter!)
    https://www.youtube.com/watch?v=7E4LDXbBes8
    Quelle: youtube.com

    Einwandfrei, die Truppe. Man muss nicht immer Probleme dis­ku­tie­ren. Nö. Da hat Herr Olaf völ­lig recht. Worüber man(n) nicht reden kann muss man(n) schweigen .

  5. "Mit Hilfe eines elek­tro­ni­schen Fragebogens…" alle Wissenschaftler dür­fen Daten mit­tels elek­tro­ni­scher Fragebögen erhe­ben (was auch gang und gäbe ist), nur einer NICHT: Herr Matthes von Charité/ Klinik Havelhöhe, wenn er die Impfnebenwirkungen oder ‑fol­gen erhebt – da wür­de nur Unwahres Zeug eingegeben.

    Was für eine Doppelmoral…?!

  6. In Australien wer­den im Rahmen der Überwachung der Sicherheit von Impfstoffen ähn­li­che Befragungen durch­ge­führt und die Ergebnisse auf die­ser Webseite veröffentlicht:

    https://ausvaxsafety.org.au/safety-data/covid-19-vaccines

    Dort kann man dann z.B. nach­le­sen, dass bei Pfizer/Biontech nach der ers­ten Dosis 8%, nach zwei­ter Dosis 21% und nach drit­ter Dosis immer­hin noch 16% über eine "Auswirkung auf ihren Alltag" berich­tet haben ("Reported mis­sing work, stu­dy or rou­ti­ne dutys").

    https://ausvaxsafety.org.au/pfizer-covid-19-vaccine-adult-formulation/pfizer-covid-19-vaccine-safety-data-all-participants

  7. Unsere Volksvertreter schei­nen zu glau­ben, auf die Minderheit der "unge­impf­ten" Mediziner und Paramediziner ver­zich­ten zu können.
    Haben die auf der Rechnung, daß wahr­schein­lich immer mehr "geimpf­te" Mediziner beim "Dauerimpfen" nicht mehr mit­ma­chen werden ?
    Bin gespannt auf den Herbst, wenn die jetzt noch "Vollimmunisierten" nicht mehr "voll­im­mu­ni­siert" sind.

  8. "588 Beschäftigte des Gesundheitswesens (32,72 %) lie­ßen sich ins­ge­samt 1.777 Tage krank­schrei­ben. Die durch­schnitt­li­che Dauer des Krankheitsurlaubs betrug zwei Tage."

    1777 Tage auf 588 Beschäftigte ergibt bei mir im Durchschnitt 3 (3,02.….) Tage .….….
    bin ich zu doof zum rech­nen oder ist durch­schnitt nicht durch­schnitt ??? oder ist da bereits ein Fehler ?

    1. Bei Interesse zur zugrun­de­lie­gen­den Studie und dem Paper dar­aus, hier etwas Studientransparenz mit "Reproducible Script" und bun­ten Bildchen.

      Solch eine Transparenz scheint auf ande­rer Ebene auf unab­seh­ba­re Zeit nicht mög­lich, weil in der Goldgrube die Scheine gezählt wer­den müs­sen… und es wer­den immer mehr…!?

      https://github.com/AlexGa/Influencing-factors-of-Anti-SARS-CoV-2-Spike-IgG-antibody-titres-in-healthcare-workers

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